Sergej Minajew

 3 Sterne bei 9 Bewertungen
Autor von Seelenkalt, Neonträume: Roman und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Sergej Minajew

Seelenkalt

Seelenkalt

 (9)
Erschienen am 07.01.2010
Neonträume: Roman

Neonträume: Roman

 (0)
Erschienen am 09.07.2012
Neonträume

Neonträume

 (0)
Erschienen am 09.07.2012

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Rezension zu "Seelenkalt" von Sergej Minajew

Rezension zu "Seelenkalt" von Sergej Minajew
Carriecatvor 9 Jahren

Russland, das Land der unbegrenzten Möglichkeiten „Nichts“ zu tun
Inhalt:
Moskau, eine moderne Hölle: Anständige Mädchen machen auf Hure oder war es anders herum? Die „Szene“ zieht von einer hippen location zur nächsten, die Menschen zerstören sich selbst in dieser immerwährenden sinnlosen Tretmühle.
Arbeit ist ein Fremdwort, in Konferenzen wird höchstens den Materialien, die man zum Eigenbedarf verwenden will, gesteigerte Aufmerksamkeit geschenkt. Wenn dann auch noch ein Ausländer kommt und alles besser weiß, werden die Zustände immer chaotischer.
Wer Geld und Macht hat, zeigt das auch ohne Rücksicht auf Verluste wird nach unten getreten und nach oben gebuckelt.
Mittendrin in diesem brutalen Haifischbecken, der Protagonist, der sich gekonnt durch dieses Leben mogelt. Das heißt: Mit möglichst wenig Aufwand, das Maximum erreichen.
Hauptfigur:
Der Protagonist hat sich auf der Management- Etage eines französischen Konserven- Gemüse- Herstellers häuslich eingerichtet. Arbeit verteilt er gekonnt nach unten weiter, nur die Boni kassiert er in vollem Umfang. Seine Zeit füllt er lieber „Installationen“ und „Performances“ auf denen er sich hemmungslos zudröhnt und Frauen abschleppt. Warum hat er schon lange vergessen!
Er kommentiert sein Leben und seine Umwelt seeeeehr zynisch (Sekretärin als Roboter, Kollegen: Mumien leben im 3D Format: Damen, Dollars, Dealer) und treffend.
Aber seine innere Leere kann er nicht damit füllen….
Stil:
Der Autor schreibt zuweilen recht derb, schon der Klappentext („ System des Reihumschwanzlutschens“) dürfte einige abschrecken. Ja die Sprache ist durchweg jugendlich, für ältere Leser sicherlich schockierend und „unfein“. Aber ich denke, da hat sich inzwischen viel verändert, der Autor schreibt nicht „unflätiger“ als der normale Jugendliche spricht.
Der Stil ist temporeich, flüssig macht einfach Lust zum weiter lesen. Besonders die zynischen (gedanklichen) Kommentare des Protagonisten zum Tagesgeschehen sind sehr gut gelungen.
Fazit:
Ich bin echt positiv überrascht. Ich hatte nicht erwartet, dass die Schilderung der eigenen Sinnlosigkeit so witzig sein kann!
Schon allein die Beschreibung der „Typen“ z.B. Hausmeister, Partylöwe, „anständiges Moskauer Mädchen“, Dealer, Künstler… sind alle so zum schmunzeln und doch so echt. Einige erkennt man auch bei uns durchaus wieder, wenn man sich mal umschaut.

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