Serge Ramelli New York

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  • Ausdrucksstarke, kontrastreiche und dramatische Bilder von New York

    New York
    R_Manthey

    R_Manthey

    24. June 2015 um 10:01

    So wird der Inhalt von Ramellis Bildband über New York recht treffend im Klappentext beschrieben. Ramelli fotografiert ausschließlich schwarz-weiß. Etwas anderes scheint undenkbar, wenn man seinen Paris-Band kennt. Farben stören ihn genauso wie pulsierendes Leben, denn beides lenkt von der gerne gesehenen Bildsprache ab, mit der er sein Publikum verblüffen möchte. Insofern ist das Titelbild reichlich untypisch für das Buch. Am liebsten fotografiert Ramelli in der Dämmerung, wobei noch möglichst schlechtes Wetter herrschen sollte. Das meistens diffuse Licht unterstützt seinen Wunsch nach dramatisierender Aussage. Nur wenn es sich nicht umgehen lässt, etwa auf dem Time Square, kommen auch Menschen auf seine Bilder. Aber das die Akzente setzende Licht führt er durch die künstlerische Bearbeitung seiner Bilder woanders hin. Wenn von Dramatik in Ramellis Bildsprache die Rede ist, dann meint das lediglich seine einzigartige Methode mit dem Licht umzugehen. Spätestens mit diesem Band wird man einen Ramelli immer sofort erkennen. Bei einigen Straßenbildern schneidet er den unteren Rand weg. Übrig bleiben Häuserfronten und ihre Geometrien. Fusswege und ihre Benutzer interessieren ihn nicht. Auch die New Yorker Börse fotografiert er menschenleer. Doch dann findet man etwas überrascht auch Fotografien im Wintersonnenlicht, die einen bei ihm ungewohnten Kontrast zu den vielen anderen Bildern mit fast depressiver Stimmung herstellen. Interessant fand ich auch die Nachtbilder, aufgenommen von hohen Gebäuden. Sie machen die Strukturen von New York sehr schön deutlich. Aber eben auch anders als man das sonst gewöhnt ist. Ramelli zeigt New York, wie man es so selten sieht, in einer Stimmung, die nicht unbedingt typisch für diese Stadt sein muss, es aber für Ramelli und seine Art zu fotografieren offenbar ist. Deshalb handelt es sich bei diesem Bildband zwar um ein Buch, das Teile dieser Stadt zeigt. Aber eigentlich geht es mehr um die Art, wie sie von Ramelli betrachtet wird. Und das ist durchaus sehenswert.

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