Shalom Auslander Eine Vorhaut klagt an

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Inhaltsangabe zu „Eine Vorhaut klagt an“ von Shalom Auslander

Aufgewachsen in einem vollkommen abgeschotteten jüdisch-orthodoxen Umfeld in New York, hatte Shalom Auslander sich den religiösen Gesetzen unterzuordnen, seitdem er denken kann. Über allem thronte dieser Gott, der ihn nicht verstand und ihm seine Jugend zur Hölle machte. Schokoriegel, Comics, Pornos, das alles führte geradewegs Richtung Untergang. Noch heute legt er am Schabbat lieber zwanzig Kilometer zu Fuß zurück zu einem Eishockeyspiel, statt ein Taxi zu nehmen. Doch nach dem Spiel gibt's dann, aus Rache, einen XXL-Hot Dog, extra unkoscher. Eine Vorhaut klagt an ist seine große Abrechnung mit Gott. Furchtlos böse, schockierend wichtig und unglaublich unterhaltsam.

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  • Rezension zu "Eine Vorhaut klagt an" von Shalom Auslander

    Eine Vorhaut klagt an
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    08. November 2010 um 18:04

    Shalom Auslander wuchs in einer jüdisch-othodoxen Familie in Monsey,New York, auf und " Eine Vorhaut klagt an" ist seine große Abrechnung mit Gott. Aufgewachsen wie ein "Kalb" in einem vollkommen abgeschotteten Umfeld unter den ulthraorthodoxen Juden New Yorks, hatte er sich den göttlichen Gesetzen und Traditionen seines Vaters und des Rabbis unterzuordnen. Über allen und allem thronte Gott, der sein Leben zur Hölle auf Erden machte. Shalom erinnert sich, wie er jeden Tag dagegen ankämpfen musste, sich ständig rechtfertigen musste, und warum er bis heute Gottes Zorn fürchtet wie den Tod. Die TAZ schreibt: "Ein großartiger Roman über die Tücken fundamentalistischer Religiösität". Dem kann ich nur bedingt zustimmen. Es ist ein Roman, über die Tücken fundamentalistischer Religiösität, aber großartig.....? Interessant sind die Einblicke in die Lebensweise der ultraorthodoxen/orthodoxen Juden - vielleicht nicht nur in New York - sondern überall. Manche seiner Erlebnisse, mögen auch vielleicht eher in seinem Kopf entstanden sein, was nicht verwundern würde, dieser Mann ist seit Jahren in therapeutischer Behandlung. Nicht immer, sind bei Mißgeschicken die Eltern/Großeltern und vor allem Gott schuld, manches ist auch ganz einfach selbstverschuldet. Abstoßend fand ich zum Teil die Ausdrucksweise, die manchmal mehr als ordinär und unterste Schublade war. Ein respektloses Ätsch gen Himmel mag ja lustig sein, aber Fäkal-Sprache finde ich in diesem Bereich nicht angebracht. 3 Punkte trotzdem und nicht 2, wegen der Einblicke in diese abgeschottete Gemeinschaft und des ab und an aufflammenden, hintergründigen Humors.

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  • Rezension zu "Eine Vorhaut klagt an" von Shalom Auslander

    Eine Vorhaut klagt an
    Thaila

    Thaila

    21. March 2010 um 18:15

    Shalom hat ein Problem. Er glaubt an Gott. Und dieser Gott ist nicht gütig und barmherzig, dieser Gott ist ein "Dreckskerl", der den Menschen straft, quält und tötet. Besonders bestraft er diejenigen, die sich an seine Regeln nicht halten, die da wären: nie mehr als 4 Schritte ohne eine Kopfbedeckung laufen, zwischen dem Verzehr von Milich- und Fleischspeisen sechs Stunden warten, am Shabbat kein Licht anmachen, nicht an nackte Frauen denken etc pp. Und da Shalom diese Regeln nicht einhält, lebt er in ständiger Angst um sein Leben und um das seiner Familie. Das wird besonders schlimm, als seine Frau schwanger wird. Und wieder bestraft Gott Shalom: Das Kind wird ein Junge und es stellt sich damit die Frage nach der Beschneidung, dem wichtigsten jüdischen Ritual. Shalom Auslander hat eine komische, vollkommen abgedrehte Abrechung mit dem orthodoxen Judentum geschrieben. In den USA in den beengten Verhältnissen einer orthodoxen jüdischen Gemeinde aufgewachsen, beginnt er mit acht Jahren zu rebellieren, indem er zum ersten Mal einen Hot Dog isst. Sein ganzes Leben wird zu einer Auseinandersetzungen mit Gott und den Zwängen, die ihm als Kind anerzogen wurde. Das ist lustig zu lesen, aber hinter der Komik verbirgt sich die Dramatik eines Zwangsneurotikers. Das Buch ist sicherlich nichts für empfindsame Gläubiger. Es geht ganz schön blasphemisch zu, Shalom beschimpft Gott unentwegt. Allen anderen kann ich es empfehlen, das orthodoxe Gegenstück zu Roths Portnoys Complaint (Portnoys Beschwerde)

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  • Rezension zu "Eine Vorhaut klagt an" von Shalom Auslander

    Eine Vorhaut klagt an
    savanna

    savanna

    21. September 2009 um 13:00

    Einsteins legendärer Ausspruch „Gott würfelt nicht!“ müsste Shalom Auslander eigentlich gut gefallen – immerhin versucht er mit Gott zu pokern. „Eine Vorhaut klagt an“ ist eine autobiographische Zusammenstellung überwiegend jugendlicher Rebellion und trägt daher den passenden Untertitel „Erinnerungen“. Auslander erinnert sich über knapp 300 Seiten daran, wie er mit aller Kraft versuchte, Gott aus der Reserve zu locken. Die eine, alles entscheidende Frage raubte ihm dabei wieder und wieder den Schlaf: Wie viele Gebote jüdischen Lebens muss er wohl ignorieren, bis Gott ihn richten wird? Aufgewachsen in einem streng jüdischen Umfeld im Staat New York, bricht der Ich-Erzähler bereits als Achtjähriger mit diversen religiösen Konventionen: Er gönnt sich im Freibad einen unkoscheren Snack. Er fasst sich selbst an. Und er beschimpft Gott als einen ‚Dreckskerl’. Selbst ein Auslandsaufenthalt im Heiligen Land bringt ihn seinem Gott nur bedingt näher. Es sind weniger Gebete und Wunder, denn Drogen und Mädchen, die sein Leben in Israel bestimmen. Der US-amerikanische Autor jüdischen Glaubens erhielt ausgerechnet von seinem Therapeuten die Empfehlung zu schreiben – sich seine Ängste vor Gott von der Seele zu schreiben. Auslanders erste Veröffentlichung „Vorsicht, bissiger Gott“ wurde in den USA ähnlich begeistert aufgenommen wie nun seine Autobiografie. Er schreibt zudem regelmäßig für „The New Yorker“ und die „New York Times“. Auslander hat – vorsichtig formuliert – eine sehr ambivalente Beziehung zu Gott. Während sein Verhältnis zur Religion über Jahrzehnte hinweg allein seine Person betrifft, wandelt sich das Blatt durch seine Heirat und die Geburt seines Sohnes. Als verantwortungsvoller Familienvater will er seinen Erstgebohrenen im rechtem Glauben erziehen, verlangt dafür aber auch im Gegenzug etwas mehr Kooperationsbereitschaft von Gott. So ringt er wochenlang mit sich, ob er seinen Sohn entsprechend der rigiden jüdischen Traditionen beschneiden lassen soll. Spätestens mit dieser zentralen Entscheidung wird dem Leser die hervorragende Wahl des durchaus ungewöhnlichen Titels deutlich. „Eine Vorhaut klagt an“ lebt durch die Zeitsprünge von Auslanders Erwachsenenleben zurück in seine Jugend und Kindheit, die nach und nach eine Fülle skurriler religiöser Fehltritte zu Tage bringen. Kapitelweise liest sich das Buch wie ein Inhaltverzeichnis jüdisch-orthodoxer Sünden. Begonnen bei dem gleichzeitigen Verzehr von Fleisch und Milch, dem Stehlen, dem Fluchen, bis hin zum Blättern in Pornoheften ist eine breite Palette an Sünden bereits in der sechsten Klasse abgedeckt. Herzerfrischend liest sich die Mischung aus Auslanders Selbstkritik und Selbstironie. Der Autor ist gläubig und doch wankelmütig, selbstbestimmt und doch wieder nur ein verlorenes Schaf. Für alle Leser, die kein Problem mit Blasphemie haben, ist dieses Buch ein absoluter Hochgenuss.

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  • Rezension zu "Eine Vorhaut klagt an" von Shalom Auslander

    Eine Vorhaut klagt an
    Leserrezension_2009

    Leserrezension_2009

    11. September 2009 um 12:37

    Eingereicht von savanna Einsteins legendärer Ausspruch „Gott würfelt nicht!“ müsste Shalom Auslander eigentlich gut gefallen – immerhin versucht er mit Gott zu pokern. „Eine Vorhaut klagt an“ ist eine autobiographische Zusammenstellung überwiegend jugendlicher Rebellion und trägt daher den passenden Untertitel „Erinnerungen“. Auslander erinnert sich über knapp 300 Seiten daran, wie er mit aller Kraft versuchte, Gott aus der Reserve zu locken. Die eine, alles entscheidende Frage raubte ihm dabei wieder und wieder den Schlaf: Wie viele Gebote jüdischen Lebens muss er wohl ignorieren, bis Gott ihn richten wird? Aufgewachsen in einem streng jüdischen Umfeld im Staat New York, bricht der Ich-Erzähler bereits als Achtjähriger mit diversen religiösen Konventionen: Er gönnt sich im Freibad einen unkoscheren Snack. Er fasst sich selbst an. Und er beschimpft Gott als einen ‚Dreckskerl’. Selbst ein Auslandsaufenthalt im Heiligen Land bringt ihn seinem Gott nur bedingt näher. Es sind weniger Gebete und Wunder, denn Drogen und Mädchen, die sein Leben in Israel bestimmen. Der US-amerikanische Autor jüdischen Glaubens erhielt ausgerechnet von seinem Therapeuten die Empfehlung zu schreiben – sich seine Ängste vor Gott von der Seele zu schreiben. Auslanders erste Veröffentlichung „Vorsicht, bissiger Gott“ wurde in den USA ähnlich begeistert aufgenommen wie nun seine Autobiografie. Er schreibt zudem regelmäßig für „The New Yorker“ und die „New York Times“. Auslander hat – vorsichtig formuliert – eine sehr ambivalente Beziehung zu Gott. Während sein Verhältnis zur Religion über Jahrzehnte hinweg allein seine Person betrifft, wandelt sich das Blatt durch seine Heirat und die Geburt seines Sohnes. Als verantwortungsvoller Familienvater will er seinen Erstgebohrenen im rechtem Glauben erziehen, verlangt dafür aber auch im Gegenzug etwas mehr Kooperationsbereitschaft von Gott. So ringt er wochenlang mit sich, ob er seinen Sohn entsprechend der rigiden jüdischen Traditionen beschneiden lassen soll. Spätestens mit dieser zentralen Entscheidung wird dem Leser die hervorragende Wahl des durchaus ungewöhnlichen Titels deutlich. „Eine Vorhaut klagt an“ lebt durch die Zeitsprünge von Auslanders Erwachsenenleben zurück in seine Jugend und Kindheit, die nach und nach eine Fülle skurriler religiöser Fehltritte zu Tage bringen. Kapitelweise liest sich das Buch wie ein Inhaltverzeichnis jüdisch-orthodoxer Sünden. Begonnen bei dem gleichzeitigen Verzehr von Fleisch und Milch, dem Stehlen, dem Fluchen, bis hin zum Blättern in Pornoheften ist eine breite Palette an Sünden bereits in der sechsten Klasse abgedeckt. Herzerfrischend liest sich die Mischung aus Auslanders Selbstkritik und Selbstironie. Der Autor ist gläubig und doch wankelmütig, selbstbestimmt und doch wieder nur ein verlorenes Schaf. Für alle Leser, die kein Problem mit Blasphemie haben, ist dieses Buch ein absoluter Hochgenuss.

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  • Rezension zu "Eine Vorhaut klagt an" von Shalom Auslander

    Eine Vorhaut klagt an
    Himmelfarb

    Himmelfarb

    05. February 2009 um 17:31

    Ein grossartiges,sarkastisches kleines Meisterwerk, über den Wahn der Religionen - in diesem Falle das Judentum - und wie man durch sie und das Elternahus traumatisiert werden kann. Das ist mit soviel Ironie, Weisheit und Chuzpe geschrieben, dass es mich sehr begeistert hat. Ich hätte zugleich lachen und weinen können, und kann es nicht erwarten, dass Shalom Auslander im März 09 nach Hamburg zur Lesung kommt! Für alle die Woody Allen, Philip Roth und Billy Wilder lieben, ist dieses Buch absolut empfehlenswert!

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