Serena Vitale

 4,5 Sterne bei 2 Bewertungen
Autor von Puschkins Knopf, Der Eispalast und weiteren Büchern.

Lebenslauf von Serena Vitale

Serena Vitale, renommierte Slawistin, wurde für ihre Übersetzungen aus dem Russischen (u. a. der Werke Mandelstams, Nabokovs und Puschkins) mit zahlreichen Preisen bedacht. ›Puschkins Knopf‹ ist ihr erster Roman, für den sie den ›Premio Viareggio‹, den ›Premio Comisso‹ und den ›Premio Basilicata‹ erhielt.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Serena Vitale

Cover des Buches Puschkins Knopf (ISBN: 9783596311361)

Puschkins Knopf

 (1)
Erschienen am 15.07.2016
Cover des Buches Der Eispalast (ISBN: 9783833300608)

Der Eispalast

 (1)
Erschienen am 01.09.2003
Cover des Buches Pushkin's Button (ISBN: 9780226857718)

Pushkin's Button

 (0)
Erschienen am 15.05.2000

Neue Rezensionen zu Serena Vitale

Cover des Buches Der Eispalast (ISBN: 9783833300608)Alaiss avatar

Rezension zu "Der Eispalast" von Serena Vitale

Geschichte(n) zum Staunen
Alaisvor einem Jahr

Dieses Buch, in dem von Ereignissen aus dem untergegangenen Zarenreich Russlands berichtet wird, war für mich zunächst eine positive Überraschung. Lange musste es in meinem Regal ungelesener Bücher aufs Gelesenwerden warten, denn ich erwartete eher sperrige Texte, zwar lehrreich und mit altmodischem Charme, aber eben schwer zu lesen. Und all dies war auch ein wenig der Fall, dennoch zogen mich die allermeisten Erzählungen, die beunruhigenderweise auf wahren Geschichten basieren zu scheinen, aufgrund ihres zum Teil völlig grotesken und manchmal auch burlesken Charakters und der farbenfrohen Schilderungen in ihren Bann.

Fast fühlte ich mich auch wie in einem düsteren Fantasyroman, so verrückt erschienen mir die Grausamkeiten, die sich die Menschen in manchen dieser Erzählungen für andere einfallen lassen – abgeschnittene Nasenflügel als Strafmaßnahme, ein aufgrund seiner Liebesheirat in Unehren gefallener Adliger, der sich künftig als Hofnarr verspotten und demütigen lassen muss, etc. etc. Die Autorin zeichnet ein ziemlich beunruhigendes Bild der Zarenzeit, an einigen Stellen könnte man meinen, es hätte dort statt Menschen Vampirwesen und andere merkwürdige Gestalten gegeben, für die Grenzüberschreitungen, die wir heute auf schwere psychische Störungen zurückführen würden, Normalität sind.

Umso erschreckender, wenn man dann im hinteren Teil des Buches auf die zahlreichen Quellen stößt und sich verdeutlicht, dass diese Geschichten keineswegs auf der Fantasie der Autorin gründen … Was ich mir in dieser Hinsicht im Übrigen gewünscht hätte: zum Schluss eine kurze Erklärung, wie weit an der Wirklichkeit das Geschilderte ist, denn ich kann mir einfach nicht vorstellen, dass dies alles gesicherte Fakten und nicht etwa zum Teil auch Legenden oder Spekulationen sind. (Wobei natürlich Geschichte auch nur eine von Menschen berichtete und dadurch von ihnen mehr oder weniger interpretierte und veränderte Erzählung ist …)

Wer das Buch wie ich während der Coronakrise oder danach liest, wird aber auch staunen, wie sehr im Kapitel über die Pest der Umgang mit dieser Erkrankung an den Umgang mit dem Coronavirus erinnert – und auch die Pestzeit kannte offensichtlich Gestalten, die sehr an die heutigen Covidioten erinnern ...

Leider ließ die Faszination dieser Texte für mich gegen Ende des Buches etwas nach und die Vielzahl der genannten Personen und der geschilderten Ereignisse begann aus irgendeinem Grund allmählich, mich zu ermüden. Dennoch: eine ungewöhnliche und interessante Lektüre!

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