Seymour M. Hersh

 4.2 Sterne bei 6 Bewertungen
Autor von Die Befehlskette, Reporter und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Seymour M. Hersh

Cover des Buches Reporter (ISBN:9783711002372)

Reporter

 (2)
Erschienen am 22.03.2019
Cover des Buches The Dark Side of Camelot (ISBN:0316360678)

The Dark Side of Camelot

 (1)
Erschienen am 01.09.1998
Cover des Buches Chain of Command (ISBN:9780141020884)

Chain of Command

 (0)
Erschienen am 26.05.2005
Cover des Buches Atommacht Israel (ISBN:9783426800201)

Atommacht Israel

 (0)
Erschienen am 01.12.1995

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Rezension zu "Reporter" von Seymour M. Hersh

Wahrheit als oberstes Ziel
annluvor 8 Monaten

„Es ist erstaunlich, wie die freie Presse Dinge verzerren kann. Sie waren fair und ehrlich, urteilten nicht über Moral und machten keine Anspielungen.“ (Zitat aus einem Brief an den Autor)


Seymour M. Hersh ist einer der bedeutendsten Enthüllungs- und Investigativreporter der USA. In diesen Memoiren zieht er ein Resümee über seine Laufbahn, seine Arbeit aber auch seine Einstellungen zum Journalismus. Angefangen als kleiner Reporter bei einer Chicagoer Zeitung nimmt er eines mit auf den Weg: Überprüfe jede Kleinigkeit! Diesen Leitspruch wendet er auch bei seinen Enthüllungen zum Vietnamkrieg und der amerikanischen Politik an. Das Buch zieht einen Bogen von seinen journalistischen Anfängen über die Berichte zu My Lai, Watergateaffäre und führt über mehrere politische Skandale auch zur Ermordung Osama bin Ladens. Es beleuchtet die Machenschaften der Politiker, der Mafia aber auch der CIA und gibt einen Einblick in die große Recherchearbeit, die hinter den Enthüllungen steckt.



Ausgehend von seiner Kindheit und Jugend, die kurz erwähnt wird, geht der Autor auf sein Schaffen als Reporter ein. Aus seinen Ausführungen wird ersichtlich, dass ihm seine Arbeit immer wichtig war. Mehr Sachbuch als Memoiren widmet sich dieses Buch seinen Enthüllungen nicht aber seinem Privatleben. Schon bei seiner ersten Anstellung wird Druck von oben auf ihn ausgeübt nur ja nichts zu berichten, das er nicht mit eigenen Augen gesehen hat oder das sich sicher belegen lässt. Diese Devise ist es, die hinter all seinen Arbeiten steckt. So kann für eine gute Reportage oder eines seiner Bücher auch eine mehrmonatige (bis zu Jahren dauernde) Recherchearbeit aufgewandt werden. Aus Interviews und Dokumentenanalyse entstanden so die akribisch aufgearbeiteten Arbeiten Hershs, die in den USA immer wieder für Empörung gesorgt haben, da er sich nicht davor scheut seine Wahrheit zu sagen.


Seine gewissenhafte Arbeitsweise spiegelt sich auch in diesem Buch wieder. Er gibt Gespräche und Begegnungen wieder, erklärt welche Informationen er woher hat und von wem er Rückversicherungen dazu bekam bzw. wie seine Kollegen und Vorgesetzten darauf reagiert haben. Damit ist es nicht ungewöhnlich für seinen Stil in einem Kapitel eine Menge neuer Namen einzuführen. Von den großen Themen setzt er voraus, dass die Leser sich damit bereits auskennen. So werden gerade die großen Skandalthemen nicht mehr weiter beschrieben, sondern Hersh geht auf seine Herangehensweise an die Sache ein.


Hersh zitiert einen seiner Rezensenten, der mir mit seinen Aussagen aus dem Herzen gesprochen hat. Auch ich musste mit der Aneinanderreihung von Informationen im Stile des „Der-hat-zu-dem-Gesagt“, „der erzählte mir das“ und „von-dem-bekam-ich-jenes-Dokument“ erst einmal zurechtkommen und hatte ein sehr selbstgerechtes, launisches Bild des Autors vor mir. Allerdings steht er zu seinen charakterlichen Fehlern. Sein Stil ist nicht immer leicht zu lesen, bleibt sich aber treu und steht für seine oberste Moral, die Belegbarkeit der Fakten.


Fazit: Gerade in Zeiten, in denen ein kurzes Statement gepostet auf einer Socialmedia - Seite den Ruf schädigen oder eine Panik auslösen kann, ist Hershs Botschaft des fundierten Journalismus dessen oberste Priorität das Basieren auf zuverlässigen Quellen und eine Rückversicherung zur Echtheit der News ist, um so wichtiger.

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Rezension zu "Reporter" von Seymour M. Hersh

Qualitätsjournalismus contra Fake-News
Bellis-Perennisvor 9 Monaten

Seymour M. Hersh ist DER amerikanische Enthüllungsjournalist. Er kann von sich mit Fug und Recht behaupten, „Es gab noch nie einen Präsidenten, der mich leiden konnte. Ich nehme das als Kompliment.“

Nun hat er mit diesem Buch eine Art Memoiren vorgelegt, in dem er seinen Werdegang als Sohn einer jüdischen Familie zu eben jenem Journalisten erzählt, vor dem eine Menge Leute zittern mussten. Dabei geht er mit vielen Präsidenten Amerikas hart ins Gericht. Er berichtet aus dem reichen Schatz an Reportagen über verlogene, gefälschte und verschwiegene Machenschaften aus und im Weißen Haus. Er erzählt über seine Arbeitsweise und gibt tiefe Einblicke in seine großen Reportagen: über Kissinger, die Mafia-Connections der Kennedys bis zu den Hintergründen der Massaker von Vietnam. Von Militärs, die tausende Soldaten im Vietnamkrieg opfern und Untersuchungen behindern.

Hersh gilt als unbestechlicher Journalist, der sich nichts und niemandem beugt. Nicht alles, was er erfahren hat und weiß, gibt er preis. Er schützt seine Informanten. Damit vermasselt er sich einige Male eine Karriere bei diversen Zeitungen. Allerdings nimmt er dies in Kauf, um weiter als Enthüllungsjournalist arbeiten zu können.

Hersh macht sich auch Gedanken, wohin sich der Journalismus entwickelt. In Zeiten der Rund-um-die-Uhr-Nachrichten werden Berichte und Stories häufig nur mehr oberflächlich oder gar nicht geprüft. Es scheint al wären die „goldenen Zeiten“ des Enthüllungsjournalismus vorbei. Redaktionen scheuen die Kosten für ordentliche Recherchen und fürchten juristische Schritte.

Meine Meinung:

Mit seinem ungeheuren Wissen über die Zusammenhänge in der großen Weltpolitik und der etwas kleineren des Journalismus, bringt uns der Autor die Zahlen, Daten und Fakten der Reportagen näher. Hersh verkörpert wie kein anderer die „vierte Macht im Staat“. Seine kritischen Fragen haben reihenweise Politiker ins Schwitzen gebracht und manche vor den Kadi.

Wir erhalten in diesem Buch viele persönliche Einblicke in Leben und Arbeit des berühmten Investigativ-Journalisten und spannende Hintergrundinformationen und pointierte Anekdoten. Seymour Hersh gibt mit diesem Buch, das eine Pflichtlektüre für alle Journalismus-Studenten und angehende Reporter sein muss, ein glühendes Bekenntnis zur Pressefreiheit und Qualitätsjournalismus.

„Ich war immer der Ansicht, einer Zeitung ginge es darum, die Wahrheit herauszufinden, und nicht lediglich über die Diskussionen darüber zu berichten.“

Fazit:

Ein Buch, das man vor allem in Zeiten wie diesen, unbedingt lesen muss „Qualitäts-Journalismus im Kampf gegen Fake News und Populismus“. Gerne gebe ich hier 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Rezension zu "Die Befehlskette" von Seymour M. Hersh

Rezension zu "Die Befehlskette" von Seymour M. Hersh
glowinggloomvor 11 Jahren

Hersh ist der Journalist, der damals das Massaker der US Army im vietnamesischen My Lai aufgedeckt hat. Er behauptet, daß er sich seine Informationen nicht von netten Altlinken oder Gegnern der amerikanischen Machtpolitik holt, sondern von guten, altmodischen Anhängern der Verfassung der USA. Es ist frappierend wer ihm alles Informationen gibt: hochrangige Angehörige der Geheimdienste, der Sicherheitsbehörden, des Militärs, Diplomaten, ehem. Regierungsmitglieder.
In diesem Buch, weißt er unter anderem nach, daß es sich bei den Mißhandlungen irakischer Gefangener im Gefängnis von Abu Ghraib, nicht um selbstherrliche Handlungen der amerikanischen Gefängniswärter gehandelt hat, sondern um eine von der Bush-Administration befürwortete Art der Informationsbeschaffung im Krieg gegen den Terrorismus.
Ferner wird erläutert, wie die Regierung Bush, Beweise für die Präsenz von Massenvernichtungswaffen verwendet hat, die offensichtlich gefälscht waren, um bei der amerikanischen Bevölkerung und dem Kongress Zustimmung zum Krieg gegen den Irak zu bekommen. Es wird verdeutlicht, wie die Befürworter des Krieges, wie Donald Rumsfeld und andere Zivilisten im Verteidigungsministerium, das Heft des Handelns in die Hand nahmen. Generäle mit kritischer Einstellung wurden in Pension geschickt, Analysen der CIA ignoriert und die Öffentlichkeit hinters Licht geführt.
In weiteren Kapiteln, wird die Methode kritisch hinterfragt, Terroristen, ohne Gerichtverfahren, zu töten, indem man diese, wie es z.B. im Jemen passiert ist, in ihrem Auto, mittels einer Rakete, in die Luft jagt.
Es werden auch die Zusammenhänge der Weiterverbreitung von Atomwaffen verdeutlicht. Auf diesem Gebiet spielt Pakistan eine unrühmliche Rolle, das entsprechendes Know-how, im Tausch gegen Trägerraketen, an Nordkorea weitergegeben und über Malaysia nach Libyen verkauft hat.
Es wird auch gezeigt, daß das saudische Königshaus sowohl korrupt ist, als auch, aus Angst vor Aufständen der eigenen Bevölkerung, Schutzgelder an islamische Fundamentalistengezahlt hat.

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