So beschissen schön ist nur das Leben

von Shaun David Hutchinson 
4,1 Sterne bei8 Bewertungen
So beschissen schön ist nur das Leben
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Dima_von_Seelenburgs avatar

Mir hat dieser besondere Schreibstil und das Ausmaß an Fantasie sehr gut gefallen. Ein weiteres Lieblingsbuch!

Benni_Cullens avatar

Starke Charaktere, außergewöhnliche Erzählweise und eine Story, die zum Nachdenken anregt - ein wahres Juwel!

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Inhaltsangabe zu "So beschissen schön ist nur das Leben"

Drew ist überall bekannt im Krankenhaus und kommt und geht, wie er will. Er hilft, wo er kann, und jeder sieht in ihm einen Freund. Aber nie fragt sich jemand: Wer ist Drew eigentlich? Denn er ist weder Patient im Krankenhaus noch Angestellter dort. Als eines Tages Rusty eingeliefert wird, ein schwerverletzter Junge, der das Leben außerhalb des Krankenhauses ebenso zu fürchten scheint wie er, steht Drew vor einer großen Entscheidung: Traut er sich mit Hilfe von Rusty, da draußen endlich wieder ein richtiges Leben zu führen?

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783401604145
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Fester Einband
Umfang:360 Seiten
Verlag:Arena
Erscheinungsdatum:02.02.2018

Rezensionen und Bewertungen

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    Benni_Cullens avatar
    Benni_Cullenvor 5 Monaten
    Kurzmeinung: Starke Charaktere, außergewöhnliche Erzählweise und eine Story, die zum Nachdenken anregt - ein wahres Juwel!
    Ein berührendes Jugendbuch mit ganz eigenem Stil

    Ach, Jugendbücher. Meine große Liebe. Irgendwann fängt jeder Bücherwurm ja mal an und meistens tut er das in diesem Genre. Und auch noch knapp 15 Jahre später liebe ich die Geschichten aus diesem Bereich über alles. Sei es fantastisch, realistisch, emotional oder lehrreich – völlig egal und zweitrangig, Hauptsache die Geschichte schafft es, mich zu begeistern und für sich einzunehmen. Genau das geschah als ich „So beschissen schön ist nur das Leben“ von Shaun David Hutchinson begonnen und im Anschluss verschlungen habe. Danach trat allerdings etwas sehr Außergewöhnliches ein: Ich konnte keine anderen Bücher mehr lesen. Denn dafür hing ich noch viel zu sehr in der Gedankenwelt unserer Protagonisten fest – aber von vorne.

    In der Geschichte geht es um Andrew, der in einem alten Gebäude neben dem Roanoke General Hospital wohnt. Der Jugendliche hat seine gesamte Familie bei einem Unfall verloren und ist seitdem auf sich allein gestellt. Er hat Angst vor dem Tod, Angst vor fremden Menschen und besonders: Angst vor dem Tod. Der scheint sich nämlich als wahrgewordene Person im Krankenhaus frei zu bewegen, weshalb Andrew versucht ihm so gut es geht aus dem Weg zu gehen. Dabei arbeitet er illegal in der Kantine und hält sich somit über Wasser. Als dann allerdings Drew nach einem schweren Unfall und mysteriösen Umständen auf die Notfallstation gelangt, ändert sich Andrews Leben auf einen Schlag – ob es doch noch Hoffnung auf ein glückliches Leben gibt?

    Von Anfang an mochte ich die düsteren Seiten des Buches: Wir haben es an jeder Ecke mit Tod, Schmerzen oder einschneidenden Krankheiten zu tun. Diese werden nicht beschönigt oder für Jugendbuchleser vereinfacht, sondern sehr komplex und eindringlich dargestellt, was mir von Anfang an sehr gut gefallen hat. Gleichzeitig hatte ich das Gefühl, dass der Autor nicht versucht Antworten zu geben, sondern Figuren darzustellen, die selbst noch mit Fragen und Problemen zu kämpfen haben und diesen inneren Konflikt vor dem Leser sozusagen austragen. Diese Art und Weise Figuren darzustellen hat mich sehr beeindruckt und empfand ich als mit stärksten Aspekt des Romans. Hinzu kam aber dann noch ein Verlauf, der sehr rasant, aber auch detailliert beschrieben wurde, sodass man das Gefühl hatte, hier ein Endprodukt in den Händen zu halten, über das sich der Autor vertieft Gedanken gemacht hat.

    Eine schöne Ergänzung war dabei die Graphic Novel, die an einigen Kapiteln drangehängt wurde, um einen Comic zu erzählen, an dem der Protagonist arbeitet. Dies machte die Geschichte irgendwie noch greifbarer und stellte gut dar, was im Inneren der Hauptfigur vorging. Dabei mochte ich die Superheldengeschichte an sich aber auch und glaube, dass besonders jugendliche Jungs darauf anspringen werden, was gut ist, denn innerhalb des Buches geht es nicht nur um die Themen Tod, Verlust und Krankheit sondern u. a. auch um gleichgeschlechtliche Liebe zwischen zwei jungen Männern. Dass das Thema eine Rolle spielt, sehe ich als Lehrer immer wieder im Schulalltag und Jungs dazu zu bringen, sich damit zu beschäftigen ist wirklich schwer. Dieses Buch wird es allerdings bestimmt schaffen, da die Thematik nicht von Anfang an im Mittelpunkt steht und man auch wenn sie auftaucht, nicht das Gefühl hat, sie würde zentral bedeutend sein. Im Gegenteil: Es geht einfach um zwei Menschen, die sich einander annähern. Schwul? Homosexuell? Begriffe, die nur wenig vorkommen und somit erst gar keine Kategorien zulassen. Eine solche Darstellung gefällt mir immer sehr gut.

    Mein Fazit:
    Eine emotionale Geschichte, ein ausgeglichener Schreibstil und Figuren, die über sich selbst hinauswachsen. Ich hatte das Gefühl ich würde mit den Figuren lernen und war total in der Geschichte drinnen. Gegen Ende wollte ich die Geschichte gar nicht loslassen und hätte sie am liebsten gleich nonchmal gelesen. Ein wirkliches Highlight und für mich eine ganz klare Leseempfehlung an alle Jugendbuchleser – ihr werdet es nicht bereuen. Von mir gibt’s 5 Sterne und die Bestätigung: So beschissen schön ist wirklich nur das Leben.

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    Korikos avatar
    Korikovor 6 Monaten
    Schönes Jugendbuch mit kleinen Schwächen

    Story:
    Seit Monaten lebt Drew in einem unfertigen Teil des Roanoke General Hospitals, arbeitet schwarz in der Cafeteria und versucht Dem Tod zu entkommen, die ihn in jener schrecklichen Nacht, in der seine Familie gestorben ist, vergessen hat. Niemand weiß, wer er wirklich ist, denn Drew setzt alles daran, seine wahre Identität zu verschleiern – vor den Pflegern der Notaufnahmen, mit denen er befreundet ist, vor Lexi und Trevor, zwei krebskranke Jugendliche, die er regelmäßig besucht und vor seinem Chef Anton. Erst als eines Nachts der schwerverletzte Rusty eingeliefert wird, beginnt sich Drew zu ändern – er besucht den Schwerkranken heimlich auf der Intensivstation, beginnt ihm vorzulesen und erzählt ihm die Wahrheit über sich. Auch Rusty öffnet sich ihm gegenüber und schon bald verbindet die beiden jungen Männer mehr. Doch damit beginnen erst Drews Probleme, denn der Tod wird auf ihn aufmerksam und sein Lügenkonstrukt droht endgültig aufzufliegen …

    Eigene Meinung:
    „So beschissen schön ist nur das Leben“ ist ein Jugendbuch von Shaun David Hutchinson und erschien in deutscher Übersetzung im Arena Verlag. Das Buch begleitet den jungen Drew bei seiner ganz persönlichen Trauerbewältigung, nachdem er seine Familie verloren hat und dabei neue Hoffnung zu schöpfen versucht. Das Buch enthält eine 32-seitige Graphic Novel von Christine Larsen, die die Geschichte von Patient F erzählt – dem Comic, an dem Drew während seiner Zeit im Krankenhaus arbeitet und der einen Ausblick auf Drews Zukunft außerhalb des Krankenhauses gibt.

    Die Geschichte besticht nur bedingt durch eine logische Grundhandlung, denn die Tatsache, dass Drew unbemerkt mehrere Monate in einem Krankenhaus lebt, ohne dass es jemand – Ärzte, Pfleger, Patienten – bemerkt, erscheint ein wenig an den Haaren herbeigezogen und wirkt an vielen Stellen unglaubwürdig. Das betrifft nicht nur die Grundgeschichte, sondern auch Drews teils sehr naives, junges Verhalten und seine Fixierung auf den Tod – im Grunde nur eine Sozialarbeiterin, die sich mit Todkranken unterhält und ihnen Beistand gibt. Sobald man diese Punkte als gegeben akzeptiert hat und sich auf die restliche Handlung konzentrieren kann, kann man jedoch tiefer ins Buch eintauchen und sich auf die eigentliche Geschichte einlassen – die Hintergründe zu Drews Leben, seine Freundschaften innerhalb der Klinik und seine besondere Bindung zu Rusty, der eines Nachts mit schweren Verbrennungen eingeliefert wird. Schnell wird Rusty zu einem Anker für Drew – er erzählt ihm von seiner Vergangenheit, seinen Ängsten und von seinem Comic „Patient F“, an dem er während seiner freien Zeit arbeitet. Zeitgleich erfährt er mehr von Rusty, der auf einer Party von Schulkameraden angezündet wurde, weil er schwul ist. Da Drew selbst homosexuell ist, fühlt er sich noch stärker mit dem Jungen verbunden und setzt alles daran, ihn vor dem Tod zu beschützen. Gleichzeitig drohen seine Lügen nach und nach aufzufliegen, insbesondere da die Sozialarbeiterin ihm auf die Schliche kommt und Drew mehr und mehr in eine Ecke drängt.

    Die Charaktere sind gut gezeichnet – man lernt Drew sehr intensiv kennen und versteht seine Ängste, Probleme und Beweggründe. Er kommt mit dem Tod seiner Familie nicht zurecht und klammert sich an die Vorstellung, dass er den Ort nicht verlassen kann, an dem seine Eltern und seine Schwester gestorben sind – ansonsten würde ihr Tod erst real werden. Noch vor Rusty, der einen überraschend kleinen Teil der Handlung einnimmt, stehen Lexi und Trevor im Zentrum der Geschichte – die beiden krebskranken Jugendlichen schließt man sehr schnell ins Herz und fiebert mit ihnen mit. Sie geben Drew mehr als einmal einen Schubs in die richtige Richtung, ebenso wie er den beiden hilft und bemüht ist, sie aus ihrem Trott zu befreien.
    Die Erwachsenen wirken manchmal ein wenig zu blass – insbesondere diejenigen, die Drew näher kennen. Es verwundert ein wenig, dass niemand auf die Idee kommt, zu fragen, warum er so viel Zeit im Krankenhaus verbringt.

    Stilistisch legt Shaun David Hutchinson ein gut geschriebenes, sehr emotionales Jugendbuch vor, das gänzlich aus Drews Sicht erzählt wird. Daher lernt man den Teenager am besten kennen – gerade was seine Gedanken und Gefühle anbelangt, ist das Leser immer hautnah dabei. Sei es sein Kampf gegen den Tod, sein Wunsch seine Freunde zu beschützen oder seine langsam erwachenden Gefühle Rusty gegenüber – man baut eine emotionale Bindung zum Hauptcharakter auf und taucht immer wieder in seine Psyche ein, die durchaus verwirrend sein kann, wenn nicht sogar paranoid. Zudem spricht Shaun David Hutchinson einige wichtige Probleme unserer Zeit an – allen voran Mobbing in der Schule. Es ist sehr schade, dass dieses Thema nur am Rande vorkommt, doch da sich die Geschichte um Drews Weg zurück ins Leben dreht, ist es in Ordnung.

    Fazit:
    Mit „So beschissen schön ist nur das Leben“ ist Shaun David Hutchinson ein ungewöhnliches Jugendbuch gelungen, das von der Grundidee her zwar schön und fantasievoll ist, jedoch einer realistischen und glaubwürdigen Grundlage entbehrt. Wer sich daran nicht stört, bekommt ein einfühlsam geschriebenes Jugendbuch mit tiefgängigen Charakteren und einer Geschichte, die zum Nachdenken anregt. Im Zweifelsfall reinlesen und selbst entscheiden -lohnenswert ist „So beschissen schön ist nur das Leben“ auf jeden Fall.

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    AlexandraHonigs avatar
    AlexandraHonigvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: So viel toller als der Klappentext vermuten lässt!
    Einfach wow!

    So beschissen schön ist nur das Leben ♡


    Shaun David Hutchinson

    Drew ist überall bekannt im Krankenhaus und kommt und geht, wie er will. Er hilft, wo er kann, und jeder sieht in ihm einen Freund. Aber nie fragt sich jemand: Wer ist Drew eigentlich? Denn er ist weder Patient im Krankenhaus noch Angestellter dort. Als eines Tages Rusty eingeliefert wird, ein schwerverletzter Junge, der das Leben außerhalb des Krankenhauses ebenso zu fürchten scheint wie er, steht Drew vor einer großen Entscheidung: Traut er sich mit Hilfe von Rusty, da draußen endlich wieder ein richtiges Leben zu führen?

    Puh, wieder eins dieser Jugendbücher, die einem ordentlich den Atmen rauben. Der Klappentext gibt dabei nicht annährend wieder, wie tiefgehend die Thematik dieser Geschichte wirklich ist! Ich möchte euch alles erzählen, aber ich möchte euch nicht spoilern und die Überraschung nehmen.

    Drew hat mir als Charakter schon sehr gut gefallen, aber in Leute um ihn herum habe ich mich einfach komplett verliebt. Da ist die ruppige Krankenschwester Jo sowie der väterliche Cafeteria-Chef Arnold, sowie die verliebten und krebskranken Jugendlichen Lexi und Trevor, die mit ihrem Lebensmut einen Weg in jedes Herz finden. Sogar der Pater des Krankenhauses hat etwas ganz Besonderes an sich.
    Die Geschichte entwickelt sich ziemlich unerwartet an einigen Punkten, an anderen dafür wie erwartet. Es gibt also 1-2 Tatsachen, mit denen man als Leser nicht gerechnet hat und die die Spannung aufrechterhalten.
    Zudem ist zwischen den Seiten der Comic abgedruckt, an dem Drew zeichnet und der seine Version der Geschichte wiedergibt.

    Mich hat das Buch von der ersten bis zur letzten Seite komplett gefangen genommen, berührt und sprachlos zurückgelassen. Eines dieser Jugendbücher, die irgendwie bedeutend sind.

    Jugendbuchfans: Lesen!

    5 von 5 ♡

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    haensbaenss avatar
    haensbaensvor 7 Monaten
    Kurzmeinung: Ein Buch mit ganz besonderer Aufmachung, das Mut macht, nach vorne zu blicken.
    Ein ganz besonderes Buch über Trauer, Schmerz, Mobbing, Selbstvergebung, Liebe und Mut

    Originalrezension: queerbuch.wordpress.com

    Kurzbeschreibung Inhalt

    Drew ist 17 und lebt im Krankenhaus. Er hat sich einen Schlafplatz in einem unbenutzten, halbrenovierten Bereich eingerichtet und erzählt jedem eine andere Geschichte, warum er eigentlich da ist. Dass er dort wohnt, muss er verstecken, denn seit seine Familie nach einem Unfall in diesem Krankenhaus gestorben ist, versteckt sich Drew vor dem »da draußen«. Als eines Tages ein Junge, Rusty, mit großflächigen Verbrennungen eingeliefert wird, wird Drew unaufhaltsam von ihm angezogen. Man erzählt sich im Krankenhaus, er sei von Schulkameraden angezündet worden, weil er schwul ist. Drew beginnt, Rusty zu besuchen und ihm zu zeigen, dass er nicht allein ist. Doch er muss aufpassen, denn keiner darf ja merken, dass er nie nach Hause geht…

    Meine Meinung

    Ich finde es wirklich schwer, meine Gefühle zu diesem Buch zu ordnen und in Worte zu fassen. Wie auch zum Beispiel Carrie Macs 100 schlimme Dinge, die mir bestimmt passieren, ist die Geschichte über Andrew Brawley ein ruhiges Buch, es gibt keine große Spannungskurve, außer kurz gegen Ende, es plätschert so vor sich hin. Dabei ist es aber keineswegs langweilig. Bei dem Thema Gewaltverbrechen aus Homophobie dachte ich mir schon, dass mich Tiefgang erwartet und dass ich möglicherweise emotional mitgenommen zurückbleiben würde. So in etwa ist das auch gewesen, aber ganz still und heimlich.

    Die Geschichte lebt von seine Nebencharakteren. Andrew ist als Hauptperson nicht unsympathisch, handelt aber doch häufig egoistisch und unlogisch. Das hat auch durchaus seinen Sinn. Der Originaltitel The Five Stages of Andrew Brawley ist in meinen Augen sehr viel treffender gewählt und gibt zudem noch viel mehr Aufschluss über das, was dieses Buch eigentlich behandelt. Es ist nicht die Homophobie, Gewaltverbrechen oder irgendeine Art von Coming Out. Hier geht es um Traumaverarbeitung. Um Verlust, um Schuld, um Selbstvergebung und um Loslassen. Drew hat Furchtbares erleben müssen und wir erleben mit ihm die 5 Phasen der Trauer, ohne das explizit vor die Nase gesetzt zu bekommen. Wer sich aber schon mal zumindest oberflächlich mit dieser Thematik auseinandergesetzt hat, der wird schnell feststellen, dass das teilweise irreale und unverständliche Verhalten von Drew genau daher rührt, dass er etwas verarbeiten muss, aber davor davonläuft. Um seinen Gefühlen Ausdruck zu verleihen, zeichnet er immer wieder an seiner Graphic Novel über »Patient F«, der durch die Zeit reist und versucht seine Familie zu beschützen, gleichzeitig aber gegen Widersacher kämpfen muss, die sich gegen ihn wenden. Diese Zeichnungen fließen immer wieder nach einzelnen Kapiteln in das Buch mit ein, wenn man genau hinsieht, kann man dadurch auch das Puzzle über Drews Psyche immer ein Stückchen weiter zusammensetzen. 

    Die oben erwähnten Nebencharaktere sind der Wahnsinn. Ob die drei Pfleger und Krankenschwestern, die Drew zu seiner Familie auserkoren hat, seine zwei an Krebs leidenden Freunde, die ihn nie ungeschoren davonkommen lassen, wenn er sie ein paar Tage nicht besucht hat, der Kantinenchef der ihn schwarz bezahlt oder sogar ein Pfarrer; sie alle lassen die Geschichte so lebendig werden, dass man jedes Wort genießt. Sie sorgen für ein derartiges Wohlbefinden, dass man fast, aber nur fast, vergisst, dass das Krankenhaus eigentlich vom Tod umgeben ist und dem jederzeit ein Ende setzen kann.

    Und das passiert. Logischerweise. Ich hatte die meiste Zeit über das Gefühl, ja, das ist eine schlimme Geschichte, die toll verpackt ist. Aber wann kommt der Knall? Wann reißt sie mich in die Tiefe? Geschehnisse verstricken sich, sorgen für Glücksgefühle und verwirren einen doch immer weiter und dann kommt er, der Knall. Zahlreiche andere Geschichten haben es vorgelebt, man hätte es eigentlich wissen können. Ich habe es zwar erahnt, aber als es dann tatsächlich passierte, brach auch bei mir endlich der Damm und ich weinte und weinte und weinte.

    Doch damit ist es nicht zu Ende. Drew ist und bleibt die Hauptperson und ist nicht mal eben so von seinem Erlebnis geheilt, nur weil das Buch zu Ende ist. Rusty und Drew haben zwar völlig verschiedene Dinge erlebt, haben aber beide die größte Angst davor, wieder ins Leben »da draußen« zu treten. Ob das Krankenhausleben realistisch dargestellt wird, kann ich nicht beurteilen. Aber die Gedanken, die Gefühle, die wir mit Drew durchleben, fühlen sich verdammt echt an. Die beiden können sich vielleicht nicht gegenseitig retten, denn sein Glück in die Hände eines anderen zu legen, wäre auch im wahren Leben der völlig falsche Ansatz. Aber sie können sich Verständnis geben. Und Mut, und Vertrauen.

    Die Leseempfehlung hat der Verlag auf 12 bis 15 Jahre gesetzt. Ich würde hier eher bei frühestens 15 Jahren ansetzen. Ich glaube, dass das Erleben dieser Trauerphasen so verwirrend sein kann, dass die Geschichte sonst einfach nicht verstanden wird und eher durcheinander bringt, als Erkenntnis erzeugt. Auch wenn das Ende Mut macht, hätte es mein 14-jähriges Ich mit einem großen Fragezeichen und sehr aufgewühlt zurückgelassen.

    Fazit

    So beschissen schön ist nur das Leben ist ruhiges Buch mit einer sehr nahbaren Darstellung der Trauerphasen und Schuldgefühle, wenn man als einziger überlebt. Es ist lustig, zugleich aufwühlend und gnadenlos, auch wenn manche Geschehnisse etwas vorhersehbar sind. Trotzdem hat es mich sehr mitgerissen. Die LGBT+-Thematik wird ganz nebenbei eingewoben, ohne aufdringlich zu wirken. Besonders hervorzuheben ist die Einbindung der Graphic Novel, die Drews Gefühlswelt auf auflockernde Weise mehr Tiefe verleiht.

    Humor: ●●●○○
    Anspruch: ●●○○○
    Spannung: ●●●○○
    Liebe: ●●●●○
    Erotik: ●○○○○
    Originalität: ●●●●○

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    Dima_von_Seelenburgs avatar
    Dima_von_Seelenburgvor 17 Tagen
    Kurzmeinung: Mir hat dieser besondere Schreibstil und das Ausmaß an Fantasie sehr gut gefallen. Ein weiteres Lieblingsbuch!
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    ShirinHarokikis avatar
    ShirinHarokikivor 2 Monaten
    Buchschatzjaegerins avatar
    Buchschatzjaegerinvor 6 Monaten
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    Livraryvor 7 Monaten

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