Shamini Flint

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Autor von Die tödliche Familie Lee, A Bali Conspiracy Most Foul und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Shamini Flint

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Shamini FlintDie tödliche Familie Lee
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Die tödliche Familie Lee
Die tödliche Familie Lee
 (6)
Erschienen am 19.02.2009
Shamini FlintDer Mann, der zweimal starb
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Der Mann, der zweimal starb
Der Mann, der zweimal starb
 (1)
Erschienen am 25.02.2010
Shamini FlintA Bali Conspiracy Most Foul
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A Bali Conspiracy Most Foul
A Bali Conspiracy Most Foul
 (1)
Erschienen am 19.07.2011
Shamini FlintThe Singapore School of Villainy
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The Singapore School of Villainy
The Singapore School of Villainy
 (1)
Erschienen am 23.03.2010
Shamini FlintA Bali Conspiracy Most Foul
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A Bali Conspiracy Most Foul
A Bali Conspiracy Most Foul
 (1)
Erschienen am 19.08.2009
Shamini FlintDiary of a Cricket God
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Diary of a Cricket God
Diary of a Cricket God
 (0)
Erschienen am 04.04.2013
Shamini FlintDiary of a Taekwondo Master
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Diary of a Taekwondo Master
Diary of a Taekwondo Master
 (0)
Erschienen am 01.01.2013
Shamini FlintDiary of a Rugby Champ
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Diary of a Rugby Champ
Diary of a Rugby Champ
 (0)
Erschienen am 01.01.2013

Neue Rezensionen zu Shamini Flint

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Rezension zu "The Singapore School of Villainy" von Shamini Flint

Anwaltskanzlei liefert Verdächtige galore
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Singapur ist ein Muster an Sauberkeit und Organisation und man hält große Stücke darauf, dass im Land eine äußerst geringe Kriminalitätsrate herrscht. Eine Stadt wie aus dem Webeprospekt für Expats aus aller Welt, die sich hier den guten Jobs zuliebe sicher und unkompliziert niederlassen können und sollen. Als ausgerechnet ein angesehender Seniorpartner der Anwaltskanzlei Hutchinson & Rice erschlagen am Schreibtisch aufgefunden wird, darf diese schillernde Blase auf keinen Fall platzen, findet Superintendent Chen. Er beauftragt Inspector Singh damit, den Mörder schnell und ohne großes Aufsehen zu finden. Das Image Singapurs darf keinen Kratzer bekommen. Doch das ist einfacher gesagt als getan, denn die Presse bekommt bei so einem aufsehenerregenden Fall in der Stadt sehr schnell Wind davon und setzt zur dramatischen Berichterstattung an.

Die Kanzlei lässt in keiner Hinsicht zu wünschen übrig. Auf der einen Seite bietet Hutchinson &g; Rice perfekten Service für 400 Dollar pro Stunde und für eine erstklassige Klientel. Auf der anderen Seite bedient die Kanzlei ein komplettes Spektrum an Farcen, sobald der Lack ab ist. Die Partner der Kanzlei, die wegen einer speziellen Schließtechnik als einzige als Täter in Frage kommen, haben alle etwas zu verbergen und Verdächtige gibt es also mehr als genug: Insiderhandel, Drogenmissbrauch, Fremdgehen, Erpressung, Lebensversicherungen, Rache ... alles hinter der elitären Fassade der Upperclass unter den Expats. Einzig ein Anwalt sollte hoffentlich mit reiner Weste aus der Angelegenheit hervorgehen: Jagdesh Singh, seines Zeichens ein Verwandter des Inspectors und seiner Frau. Frau Singh soll die Gelegenheit, dass der junge Inder in ihrer Nähe in Singapur ist, nutzen, für ihn eine angemessene Braut zu finden.

Singh darf sich bei diesem Fall über die Begleitung von Corporal Fong ärgern. Nicht, weil Fong sonderlich unfähig wäre. Es ist einfach ein junger Beamter, der wenig Erfahrung hat. Aber Singh ist nun mal am liebsten alleine, würde Dinge gerne komplett nach seinem Gusto regeln und möchte schon gar nicht seine detektivischen Klimmzüge anderen ständig erklären. Fong sieht sich des Öfteren als Kaffeebote degradiert und wundert sich, dass keines der Verhöre von Singh so abläuft, wie er das in der Polizeischule gelernt hat. Trotzdem: Fong hat den Eindruck, dass Singh nicht so ahnungslos im Dunkeln tappt, wie es für die Presse aussieht. Wie er Fong anvertraut, hatte er von Beginn an einen Verdacht. Nur beweisen lässt sich lange nichts, widerlegen aber genauso wenig.

Aus dieser breiten Offensive an Möglichkeiten speist sich die Spannung. Peu à peu deckt Singh die Heimlichkeiten unter den Beteiligten auf und setzt sie damit unter Druck. Während Singh nur darauf wartet, dass eine ganz bestimmte Person reagiert, wartet der Leser ratend auf den finalen Hinweis. Als Motiv lohnt so ziemlich alles, was auf dem Tisch landet. Jedoch: Die Pointe, warum Singh jemand bestimmtes im Auge hatte, erfährt man erst ganz zum Schluss - eine Fährte, die zuvor nicht gelegt worden war. Sie ist raffiniert, denn sie versteckt eine simple, aber wichtige Wahrheit und trotzdem wäre man als Leser nicht auf die Idee gekommen, danach zu fragen.

Zugleich beschreibt Flint, dass die tollen Fassaden in Singapur von innen durchaus faulen können. Singapur lebt von Arbeitenden aus aller Welt und daraus bastelt sich der Stadtstaat eine eigene Klassengesellschaft. Man merkt, dass mancher am liebsten die zweite Ehefrau des Ermordeten, seine ehemalige filipinische Putzfrau, überführen möchte. Die gerne Recht habende Frau Singh erwischen zwischendurch ebenfalls dumme Vorurteile und die Polizei geht sogar so weit, einen der Anwälte nach einer berechtigten Verhaftung wieder frei zu lassen, damit die Stadt keinen Imageschaden erleidet: "Don't you think this murder investigation of yours has generated enough bad publicity for Singapore? Now you want to hang some thirty-something white yuppie from an international law firm for drug trafficking? You must be out of your mind!"

Shamini Flint hat mich wieder gepackt mit einer guten Story und einem unterhaltsamen Stil. Wovon sie schreibt, weiß sie genau: Flint lebt in Singapur und hat selbst jahrelang als Anwältin gearbeitet. Die Tücken der lokalen Jurisdiktion kennt sie damit ebenso gut wie zum Beispiel ihr französisches Gegenstück Hannelore Cayre. Wie so oft bei Autoren aus Gebieten, die nicht USA, Großbritannien oder Skandinavien heißen, ist es schade, dass es bei zwei deutschen Übersetzungen geblieben ist, während sich der Schwedenkrimiwelle weiterhin Bahn bricht. Immerhin zwei Bücher stehen mir derzeit auf Englisch noch zur Verfügung.

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Rezension zu "A Bali Conspiracy Most Foul" von Shamini Flint

Gut verschlüsseltes Rätsel auf Bali
Ein LovelyBooks-Nutzervor 4 Jahren

Auf Bali hilft ein internationales Team von Terrorspezialisten und Ermittlern den lokalen Behörden nach einem Terroranschlag. Singapur schickt den Polizeibeamten Singh. Der hat eigentlich keine Ahnung von diesem Themenbereich, aber für die Behörde in Singapur ergibt die Entsendung trotzdem einen Sinn: Die wirklich guten Terrorexperten werden in Singapur selbst benötigt. Die Kollegen vor Ort allerdings wissen genau, wie es um Singhs Kompetenzen bestellt ist. Einen halbwegs sinnvollen Einsatz haben sie erst für ihn, als unter den zahllosen Körperteilen ein Stück Schädelplatte mit einem Einschussloch auftaucht. Offensichtlich ist jemand vor dem Anschlag ermordet worden und Singh macht sich trotz der extrem dürftigen Ausgangslage an die Arbeit.

Ihm zur Seite wird die Australierin Bronwyn Taylor gestellt. Auch sie ist auf dem Abstellgleis gelandet, nachdem sie sich in einem Interview in den Augen der Vorgesetzten bei Weitem zu ehrlich geäußert hat. Brown ist ebenfalls keine Terrorexpertin, sie hat im Gegensatz zu Singh auch von Mordermittlungen keine Ahnung, sondern kam wegen ihrer Sprachkenntnisse zum australischen Team. Obwohl sie Singh deutlich zu nassforsch ist, akzeptiert er sie als Mitstreiterin: "Anyone who was courageous or foolhardy enough to shine a bright light on secretive government activities deserved a bit of support. After all, he was from Singapore - no one knew better than him the heavy hand of the state."

Taylor und Singh ergeben ein überraschend harmonisches Paar. Singh ist zwar des öfteren mäkelig, aber er schätzt viele Ideen der Kollegin, die sich trotz Unerfahrenheit bewährt. Und ihre Wortwechsel gefallen immer wieder.
'They don't do things together. When they have breakfast, they do not talk. He reads a book, [...] she looks far away even if she is staring at the wall. [...]'
'Actually, it sounds pretty much like breakfast at my home every morning.'
'But you haven't caught a bullet,' pointed out Bronwyn.
'Give my wife time,' said Singh.

Da die Schädelplatte identifiziert werden kann, ermitteln die beiden im Umfeld des toten Engländers Richard Crouch, der als Expat ein eher trübseliges Leben geführt hat. Auch bei den wenigen Bekannten des Ehepaares Crouch sieht es düster aus. Mit Eifersucht, Langeweile, Sehnsucht, Spielsucht und Gehässigkeit machen sich die Expats das Leben schwer. Parallel dazu erzählt Shamini Flint von einem kleinen Haushalt von Muslimen um Ghani und Nuri, die seit Kurzem auf Bali leben.

Dass beide Gruppen irgendwie zusammen hängen, ist klar, Flint aber lässt sich Zeit mit der Erklärung. Sie baut ein gründliches Bild ihrer Protagonisten auf, von denen (mit ganz wenigen Ausnahmen) auf der Paradiesinsel keiner wirklich glücklich ist. Vor allem für Ghani und seine Familie von der muslimisch geprägten Insel Sulawesi ist das hinduistische Bali mit seinen vielen Touristen völliges Fremdland - beides ist Indonesien und für die kleine Gruppe um Ghani speisen sich daraus einige Reibungspunkte.

Hintergrund des Singh-Romans sind die Terroranschläge von 2002, bei denen über 200 Menschen ums Leben kamen. Einige Figuren von damals spielen bei Flint eine kleine Rolle und sie baut geschickt eine denkbare Nachfolgehandlung darauf auf. Trotzdem gelingt es ihr, gerade keinen Politthriller oder sensationsgierigen Terrorismusroman daraus zu machen, sondern einen Roman mit sehr menschlichen Figuren und einem berührenden Plot.

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Rezension zu "Die tödliche Familie Lee" von Shamini Flint

Rezension zu "Die tödliche Familie Lee" von Shamini Flint
Ein LovelyBooks-Nutzervor 8 Jahren

Inspector Flint verlässt Singapur in beruflicher Mission: Die Singapurianerin Chelsea Liew ist in Malaysia des Mordes an ihrem Ehemann angeklagt und Singh soll nun sicherstellen, dass Liew einen fairen Prozess im Nachbaarstaat bekommt. Ein Einsatz, der eigentlich ein Witz ist, weil Singh außerhalb seines Einflussbereichs tätig sein wird und in Wirklichkeit wohl nicht viel ausrichten könnte. Aber den Vorgesetzten ist alles Recht, was Singh zu einer frühzeitigen Pensionierung veranlassen könnte. Der Inspector nimmt seine Aufgabe wider Erwarten Ernst und schlägt quer, als er Liews Unschuldsbeteuerungen glaubt und nach anderen Verdächtigen fragt.

In diesem Fall war ich mal wieder dem Projekt "Literarische Weltreise" dankbar, für das ich dieses Buch zu Malaysia entdeckt habe. Der dicke Stempel "Mängelexemplar" ziert den Buchschnitt, aber das bezieht sich definitiv nur auf Äußerlichkeiten. Für den Inhalt gilt es keineswegs. Shamini Flint hat einen interessanten Außenseiter der Singapurianischen Polizei entworfen, bei dem ich allerdings nicht ganz nachvollziehen kann, wieso er in Ungnade gefallen ist. Zu hartnäckig? Zu wenig bestechlich? Zu ehrlich? Möglicherweise ist es das, denn diskrete Umschläge scheinen öfter bei Mitarbeitern in Behörden einzutrudeln. Ein Teil der Umschläge kommt regelmäßig von Lee Timbers, dem Unternehmen, das der ermordete Alan Lee geführt hat. Die Abholzungen der Firma sind dank der "finanziellen Kooperation" mit den Behörden nie als illegal aufgefallen. Aber hat das mit dem Mord zu tun, wenn die Exfrau auf Grund eines schmutzigen Sorgerechtsstreits sehr viel mehr Grund hatte, ihrem Mann den Tod zu wünschen?

Was mir an dem Buch auf Anhieb gefallen hat, war der sehr angenehmen Erzählstil, den Antoinette Gittinger aus dem Englischen geholt hat. Dazu brauchte es nur wenige Seiten, um mich zu überzeugen. Hinzu kommt die lebhafte Schilderung der kulturellen, politischen und religiösen Vielfalt in der Region. Hin und wieder kollidieren die Lebensentwürfe. Das beginnt damit, dass Singh in Malaysia sich automatisch nur in die Nesseln setzen kann, wenn er auf fremdem Terrain ermittelt und endet mit perfiden Tricks, um in Scheidungsangelegenheiten den Expartner hinterhältig in die Pfanne zu hauen. Verschiedene Rechtssysteme, die nebeneinander gelten, machen es möglich. Gut, dass Singh in seinem malaysischen Kollegen Mitstreiter findet, die merken, dass Chelsea Liew zwar die einfachste Wahl, aber womöglich nicht die richtige war.

Mit Inspector Singh war ich nicht das letzte Mal in Südostasien unterwegs. Was mich sehr neugierig auf weitere Fälle macht, ist, dass die kommenden Bücher alle in einem jeweils anderen Land spielen werden. Sampai jumpa, Inspector Singh - bis bald!

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