Sergej Gandlewski , Andreas Tretner Warten auf Puschkin

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Inhaltsangabe zu „Warten auf Puschkin“ von Sergej Gandlewski

Die schonungslose Bilanz eines Dichterlebens: Es begann in der literarischen Dissidentenszene im Moskau der siebziger Jahre mit großen Illusionen. Sie alle waren jung, verliebt und voller Hoffnung. Was ist aus ihnen geworden und was von ihren Träumen nach dreißig Jahren übriggeblieben?§§Ein großer Dichter wollte Lew werden, das wollten sie damals alle, die in den siebziger Jahren in den Poetenkeller kamen und sich gegenseitig ihre Gedichte vortrugen. Heute, fast fünfzigjährig, blickt er zurück. Sein Leben hat immer zwei Planeten umkreist. Der eine war seine große Liebe Anja, die jedoch einen seiner Freunde geheiratet hat. Der andere war sein großes Vorbild, der Dichter und Dissident Tschigraschow. Heute gilt Lew als dessen Biograph. Was er selbst als Dichter veröffentlicht hat, ist eher bescheiden. §In sein Leben tritt plötzlich Nikita, der genau Bescheid weiß über all die Ereignisse in ihrer Jugend und der sich mehr und mehr einmischt. Mit §radikaler Ehrlichkeit ermittelt Lew gegen sein früheres Ich, entblößt seine Seele, deckt die Wahrheit auf - mit allen dunklen Flecken, die man sich §niemals eingestehen will. "Man liest das Buch mit nicht nachlassendem Interesse. Auf begeisternde Weise fügen sich Sujet und Komposition mit fast Nabokovschem Geschick; alle'an die Wand gehängten Gewehre'gehen - nach Tschechow - auch tatsächlich los. So muß ein Roman geschrieben werden!"Jeshe Prawda

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  • Rezension zu "Warten auf Puschkin" von Sergej Gandlewski

    Warten auf Puschkin

    blueberlin49

    30. January 2012 um 21:55

    In einem Wort: Interessant Inhalt: Lew Kriworotow, Student in Moskau, hat sich zu einer Gruppe von Dichter gesellt. In dieser Künstlerwerkstatt stellen sich die aufstrebenden Dichter gegenseitig ihre neuesten Gedichte und Geschichten vor. Lew scheint, neben seinem Freund Nikita, einer der talentierteren Teilnehmer zu sein, doch er verfällt zunehmend in den Wahn, daß andere, insbesondere Nikita, ihm bei allem was so geschieht zuvorkommt. Sei es das Veröffentlichen von Geschichten oder das heranmachen an Anja, auf die beide ein Auge geworfen haben. Als die Künstlergruppe sich an die Arbeit macht eine Art Buch zu generieren, in dem Werke sämtlicher Teilnehmer veröffentlicht werden soll, tritt Viktor Tschigraschow, ein bedeutender Künstler der Zeit, auf den Plan. Lew, der Tschigraschow verehrt, hat daher ein besonderes Interesse da dran sich in seine Gunst zu begeben, was ihm ganz gut zu gelingen scheint, da er 30 Jahre später eine Biographie von ihm veröffentlicht, wenn da nur nicht ein gewisser Nikitin in seine Quere kommen würde... Meinung: Ich muss sagen, daß ich dieses Buch als viel schlimmer zu lesen erwartet habe, als es denn tatsächlich ist. Das liegt vor allem da dran, daß ich mir bei russischen Schriftstellern immer vorstelle, daß es sich um schwere Kost und Sprache handelt. Ist wohl ein Vorurteil meinerseits bezüglich der russischen Literatur, wenngleich einer gewisser Schwermut und depressiver Charakter, der eindeutig dem russischen langen Winter zuzuschreiben zu sein muss, auch in diesem Buch nicht verleugnet werden kann. Das Buch kommt sehr viel leichter daher, wenngleich es beiweitem nicht so leicht zu lesen war, wie westliche Romane. Die Sprache wirkt sehr gehoben, teilweise so wie sie in Lyrik und Prosa verwendet wird, was aber dem Thema des Buches nur zugute kommt. Aufgelockert wird das Ganze durch sehr umgangsprachliche und teils vulgäre Ausdrücke, die mir so manches Mal ein Schmunzeln entlockt haben. Ich hab zwar recht lange gebraucht, durch das doch recht dünne Buch durchzukommen und ich hatte im Grunde das Gefühl hinterher einen Wälzer gelesen zu haben, aber dennoch fand ich es recht interessant und eben teils amüsant, was auch Lews paranoider und eifersüchtiger Haltung zu schulden ist. Er scheint immer zu denken, daß andere ihm zuvorkommen oder in die Gunst gewisser Personen gelangen, die doch eigentlich ihm zusteht. So kommt es, daß er sich nicht von seiner Gönnerin losreißen kann und gleichzeitig hinter Anja hinterher stolziert, immer darauf bedacht, das Beste für sich herauszuschlagen, und seinen "Freund" Nikita zuvorzukommen. Doch das gelingt nie wirklich. Auch als er in Tschigraschows Andenken dessen Biographie veröffentlichen will vermutet er hinter einem Kontrahenten namens Nikitin, der sich ebenso mit dessen Leben auskennt und dieses auch in seinen Veröffentlichung unterstreicht, seinen alten Bekannten Nikitin und vermutet schon fast eine Verschwörung dahinter - hatte dieser doch schon Anja bekommen. Beim nachträglichen Nachdenken über das Buch sind mir einige Dinge aufgefallen, die den Subtext des Buches betreffen. So hatte ich mich gefragt, was die Geschichte denn nur mit "Warten auf Puschkin" zu tun haben könnte. Nach kleinen Recherchen bin ich glaube ich zu einer Lösung gekommen. Es werden Dinge, wie der Verfall der Dichtkunst angesprochen, die auch Puschkin anfänglich vorgehalten wurde. Und auch die Verwendung der französischen Sprache für den ursprünglichen Arbeitstitel des Buches, das die Künstlergruppe veröffentlichen wollte, stößt so manchem Beteiligten sauer auf. Vielleicht ist das ein Gesichtspunkt der auf die Zeit Puschkins anspricht, wo es für die russische Oberschicht üblich war Französisch zu sprechen. Erst als Napoleon einfiel, fragte man sich, warum man denn eigentlich die Sprache des Feindes spreche. Und Puschkin war es wohl, der die russische Umgangssprache für die Literatur salonfähig machte. So oder so ähnlich könnte ich mir das vorstellen, ob das nun stimmt oder nicht sei mal dahin gestellt. Jedenfalls ist es immer ein gutes Zeichen, wenn mich ein Buch zum Nachdenken anregt, auch wenn es schwer zu lesen ist. Die kleinen Wortspielereien haben mich ebenso belustigt und auch Lews Gemüt ist wirklich interessant gewesen. Wer also mal von westlicher Literatur abstand nehmen will, der sollte sich hier bedienen. Mir hat es wirklich gut gefallen.

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  • Rezension zu "Warten auf Puschkin" von Sergej Gandlewski

    Warten auf Puschkin

    Beagle

    29. July 2010 um 19:45

    Moskau in den 70er Jahren des vergangenen Jahrhunderts. Der kalte Krieg „tobte“, vieles war vom Kreml verboten oder wurde zumindest überwacht. So auch die Literatur, auf die das Regime immer ein wachendes Auge warf. Lew ist zwanzig, ein aufstrebender Dichter, der sich sicher ist, einmal ein ganz Großer zu werden. Doch bis es soweit ist, muss er noch einiges von der Welt kennenlernen. Zum Beispiel in Sachen Liebe. Lew weiß nicht, wie um ihn geschehen ist. Zum Einen liebt er Arina, eine über zwanzig Jahre ältere Frau, die ihn immer siezt, ihm aber auch eine große Stütze ist, seine Literatur hochhält. Arina stammt aus einem polnischen Adelsgeschlecht, hat gute Manieren und kennt viele einflussreiche Leute. Doch dann eröffnet sie Lew, dass sie ein Kind von ihm erwarte. Von da an weiß Lew nicht mehr, was mit ihm los ist. Denn da ist auch noch Anja, eine Studentin, die mit seinem, ebenfalls schreibenden, Freund Nikita anbandelt. Er ist wie versessen, steigt ihr nach, beobachtet sie und ist immer eifersüchtig, auch, wenn offensichtlich ist, dass Anja nichts von Lew will. Zum Anderen muss sich der junge Dichter auch darüber klar werden, was ihm seine Lyrik bringt. Denn zusammen mit dem bekannten Dichter Tschigraschow brachten sie eine Anthologie heraus, die sofort vom Staat „aus dem Verkehr gezogen“ wurde. Zu viel Kritik! Tschigraschow war schon einmal im Gulag, nachdem er versuchte, mit ein paar Freunden über Sibirien nach Alaska zu gelangen. Doch Lew ist jung und bis dato unbescholten, man verhört ihn, sichert ihm aber zu, dass ihm nichts passieren würde, man wolle erneut Tschigraschow drankriegen. Doch dieser hat sich bereits in seiner Wohnung erschossen. Sergej Gandlewski erzählt nüchtern eine Geschichte, die an und für sich sehr interessant wäre. Nur, es will niemals so recht Spannung aufkommen, ich musste mich immer dazu zwingen, weiterzulesen. Dabei wäre das Thema anspruchsvoll gewählt und auch gut recherchiert.

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