Sharon Penman

 4,5 Sterne bei 14 Bewertungen
Autor*in von Thronräuber, Thronerbe und weiteren Büchern.

Lebenslauf

Sharon Penman, 1945 in New York geboren, war eine Juristin und hochgelobte Autorin historischer Romane und Krimis. Ihr schriftstellerisches Werk inspirierte zahlreiche Autor*innen, darunter George R. R. Martin, Bernard Cornwell und Rebecca Gablé. Penman starb 2021 im Alter von 75 Jahren.

Quelle: Verlag / vlb

Neue Bücher

Cover des Buches Treueschwur (ISBN: 9783453276208)

Treueschwur

Erscheint am 28.10.2026 als Gebundenes Buch bei Heyne.
Cover des Buches Thronerbe (ISBN: 9783453444706)

Thronerbe

(4)
Erscheint am 10.12.2026 als Taschenbuch bei Heyne.
Cover des Buches Treueschwur (ISBN: 9783759903815)

Treueschwur

Erscheint am 26.10.2026 als Hörbuch bei Random House Audio.

Alle Bücher von Sharon Penman

Cover des Buches Thronräuber (ISBN: 9783453444027)

Thronräuber

(9)
Erschienen am 10.06.2026
Cover des Buches Thronerbe (ISBN: 9783453444706)

Thronerbe

(4)
Erscheint am 10.12.2026
Cover des Buches Hochverrat (ISBN: 9783453276314)

Hochverrat

(0)
Erscheint am 28.04.2027
Cover des Buches Treueschwur (ISBN: 9783453276208)

Treueschwur

(0)
Erscheint am 28.10.2026
Cover des Buches Hochverrat (ISBN: 9783759905017)

Hochverrat

(0)
Erscheint am 26.04.2027
Cover des Buches Thronerbe (ISBN: 9783759900388)

Thronerbe

(0)
Erschienen am 03.11.2025
Cover des Buches Thronräuber (ISBN: 9783837169546)

Thronräuber

(0)
Erschienen am 26.05.2025
Cover des Buches Treueschwur (ISBN: 9783759903815)

Treueschwur

(0)
Erscheint am 26.10.2026

Neue Rezensionen zu Sharon Penman

Cover des Buches Thronerbe (ISBN: 9783453444706)
SunnySues avatar

Rezension zu "Thronerbe" von Sharon Penman

SunnySue
Sharon Penman "Thronerbe"

"Wir haben das Werk des Teufels geschaut. Es gab keine Gnade. Sie haben Hausbesitzer gezwungen, ihnen zu zeigen, wo sie ihre Wertsachen versteckten, und ihnen dann die Kehle durchgeschnitten. Sie haben das Nonnenkloster St. Radegund geplündert und ehrbare Frauen vor ihren Ehemännern geschändet. Sie haben mit voller Absicht Kirchen niedergebrannt und Gott beraubt. Sie haben weder die Jungen noch die Alten noch die Schwachen verschont, sondern wahllos gemordet, wie zum Vergnügen."


"Thronerbe" ist der zweite Band von Sharon Penmans Plantagenet-Saga und setzt im Juni 1143, sechs Monate nach dem Ende des ersten Bandes, wieder an.


"Eure Sichtweise der Menschheit ist finster genug, um sogar den Teufel zu beunruhigen."


Kaiserin Maudes engster und wichtigster Verbündeter Robert von Gloucester erliegt im Spätsommer 1147 einem Fieber und stirbt. Ihres mächtigsten Unterstützers beraubt, bleibt der Kaiserin nur England zu verlassen und sich in die Normandie zurückzuziehen. Das beflügelt Stephen und seine Anhänger und treibt ihren Feldzug mächtig voran. Doch Maudes Sohn Henry ist mehr als entschlossen den Thron für sich und seine Mutter zu erobern und seinen rechtmäßigen Anspruch geltend zu machen. Im Weg steht ihm jedoch nicht nur Stephen, sondern auch dessen Sohn Eustace. Dieser erntet jedoch, mit Ausnahme von seinem Vater, in den eigenen Reihen keine Unterstützung und Anerkennung. 

Henry wächst indessen zu einem wirklich streitbaren jungen Mann heran, der König Louis' Frau Eleonore von Aquitanien ins Auge fällt. Schon lange möchte Eleonore aus der Verbindung mit dem französischen König ausbrechen und in Henry sieht sie ihre Chance. Dass das zusätzliche Schwierigkeiten mit sich bringt ist klar. Und so sieht sich Henry schon bald an mehreren Fronten kämpfen.


"Ich weiß, wir haben hier und heute einen Sieg errungen. Aber ich fange an zu begreifen, dass Siege in diesem Krieg nicht das sind, was sie zu sein scheinen, Onkel. Denn was haben wir wirklich gewonnen? Die Gelegenheit, morgen noch einmal dasselbe zu tun."


Auch dieser zweite Band konnte mich wieder begeistern. Trotz der weiterhin dokumentarisch anmutenden Erzählweise und der fehlenden Charakternähe, konnte ich zu einzelnen Figuren dennoch eine Verbindung aufbauen. Besonders gern mag ich Ranulf Fitz Roy, der allerdings nur ein fiktiver Bruder Maudes ist - aber bei all den Bastarden von König Henry I. fällt einer mehr nicht weiter auf. Dass er mir so viel zugänglicher und näher war liegt vielleicht daran, dass Penman mit Ranulf als fiktive Figur viel freier umgehen konnte und ihm die Charakterzüge zuschreiben konnte, die sie wollte - was sie bei den historischen Figuren eben nicht konnte oder wollte. Definitiv lässt Penman das 12. Jhd. und den über mehr als ein Jahrzehnt andauernden englischen Bürgerkrieg überaus lebendig werden. Sie wirft mich in das Geschehen und so finde ich mich immer wieder in zugigen Burgen, in Regen und Matsch, in Schnee und Eis wieder. Zwischen politischen Intrigen und Plänen, Verrätern, Verbündeten und Freunden. Und auch wenn wir hier eine Menge Schlachten erleben, Penman hält sich hier an die Fakten ohne Ausschmückungen und unsere aktive Teilnahme am Kampfgeschehen. Also durchaus auch für Zartbesaitete gut lesbar.


"Wenn sie so weitermachen, herrschen sie am Ende nur noch über einen Friedhof."


Nun bin ich sehr gespannt auf "Treueschwur", den 3. Band, der voraussichtlich am 28. Oktober diesen Jahres erscheinen soll. 


Übersetzt aus dem Englischen von Julian Haefs. 

Cover des Buches Thronräuber (ISBN: 9783453444027)
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Rezension zu "Thronräuber" von Sharon Penman

SunnySue
Sharon Penman "Thronräuber"

"Warum ist es Ehrlichkeit, wenn ein Mann sagt, was er denkt, und Wahnsinn, wenn eine Frau es tut?"

"Thronräuber" ist der erste Band von Sharon Penmans historischer Romanreihe über die Plantagenets. Die Reihe ist bereits 1995 in New York erschienen, 2025 haben wir dann auch die Übersetzung von Heyne und Julian Haefs bekommen.

"Bei Einbruch der Nacht verströmte die Stadt eine unheimliche, furchtbare Schönheit. Die Flammen erhellten die Dunkelheit meilenweit, der Rauch hüllte die Gebäude in einen grellorangen Glanz, und jedes Mal, wenn der Wind drehte, sanken Asche und Glut wie feurige Schneeflocken herab."

Als im November 1120 sein einziger leiblicher Sohn und Thronfolger William bei einem Schiffsunglück vor der Küste der Normandie stirbt, steht König Henry I plötzlich ohne Thronfolger da und England am Rande einer Krise. Kurzerhand ernannte König Henry I seine Tochter Maude zu seiner Thronfolgerin und verpflichtete seine Barone Maude als Erbin und Thronfolgerin anzuerkennen. Zudem befahl er Maude Geoffrey Plantagenet Graf von Anjou zu ehelichen. Eine Ehe, die vor allem Maude viel Leid brachte.

Als König Henry I im Dezember 1135 verstarb, war der Schwur seiner Barone jedoch schnell vergessen - denn eine Frau als Regentin? Undenkbar! Und so sammelten sich die Barone hinter dem Schwert von Stephen von Blois, einem Neffen des alten Königs, um ihm auf den Thron zu verhelfen. Damit beginnt ein blutiger Konflikt, den Maude gibt nicht so schnell auf ...

"Meine Zukunft wird sich in Lincoln entscheiden, aber nicht durch mich. Ich kann nicht einmal dabei sein, um Zeugin zu sein, wie andere über mein Schicksal bestimmen. Weil der Herrgott es für angebracht hielt, mich zu einer Frau zu machen, kann ich nichts tun als warten."

Das Buch beginnt mit einem wirklich tollen Vorwort von Rebecca Gablé, das meine Erwartungen an diesen historischen Roman sogar noch etwas nach oben geschraubt hat. Und ja, dieser Roman ist wundervoll recherchiert. Der Fokus liegt hier deutlich auf der politischen Geschichte des Bürgerkriegs und weniger auf den zwischenmenschlichen Dramen, was natürlich dazu führt, dass zu den Figuren weniger Nähe entsteht wie z. B. bei Gablé. Penman mag es zwar im Gegensatz zu Gablé an Charakternähe fehlen lassen, aber sie lässt das England des 12. Jahrhunderts gekonnt lebendig werden. Sie schafft es, trotz ihrer leicht dokumentarisch anmutenden Erzählweise, all die historischen Fakten so in eine Geschichte zu verweben, dass ich beim Lesen das Gefühl hatte: Genau so muss es gewesen sein! Penman hat es geschafft diesen Teil der Geschichte Englands greifbar zu machen und die lebendigen Dialoge tun hier ihr Übriges.

Für mich war das ein toller Auftakt in die Geschichte der Plantagenets und ich freue mich nun sehr auf Band 2.

"Ich leugne ja nicht, dass ich Fehler gemacht habe, aber du weißt ja nicht, wie das ist, Robert, so ungerecht behandelt zu werden. Nicht wegen deiner Taten zurückgewiesen zu werden, sondern wegen dem, was du bist. Es ist wie ein Gift, das langsam in die Seele sickert und einen halb in den Wahnsinn treibt mit dem Drang, sich zu beweisen ..."

Cover des Buches Thronräuber (ISBN: 9783453444027)
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Rezension zu "Thronräuber" von Sharon Penman

derMichi
Historienroman für Anspruchsvolle

Auch wenn es sich hier "nur" um die erste Hälfte der deutlich dickeren englischsprachigen Ausgabe handelt ist ein wuchtiges Werk daraus geworden, das für Fans von Ebert, Gablé und Co. genau richtig ankommt. Ein Historienroman der alten Schule, weder seichtes Liebesdrama noch mit Magie angereicherte Historienfantasy sondern handfeste, exzellent recherchierte höfische Politik und dazu fast ausschließlich historisch verbürgte Figuren in einem dramatischen Konflikt.

Natürlich verdichtet die hierzulande zu Unrecht bisher fast völlig unbekannte Autorin die Handlung des Bürgerkriegs rund um die Thronfolge an den passenden Stellen, macht dabei aber erfreulich wenig Zugeständnisse. Die Brutalität des Schlachtfelds oder die verbotene Liebschaft von Maudes Halbbruder Ranulf, der ganz eigene Motive für seinen Seitenwechsel mitbringt, sind maximal Begleiterscheinungen der Handlung. Viele Szenen finden in Gemächern, bei Schlachtplanungen und Nachbesprechungen statt.

Kritische Lektoren von heute würden in so einem Manuskript mangelnde Action und aufuferndes Gerede bemängeln, das die ohnehin kleine Zielgruppe noch stärker einschränkt. Tatsache ist: Die Dialoglastigkeit erfordert Aufmerksamkeit, hebt "Thronräuber" aber deutlich über das Niveau der Konkurrenz. Wer sich auf diese Schwarte einlässt wird durchaus auch mit packenden Schlachten und halsbrecherischen Nacht-und-Nebel-Aktionen wie etwa Maudes Flucht aus Oxford belohnt.

Gleichzeitig fehlen klassische Antagonisten; es fällt schwer allein Stephen oder Maude Sympathie entgegenzubringen. Beide haben ihre Gründe nach der Macht zu streben, dabei durchaus nachvollziehbare Motive, aber auch Schwächen, die sie ein ums andere Mal die Treue ihrer Gefolgschaft und den Sieg in entscheidenden Schlachten kosten. Die Nebenfiguren wurden zuweilen etwas gröber skizziert, doch das tut der Sache keinen Abbruch.

Kaum zu glauben, dass dieses Buch mit knapp 800 Seiten nur die erste Hälfte eines im Original noch viel längeren Romans ist. Der Übergang ist exzellent gewählt und verstärkt noch die Vorfreude auf die unter dem Titel "Thronerbe" angekündigte Fortsetzung. Bleibt zu hoffen, dass in Zukunft noch weitere Bücher von Sharon Penman übersetzt werden, denn wenn man dem gelungenen Vorowrt von Rebecca Gablé glaubt, dann stellt sie für englischsprachige Historienromane die Referenz schlechthin dar. Bonuspunkte gibt es auch für das Titelbild, das statt historisierender Gemälde eine echte mittelalterliche Illustration zeigt.

Originaltitel: "When Christ And His Saints Slept"
Bonusmaterial: Stammbaum, Personenverzeichnis, Landkarte, Glossar

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