Seppo Jokinen Gefallene Engel

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Inhaltsangabe zu „Gefallene Engel“ von Seppo Jokinen

Ein eiskalter Herbsttag: In einem Vorort Tamperes wird die Leiche eines jungen, querschnittsgelähmten Mannes gefunden von seinem Rollstuhl fehlt jede Spur. Wie ist er dorthin gekommen? Und: Wo ist der eigentliche Tatort? Kommissar Koskinen und sein Team nehmen die Ermittlungen auf und finden heraus, dass das Opfer in einer Einrichtung für betreutes Wohnen gelebt hat und dort zu den »Engeln von Hukka«, einer Gruppe enthusiastischer Motorradfans, gehörte. Als bald darauf ein Mitglied dieser mysteriösen Vereinigung spurlos verschwindet und ein weiteres einen rätselhaften Unfall erleidet, kommt Koskinen einem mörderischen Geheimnis auf die Spur, das Jahrzehnte zurückreicht ...

Finnischer Krimi mit menschlichen Ermittlern und einer leisen aber spannenden Geschichte

— Kerstin_KeJasBlog

Spannender Krimi aus Finnland in einem etwas anderen Milieu und interessanten Charakteren.

— Smberge

Man wartet und wartet, aber es wird einfach nicht spannend...

— zitronienchen

Eher ruhiger aber trotzdem interessanter Krimi vor finnischer Kulisse

— Aglaya

Für klassische Krimifans eine erfrischende Abwechslung und gute Wahl. Wer eher nach Action lechzt und Blut braucht, sollte nicht zugreifen!

— livremonamour

behäbiger Krimi in Tamperere

— GetReady

Ein Finnischer Krimi im interessanten Milieu

— esposa1969

Solider Krimi in ungewöhnlicher Umgebung, dem leider ein bisschen Esprit fehlt und dadurch nicht richtig in Fahrt kommt

— liacuja

Kommissar Koskinen ist der neue Kurt Wallander. Hier gibt es einen finnischen Krimi mit eigener Würze!

— Floh

Der traditionelle Krimi für lange gemütliche Winterabende!

— elmidi

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  • Rezensionen
  • Leserunden
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  • Themen
  • finnicher Krimi auf hohem Niveau

    Gefallene Engel

    Kerstin_KeJasBlog

    Anfänglich habe ich etwas gebraucht um Herr zu werden angesichts der ungewohnten finnischen Namen und Orte. Aber die Geschichte des Buches hat es wett gemacht. Erstmal zur Story :  Ein Toter wird gefunden, abgelegt zwischen 2 Containern, seine Identität wird schnell herausgefunden, hat er soch ein besonderes Merkmal - er war querschnittsgelähmt.  Kommissar Koskinen ermittelt mit seinen Team in einem Umfeld, dass ihnen weitestgehend unbekannt ist, denn die Spur führt in das Wohnheim für Behinderte 'Wolfsstube'. Der Tote lebte in dieser Einrichtung und war ein sehr unsympathischer Zeitgenosse. Doch wer ist so kaltblütig einen Menschen mit starker Einschränkung zu töten? Welches Motiv treibt den Mörder an? Koskinen macht sich große Gedanken, denn es bleibt nicht bei diesem einen Mord. Kommissar Koskinen - das finnische Pendant zu Barbarotti, Mankell und Co. Er hat es nicht leicht, kämpft er doch an vielen verschiedenen Fronten. Gegen die Frauen die er liebt und schätzt, gegen die Kollegen um seine Vorgesetztenstellung zu behaupten, gegen internes Mobbing und besonders gegen seinen eigenen Schweinehund, der ganz gerne mal wütend wird und aus der Haut fährt. Zum Glück trägt er meistens einen Windanzug, bei uns auch Fahrradfahrermontur genannt, der ihn schützt vor dem miesen Wetter und seiner eigenen Laune. Sein Stressausgleich ist das Laufen, er joggt gerne mitten in der Nacht und als Nicht -Autobesitzer radelt er so manche Strecke ab. Ein guter Mensch - ein besserer Kommissar. Seine Ermittler-KollegInnen sind ein bunt gemischter Haufen, die ständig um mehr Unterstützung beten aber gewissenhaft arbeiten. Milla, die Sekretärinanwärterin ist mein persönlicher Favorit in dieser Truppe. Obwohl Koskinen sich ein wenig vor ihr fürchtet und vieles komplett falsch interpretiert. Die Ermittlungsarbeiten sind sehr explizit erklärt, wer tut was, wann und warum. Die Suche nach dem Motiv des Mörders bringt so nebenbei noch manch anderen Kriminalfall ans Tageslicht. Die Einbindung der körperlich Schwerstbehinderten ist dem Autor auf eine sehr menschliche Art gelungen. Die Arbeiten in dem Wohnheim, wie auch die damit verbundenen 'Probleme'. Es wird nichts verschönt aber auch nichts verharmlost. Durch Koskinen und die Geschichte wird einem bewusst das vieles für selbstverständlich genommen wird, dass andere nicht (mehr) haben oder können. Der Krimi ist einer der leisen Art, trotz der Morde, der bedächtige Einstieg steigert sich im Laufe des Buches und macht neugierig auf Umstände und die Frage nach dem Tätermotiv. Lediglich die regelmäßigen Querelen innerhalb der Ermittler haben mich etwas gestört. Gerne vergebe ich 4 von 5 Sternen.  c ) K.B. 07/2015

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    • 2

    Arun

    14. July 2015 um 23:57
  • Bücher gegen Rezensionen: Plündert das LovelyBooks Bücherregal!

    After passion

    TinaLiest

    Wir räumen unser Bücherregal! Ihr kennt das doch sicher: Das Regal quillt über, aber irgendwie möchten trotzdem immer mehr neue Bücher zwischen die Regalbretter gesteckt werden. Auch bei uns im Büro steht ein Bücherregal, das nur so überquillt vor tollem Lesestoff, der viel zu schade dafür ist, nicht gelesen zu werden. Deshalb haben wir unser Bücherregal ausgeräumt und möchten euch mit den Schätzen, die wir dort gefunden haben, glücklich machen! So funktioniert's: Stöbert durch die verschiedenen Genres und Bücher, die wir in den Unterthemen aufgeführt haben. Wenn ihr Bücher entdeckt, die ihr gerne lesen und rezensieren möchtet, schreibt uns im passenden Unterthema einen Beitrag mit dem Titel/den Titeln aus dem entsprechenden Genre und seid automatisch bei der Verlosung dabei. Ihr könnt euch selbstverständlich für mehrere Bücher in mehreren Genres bewerben - bitte schreibt dafür aber für jedes Genre einen extra Beitrag, in dem ihr dann auch mehrere Titel aus einem Genre auflisten dürft! Am Donnerstag, dem 18. Juni, losen wir aus, wer von euch welches Buch bzw. welche Bücher gewinnt und teilen euch die Gewinner hier in den jeweiligen Unterthemen mit. Solltet ihr gewinnen, verpflichtet ihr euch, bis zum 2. August 2015 eine Rezension bei LovelyBooks zu allen Büchern, die ihr gewonnen habt, zu schreiben. Postet die Links zu euren Rezensionen bitte ins zugehörige Unterthema in dieser Aktion! Bitte beachtet, dass es sich bei den Büchern auch um Leseexemplare handeln kann! Wenn ihr Fragen zum Ablauf oder zur Aktion allgemein habt, stellt diese bitte im Unterthema "Fragen zur Aktion"! Wir freuen uns, wenn ihr dabei seid und uns unsere Bücher abnehmt & wünschen euch viel Spaß beim Stöbern! ;)

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    • 4789
  • Grenzgänge

    Gefallene Engel

    elmidi

    "Gefallene Engel" ist ein mit dem finnischen Krimipreis ausgezeichneter Kriminalroman mit Kommissar Koskinen als einfühlsamen, manchmal auch aufbrausenden Workaholic mit ungeordnetem Privatleben. Der Tatort kann ungewöhnlicher nicht sein: Eine zwischen zwei Containern gefundene Leiche entpuppt sich als querschnittgelähmter und unbeliebter Bewohner eines Wohnheim für Behinderte. Bald danach wird eine weitere Bewohnerin in ihrem Bett erstickt aufgefunden. Das "Behindertenheim" Wolfsstube“ erweist sich als eine Art Mikrokosmos, eine fremde Lebenswelt von Menschen, die durch ihre Behinderung ins Abseits geraten sind. Es tut sich eine Grenze auf - die zwischen "den Gesunden" und "den Behinderten“. Koskinen wird mit seiner ruhigen und nachdenklichen Art zum Grenzgänger und stößt so bald auf die entscheidenden Fragen: Könnte ein Mensch aus dem Rollstuhl heraus Morde begehen? Gründe, die Welt zu hassen, gibt es genug, so scheint es. Oder könnte ein "Gesunder", bis aufs Blut gereizt, auf wehrlose Menschen losgehen? In den Abgründen menschlicher Lebensschicksale findet sich schließlich die Antwort. Als eine krimitypische etwas „böse“ Antwort auf die vielen Badeunfälle in Finnland, bei denen vor allem junge Menschen eine lebenslange körperliche Beeinträchtigung davontrugen, wurde dieser Roman - mit Recht – ausgezeichnet. Koskinen ist ein symphatischer Kommissar mit Ecken und Kanten, der mit einem Team gesegnet ist, das aus Unikaten zu bestehen scheint. Wie dieses Kollektiv die nächsten Fälle löst, bleibt mit Spannung abzuwarten. Fazit: Wer einen actionreichen Schocker sucht, ist hier sicher falsch. Aber für lange gemütliche Winterabende mit Lust auf einen eher traditionellen Krimi ist hier genau das richtige Buch gefunden.

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    • 3

    Arun

    08. June 2015 um 20:09
  • Leserunde zu "Gefallene Engel" von Seppo Jokinen

    Gefallene Engel

    ars-vivendi-Verlag

    Ein eiskalter Herbsttag: Am Rande der finnischen Stadt Tampere wird die Leiche eines jungen querschnittsgelähmten Mannes entdeckt, doch nirgends ist ein Rollstuhl zu finden. Herkunft, unklar - Todesursache, zunächst nicht erkennbar - Tatort, unbekannt. So beginnt Kommissar Koskinen seine Ermittlungen. Zusammen mit seinem Team findet der Charakterkopf heraus, dass sich alles um motorradbegeisterte Patienten eines Behindertenheimes dreht, die "Engel von Hukka".  Schnell sterben weitere Patienten des Heims und Koskinen bleibt nichts anderes übrig als in viele Richtungen zu ermitteln, stets in der Sorge wer das nächste Opfer sein könnte. Gleichzeitig kämpft Koskinen mit ganz alltäglichen menschlichen Problemen. Den frisch geschiedenen versuchen zahlreiche Kolleginnen und Kollegen zu verkuppeln, sein Sohn verlangt nach seiner Zuwendung und die neue Sekretärin treibt ihn schier in den Wahnsinn.  Erst allmählich gelingt es ihm mit der Unterstützung seiner Untergebenen,  das Knäul der offenen Fragen zu entwirren. Doch welcher ist der "richtige" rote Faden? Der Kriminalroman, ausgezeichnet mit dem finnischen Krimipreis 2002, nimmt den Leser mit in die Welt Finnlands, voll von dunklen Geheimnissen und harter Schicksale, die auch unserer Lebenswelt entspringen. Gleichzeitig nimmt sich der Autor die Zeit für das Augenzwinkern, das die Menschen auch nach schwierigen Tagen hoffnungsvoll nach vorne schauen lässt.   Zu diesem Titel aus dem ars vivendi verlag startet ab sofort eine Leserunde und ihr könnt 20 Bücher gewinnen. Ich bin Simon, arbeite bei ars vivendi und werde diese Leserunde begleiten. Uns beim ars vivendi verlag würde es sehr freuen, wenn ihr eure abschließenden Rezensionen auch weiter auf anderen Plattformen streuen könntet. Auch bei dieser Leserunde gibt es wieder kostenlose Rezensionsexemplare zu gewinnen. Da die Anzahl limitiert ist, freuen wir uns auf zahlreiche Bewerbungen. Sollten mehr Bewerbungen eingehen, als Bücher vorhanden sind, werden in guter alter Manier die Exemplare zwischen den Teilnehmern verlost. Wer kein Buch gewinnen sollte (oder es schon hat), ist natürlich auch herzlich eingeladen, sich an der Leserunde zu beteiligen. Um die Bewerbungsrunde für uns alle etwas interessanter zu gestalten, würde ich mich freuen, wenn Ihr mir folgende Fragen beantwortet: Habt ihr einen Lieblingskommissar und wenn ja, was macht ihn/sie so besonders? Ich freue mich schon sehr auf eine interessante, abwechslungsreiche Leserunderunde! Viele Grüße Euer Simon

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    • 322
  • Rache und alte Feindschaft

    Gefallene Engel

    Smberge

    Tempere in Finnland: In einem Vorort der Stadt wird die Leiche eines querschnittgelähmten, jungen Mannes gefunden. Kommissar Koskinen nimmt die Ermittlungen auf. Diese führen ihn in eine Einrichtung für betreutes Wohnen und zu den Menschen, die aufgrund einer Behinderung in diesem Heim leben. Als ein weiteres Bewohner verschwindet und ein weiterer einen Unfall erleidet, spitzt sich die Situation zu. Kommissar Koskinen kommt einer alten Geschichte aus Feindschaft und Rache auf die Spur.  Dieser Krimi spielt in einer ungewohnten Umgebung für einen Krimi, in einer Einrichtung für betreutes Wohnen in dem nur behindert Menschen und das betreuende Personal leben. Dieser Handlungsort hat mich neugierig gemacht, da ich der weit verbreiteten Meinung war, dass in so einer Umgebung keine Verbrechen passieren. Der Autor führt uns aber in einen Abgrund aus Verzweiflung, Wut und Rache und schnell wird klar, dass es auch in diesem Milieu Verbrechen geben kann.  Dieser Krimi ist relativ ruhig geschrieben, keine Action, aber in einem Stil, der mich gefangen genommen hat. Langsam breiten sich vor dem Leser die Abgründe aus, die zu den Verbrechen geführt haben. Der Autor nimmt den Leser mit in eine Welt aus Wut und Verzweiflung über Unfälle, die das Leben der Menschen komplett auf den Kopf gestellt hat, Menschen, die ihr Schicksal nicht einfach akzeptieren sonder damit hadern und es verfluchen.  Etwas verwirrt haben mir die vielen, sehr komplizierten finnischen Namen und Ortsbezeichnungen, die mir die Orientierung zu Beginn des Buches etwas schwer gemacht haben. Ich konnte mich dann aber doch relativ schnell an diese Namen gewöhnen, so dass das kein Problem mehr darstellte. Ein weiterer Punkt, der mich etwas gestört hat in diesem Buch, war die Betonung der Lust am Laufen von Koskinen. Das stellte für mich einen starken Kontrast zu den Menschen dar, die ihre Mobilität verloren hatten und damit nur schwer zurecht kommen.  Die Personen werden sehr gut gezeichnet, aber auch ein Kommissar Koskinen ist keine einfache Person sondern eine mit Ecken und Kanten und nicht der typische sympathische Ermittler, mit dem sich der Leser gleich identifizieren kann.  Sowohl vom Milieu als auch von den Personen her ist das ein etwas anderer Krimi, der sich aber auch durch einen besonderen Tiefgang auszeichnet. Also, ein wirklich lesenswerter Krimi für Leser, die mal etwas Anderes suchen. 

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    • 2
  • Mordaufklärung im Millieu der Rollifahrer

    Gefallene Engel

    sommerlese

    Bei dem Kriminalroman "*Gefallene Engel*" vom finnischen Autor "*Seppo Jokinen*" handelt es sich um den 6. Band einer Reihe um den Kommissar Sakari Koskinen. Dieser Fall wurde erstmalig ins Deutsche übersetzt und erscheint im August 2014 bei "*ars vivendi*". Finnland: An einem eiskalten Herbsttag in Tampere wird die Leiche eines jungen querschnittsgelähmten Mannes entdeckt, der Rollstuhl ist jedoch nirgends zu finden. Der Tote ist ein Bewohner der Wolfsstube, eines Heimes für Behinderte. Er gehört zu den motorradbegeisterten "Engeln von Hukka". Als dann weitere Patienten des Heims sterben, muss Koskinen in viele Richtungen ermitteln, stets in der Sorge wer das nächste Opfer sein könnte. Die Angst geht um in der Wolfsstube. Der Kriminalroman, ausgezeichnet mit dem finnischen Krimipreis 2002, nimmt den Leser mit in die Welt Finnlands. Hier thematisiert der Autor die Schicksale von Behinderten und zeigt uns ihre Ängste, Nöte und Sorgen. Die Hilflosigkeit vor kriminellen Angriffen wird in diesem Roman sehr deutlich gemacht und der Leser wird ein betroffener Zeuge dieser Situation. Doch gleichzeitig stellt der Autor auch die hoffnungsvolle Zuversicht dar, die die Menschen auch nach schwierigen Tagen wieder positiv nach vorne schauen lässt. Finnische Krimis sind für mich Neuland und so musste ich mich erst mal an die fremd klingenden Namen und Orts- und Straßenbeschreibungen gewöhnen. Das gelingt aber relativ schnell und man kann der Handlung gut folgen. Der Fall ist gut durchdacht und man hat als Leser mehrere Verdächtige zur Auswahl. Wer ist so kaltherzig und ermordet hilfsbedürftige Menschen? Oder ist hier ein Sterbehelfer, ein selbsternannter Engel am Werk, der das Leiden von Patienten nicht mit ansehen kann? In diesem Roman gestaltet sich die Polizeiarbeit als sehr authentisch, es geschehen sogar alltägliche Ermittlungsfehler. Das verleiht Authenzität, die einan guten Krimi ausmacht. Die Charaktere sind sehr vielschichtig und haben alle Ecken und Kanten. Kommissar Sakari Koskinen ist sympathisch, manchmal recht ungehalten, geschieden und braucht zum Ausgleich zu seiner Arbeit den Endorphin-Kick seines Lauf- und Fahrradsports. Doch das bringt ihm nicht nur Bewunderung, sondern auch Hohn und Spott ein. Ein Kommissar ohne Auto ist doch gar nicht zeitgemäß. Er hat so seine liebe Not mit seinen Mitarbeitern, besonders Aushilfskraft Milla macht ihm mit ihrem Ordnungssinn zu schaffen. Das gibt dem Krimi eine persönliche Note und unterhält ungemein. Gleichzeitig wird Koskinen von mehreren Seiten Opfer diverser Verkupplungsversuche, die man als Leser amüsiert beobachtet. Dabei hat mir gut gefallen, dass diese Frauengeschichten nicht, wie sonst oft üblich, als sexuelle Erlebnisse erzählt werden. Koskinen ist auf der Suche nach einer Frau, zu mehr hat er keine Zeit. Das hat die Geschichte aufgelockert und den Fokus ein wenig vom Fall genommen. Der große Marathonlauf wird eindringlich geschildert und die Endorphine Koskinens springen auf den Leser über. Es ist eine der spannendsten Stellen im Buch. Doch auch der Showdown sorgt mit einer gelungenen Aufklärung der Morde für fesselnde Unterhaltung und hat mich vollständig zufrieden den Fall beschließen lassen. Hoffentlich gibt es bald wieder neue Übersetzungen von Koskinens Ermittlungen, ich könnte mich gut daran gewöhnen. Er ist auf dem besten Weg dazu, von mir regelmäßig gelesen zu werden. Dieser unterhaltsame Krimi überzeugt mit einer ruhigen Grundspannung und menschlichen Schicksalen, die einfach berühren. Jokinen schreibt über alltägliche Themen, die nicht nur in Finnland interessieren. Daher hoffe ich auf weitere übersetzte Fälle dieser Krimireihe.

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    • 3

    SalanderLisbeth

    18. October 2014 um 12:08
  • Das finnische Leben und die Sonderkeiten der Menschen kennenlernen. Ein ruhiger Krimi mit Kern!

    Gefallene Engel

    Floh

    Gastland Finnland auf der diesjährigen Buchmesse in Frankfurt. Hier gibt es für die Leser außergeöhnliches zu finden und zu entdecken. Ich habe einen solchen finnischen Schatz in den Neuerscheinungen entdeckt. Und ich muss zugeben: Ja, das ist der eisige und trockene Stil des hohen Skandinaviens. Autor Seppo Jokinen hat mit "Gefallene Engel" einen Kriminalroman erschaffen, der mit leisen Tönen, trockenen Fakten und staubigen Humor einen Fall bietet, der ein ernstes und tiefgehendes Thema behandelt. "Gefallene Engel" ist bereits der sechste Fall für den verschrobenen Kommissar Koskinen und erstmals in deutscher Übersetzung erschienen. Wer Hennig Mankells Kurt Wallander liebt, der wird auch Sakari Koskinen in sein Herz schließen. Erschienen im ars vivendi Verlag (http://arsvivendi.com/) Inhalt / Beschreibung: "Ein eiskalter Herbsttag: In einem Vorort Tamperes wird die Leiche eines jungen, querschnittsgelähmten Mannes gefunden von seinem Rollstuhl fehlt jede Spur. Wie ist er dorthin gekommen? Und: Wo ist der eigentliche Tatort? Kommissar Koskinen und sein Team nehmen die Ermittlungen auf und finden heraus, dass das Opfer in einer Einrichtung für betreutes Wohnen gelebt hat und dort zu den »Engeln von Hukka«, einer Gruppe enthusiastischer Motorradfans, gehörte. Als bald darauf ein Mitglied dieser mysteriösen Vereinigung spurlos verschwindet und ein weiteres einen rätselhaften Unfall erleidet, kommt Koskinen einem mörderischen Geheimnis auf die Spur, das Jahrzehnte zurückreicht ... Ein spannungsgeladener Kriminalroman von Finnlands Bestsellerautor!" Handlung: Zunächst erleben wir in dem spannenden Prolog einen Unfall, der erste Fragen aufwirft und den Grundstein für alles weitere legt. Ein sehr guter Schachzug, mit dem alles beginnt. Dann tauchen wir recht schnell in die Welt des Hauptkommissars Sakari Koskinen ein, seinen Status als Vorgesetzter, seine familiären Problemchen und seine eigene ganz typische verschrobene Art. Koskinen und sein Team werden zu einem neuen Fall berufen, ein Toter, dessen Rollstuhl verschwunden bleibt. Koskinen macht sich schnell an die Ermittlungen und Recherche, sein Team hingegen wirkt etwas lahm und desinteressiert. So gesellen sich zu den Problemen des Kommissars nicht nur seine Frauengeschichten, sein Sport und der aktuelle Fall, sondern auch seine Qualitöten als Chef der Kommission. Koskinen kämpft auf breiter Front, er tritt nicht nur in ein Fettnäpfchen nach dem nächsten, nein, er tritt auch gleich ein ganzes Wespennest in dem Heim für Behinderte "Die Wolfsstube" los und bewirkt somit eine Verkettung von den unglaublichsten Missständen, Vertuschungen, Schweigen und sonderbaren Verhalten. Bei Koskinen schrillen alle Alarmglocken. Vor allem als es weitere Tote gibt und sich für ihn eine Spur der Erlösung erhauskristallisieren will...die "gefallenen Engel". So bekommt dieser Titel eine ganz andere Bedeutung. Koskinen verzagt und beginnt zu Laufen, dass ist sein Sport, der ihn wieder erdet und Luft verschafft. Während seines letzten Spurts verkettet er all die kuriosen Zufälle und kommt somit einem Skandal hinters Licht.... Schreibstil: Seppo Jokinen schlägt für seinen Krimi einen seichten und ruhigeren Ton an. Dieser Krimi kann auch ohne großes Blutvergießen und Schlachterei für Entsetzen, Spannung und Nervenkitzel sorgen. Mit seinem Ermittler Koskinen hat er eine wirklich ganz spezielle Figur erschaffen, der sich schnell in die Herzen der Leser ermittelt. Besonders Leser von Hennig Mankells Kurt Wallander werden gefallen an dem verschrobenen Kommissar Sakari Koskinen finden. Auch wenn dies bereits der sechste Fall des Ermittlers und seinem Team ist, so hat man keineswegs das Gefühl irgendetwas aus der Vergangenheit zu vermissen. Autor Seppo Jokinen gibt auch Neulesern der Reihe immer genügend Futter, um sich ein stimmiges und komplettes Bild der Protagonisten, des Falls und des Teams der Mordkommission zu verschaffen. Seppo Jokinen erzählt nicht nur einen Kriminalfall, nein, er erzählt von bisanten Themen und die Geschehnisse rund um ein Behindertenheim, das Leben als Invalide, die familiären Umstände, das Abwenden einiger Freunde, von dem Wunsch nach Flucht und Erlösung, von Verrat und Korruption, von Vertuschung und Abschiebung, und von Mord und Selbstmord....All diese Themen und Fakten spricht Seppo Jokinen in einem Erzählton, der so in dieser Art und Weise von mir als Leserin in einem Krimi noch nie vernommen und genossen wurde. S. Jokinen schreibt in einer weitgehend überzeugenden Mischung aus Nüchternheit und originell aufblitzenden Bildern. Er bildet eine Poesie, die es den Lesern frei stellt, Bilder zu erzeugen und Zusammenhänge zu knüpfen. Hierran sollte man sich erst gewöhnen ehe man sich auf diesen Roman mit Zügen eines seichten Romans mit Kriminalsequenzen voll und ganz einlassen kann. Autor S. Jokinen versucht in die Rollen der Protagonisten zu schlüpfen, nimmt deren Part im Roman ein und das Lesen wird so zu einer Revue, besonders Kommissar Koskinen wird mit seinem Eigenwillen, seiner Sturheit und verschrobenen Art polarisieren. . Autor Seppo Jokinen will mit seinem Krimi etwas erreichen, es geht ihm nicht ausschließlich darum, Spannungsliteratur zu schreiben, nein, er will aufklären, wachrütteln und Zustände an den Leser bringen. Er will Fragen beantworten, er will Dinge verstehen, er will das Gefühl der Isolation in einem Behindertenheim und das Leben als Rollstuhlfahrer an die Oberfläche holen, das versucht er durch seine Gefühls- und Ausnahmezustände, die die Charaktere in ihrem Roman auszeichnen. Meinung: Wie schon erwähnt, muss man sich in diesem finnischen Stil mit all den befremdlichen Namen, Straßen und Orten einfinden. Die Spannungsbögen sind eher seicht gehalten und es gibt wenige Spannungsspitzen. Dieser Krimi fließt eher dahin und bewegt, fesselt und beeindruckt eher durch die Ermittlungserkenntnisse und den Zuständen bis auf dem Weg zur Lösung. Loben möchte ich auch die Arbeit der Übersetzerin Gabriele Schrey-Vasara, denn ich habe schon aus anderer finnischen Literatur erfahren, dass es nicht leicht ist, dass an die Leser in deutscher Übersetzung zu vermitteln, was der finnische Ton anschlägt und vermitteln will. Doch hier wurde die Individualität des Autors gewahrt und in Ehren gehalten. Das ist wirklich ein großes Plus. Ich wurde bei diesem skandinavischen Krimi nicht enttäuscht, denn dieser Roman ist für sich einzigartig und besitzt ganz eigenen Charme und gleiche ausgiebige Recherche und Herzblut des Schreibers. Ich war aber auch vorgewarnt, dass die Literatur aus Finnland von besonderer Schwere und spezieller Note ist. Dieses Buch hat besondere Recherche, neue Kenntnisse, Intellekt, Anspruch und viele Facetten. Der Lesefluss war nicht ganz flüssig, denn die Art der Umsetzung und der besondere Stil dieses Autors ist für mich neu und bedarf ganz besonderer Muße. Wer sich diese Muße gönnt und in den Zeilen abtaucht, der wird ein Leseerlebnis mit allen Sinnen erfahren. Sprachlich gekonnt, und sehr beeindruckend. Die Gesamtumstände und die Ausmaße des Schicksals als Behinderter und die Folgen waren eher dass, was dieses Buch für mich zu einem Fesselnden und sensationellen Werk gemacht hat. Wäre hier bei den Spannungsmomenten die gleiche Intensität zu finden gewesen, so wäre es bestimmt ein 5 Sterne Buch geworden, aber so ziehe ich einen Stern aus der Bewertung ab. Trotz der Schwierigkeiten für mich, dem hohen Niveau und den finnischen Akzenten stand zu halten, bin ich sehr begeistert von dem Buch und froh, diesen Schatz der Literatur gefunden zu haben. Ich bin schon ganz gespannt, für was für weitere Furore dieser Roman während und nach der Buchmesse im Herbst sorgen wird.... Charaktere: Autor Jokinen hat einen Stil, der die Charaktere durch Eigenleben sehr lebendig wirken lassen soll. Mit dem eigensinnigen Hauptkommissar bin ich sofort warm geworden und mag seine kleinen Alltagsprobleme, mit denen er sich selbst im Wege steht. Die Zustände und das Gesamtumfeld  haben mich sehr sehr tief mitgerissen und erschüttert. Die Einzelschicksale bildeten für mich eher Randgeschehen. Dennoch hat Autor S. Jokinen nicht nur die Macht und die Gewalt über die gewählten und genutzten Worte, nein, er hat auch die Macht, den Leser mit einer fesselnden und unter die Haut gehenden Geschichte durch all die getreu gezeichneten Rollen in ihrer Gesamtheit zu vereinnahmen. Jokinens Beweggründe werden dem Leser durch einzelne Gruppen, Zugehörigkeiten und Status klar und deutlich gemacht. Eine Behinderung verändert Menschen, die Folgen ziehen weite Kreise. Doch eines bleibt: Der Wunsch nach Selbstständigkeit und Freiheit. Sehr schmerzlich erfahren wir Leser, wie Betroffene, Angehörige und Freunde mit all diesen Umständen der Behinderung umgehen und versuchen für sich einen Mittelweg zu finden, der zum Scheitern verurteilt ist...Koskinen gibt trotz aller Auswegslosigleit nicht auf und recherchiert mit Akribie, bis sich seine Puzzleteile endlich erschließen, ein sagenhaft polarisierender und einprägsamer Hauptcharakter, den man gern in weiteren Fällen bei seinen Ermittlungen begleiten will. Der Autor: "Seppo Jokinen, Jahrgang 1949, ist einer der beliebtesten und renommiertesten Krimiautoren Finnlands. Er lebt in Tampere, wo auch sein Held Sakari Koskinen ermittelt. Nach einem vierjährigen Militärdienst arbeitete Jokinen lange Jahre im IT-Bereich. Seit Mitte der Neunzigerjahre erschienen zahlreiche Romane um den geschiedenen Kommissar. Seppo Jokinen wurde mit einer Vielzahl von Preisen bedacht, u. a. 2002 mit dem Finnischen Krimipreis für Gefallene Engel (Hukan enkelit). " Cover: Das Cover und der Titel haben ganz neuartigen Reiz auf mich ausgeübt. Das Cover ist nicht der typische Krimi, und es deutet schon hier an, dass man einen Krimi erleben wird, der eben nicht durch Blut und Metzelei bestechen soll. Eher ruhig und intensiv in der Kernaussage. Der Titel bekommt eine ganz neue Bedeutung, wenn man dieses Buch gelesen hat. Welche, dass möchte ich hier noch nicht verraten. Zuvor läd der Titel zu Mutmaßungen und Assoziationen ein. Sehr gut und stimmig umgesetzt. Die Kapitel sind von angenehmer Länge, das Schriftbild ist harmonisch, das Buch von hochwertiger Qualität und liegt bequem in der Hand. Fazit: Ich bin schon ganz gespannt, für was für weitere Furore dieser Krimi-Roman während und nach der Buchmesse im Herbst sorgen wird....3,5 Sterne für diese Entdeckung!

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    • 7

    SalanderLisbeth

    12. October 2014 um 16:16
  • Der gefallene Höllen-Engel

    Gefallene Engel

    Aglaya

    09. October 2014 um 12:25

    Ein Tetraplegiker wird ermordet aufgefunden. Kommissar Koskinen und sein Team machen sich im Behindertenwohnheim auf die Suche nach Motiv und Täter. „Gefallene Engel“ ist bereits der sechste Band der Reihe um den Kriminalkommissar Koskinen, jedoch der erste, der auf Deutsch übersetzt wurde. Dies zeigt sich vor allem im ermittelnden Polizeiteam, das lediglich relativ knapp vorgestellt wird, da der Autor wohl davon ausging, dass der Leser die Akteure bereits kennt. Im Laufe des Buches konnte ich die Ermittler dann gut auseinanderhalten, zu Beginn hatte ich jedoch (wohl durch die mangelnden Vorkenntnisse) etwas Mühe. Nicht vereinfacht wird das Auseinanderhalten dadurch, dass viele Vornamen jeweils doppelt vergeben wurden, und ich jedes Mal etwas innehalten musste, um zu überlegen, welcher Antti, Pirkko oder welche Kaija nun gemeint war. Wer in Krimis kriminalistische Ermittlungen mag, wird hier nicht auf seine Rechnung kommen: der Fall wird durch einige Befragungen und vor allem Denkarbeit (in Form von spontanen Ideen) gelöst. Bei „Gefallene Engel“ handelt es sich um einen ziemlich ruhigen Krimi, Action gibt es kaum, auch das Erzähltempo ist eher gemächlich. Die schroffe, skandinavische Stimmung wird gut rübergebracht, allerdings geizt der Autor mit Landschaftsbeschreibungen. Wer beim Lesen gerne in Gedanken an fremde Orte reist, wird hier wohl die entsprechende Unterstützung vermissen. Dafür wird der Leser inhaltlich in ein für Krimis eher untypisches Millieu geführt, ich habe jedenfalls zuvor noch nie einen Krimi gelesen, in dem in einem Behindertenwohnheim ermittelt wurde (allerdings gab es da mal eine CSI-Folge, die sich um einen Verein von Kleinwüchsigen gedreht hat…). Der Krimi hat mir eigentlich ganz gut gefallen, mit einem nicht wirklich überraschenden, aber auch nicht allzu vorhersehbaren Ende. Schlussendlich hat mir dann aber doch die Spannung gefehlt, sowie ein bisschen mehr Finnland (der anscheinend typisch finnische Humor und die für mich unaussprechlichen Strassennamen haben mir für das Skandinavien-Feeling noch nicht ausgereicht). Daher gibt’s von mir eine „doch, ist ganz okay“-Wertung. Weiterempfehlen kann ich „Gefallene Engel“ an die Krimi-Fans, die gerne ganz geruhsam und unaufgeregt lesen und sich gedanklich auch gerne in eigentlich Krimi-untypischen Millieus bewegen. Der durchaus vorhandene Humor wird aber wahrscheinlich nicht jedem gefallen.

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  • Ein eher ungewöhnliches Setting

    Gefallene Engel

    TochterAlice

    08. October 2014 um 15:36

    ist es, in dem Seppo Jokinens Krimi "Gefallene Engel" angesiedelt ist - die Mordopfer sind nämlich allesamt schwer körperbehindert und vom Rollstuhl abhängig. Und Kommissar Koskinen, ein athletischer Sportsfreund, wirkt auch nicht gerade wie ein Berufsanfänger - ist er auch nicht, "Gefallene Engel" ist nämlich der erste übersetzte Teil mitten in einer schon aus mehreren Bänden bestehenden Krimireihe. Macht aber nix, man versteht auch so, worum es geht und dass es "auf Deutsch" mittendrin anfängt, hat mit der Auszeichnung dieses Bandes zu tun - er wurde mit einem renommierten finnischen Krimipreis prämiert. Koskinen ist ein richtiger skandinavischer Kommissar - tiefgründig, manchmal gar abgründig: also mir gefällt das ja! Das Thema - die Handlung spielt zu weiten Teilen im betreuten Behindertenwohnheim Wolfsstube statt und ist alles andere als 08/15. Die dargestellte Behindertenproblematik ist gut gelöst und dadurch sehr glaubwürdig. Koskinen ist ein Ermittler, der mich besondes berührt - anders als es anfänglich scheint, ist er ganz schön sensibel und verletztlich und baut bspw. immer noch auf die Meinung der Exfrau. Viele zufällig wirkende Szenarien sind sehr realistisch dargestellt, was durchaus nicht Usus ist. Am Ende erweist sich der Fall als ein richtiger finnischer Whodunnit - es werden alle versammelt und der Fall, der im letzten Drittel allerdings schon einige Längen hatte, wie ich fand, wird aufgedröselt. Also ein sehr rundes, passendes Ende, vor dem man aber - so finde ich - ein wenig Geduld mit ins Feld bringen muss, ein wenig Standfestigkeit gegen eine ansatzweise aufkommende Langeweile. Zudem verlaufen einige interessant und aussichtsreich erscheinende Erzählstränge im Sande. Insgesamt jedoch durchaus ein lesenswerter Krimi mit einem sympathischen, nicht unattraktiven Protagonisten und einem interessanten, alles andere als harmonischen Ermittlerteam, von dem ich sehr gerne mehr lesen würde

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  • Finnisches Krimispektakel im Rollstuhlmilieu

    Gefallene Engel

    livremonamour

    04. October 2014 um 20:01

    Was würdet ihr erwarten, wenn ein Krimi in der Rollstuhlfahrer-Szene spielt? Ich habe mich zunächst über diese Skurrilität gewundert, fand es aber sehr erfrischen mal eine gänzlich anderen Personenkreis als Charaktere mit ihren doch sehr anderen Problemen zu begleiten. Die Rede ist von ‚Gefallene Engel‘ von Seppo Jokinen, aus dem Finnischen hervorragend übersetzt von Gabriele Schrey-Vasara. Dieser Krimi erscheint passend zum Buchmesseschwerpunkt 2014: Finnland, aber auch ganz unabhängig davon ein sehr lesenswerter Krimi. So empfanden es auch die Finnen selbst, den dieser hat den Finnischen Krimipreis gewonnen! Dies ist der erste Krimi von Seppo Jokinen, der ins Deutsche übertragen wurde, aber es ist schon der 6. Fall einer Reihe um den Kommissar Koskinen. Tut für den Krimiinhalt an sich nichts zur Sache und stört an sich auch nicht, nur merkt man es zum Beginn des Krimis, da man mit sehr vielen, scheinbar schon bekannten Ermittlern und Polizisten konfrontiert wird. Es geht um eine Leiche eines querschnittgelähmten Mannes die gefunden wird. Wie kommt er an diese Stelle? Wo ist der Rollstuhl? Was ist passiert? Und die klassische Ermittlung nimmt seinen Lauf. Kommissar Koskinen untersucht den Fall mit seinem Team gründlich und leider nicht schnell genug, denn es gibt weitere Opfer im Umfeld… Dann hat er sich auch noch zu einem Lauf verpflichtet gegen 2 andere Kollegen anzutreten. Die ganze Behörde wettet schon untereinander. Der Krimi ist vom Handlungsstrang sehr klassisch und lädt auch zum Mitraten ein. Es hat Elemente eines Whodunit mit der Auflösung ganz am Schluss des Krimis. Weniger Actionreich, man kann den meisten eher beim Denken zusehen. Ich fand das sehr angenehm und eine gute Lektüre. Das einzige was ich schwierig finde ist der Charakter des Kommissars. Sicherlich würde es da helfen die anderen vorherigen Fälle zu kennen um sich an dieser Stelle mehr in ihn hineinversetzten zu können und zu wissen was die Kollegen wirklich von ihm halten. Sprachlich auch gut pointiert. Gute Dialoge mit Witz ohne aufdringlich zu sein. Fazit: Für klassische Krimifans eine erfrischende Abwechslung und gute Wahl. Wer eher nach Action lechzt und viel Blut braucht, sollte nicht zugreifen.

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  • Gefallene Engel

    Gefallene Engel

    anastasiahe

    03. October 2014 um 12:31

    Titel: Gefallene Engel Autor: Seppo Jokinen Seitenanzahl: 398 Preis für die gebundene Ausgabe: 19,95€ ISBN / Bestellnr.: 978-3-86913-468-0 Inhalt: Ein eiskalter Herbsttag: In einem Vorort Tamperes wird die Leiche eines jungen, querschnittsgelähmten Mannes gefunden von seinem Rollstuhl fehlt jede Spur. Wie ist er dorthin gekommen? Und: Wo ist der eigentliche Tatort? Kommissar Koskinen und sein Team nehmen die Ermittlungen auf und finden heraus, dass das Opfer in einer Einrichtung für betreutes Wohnen gelebt hat und dort zu den »Engeln von Hukka«, einer Gruppe enthusiastischer Motorradfans, gehörte. Als bald darauf ein Mitglied dieser mysteriösen Vereinigung spurlos verschwindet und ein weiteres einen rätselhaften Unfall erleidet, kommt Koskinen einem mörderischen Geheimnis auf die Spur, das Jahrzehnte zurückreicht ... Das Buch entführt einen in die mysteriöse Welt des Kommissars Sakari Koskinen und lässt einen an seinem spannenden Fall teilnehmen und mit fiebern . Meine Meinung: Ich finde das Cover sehr schön. Ich finde die Farbe harmonieren sehr gut und vorallem durch den Blutfleck hinter dem Rollstuhl passt sehr gut zu dem Krimi. Im Laufe des Buches wird auch die Bedeutung die das Cover hat immer deutlicher, vor allem die Flügel. Meiner Meinung nach passt auch der Titel sehr gut, da er sich mit der Kerngruppe des Buches befasst. Auch passt die Parallele zwischen den Engelsflügeln auf dem Rollstuhl und dem Titel "Gefallene Engel". Ich fand, dass der Autor eigentlich einen sehr schönen und auch flüssigen Schreibstil hat. Allerdings war es an einer Stelle für ca. 15 Seiten nicht besonders spannend, weil *Achtung kleiner Spoiler* einfach immer mehr Fälle dazu kamen aber kein Lösungsansatz, was mich persönlich an dieser Stelle ein wenig genervt hat. Dennoch muss ich sagen ,dass dieses kleine "Tief" womöglich auch ein wenig zur der sich daraufhin entwickelnden Spannung beigetragen hat. Alles in einem war es aber dennoch ziemlich spannend und am ende sogar so spannend , dass ich das Buch nicht aus der Hand legen konnte. Sehr toll! Die Charaktere waren alle für sich sehr individuell aber auch interessant. Sakari Kosiken, der Protagonist in diesem Buch war mir eigentlich echt sympathisch. Er hat eine sehr sture Besessenheit und eigentlich ist er auch ein Workaholic auch wenn er sich das nicht eingesteht und seit seiner Scheidung vor zwei Jahren ein echter Sport Freak. Er hat eine sehr komplizierte Art und Weise mit Frauen umzugehen was mich teilweise auch sehr verwirrt hat. Dennoch ein starker Charakter. Hier noch ein Paar Infos zum Autor: Seppo Jokinen, Jahrgang 1949, ist einer der beliebtesten und renommiertesten Krimiautoren Finnlands. Er lebt in Tampere, wo auch sein Held Sakari Koskinen ermittelt. Nach einem vierjährigen Militärdienst arbeitete Jokinen lange Jahre im IT-Bereich. Seit Mitte der Neunzigerjahre erschienen zahlreiche Romane um den geschiedenen Kommissar. Seppo Jokinen wurde mit einer Vielzahl von Preisen bedacht, u. a. 2002 mit dem Finnischen Krimipreis für Gefallene Engel (Hukan enkelit). Mein Fazit: Ich finde das Buch ist ein lesenswerter Krimi und deshalb gebe ich dem Buch auch 4/5 Sternen. Ein guter finnischer Roman an einem schönen Schauplatz. Ich denke , dass das Buch für jeden Krimifan das absolut richtige ist. Wer direkt Lust bekommen hat das Buch zu Lesen hier der Link zur Verlagsseite und an dieser Stelle möchte ich mich nochmal Herzlich bedanken für dieses tolle Rezensionsexemplar: http://www.arsvivendi.com/index.php?option=com_virtuemart&page=shop.product_details&flypage=flypage2.tpl&category_id=33&product_id=1489&Itemid=53

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  • Unter Rollstuhlfahrern

    Gefallene Engel

    GetReady

    01. October 2014 um 19:51

    Im finnischen Krimi gefallene Engel begegnen wir Kommissar Koskinen und seinem Team, das den Mord an einem Rollstuhlfahrer aufklären muss. Schnell führt die Spur in das Behíndertenwohnheim Wolfsstube. Doch dann stocken die Ermittlungen, selbst als weitere Morde geschehen. Koskinen ist das Klischee des skandinavischen Kommissars, geschieden, einsam und voller Selbstzweifel und Wut. Sein Team scheint über wenig Zusammenhalt und Kollegialität zu verfügen, obwohl am Schluß andrees behauptet wird. Für mich ist das nicht erkennbar. Zudem gibt es eine Figur, die keinerlei Funktion für die Aufklärung hat, wohl eher eine lustige Figur sein soll, mich aber total nervt. Um interessant zu werden, hat man von ihr viel zu wenig erfahren. Man durchschaut zwar dieses seltsame Beziehungsgeflecht im Ermittlungsteam recht schnell, doch wie es zu dieser Konstellation gekommen ist, erfahren wir nicht. Weil der deutsche Einstieg in die Reihe um Koskinnen mit dem 6. Band beginnt. Neuere Einsichten bringt das Buch ( für diejenigen, die damit sonst keinerlei Berührung haben) hinsichtlich der Lebenswelten von behinderten Menschen. Mir war das nichts Neues. Die Finnen, die ich persönlich kennen lernen dufte und kenne haben alle eines gemeinsam: sie schweigen in Gesellschaft lange, aber wenn sie was sagen ist es extrem auf den Punkt und durch ihren super trockenen Humor oft der Megabrüller. Ähnliches stellte ich in Büchern anderer finnischer Autoren fest. Hier ist der Humor eher situativ und selten zu finden. Liegt das an der Übersetzung oder am Autor? Ein weiterer, auch etwas ungerechter Kritikpunkt, sind die mangelnden Beschreibungen im Buch. Ich lese gerade Ian McEwan ( zugegebenermaßen eine gänzlich andere Liga), aber er schafft es mit wenigen Worten Umgebungen , so zu beschreiben, dass man sie im inneren genau sieht und auch deren Bedeutung für die Handlung erfassen kann. Diese Hohe Erwartung stelle ich am Jokinen gar nicht, aber Tampere liegt landschaftlich so toll, ist sehr zersiedelt und ein sonderbares Gemisch von Urbanität, Seenlandschaft, Wald und Industriebrache. Allenfalls letzteres wird mit der Erwähnung der stillgelegten Backsteinfabrik deutlich. Der Autor geht schlichtweg davon aus, dass seine Leser die Gegend gut kennen, denn ansonsten gibt es kaum mehr als Straßen-, Stadtteil- und Ortsnamen. Leider plätschert auch die Lösung des Falles recht behäbig vor sich hin, selbst als weitere Morde geschehen. Koskinen ist mehr mit seinen Befindlichkeiten beschäftigt. Wirklich spannend wurde es für mich kaum. Einzig, wie der Kommissar gegen Ende bei einem Lauf die Puzzleteile intuitiv zusammensetzt gefällt mir. Wenn die Lösung zwar auch dem Leser etwas vorher klar ist, ist der Fall insgesamt auch nicht besonders gut konstruiert. Man selber kann also auch nicht besonders gut mit rätseln, wer der Täter ist. Einzig wirklich positiver Punkt ist, dass recht gründlich mit meinen positiven Finnlandklischees aufgeräumt wurde. Auch in diesem Land scheint eine ineffiziente Bürokratie mit Outsourcing an allen möglichen und unmöglichen Stellen Kosten einsparen zu wollen. Die Thematisierung, der damit verbundenen Probleme und deren Schwachsinn ist gelungen. Trotzdem habe ich mich bei der Lektüre oft gelangweilt. Ich hatte hohe, andere Erwartungen, die enttäuscht wurden. Deshalb kann ich leider nur 2 von 5 Sternen vergeben. Der wenig positive Eindruck verstärkte sich leider durch den Abstand, denn ich gerne zwischen Lektüre und Kritik lege. Denn das Buch blieb so wenig haften. Wer sich mit einem betulichem Fall anfreunden kann und nichts über das Leben von Rollstuhlfahren weiß, klassische skandinavische Kommissare mag, ein paar finnische Namen als exotisch empfindet, der könnte sich allerdings doch von diesem Krimi unterhalten fühlen.

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  • Ein ruhiger, solider Krimi mit ungewöhnlichen Protagonisten ...

    Gefallene Engel

    angi_stumpf

    Die Geschichte: Kommissar Sakari Koskinen ist geschieden, hat einen erwachsenen Sohn und übertreibt es manchmal ein bisschen mit seinen sportlichen Aktivitäten. Der radelnde Polizist ist nicht überall beliebt, aber trotzdem ein sympathischer Protagonist. Als die Leiche eines gelähmten Mannes auftaucht, deutet zunächst vieles auf einen Mörder hin, der die Kranken von ihren Qualen erlösen will. Weitere Tote, die in dieses Muster passen, stützen die Theorie, doch Koskinen glaubt nicht daran. Er fühlt, dass mehr dahinter steckt. Die Ermittlungen gehen eher zäh voran, viele falsche Spuren und Missverständnisse lassen die Polizei lange im Dunkeln tappen. Zunächst gibt es nur einen gemeinsamen Anhaltspunkt: alle Opfer wohnten in der sog. “Wolfsstube”, einem Wohnheim für behinderte Menschen. Als ein weiterer Rollstuhlfahrer von dort spurlos verschwindet, spitzt sich die Lage zu … Meine Meinung: Krimis aus Schweden, Norwegen oder Dänemark habe ich schon einige gelesen, doch Finnland war neu für mich. An die ungewöhnlichen Ortsnamen usw. musste ich mich erst gewöhnen, es sind regelrechte Zungenbrecher dabei, die ich wohl nie richtig aussprechen könnte, wie “Pyhäjärvisee” oder “Itsenäisyydenkatu”. So fand ich es lustig, dass ausgerechnet der eher einfache Name “Standerskjöld” im Buch für Probleme bei der Aussprache sorgt. Die Hauptperson in diesem Kriminalroman ist Kommissar Sakari Koskinen. Trotz seiner manchmal etwas ungehaltenen Art empfinde ich ihn als sympathischen Protagonisten. Sein Ermittlerteam ist ein bunter Haufen, keiner ist gewöhnlich und es gibt auch genug Reibereien untereinander. Mein Lieblingscharakter ist die Aushilfssekretärin Milla: eine junge Frau mit übermäßigem Tatendrang, die sich auch von den Zurechtweisungen ihres Chefs Sakari nicht erschüttern lässt und sich immer wieder sympathisch in alles einmischt. Die Beschreibung ihres Äußeren, das gekrönt wird von einer “Antennenmütze”, sorgte für einiges Schmunzeln bei mir. Der Kriminalfall an sich ist gut durchdacht, wirkt lange sehr verworren und undurchsichtig, erst so langsam klärt sich die Sache auf. Man kann also als Leser prima miträtseln. Die Ermittlungsarbeit wird recht ausführlich beschrieben, was dem Ganzen noch mehr Authentizität verleiht. Wie bei Krimireihen oft üblich, wird auch dem Privatleben der Ermittler viel Raum gelassen. Dadurch wirken die Protagonisten lebendiger, menschlicher und ich finde das immer sehr interessant. Der Nachteil dabei ist allerdings, dass die Spannung oft darunter leidet. Die Ermittlungsarbeit wird immer wieder durch private Szenen unterbrochen, so wirkt alles eher ruhig und weniger bedrohlich. Problematische Beziehungen im Privaten und auch im Kollegenkreis, das Zwischenmenschliche und die Eigenarten der Figuren spielen eine große Rolle. Koskinen ist Single und alle Welt scheint ihn verkuppeln zu wollen. Das ist nur einer der Umstände, die auch für so manch humorvolle Szene sorgen. Eine insgesamt absolut gelungene Mischung, die mich bestens unterhalten hat. Fazit: Ein ruhiger, solider Krimi mit interessanten Protagonisten und einer gut durchdachten Story. Ein bisschen hat es mir an Spannung gefehlt, aber ich werde diese Reihe auf jeden Fall weiterlesen!

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    • 2
  • Ein ruhiger, aber solider finnischer Krimi

    Gefallene Engel

    liacuja

    01. October 2014 um 11:27

    Koskinen ermittelt in einem völlig neuem Umfeld: ein ermordeter Rollstuhlfahrer, der in einem Pflegeheim lebte, stellt die Polizei vor Rätsel. Wer würde einen Pflegebedürftigen ermorden? So ganz unschuldig schien der jedoch auch nicht so sein, gemeinsam mit anderen Bewohnern des Pflegeheims bildete er eine Art „Rockerclub“ und terrorisierte so seine Mitmenschen. Im Pflegeheim selber ist auch nicht alles so wie es sein sollte, die Notrufknöpfe für die Nacht halten keinen Mörder auf und manch (ehemaliges) Pflegepersonal erweckt keinen guten Eindruck. Bei der einen Leiche bleibt es nicht, die alte Rauha, die liebe Seele des Pflegeheims und von Kindheit an ebenfalls gelähmt, wird kurz darauf auch ermordet. Koskinen und sein Team haben ihre liebe Müh, in diesem Umfeld zu ermitteln und können dem Mörder zunächst nicht Einhalt gebieten. „Gefallene Engel“ ist bereits der 6. Krimi rund um den Ermittler Koskinen, wenn auch der erste der ins Deutsche übersetzt wurde. Ich vermute, es liegt daran, dass Finnland dieses Jahr Gast bei der Frankfurter Buchmesse ist und „Gefallene Engel“ 2002 mit dem Finnischen Krimipreis ausgezeichnet wurde. Interessiert hat mich der Krimi dadurch, dass mit dem Pflegeheim in einem ganz anderen Bereich als sonst ermittelt wird. Ich kann mich nicht erinnern, jemals einen ähnlichen Krimi gelesen zu haben, dementsprechend viel habe ich mir davon erhofft. Finnische Krimis waren mir bisher auch kein Begriff, dadurch war ich erst recht gespannt, was mich erwarten würde. Leider haben die Ermittlungen für mich nie richtig Fahrt aufgenommen. Die Ereignisse spitzen sich zwar mit den weiteren Morden zu, trotzdem war mir alles ein wenig zu ruhig. Koskinen war zwar ein durchdachter Ermittler, aber manchmal hätte ich mir schon gewünscht, dass er ein bisschen mehr Gas gibt und das bitte nicht nur beim Sport – der Gute ist seit seiner Scheidung nämlich zum Sport-Fanatiker geworden. Das Privatleben Koskinens war, wie so häufig bei Krimis, auch immer wieder ein zentrales Thema. Dies hat mich jedoch nie gestört, so wirklich warm geworden mit ihm bin ich aber auch nicht. Vielleicht lag das unter anderem an seinem Unvermögen, die Frauen in seinem Umfeld zu verstehen. Sehr nervig fand ich die neue Sekretärin, Milla, die Koskinen in ihrem Tatendrang gehörig auf die Nerven geht und über das Ziel hinausschießt. Wirklich verstanden, warum Koskinen ihr statt gehörig die Meinung zu geigen auch noch Blumen schenkt, habe ich nicht. Dafür hat mir der Rest des Ermittler-Teams gut gefallen. Die einzelnen Personen waren recht klar umrissen, sodass es für mich ein recht klares und authentisch wirkendes Bild abgab. Mobbing unter Kollegen war eines der Themen, das im Buch öfters aufkam, und recht gut thematisiert wurde. Bei der Lösung des Falls tappte Koskinen sehr lange im Dunkeln bis er recht plötzlich einen Geistesblitz hatte. Für meinen Geschmack ging dies zu schnell, insbesondere dafür, dass er zuvor nur sehr lang vorankam. „Gefallene Engel“ ist ein recht ruhiger, aber solider Krimi, den speziell Fans von skandinavischen Krimis gewiss zu schätzen wissen. Mir war er leider etwas zu ruhig und konnte mich dadurch nicht voll überzeugen.

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  • Koskinen ermittelt

    Gefallene Engel

    esposa1969

    30. September 2014 um 22:46

    Hallo meine liebe Leser, diesen spannenden Milieu-Krimi aus Finnland durfte ich gerade ein Rahmen einer Leserunde lesen: == Gefallene Engel == Autor: Seppo Jokinen == Klappentext: == In einem Vorort Tamperes wird die Leiche eines jungen, querschnittsgelähmten Mannes gefunden - von seinem Rollstuhl fehlt jede Spur. Wie ist er dorthin gekommen? Und: Wo ist der eigentliche Tatort? Kommissar Koskinen und sein Team nehmen die Ermittlungen auf und finden heraus, dass das Opfer in einer Einrichtung für betreutes Wohnen gelebt hat und dort zu den »Gefallenen Engeln«, einer Gruppe enthusiastischer Motorradfans, gehörte. Als bald darauf ein Mitglied dieser mysteriösen Vereinigung spurlos verschwindet und ein weiteres einen rätselhaften Unfall erleidet, kommt Koskinen einem mörderischen Geheimnis auf die Spur ... Ein spannungsgeladener Kriminalroman von Finnlands Bestsellerautor! == Das Cover: == Also der Rollstuhl mit dem Flügelzeichen angelehnt an eine Motorradgang  könnte - wenn man den Buchrückentext nicht kennt - für alles und jeden stehen. Die Farbgebung erinnert schon sehr an Blut, der Blutklecks mittig natürlich noch viel mehr. Kein Cover, wie man sich einen Kriminalroman vorstellt, aber definitiv eins, das ins Auge sticht. == Leseeindruck: == Bei diesem finnischen Kriminalroman handelt es sich um den 6. Band, in dem Kommissar Sakari Koskinen ermittelt. Zu Beginn des Krimis lesen wir anno 1986 als der Motorradfahrer verunfallt und mit dem Kopf aufschlägt. Dann beginnt die eigentliche Handlung: Ein querschnittsgelähmter Toter wird wie entsorgter Abfall zwischen Containern aufgefunden - sein Rollstuhl nicht.  Der Tote war Bewohner des Behindertenheims "Wolfsstube" und dort nicht gerade ein Sympathieträger. Kurze Zeit später trifft es wieder jemanden aus diesem Behindertenheim. Dieses Mal ist es eine tote Rollstuhlfahrern, die aber eher beliebt und unauffällig war.  Dreh- und Angelpunkt der Ermittlungen ist nun also dieses Behindertenheim. Alles deutet darauf hin, dass der Täter diese Behinderten von ihrer Pein erlösen möchte und die Morde daher geschehen. Die Ermittlungen gehen eher schleppend voran und scheinen sich ehe tim Kreise zu drehen bis dann abermals ein Rollstuhlfahrer verschwindet…. Koskinen ist hier recht weich gezeichnet, scheint ein normaler, umgänglicher Mann zu sein mit Ecken und Kanten, wie es eben auf fast jeden von uns zutrifft, treibt mir zuviel Sport, hat einen Sohn, ist geschieden. Die Protagonisten sind zwar einigermaßen überschaubar, müssten eigentlich namentlich gut zu merken sein, wenn diese Namen eben nicht finnischer Herkunft wären und somit für unseren Sprachgebrauch absolut unaussprechlich und unmerkbar sind. Die Handlung beginnt äußerst spannend, stagniert dann ein wenig, eben um diese Zeit, da sich alle Ermittlungen irgendwie im Kreise drehen und nimmt gegen Ende hin nochmals richtig an Fahrt auf. Insgesamt hat mir dieser Krimi sehr gut gefallen, weil dieser eben mal in einem ganz anderen Umfeld spielt, wie ich es bis dato her kannte. Die 28 Kapitel verteilt auf 398 Seiten waren von durchschnittlicher Länge, in angenehm großer Schrift verfasst und lasen sich flüssig und unterhaltsam. Dieser Kriminalroman wurde mit dem "Finnischen Krimipreis" ausgezeichnet, von mir wird er mit 5 Sternen ausgezeichnet! Vielen Dank! by esposa1969

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