Shalini Abeysekara

 4,7 Sterne bei 7 Bewertungen

Lebenslauf

Shalini Abeysekara ist eine kanadische Schriftstellerin und Kritikerin koreanischer Dramen. Als ehemalige Anwältin nutzt sie oft fantastische Settings, um die bizarren Mechanismen der Unternehmenswelt zu hinterfragen. Sie spricht immer gerne über Tolkien und entflieht der Realität gerne durch Computerspiele oder beim Versuch, mehrstöckige Desserts nachzubilden. Sie kann immer noch nicht glauben, dass sie erwachsen ist, und hofft, dass Sie das auch nicht tun.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches This Monster of Mine (ISBN: 9783492710619)

This Monster of Mine

(5)
Neu erschienen am 02.01.2026 als Taschenbuch bei Piper.

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Neue Rezensionen zu Shalini Abeysekara

Cover des Buches This Monster of Mine (ISBN: 9783492710619)
Esme--s avatar

Rezension zu "This Monster of Mine" von Shalini Abeysekara

Esme--
Düster, komplex und gnadenlos spannend

Inhalt: 

Vier Jahre ist es her, dass Sarai in Edessa Opfer eines grausamen Attentats wurde. Ihr Körper wurde auf bestialische Weise verstümmelt, bevor ihr Peiniger sie vom Balkon des Sidranturms in die Tiefe stieß. Nur einem unbekannten Retter hat sie es zu verdanken, dass sie überlebte und Jahre später in einem kleinen Dorf als Schankmaid ein neues, verborgenes Leben beginnen konnte. Mithilfe von Magie hat Sarai ihre Narben versteckt. Ihre Erinnerungen an den Tathergang sind lückenhaft. Eines weiß sie jedoch ganz genau: Sie will nach Edessa zurückkehren und Rache nehmen.


Als die Gutachter in dem wohl abgelegensten Dorf von Ur Dinyé eintreffen, um im Auftrag der vier Tetrarchen von Edessa neue Petitoren auszuwählen, erkennt Sarai ihre Chance. Für einen kurzen Moment lässt sie ihre Magie aufblitzen und wird prompt von einem der Gutachter bemerkt und ausgewählt.


Ob sie tatsächlich in den Dienst eines Tetrarchen aufgenommen wird, entscheidet sich jedoch erst bei der Einkleidungszeremonie. Sarai hat dabei nur einen Wunsch: keinesfalls dem einzigen Tetrarchen zugeteilt zu werden, der über Jahre hinweg keine Petitorin erwählt hat. Kadra gilt als brutal und unbarmherzig. Zwar wird er vom Volk als gerecht verehrt, doch seine Taten erzählen eine andere Geschichte.


Ausgerechnet Kadra erhebt Anspruch auf Sarai. Als seine Stimme erklingt, durchfährt sie ein eisiger Schock, denn genau diese Stimme hat sie am Tag des Attentats gehört …




Meinung: 

Als ich den Klappentext von „This Monster of Mine“ zum ersten Mal gelesen habe, war mir sofort klar, dass ich dieses Buch lesen muss. Düster, geheimnisvoll und voller Spannung. Es war genau das, wonach ich gesucht habe.


Zugegeben: Die ersten Seiten erfordern Konzentration. Shalini Abeysekara entwirft eine komplexe, durchdachte Welt, in der Frauen kaum eine Teilhabe eingeräumt wird und das Recht des Stärkeren gilt. An der Spitze dieses Systems stehen vier Tetrarchen, Richter die im Falle eines Vergehens über Leben und Tod entscheiden können. Jedem von ihnen steht jeweils ein Petitor zur Seite steht. Diese sind mithilfe von Magie in der Lage, Wahrheit und Lüge zu erkennen und Tathergänge visuell offenzulegen.


Aufgrund jüngster Vorfälle gibt es jedoch kaum noch Bewerber für diese Position. Die vorherigen Petitoren sind auf grausame Weise gestorben. Offiziell soll es sich um Selbstmorde gehandelt habe. Sarai kennt diese Gerüchte, weiß jedoch mehr als die meisten: Das geheimnisvolle Mädchen vom Sidranturm, und somit der erste Todesfall in einer Reihe von mehreren, um dessen Tod sich zahllose Legenden ranken, war sie selbst. Um jeden Preis will sie verhindern, dass dieses Geheimnis ans Licht kommt. Gleichzeitig will sie herausfinden, was damals wirklich geschah und was hinter den Todesfällen der anderen Petitoren steckt.


Als Sarai schließlich ausgerechnet Kadra zugeteilt wird, ist das Entsetzen groß. Er ist ihre einzige Chance, Zugang zu den versiegelten Akten des damaligen Attentats zu erhalten, doch zugleich stellt er eine massive Bedrohung dar. Seine Stimme erkennt sie wieder, und seine brutale Vorgehensweise bei Verurteilungen bestätigt schnell die Gerüchte, die ihn umgeben. Bereits beim Auswahlverfahren wird Sarai gezwungen, entgegen ihrer moralischen Überzeugungen zu handeln und öffentlich grausame Entscheidungen zu treffen.


Mir war bewusst, dass mich eine düstere Geschichte erwarten würde, doch die Intensität hat mich dennoch überrascht. Die Triggerwarnung zu Beginn ist absolut berechtigt und sollte ernst genommen werden. Schon der Prolog gibt einen eindringlichen Vorgeschmack auf das, was folgt, und lässt erahnen, welches Leid Sarai widerfahren ist.


Sarai ist eine starke, vielschichtige Protagonistin, deren Leben früh von Gewalt geprägt wurde. Bereits als Vierzehnjährige kam sie mit Gewalt in Kontakt; ein Muster, das sich auch Jahre später fortsetzt. Als sie in Kadras Turm zieht, spitzt sich die Situation weiter zu. Als einzige Petitorin muss sie dort wohnen, täglich unzählige Fälle bearbeiten und Entscheidungen treffen.


Schnell wird deutlich, dass Kadras Methoden nicht immer gesetzeskonform sind. Sarai steht immer wieder vor der Wahl, sich ihm zu beugen oder sich ihm entgegenzustellen. Doch egal, wie sie sich entscheidet, Kadra scheint ihr stets einen Schritt voraus zu sein. Dieses Gefühl permanenter Kontrolle und Manipulation erzeugte bei mir eine konstante, beinahe beklemmende Spannung.


Gemeinsam mit Sarai versucht man als Leser, die Wahrheit hinter den Ereignissen vom Sidranturm und den mysteriösen Todesfällen der Petitoren aufzudecken. Während aktuelle Fälle verhandelt werden, zieht einen die Geschichte immer tiefer hinein in eine Welt voller Machtmissbrauch, Gewalt und moralischer Grauzonen.




Fazit: 

This Monster of Mine ist weit mehr als eine düstere Fantasygeschichte. Shalini Abeysekara schreibt bildhaft und intensiv und erschafft ein komplexes, atmosphärisch dichtes Worldbuilding, das von moralischen Konflikten, struktureller Gewalt und einer deutlich patriarchal geprägten Gesellschaft durchzogen ist. Die Handlung ist schonungslos, brutal und emotional fordernd, verliert dabei jedoch nie ihre erzählerische Sogkraft.


Besonders gelungen ist die Verbindung aus Fantasy und Krimi: Die mysteriösen Todesfälle der Petitoren, die versiegelten Akten und Sarais bruchstückhafte Erinnerungen verleihen der Geschichte eine investigative Spannung. Gemeinsam mit der Protagonistin sucht man nach Wahrheit, Hinweisen und Zusammenhängen, stets begleitet von der Frage, wem man trauen kann.


Die düstere Atmosphäre, die stetige Bedrohung und die psychologische Dynamik zwischen Sarai und Kadra haben mich zunehmend in ihren Bann gezogen. Abeysekara scheut sich nicht, unangenehme Themen anzusprechen, und fordert ihre Leserinnen und Leser heraus, sich mit Macht, Schuld und Gerechtigkeit auseinanderzusetzen.


Wer eine kompromisslose, spannungsgeladene Geschichte mit starken Figuren, Krimielementen und einer beklemmenden Atmosphäre sucht, wird hier fündig, sollte sich jedoch bewusst sein, dass dieses Buch nichts beschönigt und lange nachhallt.


Cover des Buches This Monster of Mine (ISBN: 9783492710619)
Toxicass avatar

Rezension zu "This Monster of Mine" von Shalini Abeysekara

Toxicas
Politisch angehauchte Fantasy voller Gewalt

Dunkel, grausam und von einer elektrisierenden Spannung durchzogen entfaltet sich diese Geschichte wie ein gefährliches Spiel aus Wahrheit und Lüge. Von der ersten Seite an wird klar: Hier geht es nicht um einfache Gerechtigkeit, sondern um Macht, Schuld und die Frage, wie viel Blut ein System zu vergießen bereit ist, um sich selbst zu erhalten. Die Welt, in die man hineingezogen wird, ist politisch aufgeladen, von Korruption zerfressen und von einer Magie durchzogen, die ebenso faszinierend wie beunruhigend ist. Wahrheit ist hier kein Schutz – sie ist eine Waffe.


Im Zentrum steht eine Protagonistin, die längst gelernt hat, dass Überleben Härte verlangt. Ihre Entschlossenheit, ihre Wut und ihre moralische Ambivalenz machen sie zu einer Figur, die gleichermaßen fasziniert wie verstört. Sie ist stark und verletzlich zugleich, fähig zu Mitgefühl, aber auch zu grausamer Konsequenz, wenn es nötig ist. Ihre Vergangenheit liegt wie ein Schatten über jeder Entscheidung, und doch wirkt sie nie passiv, sondern treibt die Handlung mit unnachgiebigem Willen voran. Gerade diese innere Zerrissenheit verleiht der Geschichte ihre emotionale Wucht.


Ihr Gegenpart ist ebenso gefährlich wie magnetisch: ein Mann, der für seine kompromisslose Art gefürchtet wird, dessen Loyalität jedoch tiefer reicht, als es zunächst den Anschein hat. Seine moralische Grauzone ist kein erzählerischer Trick, sondern das Herzstück der Geschichte. Er ist Monster und Beschützer zugleich, Henker und Hoffnungsträger – und genau darin liegt seine Anziehungskraft, die mich vollkommen fasziniert hat. Das Zusammenspiel dieser beiden Figuren ist spannungsgeladen, scharfzüngig und oft beunruhigend, getragen von gegenseitigem Misstrauen, unterschwelliger Sehnsucht und einer Dynamik, die langsam, aber unaufhaltsam eskaliert. Und ich war mittendrin! Was für eine Achterbahnfahrt der Gefühle!


Die Handlung selbst ist geprägt von Intrigen, politischen Machtspielen und einem Mysterium, das zwar stellenweise vorhersehbar wirkt, dadurch jedoch nichts von seiner Intensität verliert. Auch wenn manche Wendungen früh erkennbar sind und das Magiesystem nicht immer bis ins letzte Detail überzeugt, tragen die vielschichtigen Charaktere und die dichte Atmosphäre mühelos über diese Schwächen hinweg.


Was diesen Roman besonders macht, ist seine emotionale Reife. Heilung bedeutet hier nicht Makellosigkeit, sondern Vertrauen, Selbstakzeptanz und die Bereitschaft, sich der eigenen Dunkelheit und seinen inneren Dämonen zu stellen. Die Romanze bleibt dabei bewusst im Hintergrund, entwickelt sich langsam und glaubwürdig – nicht als Erlösung, sondern als fragile Verbindung zweier Menschen, die gelernt haben, mit Blut an den Händen zu leben. Was bleibt, ist die Frage, ob man selbst es könnte. Kannst du?


Fazit: Unterm Strich ist dies eine düstere, politisch angehauchte Fantasy voller Gewalt, moralischer Abgründe und intensiver Figuren, die lange nachhallt. Ein Debüt, das mutig mit bekannten Motiven spielt, sie neu interpretiert und eine Geschichte erzählt, die ebenso brutal wie berührend ist – und die Lust auf mehr macht. Ich freue mich schon jetzt auf den Folgeband!


Cover des Buches This Monster of Mine (ISBN: 9783492710619)
Kotori99s avatar

Rezension zu "This Monster of Mine" von Shalini Abeysekara

Kotori99
This Monster of Mine

Das Cover:

Dunkel, intensiv und sofort ein Hinweis darauf, dass das hier keine leichte Geschichte wird. Es passt gut zur Stimmung des Buches: eher schwer, eher düster, eher emotional aufgeladen.


Meine Meinung:

This Monster of Mine ist keine klassische Romantasy und ganz sicher kein Wohlfühlbuch. Die Geschichte ist roh, stellenweise unangenehm und emotional fordernd, aber genau das macht sie auch besonders.


Im Mittelpunkt stehen Sarai und Kadra.

Sarai ist eine Protagonistin, die viel mit sich herumträgt. Verlust, Schuldgefühle und eine Welt, die ihr wenig Platz lässt, machen sie vorsichtig, misstrauisch und oft innerlich zerrissen. Sie wirkt nicht immer stark, nicht immer souverän sondern ehrlich. Gerade das mochte ich sehr.


Kadra ist... schwierig.Er ist kein klassischer Love Interest, kein „Bad Boy mit weichem Kern“, sondern moralisch grau, teilweise brutal und trifft Entscheidungen, die ich nicht immer einfach gutheißen konnte. Er weiß selbst, dass er kein Held ist und genau das zieht sich konsequent durch die Geschichte. Er wird nicht romantisiert und nicht entschuldigt, sondern bleibt kompliziert.


Die Beziehung zwischen Sarai und Kadra ist entsprechend kein sanftes Verlieben. Es geht viel um Macht, Abhängigkeit, Schuld und darum, ob Nähe überhaupt möglich ist, wenn so viel Dunkelheit im Raum steht. Das ist intensiv, manchmal schwer auszuhalten und bewusst unbequem geschrieben.


Im Kern geht es in This Monster of Mine um Gefangenschaft, Macht und die Frage, was einen Menschen, oder ein Monster, wirklich ausmacht.


Sarai gerät dabei in eine Situation, aus der es kein einfaches Entkommen gibt. Sie wird Teil eines Systems, das auf Kontrolle, Angst und klaren Hierarchien basiert. Kadra steht dabei nicht außerhalb dieses Systems, er ist ein wesentlicher Teil davon.


Die Geschichte entfaltet sich weniger über große Action, sondern über das psychologische Kräftemessen zwischen den Figuren. Vertrauen ist gefährlich, Nähe nie eindeutig und jede Entscheidung hat ein Gewicht. Es geht darum, wie Menschen sich an Dunkelheit anpassen, wie viel sie bereit sind zu ertragen und wo ihre Grenzen liegen.


Der eigentliche Kern ist nicht Romantik, sondern moralische Grauzonen:

Was passiert, wenn Schuld, Verantwortung und Gefühle untrennbar miteinander verknüpft sind?

Kann man jemanden sehen, wie er wirklich ist, wenn man selbst ums Überleben kämpft?

Und wie viel Menschlichkeit bleibt übrig, wenn man lange genug gezwungen wird, unmenschliche Rollen anzunehmen?

Genau das macht das Buch so intensiv, es erzählt keine klassische Liebesgeschichte, sondern eine emotionale und psychologische Entwicklung zweier Figuren, die beide beschädigt sind und mit sehr unterschiedlichen Mitteln versuchen, Kontrolle über ihr Leben zurückzugewinnen.


Was mir gut gefallen hat war, dass Entscheidungen Konsequenzen haben. Gefühle lösen nicht automatisch Probleme und Verletzungen bleiben spürbar. Das Buch nimmt seine eigenen Themen ernst und macht es sich nicht leicht.

Der Stil ist eher ruhig, stellenweise sehr innerlich und schwer. Man muss sich darauf einlassen, sonst kann es sich ziehen. Für mich hat es zur Geschichte gepasst, auch wenn es zwischendurch fordernd und es sich teilweise eben wirkich gezogen hat.


Mein Fazit:

This Monster of Mine erzählt keine schöne Geschichte, sondern eine ehrliche, dunkle. Sarai und Kadra sind keine Figuren, die man sofort mögen muss, aber welche, die im Kopf bleiben.

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