Shani Boianjiu

 3.4 Sterne bei 21 Bewertungen

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Das Volk der Ewigkeit kennt keine Angst

Das Volk der Ewigkeit kennt keine Angst

 (21)
Erschienen am 11.06.2015
The People of Forever are not Afraid

The People of Forever are not Afraid

 (0)
Erschienen am 01.05.2014

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Rezension zu "Das Volk der Ewigkeit kennt keine Angst" von Shani Boianjiu

Schwierig...
Kyoshivor 2 Jahren

Ich habe ein Problem mit diesem Buch. Nämlich meine Ahnungslosigkeit. Ich bin der Überzeugung, dass es ein fantastisches Buch ist, wenn man die ganzen komplizierten Hintergründe des Nah-Ost Konflikts kennt, andernfalls bleibt das Buch dem Leser ein Rätsel. Boianjiu ist nicht hier, um zu lehren und zu erklären, sondern um zu erzählen, was geschehen ist und der Rest ist dem Leser überlassen, er soll alleine damit klarkommen. Dabei spielt sie mit vielen Implikationen und Hinweisen und daher ist es auch wahre Literatur und Erzählkunst: Sie kaut dem Leser nichts vor, sie erklärt nichts. Der Leser soll aus den Fetzen selber interpretieren und verstehen. Ich finde diese Einstellung sehr gut und unterstütze es immer wieder. Voraussetzung wird dabei aber wie schon gesagt, dass man Einzelheiten des Nah-Ost Konfliktes bereits kennt, ja vielleicht selber aus dieser Gegend und Zeit stammt und das Buch liest wie ein altes Tagebuch und vielleicht traurig oder nostalgisch wird, ich weiß es nicht, ich möchte aus Respekt vor den Beteiligten nicht behaupten, wie sie sich wohl fühlen könnten.
Was ich sagen kann, ist, dass Boianjiu sehr intelligent geschrieben hat und Inhalte gekonnt verknüpfen kann. Ihre Sprache ist sehr einfach, beinahe langweilig, die Dialoge sind extrem wirr, aber daher realistisch, teilweise rutscht sie ab in Kitsch. Sie beschreibt viele glänzende Passagen, vor allem in der Mitte des Buches, aber auch viele langweilige und ineffizient geschriebene Passagen, vor allem am Ende des Buches. Der Spannungsverlauf sähe demnach aus wie eine Gaußsche Kurve. Das Konzept der einfachen Sprache kombiniert mit grausamen Inhalten kannte ich schon von Süskind, von Schirach und auch Ani und vielleicht hat mich das Buch deswegen stellenweise mit der Schulter zucken lassen. Letztendlich bleibt mir das Buch ein Rätsel, vielleicht werde ich es später noch einmal lesen und sogar verstehen, nachdem ich mir Einzelheiten einverleibt habe.
Bis dahin sage ich Danke an Boianjiu für ihre Offenheit und den fiktiven, aber authentischen Einblick in den Lebensabschnitt einer israelischen Soldatin.

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Bibliomanias avatar

Rezension zu "Das Volk der Ewigkeit kennt keine Angst" von Shani Boianjiu

Harte Zeiten für israelische junge Frauen
Bibliomaniavor 2 Jahren

Drei junge israelische Frauen, alle 18 Jahre alt, werden vom Militär eingezogen. Yael, Avishag und Lea sind Freundinnen oder glauben es zu sein. Jede von ihnen geht anders mit dieser Erfahrung um, doch überall beim Militär ist es ähnlich: es geht um Waffen, Jungs, Sex und das Überleben. Keine möchte sterben, jede hat Angst und alle gehen auf eine andere Art und Weise damit um. Sei es eine Phantasiewelt, das Militärgefängnis oder Sex. Und auch nach den zwei Jahren beim Militär kann das Leben nicht einfach so wieder aufgenommen werden.
Im Buch wechseln sich die Kapitel immer ab. Mal erfährt man von Yaels, mal von Leas oder Avishags Geschichte. Damit wird die Geschichte einerseits spannend, falls man das bei diesem Thema so sagen kann, aber auch dramatischer. Ich finde es fürchterlich, was diese jungen Frauen durchmachen müssen und bin nur froh, dass es hier in Deutschland anders läuft.
Ein eindrucksvolles Buch, das einem aber auch Angst macht. Gehören Waffenhandhabung, Drill und bedingungsloser Gehorsam wirklich in eine Gesellschaft? Ich denke nicht.

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photovivies avatar

Rezension zu "Das Volk der Ewigkeit kennt keine Angst" von Shani Boianjiu

Das Volk der Ewigkeit kennt keine Angst
photovivievor 3 Jahren

Ich las neulich im Spiegel einen Artikel von Zeruya Shalev über ihren Aufenthalt in Deutschland zur Vorstellung ihres neusten Buches. Ich war unterwegs und hatte mein Buch bereits durch, sodass ich unterwegs ein Neues kaufen musste. Inspiriert von Shalev hielt ich Ausschau nach einem Buch einer israelischen Autorin. Dies ist Shani Boianjius Debütroman.

Die Freundinnen Lea, Yael und Avishag sind zusammen in einem kleinen Dorf nahe der israelischen Grenze zum Libanon aufgewachsen und stehen an der Schwelle zum Erwachsensein. Sie sind zum einen noch sehr kindisch, zum anderen fühlen sie sich schon erwachsen.

Mich faszinierte vor allem der israelische Alltag der jungen Frauen, inmitten von Krieg und Bomben und Flüchtlingen. Trotz allem führen sie ein sehr normales Leben. Sie schwänzen die Schule, haben Streit mit ihren Eltern und wissen und wissen nicht, was sie in Zukunft machen wollen. Dann wieder schleichen sich ungewohnte Szenen ein. Die Mädels verbringen einen Nachmittag auf einem Hügel beim Handymast, weil es nur dort Empfang gibt. Im Bus wirkt ein Mitfahrer als könnte er ein Selbstmordattentäter sein und man setzt sich lieber um.

Nach etwa einem Drittel des Buches ist es soweit, dass die Mädchen zum Wehrdienst eingezogen werden. Fortan geht es um ihr Leben als Soldatinnen; am Grenzübergang, als Waffenausbilderin und bei der Dienstaufsicht. Auf der einen Seite sind viele Szenen normal. Junge Frauen hocken aufeinander, beginnen Affären und Beziehungen, machen sich Gedanken um ihre Zukunft. Doch auf der anderen Seite herrscht Krieg, die Frauen haben mit Waffen und Toten zu tun; Themen, die erwachsen sind. Was mich immer wieder störte, war auch hier die Naivität und Kindlichkeit der Protagonistinnen. Schließlich erfährt man auch noch, was mit den drei Freundinnen nach Ende ihrer Zeit beim Militär geschieht und wie die Zeit dort sie verändert hat.

Aus Sicht aller drei Mädchen wird abwechselnd erzählt, was teilweise sehr verwirrend ist, vor allem da es zwischendurch zusätzlich um ihre Kindheit und Jugend geht. Ich habe einige Male den Faden verloren und wusste nicht wirklich, wo ich gerade beim Lesen bin und um wen es geht. Doch letztlich bot mir das Buch einen tollen Einblick in das Leben israelischer Frauen und in ihre Militärzeit.

Schau gerne für weitere Rezensionen auch auf meinem Blog www.buchstuetze.wordpress.com vorbei!

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