Im Buch beschreibt Szmaglewska ihre Haftzeit in Birkenau von Oktober 1942 bis Januar 1945. Sie schildert in großer Detailgenauigkeit den Alltag der Frauen im Lager: Ankunft, Selektionen, Zwangsarbeit, Hunger, Krankheit und Tod. Einzelne Frauen treten immer wieder hervor, ihre Stimmen, ihre Beziehungen, ihre Strategien, um durch den nächsten Tag zu kommen. Zwischen Gewalt und Entwürdigung entstehen Momente von Nähe, gegenseitiger Hilfe und Erinnerung. So entsteht ein dichtes Bild des Frauenlagers, getragen von konkreten Beobachtungen und Erfahrungen, die selten so detailliert geschrieben wurden.
Das Lesen hat mich zutiefst erschüttert. Ich konnte die Angst, den Hunger und die Verzweiflung der Frauen deutlich spüren, wie sie jeden Tag ums Überleben kämpfen mussten. Gleichzeitig habe ich ihre kleinen Momente von Nähe und Solidarität gesehen, die inmitten dieses Grauens so kostbar wirken. Es war nahezu unmöglich, nicht traurig zu werden über das, was sie ertragen mussten – und doch hat mich gerade das menschliche Durchhalten tief beeindruckt. Ich habe das Buch mit einem Gefühl von Beklommenheit und zugleich Respekt vor ihrer Kraft beendet. In Polen war es nach dem Krieg Pflichtlektüre in den Schulen. Ich denke, dass wäre aktuell in vielen Ländern dieser Welt wieder ratsam.






