Seyran Ateş Der Islam braucht eine sexuelle Revolution

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Inhaltsangabe zu „Der Islam braucht eine sexuelle Revolution“ von Seyran Ateş

Sexualität im Islam ist von Verboten, Ängsten und Gewalt geprägt. Die Folgen sind fatal, und das nicht nur für die Einzelnen, sondern für eine ganze Kultur. Seyran Ates, fordert eine sexuelle Revolution im Islam, denn eine freie Gesellschaft braucht eine freie Lebensgestaltung.
Musliminnen, die selbst entscheiden wollen, wen sie lieben, werden mit dem Tode bedroht. Muslime, die sich gegen eine arrangierte Ehe wehren, werden von ihren Familien verstoßen. Wer sich im Islam offen zu seiner Homosexualität bekennt, begibt sich in Lebensgefahr. Dennoch behauptet die islamische Welt, die bessere, die moralischere Religion zu haben. Einige religiöse Fanatiker bekämpfen den vermeintlich dekadenten Westen sogar mit Gewalt. Doch eine Gesellschaft, die freie Selbstbestimmung untersagt, ist in jeder Hinsicht rückschrittlich: In Bildung, Forschung und Wirtschaft sind muslimische Länder dem Westen deutlich unterlegen. Seyran Ates, plädiert für eine sexuelle Revolution im Islam. Genau wie die Frauen und Männer in westlichen Ländern, die in den 60er Jahren erfolgreich für ihre sexuelle Selbstbestimmung gekämpft haben, müssen sich auch die Musliminnen und Muslime ihre Rechte erstreiten. Nur so können Freiheit und Menschenwürde in der islamischen Welt wirklich gelebt werden.

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  • Rezension zu "Der Islam braucht eine sexuelle Revolution" von Seyran Ates

    Der Islam braucht eine sexuelle Revolution

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    26. June 2012 um 00:42

    Finde das Buch sehr gut ,schreibe selbe so ähnlich "Gibt es zwei Hölle" Thema mein leben zwischen zwei Welten Christentum und Islam und bin froh das mehr Autoren auch die Thema Islam veröffentlichen .

  • Rezension zu "Der Islam braucht eine sexuelle Revolution" von Seyran Ates

    Der Islam braucht eine sexuelle Revolution

    hproentgen

    25. November 2010 um 17:26

    Scham und Schande Seyran Ates’ Streitschrift für einen anderen Islam »Als ich etwa fünfzehn war, verhinderte mein ältester Bruder, dass ich eine Hose bekam, die hinten einen Reißverschluss hatte (der letzte Schrei damals). Mir war sofort klar, dass es daran lag, dass mein Po dadurch zu sehr betont wurde. Aber niemand sprach das aus. Mein Bruder sagte nein, und meine Eltern gehorchten ihm. Sie fanden es gut, dass er auf die Ehre und Moral seiner Schwester achtete. Die deutschen Freundinnen meines Bruders trugen solche Hosen. Das war für ihn natürlich etwas anderes. Ich erinnere mich noch heute, wie sich damals die Scham einstellte, die mich lange begleiten sollte. Die Scham darüber, ein Mädchen zu sein.« Seit etlichen Jahren radikalisiert sich der Islam, die Kopftücher, die früher kaum zu sehen waren, haben überhand genommen und finanziert von Saudi-Arabien hat die extrem orthodoxe wahabitische Auslegung einen Siegeszug angetreten. Doch immer schon war für den Islam vieles „ayib“, also unanständig, was Mädchen und Frauen betraf. Ates bringt eine Fülle von Material, Berichte von Muslimen, Zitate aus Koranauslegungen, die drakonischen Strafen, wenn ein Mädchen die Regeln nicht beachtet, Das ist nicht neu, einzelnes hat man es geahnt, hier oder dort etwas gelesen. Neu ist, dass es Ates einmal konsequent zusammengestellt hat. Dass sie es auszusprechen wagt, denn Sex und Islam, darüber spricht man nicht. Nicht als Muslim, weil es eben ayib ist, nicht als Nichtmuslim, um die Gefühle der Muslime nicht zu verletzen. Leider muss es ausgesprochen werden. Denn gerade die Tatsache, dass es unter den Teppich gekehrt wird, lässt es gären. Wer nicht über Sex sprechen mag, wittert bald überall Sex, sexualisiert alles. Viktorianische Ladies legten angeblich Tischdecken auf, die bis zum Boden reichten, damit man die Beine nicht sah – und sich dabei etwas schlechtes dachte. Seit die Kopftücher und die Verschleierung in Kairo zugenommen haben, nehmen sexuelle Belästigungen in der Öffentlichkeit zu. Dabei wird das Kopftuch damit verteidigt, dass es verhindere, dass Männer an Sex denken und sich von ihren Hormonen überwältigen lassen. Ich bin nicht für Sex zu haben, soll das Kopftuch sagen, doch offenbar sagt es etwas ganz anderes. Auch die verdeckten Tischbeine haben nicht verhindert, dass in den puritanischen Gesellschaften des 19 Jahrhunderts alles sexualisiert wurde. Hinter allem und jedem witterten die Moralhüter sexuelle Anspielungen. Ates macht nicht wie viele den Fehler, dass allein dem Islam zuzuschreiben. Ausführlich erzählt und begründet sie, dass das Deutschland vor 68 ebenso prüde war. Viele Mädchen durften in der Schule nur Röcke tragen, die Mutter waren fest davon überzeugt, dass die Töchter nur „rein“, dh. unnberührt, einen Mann finden würde. Und dass jeder als Grillhähnchen in der Hölle landen würde, der gegen die rigiden Sexregeln verstieß, hier auf Erden würde ihm vorher noch als gerechte Strafe das Rückenmark dahinschmelzen und seine Haut fahl werden. Katholizismus und Islam haben mehr miteinander gemein, als so mancher wahrhaben will. Nur hat der Katholizismus sich seit 68 emanzipiert, kaum ein Katholik lässt sich heute vorschreiben, ob er Verhütungsmittel benutzen darf. Dass eine christliche Partei schwule Ministerpräsidenten duldet, wäre vor 68 völlig undenkbar gewesen. Damals stand auf Homosexualität Gefängnisstrafe, wie heute immer noch (oder schon wieder) in vielen islamischen Ländern. Und genau wie im Islam gab es in der prüden Bundesrepublik eine Doppelmoral, eine Pflicht, nicht darüber zu reden, das, was offiziell jeder tat und das, was die Meisten denn doch taten. Die Pflicht der Frauen, ihre "ehelichen Pflichten" immer und überall über sich ergehen zu lassen, war sogar gesetzlich festgeschrieben. Mit zahlreichen Vorurteilen räumt die Autorin auf, etwa der vom sinnenfrohen Islam. Zwar findet sich davon tatsächlich das eine oder andere im Koran, im Alltag der meisten Muslime sieht es aber ganz anders aus. Interessant, dass nicht nur orthodoxe katholische Theologen in jeder Frau den Teufel sahen, sondern auch viele muslimische Männer ähnliche Assoziationen hegen. Diese rigide Moral in Tateinheit mit dem Schweigen verhindert auch Emanzipation und Demokratie, davon ist Ates überzeugt. Oswald Koll hat in den Sechzigern, Sheron Hite in den Siebzigern das Tabuthema Sex öffentlich gemacht. Der Islam braucht heute ähnliches, um sich zu emanzipieren. Erscheint das manchem illusorisch? Dann möge er sich daran erinnern, wie illusorisch es Anfang der Sechziger gewesen wäre, auf ein Deutschland zu hoffen, in dem Homosexuelle sogar Ministerpräsidenten und Parteivorsitzende werden können. Gesellschaften und Religionen wandeln sich. Heute argumentieren selbst orthodoxe Islamseiten im Internet mit dem Koran gegen Zwangsheiraten. Ob das immer ehrlich gemeint ist, sei dahingestellt, aber es gibt zumindest Mädchen, denen die Zwangsverheiratung droht, Argumente in die Hand. Und Seyran Ates ist beileibe nicht die einzige Deutsch-Türkin, die es wagt, anzusprechen, was lange unter dem Teppich blieb. Das Buch ist wichtig, weil es ein Tabu bricht. Weil es endlich einmal in der Öffentlichkeit zusammenstellt, was immer gerne verschwiegen wird. Weil es Mut macht. Peinlich sind, wie immer bei diesem Thema, die Reaktionen. In den Leserforen der „Welt“ polemisieren Rechte aus Anti-Islam Seiten, dass eine Türkin hier in Deutschland nichts zu sagen habe. Der CDU Politiker Bülent Arslan meint, dass Ates Geld in der „Islamophobie“-Industrie verdiene. Offenbar hat sich die Autorin seiner Meinung nach von Bülents Glaubensgenossen beinahe ermorden lassen, um reich zu werden. Leseprobe: Autorenhomepage: http://www.seyranates.de/ Der Islam braucht eine sexuelle Revolution: Eine Streitschrift, Sachbuch, Seyran Ates, Ullstein, Oktober 2009 ISBN-13: 978-3550087585, gebunden, 219 Seiten, Euro 19,90

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