Seppo Jokinen

 3.9 Sterne bei 17 Bewertungen
Autor von Gefallene Engel.

Lebenslauf von Seppo Jokinen

Seppo Jokinen, Jahrgang 1949, ist einer der beliebtesten und renommiertesten Krimiautoren Finnlands. Er lebt in Tampere, wo auch sein Held Sakari Koskinen ermittelt. Nach einem vierjährigen Militärdienst arbeitete Jokinen lange Jahre im IT-Bereich. Seit Mitte der Neunzigerjahre erschienen zahlreiche Romane um den geschiedenen Kommissar. Seppo Jokinen wurde mit einer Vielzahl von Preisen bedacht, u. a. 2002 mit dem Finnischen Krimipreis für »Gefallene Engel« (Hukan enkelit). Letzterer Titel erschien in deutscher Übersetzung 2014 bei ars vivendi.

Alle Bücher von Seppo Jokinen

Gefallene Engel

Gefallene Engel

 (17)
Erschienen am 12.08.2014

Neue Rezensionen zu Seppo Jokinen

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Kerstin_KeJasBlogs avatar

Rezension zu "Gefallene Engel" von Seppo Jokinen

finnicher Krimi auf hohem Niveau
Kerstin_KeJasBlogvor 3 Jahren

Anfänglich habe ich etwas gebraucht um Herr zu werden angesichts der ungewohnten finnischen Namen und Orte. Aber die Geschichte des Buches hat es wett gemacht.

Erstmal zur Story : 
Ein Toter wird gefunden, abgelegt zwischen 2 Containern, seine Identität wird schnell herausgefunden, hat er soch ein besonderes Merkmal - er war querschnittsgelähmt. 
Kommissar Koskinen ermittelt mit seinen Team in einem Umfeld, dass ihnen weitestgehend unbekannt ist, denn die Spur führt in das Wohnheim für Behinderte 'Wolfsstube'.
Der Tote lebte in dieser Einrichtung und war ein sehr unsympathischer Zeitgenosse. Doch wer ist so kaltblütig einen Menschen mit starker Einschränkung zu töten? Welches Motiv treibt den Mörder an?
Koskinen macht sich große Gedanken, denn es bleibt nicht bei diesem einen Mord.

Kommissar Koskinen - das finnische Pendant zu Barbarotti, Mankell und Co.
Er hat es nicht leicht, kämpft er doch an vielen verschiedenen Fronten.
Gegen die Frauen die er liebt und schätzt, gegen die Kollegen um seine Vorgesetztenstellung zu behaupten, gegen internes Mobbing und besonders gegen seinen eigenen Schweinehund, der ganz gerne mal wütend wird und aus der Haut fährt.
Zum Glück trägt er meistens einen Windanzug, bei uns auch Fahrradfahrermontur genannt, der ihn schützt vor dem miesen Wetter und seiner eigenen Laune.
Sein Stressausgleich ist das Laufen, er joggt gerne mitten in der Nacht und als Nicht -Autobesitzer radelt er so manche Strecke ab.
Ein guter Mensch - ein besserer Kommissar.

Seine Ermittler-KollegInnen sind ein bunt gemischter Haufen, die ständig um mehr Unterstützung beten aber gewissenhaft arbeiten.
Milla, die Sekretärinanwärterin ist mein persönlicher Favorit in dieser Truppe. Obwohl Koskinen sich ein wenig vor ihr fürchtet und vieles komplett falsch interpretiert.

Die Ermittlungsarbeiten sind sehr explizit erklärt, wer tut was, wann und warum.
Die Suche nach dem Motiv des Mörders bringt so nebenbei noch manch anderen Kriminalfall ans Tageslicht.

Die Einbindung der körperlich Schwerstbehinderten ist dem Autor auf eine sehr menschliche Art gelungen. Die Arbeiten in dem Wohnheim, wie auch die damit verbundenen 'Probleme'. Es wird nichts verschönt aber auch nichts verharmlost. Durch Koskinen und die Geschichte wird einem bewusst das vieles für selbstverständlich genommen wird, dass andere nicht (mehr) haben oder können.

Der Krimi ist einer der leisen Art, trotz der Morde, der bedächtige Einstieg steigert sich im Laufe des Buches und macht neugierig auf Umstände und die Frage nach dem Tätermotiv.
Lediglich die regelmäßigen Querelen innerhalb der Ermittler haben mich etwas gestört.
Gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen. 
c ) K.B. 07/2015

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Smberges avatar

Rezension zu "Gefallene Engel" von Seppo Jokinen

Rache und alte Feindschaft
Smbergevor 4 Jahren

Tempere in Finnland: In einem Vorort der Stadt wird die Leiche eines querschnittgelähmten, jungen Mannes gefunden. Kommissar Koskinen nimmt die Ermittlungen auf. Diese führen ihn in eine Einrichtung für betreutes Wohnen und zu den Menschen, die aufgrund einer Behinderung in diesem Heim leben. Als ein weiteres Bewohner verschwindet und ein weiterer einen Unfall erleidet, spitzt sich die Situation zu. Kommissar Koskinen kommt einer alten Geschichte aus Feindschaft und Rache auf die Spur. 

Dieser Krimi spielt in einer ungewohnten Umgebung für einen Krimi, in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in dem nur behindert Menschen und das betreuende Personal leben. Dieser Handlungsort hat mich neugierig gemacht, da ich der weit verbreiteten Meinung war, dass in so einer Umgebung keine Verbrechen passieren. Der Autor führt uns aber in einen Abgrund aus Verzweiflung, Wut und Rache und schnell wird klar, dass es auch in diesem Milieu Verbrechen geben kann. 

Dieser Krimi ist relativ ruhig geschrieben, keine Action, aber in einem Stil, der mich gefangen genommen hat. Langsam breiten sich vor dem Leser die Abgründe aus, die zu den Verbrechen geführt haben. Der Autor nimmt den Leser mit in eine Welt aus Wut und Verzweiflung über Unfälle, die das Leben der Menschen komplett auf den Kopf gestellt hat, Menschen, die ihr Schicksal nicht einfach akzeptieren sonder damit hadern und es verfluchen. 

Etwas verwirrt haben mir die vielen, sehr komplizierten finnischen Namen und Ortsbezeichnungen, die mir die Orientierung zu Beginn des Buches etwas schwer gemacht haben. Ich konnte mich dann aber doch relativ schnell an diese Namen gewöhnen, so dass das kein Problem mehr darstellte. Ein weiterer Punkt, der mich etwas gestört hat in diesem Buch, war die Betonung der Lust am Laufen von Koskinen. Das stellte für mich einen starken Kontrast zu den Menschen dar, die ihre Mobilität verloren hatten und damit nur schwer zurecht kommen. 

Die Personen werden sehr gut gezeichnet, aber auch ein Kommissar Koskinen ist keine einfache Person sondern eine mit Ecken und Kanten und nicht der typische sympathische Ermittler, mit dem sich der Leser gleich identifizieren kann. 

Sowohl vom Milieu als auch von den Personen her ist das ein etwas anderer Krimi, der sich aber auch durch einen besonderen Tiefgang auszeichnet. Also, ein wirklich lesenswerter Krimi für Leser, die mal etwas Anderes suchen. 

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Aglayas avatar

Rezension zu "Gefallene Engel" von Seppo Jokinen

Der gefallene Höllen-Engel
Aglayavor 4 Jahren

Ein Tetraplegiker wird ermordet aufgefunden. Kommissar Koskinen und sein Team machen sich im Behindertenwohnheim auf die Suche nach Motiv und Täter.

„Gefallene Engel“ ist bereits der sechste Band der Reihe um den Kriminalkommissar Koskinen, jedoch der erste, der auf Deutsch übersetzt wurde. Dies zeigt sich vor allem im ermittelnden Polizeiteam, das lediglich relativ knapp vorgestellt wird, da der Autor wohl davon ausging, dass der Leser die Akteure bereits kennt. Im Laufe des Buches konnte ich die Ermittler dann gut auseinanderhalten, zu Beginn hatte ich jedoch (wohl durch die mangelnden Vorkenntnisse) etwas Mühe. Nicht vereinfacht wird das Auseinanderhalten dadurch, dass viele Vornamen jeweils doppelt vergeben wurden, und ich jedes Mal etwas innehalten musste, um zu überlegen, welcher Antti, Pirkko oder welche Kaija nun gemeint war.

Wer in Krimis kriminalistische Ermittlungen mag, wird hier nicht auf seine Rechnung kommen: der Fall wird durch einige Befragungen und vor allem Denkarbeit (in Form von spontanen Ideen) gelöst.

Bei „Gefallene Engel“ handelt es sich um einen ziemlich ruhigen Krimi, Action gibt es kaum, auch das Erzähltempo ist eher gemächlich. Die schroffe, skandinavische Stimmung wird gut rübergebracht, allerdings geizt der Autor mit Landschaftsbeschreibungen. Wer beim Lesen gerne in Gedanken an fremde Orte reist, wird hier wohl die entsprechende Unterstützung vermissen. Dafür wird der Leser inhaltlich in ein für Krimis eher untypisches Millieu geführt, ich habe jedenfalls zuvor noch nie einen Krimi gelesen, in dem in einem Behindertenwohnheim ermittelt wurde (allerdings gab es da mal eine CSI-Folge, die sich um einen Verein von Kleinwüchsigen gedreht hat…).

Der Krimi hat mir eigentlich ganz gut gefallen, mit einem nicht wirklich überraschenden, aber auch nicht allzu vorhersehbaren Ende. Schlussendlich hat mir dann aber doch die Spannung gefehlt, sowie ein bisschen mehr Finnland (der anscheinend typisch finnische Humor und die für mich unaussprechlichen Strassennamen haben mir für das Skandinavien-Feeling noch nicht ausgereicht). Daher gibt’s von mir eine „doch, ist ganz okay“-Wertung. Weiterempfehlen kann ich „Gefallene Engel“ an die Krimi-Fans, die gerne ganz geruhsam und unaufgeregt lesen und sich gedanklich auch gerne in eigentlich Krimi-untypischen Millieus bewegen. Der durchaus vorhandene Humor wird aber wahrscheinlich nicht jedem gefallen.

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Gespräche aus der Community

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ars-vivendi-Verlags avatar
Ein eiskalter Herbsttag: Am Rande der finnischen Stadt Tampere wird die Leiche eines jungen querschnittsgelähmten Mannes entdeckt, doch nirgends ist ein Rollstuhl zu finden. Herkunft, unklar - Todesursache, zunächst nicht erkennbar - Tatort, unbekannt. So beginnt Kommissar Koskinen seine Ermittlungen. Zusammen mit seinem Team findet der Charakterkopf heraus, dass sich alles um motorradbegeisterte Patienten eines Behindertenheimes dreht, die "Engel von Hukka".  Schnell sterben weitere Patienten des Heims und Koskinen bleibt nichts anderes übrig als in viele Richtungen zu ermitteln, stets in der Sorge wer das nächste Opfer sein könnte. Gleichzeitig kämpft Koskinen mit ganz alltäglichen menschlichen Problemen. Den frisch geschiedenen versuchen zahlreiche Kolleginnen und Kollegen zu verkuppeln, sein Sohn verlangt nach seiner Zuwendung und die neue Sekretärin treibt ihn schier in den Wahnsinn.  Erst allmählich gelingt es ihm mit der Unterstützung seiner Untergebenen,  das Knäul der offenen Fragen zu entwirren. Doch welcher ist der "richtige" rote Faden?

Der Kriminalroman, ausgezeichnet mit dem finnischen Krimipreis 2002, nimmt den Leser mit in die Welt Finnlands, voll von dunklen Geheimnissen und harter Schicksale, die auch unserer Lebenswelt entspringen. Gleichzeitig nimmt sich der Autor die Zeit für das Augenzwinkern, das die Menschen auch nach schwierigen Tagen hoffnungsvoll nach vorne schauen lässt.  

Zu diesem Titel aus dem ars vivendi verlag startet ab sofort eine Leserunde und ihr könnt 20 Bücher gewinnen.

Ich bin Simon, arbeite bei ars vivendi und werde diese Leserunde begleiten.

Uns beim ars vivendi verlag würde es sehr freuen, wenn ihr eure abschließenden Rezensionen auch weiter auf anderen Plattformen streuen könntet.

Auch bei dieser Leserunde gibt es wieder kostenlose Rezensionsexemplare zu gewinnen. Da die Anzahl limitiert ist, freuen wir uns auf zahlreiche Bewerbungen. Sollten mehr Bewerbungen eingehen, als Bücher vorhanden sind, werden in guter alter Manier die Exemplare zwischen den Teilnehmern verlost.

Wer kein Buch gewinnen sollte (oder es schon hat), ist natürlich auch herzlich eingeladen, sich an der Leserunde zu beteiligen.

Um die Bewerbungsrunde für uns alle etwas interessanter zu gestalten, würde ich mich freuen, wenn Ihr mir folgende Fragen beantwortet:

Habt ihr einen Lieblingskommissar und wenn ja, was macht ihn/sie so besonders?

Ich freue mich schon sehr auf eine interessante, abwechslungsreiche Leserunderunde!

Viele Grüße

Euer Simon
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