Shahriar Mandanipur Eine iranische Liebesgeschichte zensieren

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Inhaltsangabe zu „Eine iranische Liebesgeschichte zensieren“ von Shahriar Mandanipur

Ein iranischer Schriftsteller ist es leid, immer nur düstere Romane mit tragischem Ausgang zu schreiben. Also beginnt er eine Liebesgeschichte – ein Projekt mit Tücken. Wie erzählen, wenn es den Liebenden verboten ist, sich allein zu begegnen, sich in die Augen zu schauen? Wie ein mächtiger Schatten wacht Herr Petrowitsch, der Zensor, über jedes Wort und liest sogar die Ge-danken des Schriftstellers zwischen den Zeilen. Also müssen Sara und Dara, das junge Paar aus Teheran, tausend Listen und Tricks ersinnen, um sich zu finden.

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  • Leben mit der Zensur

    Eine iranische Liebesgeschichte zensieren

    PaulTemple

    27. November 2016 um 19:56

    Wie sieht der Alltag in einem Land aus, welches Demokratie nur marginal zulässt und anstatt dessen Willkür und Zensur als Grundpfeiler der Regierung eingerichtet hat? Dem Autor gelingt der Spagat, dem bedrückendem Leben im Iran unter Ahmadinedschad eine heitere und ironische Note zu verleihen, indem er dem Leser an der Konzeption seines Liebesromans teilhaben lässt. Sein fiktiver Roman wird an vielerlei Stellen durch den Autor unterbrochen, an denen er die Handlung kommentiert, mögliche Probleme mit der Zensur thematisiert und dem Leser dadurch einen umfassenden Einblick in den strengen und gefährlichen Alltag im Iran gibt. Definitiv eine Leseempfehlung!

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  • Rezension zu "Eine iranische Liebesgeschichte zensieren" von Shahriar Mandanipur

    Eine iranische Liebesgeschichte zensieren

    Clari

    12. June 2010 um 10:46

    Schreiben, Leben und Lieben unter der Herrschaft von Diktatur und Terror. Mit den bizarren Eindrücken eines Schriftstellers aus dem Iran beginnt ein Roman, in dem man irritiert und erschrocken das vielfarbige Bild eines Landes fern aller Demokratie erkennt. Shahriar Mandanipur erdichtet eine Liebesgeschichte, die wahr und erfunden zugleich sein könnte. Einfach ist das Schreiben nicht in einem Land, in dem fast das gesamte gesellschaftliche Leben reglementiert wird nach den Vorgaben des verhassten Mullahregimes! Man muss aufpassen, dass man die Gesetze der Scham und die Tabus der Geschlechtervereinigung nicht verletzt. Also verschachtelt der Autor eine Geschichte in der Geschichte. Sein Leben als Schriftsteller und die Liebesgeschichte verschwimmen mit einander, so dass man nicht weiß, wo sind die Protagonisten Teil der Dichtung und wo beginnt das wahre Leben. Malerisch, blumig und fantasievoll ist der Stil von Shahriar Mandanipur, und fast vergeblich sein Anliegen: alles, was er zu Papier bringt, unterliegt der Zensur. Petrowitsch ist der Zensor, der den gleichen Namen trägt wie der Untersuchungsrichter, der Raskolnikows Morde aufklären muss. Petrowitsch also ist der allgewaltige Herrscher über die Schrift im Roman...oder in der Wirklichkeit? In der Liebesgeschichte bleibt alles geheim. Sara studiert Literatur, und über Bücher der Weltliteratur lernt sie Dara kennen. Von Begabung und umfassender Bildung zeugen die Liebesbriefe des Mannes, der seine Briefe kunstvoll verbrämt, um der Überwachung des Regimes mit seinen gestrengen Regeln ein Schnippchen zu schlagen. Jedes Wort und jeder Gedanke, der an die Sinnlichkeit von Körper und Gefühlen rührt, ist verboten und kann böse Strafen der Behörden nach sich ziehen. Die Lebensform im Iran, alltägliche Verfolgungen, Studentenrevolten und die Überwachung durch die Spitzel des politischen Systems lassen Poesie und reale Welt zu einem diffusen Zeitbild gerinnen. Zahlreiche Hinweise belegen den Hass des herrschenden Systems auf alles, was aus dem Westen kommt. Man erlebt die Bevölkerung in Teheran mit seiner vom Terror zerrissenen Gesellschaftsstruktur. Unter dem Vorwand einer Liebegeschichte gerät der Polizeistaat ins Visier des Erzählers. Die Liebe aber ist nicht zu besiegen! Weit ausholend beschreibt Shahriar Mandanipur die Geschichte des Landes und bietet zugleich einen Eindruck seiner Kunst als Schriftsteller, der in seiner poetischen Aussagekraft den Geschichten aus „Tausend und eine Nacht“ gleicht. Im Wechsel berichtet der Autor über sich und über den Entwurf seiner Liebesgeschichte. Der Leser muss dem Blickwechsel vom Romanentwurf zum Zeitgeschehen und zum Zensor folgen. Die Interventionen von letzterem sind mit durchgestrichenen Zeilen markiert. Die Figuren aus dem erfundenen Roman scheinen zuweilen in die reale Handlung hineinzuspazieren. Ob Dara und Sara am Ende zusammenfinden werden? Das Buch muss der Gattung höchst anspruchsvoller Literatur zugeordnet werden. Shahriar Mandanipur, geboren in Schiras/ Persien, hat für seine Werke zahlreiche Preise gewonnen und lebt z.Zt. in Cambridge/ Massachusetts / USA. Sein Buch durfte im Iran nicht veröffentlich werden.

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