Shaun Bythell

 4 Sterne bei 44 Bewertungen

Lebenslauf von Shaun Bythell

Der schreibende Buchhändler: Schaun Bythell ist ein US-amerikanischer Schriftsteller und Buchhändler. 2001 eröffnete er seinen eigenen Buchladen „The Bookshop“ und lebt so seine Leidenschaft, wenn auch geplagt von Zweifeln über die wirtschaftliche Zukunft. 

Sein Debüt als Autor gab er mit seinem Roman „Tagebuch eines Buchhändlers“, in dem er seine Erfahrungen und seinen Alltag mit seinen Lesern teilt.

Neue Bücher

Tagebuch eines Buchhändlers

 (40)
Neu erschienen am 12.08.2019 als Taschenbuch bei btb.

Alle Bücher von Shaun Bythell

Cover des Buches Tagebuch eines Buchhändlers (ISBN:9783442718658)

Tagebuch eines Buchhändlers

 (40)
Erschienen am 12.08.2019
Cover des Buches The Diary of a Bookseller (ISBN:9781781258637)

The Diary of a Bookseller

 (4)
Erschienen am 25.07.2018
Cover des Buches The Diary of a Bookseller (ISBN:9781781258620)

The Diary of a Bookseller

 (0)
Erschienen am 28.09.2017

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Shaun Bythell

Neu
F

Rezension zu "Tagebuch eines Buchhändlers" von Shaun Bythell

Leider wenig unterhaltsam
FraukeMeurervor 34 Minuten

Wigtown ist Schottlands erstes Bücherdorf. Es liegt im Süden, hat ca. 1.000 Einwohner und rund 12 Buchhandlungen. Eine dieser ist "The Bookshop", die größte Gebrauchtbuchhandlung in ganz Schottland; seit 2001 von Shaun Bythell geführt. In "Tagebuch eines Buchhändlers" schildert er seinen Alltag in eben jener Buchhandlung. Dabei starten die Einträge im Februar 2014 und enden im Februar 2015. Wir begleiten Shaun also ziemlich genau ein Jahr.
Interessant ist es dabei sicher, einmal hinter die Kulissen blicken zu können. So bekommt man einen guten Einblick, wie Antiquariate neue Bücher für ihren Bestand erwerben und welche Vor- und Nachteile des Online-Handels bestehen. Eine Besonderheit, die vor allem ein abgelegenes Bücherdorf betrifft, ist der saisonbedingte Absatz und wie man mit den damit verbundenen Schwierigkeiten der weniger besuchten Monate umgeht. Zudem gewährt Shaun Bythell natürlich Einblick in absurde Kundenanfragen und -forderungen.
Stilistisch ist das ganze Buch, wie der Titel bereits verrät, wie ein Tagebuch aufgebaut. Es gibt also keinen bestimmten Handlungsverlauf. Niedergeschrieben sind lediglich Shauns Gedanken zum Tag und was in der Buchhandlung vorgefallen ist. Dabei tauchen trotzdem einige Charaktere, wie beispielsweise seine Mitarbeiterin Nicky oder der Stammkunde Mr Deacon, immer wieder auf und diese habe ich auch schnell ins Herz geschlossen. Trotzdem muss ich sagen, dass mir zu wenig passiert ist. Viele Einträge wiederholen sich und werden somit langweilig. Ich hatte mir mehr witzige oder absurde Anekdoten erhofft. Die fehlten aber leider fast gänzlich.
Mit dem Erzähler und Eigentümer des Tagebuchs Shaun habe ich mich sehr schwer getan. Er wirkt durch seine Einträge sehr negativ und unsympathisch. Und genau diese negative Denkweise hat mir auch leider die Freude am Buch genommen. Es ist eine wichtige Botschaft, dass es unabhängige Buchhandlungen schwer haben gegen große Ketten und natürlich den Online-Giganten Amazon. Und ich bin durchaus auch dafür, Menschen ins Bewusstsein zu rufen, wie wichtig es ist, Händler vor Ort zu unterstützen, um eben jene liebevoll geführten Buchhandlungen zu erhalten. Dies aber auf eine dermaßen negative, pessimistische und teils gar herablassende Art zu tun, wird in meinen Augen kaum einen Kunden überzeugen. Und für mich hätte es auch gereicht, wenn er Amazon einmal, meinetwegen auch zweimal verteufelt hätte. Aber muss man dies tatsächlich auf gefühlt jeder zweiten Seite tun? Und wieso werden Kunden verurteilt, wenn sie in seinen Augen "nur" Mainstream lesen? Wieso dürfen diese Leser sich nicht als Büchermenschen bezeichnen?
Insgesamt ist es sicher eine schöne Idee, Lesern die Realitäten des Buchhandels näher zu bringen. In diesem Buch ist dies aber leider auf eine wenig unterhaltsame und leserfreundliche Art passiert. 

Kommentieren0
0
Teilen
B

Rezension zu "Tagebuch eines Buchhändlers" von Shaun Bythell

Ein Ausflug in Schottlands erste offizielle Buchstadt
buchgestapelvor 14 Stunden

Worum geht‘s?
Seit knapp zwanzig Jahren führt Shaun Bythell seinen „Bookshop“ in der schottischen Bücherstadt Wigtown. Im Laufe der Jahre haben große Buchhandelsketten und der Ausbau des Onlinehandels seinem Geschäft merklich zugesetzt, und der Alltag in einem Buchladen ist weder so gemütlich, noch so entspannt, wie man sich das als Nicht-Buchhändler vielleicht vorstellen würde. In seinem „Tagebuch eines Buchhändlers“ nimmt uns Bythell mit in eine Welt der zerschossenen Kindles, unhöflichen Kunden und dem obligatorisch fetten Kater Captain.


Meine Meinung
Das Cover finde ich schon mal sehr schön gestaltet, es wirkt kuschelig und ich könnte mich speziell in so einer Buchhandlung sicherlich eine halbe Ewigkeit lang aufhalten.

Dass der Autor selbst eine Buchhandlung führt, hat mich auf jeden Fall schon mal neugierig darauf gemacht, wie er die Welt zwischen nervigen Kunden und sinkenden Einkünften wahrnimmt.

Damit, dass die einzelnen Beiträge tatsächlich in Tagebuchform verfasst wurden, hatte ich vor dem Lesen des Buches ehrlich gesagt nicht wirklich gerechnet. Obwohl ich eigentlich kein besonders großer Fan von Tagebuch- oder Chatgeschichten bin, haben mich die teilweise ziemlich kurzen Einträge hier überraschenderweise nicht wirklich gestört. In keinen wirklich Lesefluss, zumindest keinen über eine längere Zeitspanne hinweg kommen zu können, war zu Anfang etwas gewöhnungsbedürftig für mich. Ich habe mich allerdings relativ schnell daran gewöhnt und kam dann auch problemlos durch den Rest des Buchs.

Ich könnte mir sehr gut vorstellen, dass „Tagebuch eines Buchhändlers“ durch diese meist sehr kurzen Textpassagen gerade für Zeiten einer Leseflaute oder bei kurzen Konzentrationsspannen sehr praktisch sein kann. Man kann ohne viel Mühe auch mal eben kurz etwas lesen und hat trotzdem das „Erfolgserlebnis“ eines beendeten Kapitels bzw. in diesem Fall eines beendeten Tages.

Auch der Schreibstil ist ziemlich locker gehalten, und so würde ich mir auch Shaun Bythell selbst vorstellen. Er selbst hält sich in manchen Situationen für eine ziemlich klischeehaften Buchhändler, zieht aber auch gerne mal über seine Kunden und deren teils seltsame Angewohnheiten her. Insgesamt wirkt er auf mich manchmal ein wenig zynisch, aber das hält sich immer noch so in Grenzen, dass er nicht unsympathisch oder durchgehend herablassend wird.

Während des Lesens und auch nach Beendigung des Buches habe ich mich des Öfteren gefragt, als was für eine Art von Kunde mich Bythell wahrnehmen würde, und ob ich einen Tagebuch- oder Facebookeintrag wert wäre. Ob das aber wirklich ein Kompliment wäre, liegt vermutlich auch im Auge des Betrachters.

Besonders lustig fand ich Nicky, die im „Bookshop“ arbeitet und so ziemlich immer genau das Gegenteil von dem tut, was Bythell zu ihr sagt. Ob sie die gestapelten Bücher erst wegräumen soll, bevor sie eine neue Kiste auspackt, oder ihr Essen nicht einfach im Laden herum liegen lassen soll – Nicky hat meistens einen ausgesprochen plausiblen Grund, warum ihr das absolut unmöglich ist. Bei ihrem „Feinschmecker Freitag“ ist mir teilweise echt schlecht geworden, aber irgendwo war es dann auch schon wieder lustig, was sie so alles an mehr oder weniger Essbarem angeschleppt und im Laden verteilt hat.


Fazit
Eine groß angelegte Storyline oder einen ausgearbeiteten Spannungsbogen hatte das „Tagebuch eines Buchhändlers“ jetzt vielleicht nicht, aber dadurch muss ein Buch ja nicht unbedingt schlecht sein. Ich konnte wirklich oft lachen, sei es über einige echt schräge Kunden, über Nicky, die hin und wieder lieber die Facebookseite an sich reißt, als sich um das Einsortieren und Auspreisen von Büchern zu kümmern, oder über Shaun Bythell selbst, der mit trockenem Humor auf die seltsamsten Fragen antwortet und auch selbst manchmal für die eine oder andere peinliche Situation sorgt.

Wer sich ab und an mal mit einem Buchhändler unterhält, der keiner großen Handelskette angehört, dem werden die von Bythell beschriebenen Probleme seines Geschäfts nicht völlig fremd sein. Dass Onlinehändler und große Buchhandelsgesellschaften den Gewinn kleiner und unabhängiger Buchhandlungen und Antiquariate nicht gerade steigern, ist auch kein Geheimnis.

Trotzdem fand ich es sehr spannend, einmal aus der Perspektive eines solchen „bedrohten“
Geschäfts auf den Buchhandel und das Konsumverhalten unser heutigen Gesellschaft zu blicken.

Was wir daraus lernen können? Sicherlich kann man als eine Absicht hinter dem „Tagebuch eines Buchhändlers“ vermuten, dass wir als Leser und Kunden unser Konsumverhalten auch einmal überdenken sollten, um lokale und unabhängige Buchhandlungen zu unterstützen. Das ist sicherlich nicht verwerflich und für mich persönlich ein Gedanke, auf den ich bei meinen zukünftigen Bücherkäufen hoffentlich vermehrt achten werde.

Insgesamt vergebe ich dafür vier Bücherstapel und überlege, vielleicht auch mal einen Urlaub im schottischen Wigtown zu verbringen.

Kommentieren0
0
Teilen

Rezension zu "Tagebuch eines Buchhändlers" von Shaun Bythell

Eine amüsante Entzauberung des Traumjobs Buchhändler
Zauberberggastvor 15 Stunden

          Shaun Bythell betreibt seit 2001 eine der größten antiquarischen Buchhandlungen auf dem britischen Festland. Zu dieser kam er wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kind: der alte Antiquar stand kurz vor der Rente und Bythell, auf Sinn- und Berufssuche in seinem Heimatstädtchen Wigtown im schottischen Landstrich Galloway, wollte bei ihm ein Buch kaufen. Er kaufte allerdings gleich den ganzen "Bookshop". Der Rest gehört zur Legendenbildung, denn mittlerweile ist die Buchhandlung und auch Inhaber Shaun Bythell sowie seine amerikanische Freundin Anna, die etwas exzentrische Angestellte Nancy und der immer dicker werdende Kater Captain überregional bekannt. Buchliebhaber aus aller Welt besuchen Wigtown, das immer mehr Büchermenschen und Kunstschaffende anzog und mittlerweile zur "Book Town" avanciert ist, in der mehrere - vor allem antiquarische Buchhandlungen - ansässig sind.

In "Tagebuch eines Buchhändlers" beschreibt Bythell nun seinen Alltag im Jahr 2014, wobei er am Anfang und Ende jedes Eintrags nicht wie die fiktive Bridget Jones gerauchte Zigaretten und gegessene Süßigkeiten aufzählt, sondern die übers Internet bestellten und im Laden gefundenen Bücher (die Zahl ist nicht immer deckungsgleich) sowie die Anzahl der Kunden (die meisten Kunden kaufen nichts) und die Tageseinnahmen.
Dann gibt er Anekdoten aus seinem Leben zum Besten, nicht immer aber meistens haben sie mit seinem Leben als Buchhändler zu tun.
Ob es die skurrilen, unverschämten oder einfach nur nervigen Kunden sind (ein paar wenige sind auch nett) oder die Dinge, die seinen Job eigentlich ausmachen, wie das Ankaufen von Büchern, u.a. aus Nachlässen (die er meist erst sichten, dann abholen und lagern muss) sowie der täglichen Auseinandersetzung mit dem Internet und seiner Preispolitik, etc.: das alles trägt zur Entzauberung seines Berufsstands bei. Welcher bibliophile Leser hat nicht schon einmal davon geträumt, eine Buchhandlung zu besitzen oder zumindest in einer zu arbeiten? Bythell zumindest empfiehlt allen, die das vorhaben, erst einmal gründlich darüber nachzudenken, bevor sie diesen Schritt gehen und die Memoiren von (ehemaligen) Buchhändlern zu lesen.

Mir hat das sehr gut gefallen und ich habe mich durchaus - bis auf eine Längen - unterhalten gefühlt. Man darf nicht vergessen, es ist ein Tagebuch und vieles wiederholt sich auf die ein oder andere Weise. Schön ist, dass man viel über Schottland lernt, das Land und seine Leute sowie seine Kultur.
Man weiß natürlich als Leser nicht, wie viel Fiktion in diesem Tagebuch steckt und ob es wirklich 1:1 die Lebensrealität Bythells dokumentiert.
Ob Shaun Bythell wirklich zum Typus des griesgrämigen Buchhändlers wie Dylan Moran in der satirischen Serie "Black Books", die er zu Anfangs erwähnt, gehört? Zumindest vermag er es uns dies erfolgreich vorzugaukeln - und das ist recht amüsant!


        

Kommentieren0
0
Teilen

Gespräche aus der Community

Neu

Starte mit "Neu" die erste Leserunde, Buchverlosung oder das erste Thema.

Community-Statistik

in 101 Bibliotheken

auf 33 Wunschlisten

von 8 Lesern aktuell gelesen

Was ist LovelyBooks?

Über Bücher redet man gerne, empfiehlt sie seinen Freunden und Bekannten oder kritisiert sie, wenn sie einem nicht gefallen haben. LovelyBooks ist der Ort im Internet, an dem all das möglich ist - die Heimat für Buchliebhaber und Lesebegeisterte. Schön, dass du hier bist!

Mehr Infos

Buchliebe für dein Mailpostfach

Hol dir mehr von LovelyBooks