Shay Savage

 4.5 Sterne bei 4 Bewertungen
Autor von Transcendence.

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Transcendence

Transcendence

 (4)
Erschienen am 13.02.2014

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Rezension zu "Transcendence" von Shay Savage

Interessante Perspektive, niedliche Geschichte mit dem gewissen Caveman-Etwas
IraWiravor 4 Jahren

Oooookay.....ich habe jetzt lange überlegt, wie ich dieses Buch
finde, das mich auch neugierig machte, als ich es auf der Voting-Liste
bei Goodreads entdeckte.

 Die Geschichte ist definitiv "anders"
und ich musste oft grinsen und habe sie wirklich gerne gelesen. Sie ist
auch durchaus gut durchdacht und in sich schlüssig, glaube ich, doch ja,
eigentlich schon. Na ja - und die Charaktere, die sind einfach klasse,
zumindest der eine, den man kennenlernt, also, richtig kennenlernt.

Leider
ist Ehd, dank seines Status als Höhlenmensch, der beinhaltet, dass er
evolutionstechnisch noch ohne das sogenannte Broca-Areal, das
Sprachzentrum des Gehirns ausgestattet ist, nicht ganz so kommunikativ.
Glücklicherweise wird dieser Part in der Erzählung von der Autorin doch
weitgehend aufgefangen, die sich durchaus sehr flüssig und fesselnd in
wohlformulierten Sätzen ausdrücken kann.

Ich meine, okay, Ehd kann
zwar keine Sprache lernen, aber immerhin weiß er, dass er gerade einem
Wildschwein die Halsschlagader aufschneidet, ein plietscher Kerl ist er
ja auf jeden Fall. Und offensichtlich, Höhlenmensch hin oder her, auch
ein gut aussehender, wenn die Haare erst einmal ab sind.

Gewisse
Ähnlichkeiten mit pubertierenden Jungs, High-School Footballern und
dergleichen, wenn es um - sagen wir mal, so etwas wie die Unbeirrbarkeit
und Geradlinigkeit geht, mit der Ehd überlegt, wie er denn seine Beh
dazu bringen könnte, sich nun endlich von ihm ein Baby in den Bauch
machen zu lassen, sind mit Sicherheit zufällig. Und meine garstigen
Gedanken und das breite Grinsen, bei einigen von Ehds Überlegungen sind
natürlich auch weit hergeholt, immerhin macht Shay Savage schon in ihrer
Widmung klar, dass es nicht um ein Buch über jemanden geht, der sich
wie ein Höhlenmensch benimmt, sondern um einen echten Höhlenmenschen:

"For all those who didn't want a story about someone who acted like a caveman, but a story about an actual caveman!"

Demnach sind natürlich alle etwaigen Ähnlichkeiten mit lebenden Personen absolut zufällig und unbeabsichtigt, auch
wenn ich zwischendurch dann doch einmal googeln musste, ob die Autorin
vielleicht Mutter einer Horde halbwüchsiger Jungen oder
Football-Trainerin ist. Das ist nicht der Fall, laut ihrer Webseite liebt sie allerdings Fußball und hat einen Abschluss in Psychologie...

Ehd,
tja, kein typischer Charakter und keine typische Erzählweise, da man 
ausschließlich seine Sicht dargelegt bekommt. Da ihm die Möglichkeit
fehlt, sich mit Beh verbal auszutauschen und sich darüber mit ihrer
Sichtweise auseinanderzusetzen, ist es ein sehr ungewohntes Bild, das
man bekommt. Natürlich hat man als Leser schon eine gewisse Vorstellung,
was passiert sein kann, wenn Ehd auf einmal in seiner Fallgrube ein
weibliches Wesen findet, seine potentielle Partnerin, wie er gleich
erfreut feststellt, als er merkt, dass sie weiblichen Geschlechts sein
muss.

Allerdings gibt es so einiges an seiner neuen Partnerin, an
das er sich gewöhnen muss. Nicht nur, dass sie diese ganzen merkwürdigen
Töne von sich gibt, den ganzen Tag, von morgens bis abends, die ihm
Kopfschmerzen bereiten, nein, auch sonst hat sie nicht nur merkwürdige
Sachen an, sondern auch sehr komische Angewohnheiten, so zwingt sie etwa
den armen Kerl zum Bad im eiskalten Fluss und anderen merkwürdigen
Dingen.

Aber da Ehd, selber noch ein Teenager, nach einem
verheerenden Feuer, das seinen ganzen Stamm ausgelöscht hat, seit
einigen Jahren alleine lebt, nimmt er all diese Dinge gerne in Kauf,
wenn er dafür mit Beh wieder jemanden an seiner Seite hat. Doch bald
merkt er, dass es nicht nur das ist, was Beh für ihn so besonders macht
und auch sie scheint seine Gefühle zu erwidern...

Die
Autorin schafft es aber sehr gut, nur über Ehds einseitige Wahrnehmung
und ohne eine verbale Interaktion der beiden Protagonisten, die
Geschehnisse so darzustellen, dass man als Leser eine genaue Vorstellung
dessen bekommt, was passiert, was Beh ihm mitteilen möchte, wo Beh
herkommt und was in ihm über das hinaus geht, was er selber formulieren
kann, so dass man nicht das Gefühl hat, dass etwas fehlt.

Eine
ungewöhnliche Geschichte mit einem ungewöhnlichen Protagonisten, das
sich "anders" liest, aber es durchaus wert ist, dass man es einmal in
die Hand nimmt.

Mir hat es gut gefallen und ich habe es
gerne gelesen, auch wenn ich mir vorstellen kann, dass es Leser gibt,
die mit dieser Perspektive ihre Schwierigkeiten haben.

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