Untiefen

von Sheena Kamal 
3,7 Sterne bei62 Bewertungen
Untiefen
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Positiv (37):
Biests avatar

Thriller mit ernstem Thema. Spannend, interessant und bewegend.

Kritisch (5):
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Nicht überzeugend erzählt

Alle 62 Bewertungen lesen

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Inhaltsangabe zu "Untiefen"

Nora Watts ist die perfekte Jägerin - als ehemaliges Mitglied der Canadian Forces hat sie ein untrügliches Gespür für Lügen. Sie ist die beste Privatdetektivin Kanadas. Doch ihr Leben ist hart, immer wieder verfällt sie dem Alkohol. Sie vertraut niemandem, lebt heimlich im Keller unter dem Detektivbüro in Vancouver und spricht nur mit ihrer Hündin Whisper. Bis ein Paar sie um ihre Hilfe bittet. Ihre Tochter Bonnie ist verschwunden. Nora stellt entsetzt fest, dass es sich um ihre eigene, vor fünfzehn Jahren zur Adoption freigegebene Tochter handelt. Nur wenn sie sich jetzt zum ersten Mal wieder den Menschen öffnet, kann sie sie retten. Aber Bonnies Entführer sind auch hinter ihr her, und bald wird die Jägerin zur Gejagten.

»Extrem spannend, mit ganz eigener Stimme, psychologischer Tiefe und herzzerreißend lebensnahen Figuren. Untiefen bleibt im Gedächtnis, noch lange nachdem man die letzte Seite gelesen hat. Vielleicht für immer.« Jeffery Deaver

»Eine mutige, unbeirrbare Heldin und eine mutige, unbeirrbare Schreibweise ergänzen sich zu einem außergewöhnlichen Debüt – höchst empfehlenswert.« Lee Child

»Kamals Debüt ist anders als die üblichen Vermissten-Thriller – rau, brutal und provozierend. Eine Autorin, die man im Blick behalten sollte!« Library Journal

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783548289595
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:400 Seiten
Verlag:Ullstein Taschenbuch Verlag
Erscheinungsdatum:17.11.2017

Rezensionen und Bewertungen

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    julemausi89s avatar
    julemausi89vor 7 Monaten
    Ursache und Folgen

    Nora Watts ist keine sympatische Frau. Sie ist auch keine attraktive Frau. Vielmehr ist sie eine, durch ihre unschöne Kindheit und ein Verbrechen gezeichnete Frau, die gelernt hat mit ihren Fehlern zu leben und in Vancouver für einen Privatermittler arbeitet. Bis ein Ehepaar auf sie zukommt, dessen Tochter verschwunden ist- ihre Adoptivtochter, deren leibliche Mutter Nora ist...

    Nora ist eine starke Hauptfigur, die es schafft, dem Roman unglaublich viel Leben einzuhauchen, ohne dabei positive Stimmungen zu verbreiten. So ist dieses Buch auch wirklich kein Wohlfühlbuch. Dafür ist es spannend, liefert realistische Einblicke in das Leben einer trockenen Alkoholikerin und wartet mit ein paar ungewöhnlichen Wendungen auf.

    Natürlich muss die Realistik zu Gunsten eines fesselnden Plots Abstriche machen, aber das nimmt man doch gerne in Kauf.

    Leider, und das ist für mich der einzige Minuspunkt des Buches, bleibt Nora die einzige interessante Figur des Buches. Alle anderen sind nur Krumen auf ihrem Weg zu einem furiosen Finale.

    Aber insgesamt hat man mit "Untiefen" einen schönen, spannenden Wirtschaftskrimi in der Hand.

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    H
    Hexe63vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: spannend, viel versprechende Handlung
    Die Privatdetektivin

              Es ist der 1. Thriller von Sheena Kamal. Das Cover gefällt mir nicht so  gut. In der Buchhandlung hätte es meine Aufmerksamkeit nicht erlangt.
    Allerdings hat mich die Thematik des Buches angesprochen, es hörte sich sehr vielversprechend an. Nora Watts ist Privatdetektivin und hat schon ein aufregendes Leben mit Höhen und Tiefen hinter sich.
    Vor 15 Jahren gab sie ihre Tochter zur Adoption frei. Plötzlich bekommt sie einen Anruf von der Adoptivfamilie , die sie bei der Suche um ihre Tochter um Hilfe bittet. Als Nora erfährt , das es sich um ihre eigene Tochter  handelt setzt sie alles daran um sie zu finden auch wenn sie sich dadurch selber in Gefahr begibt. Kann Nora ihre Tochter finden ?
    Der Schreibstil von Sheena Kamal gefällt mir gut. Man ist sofort in der Geschichte drin. Lange verschachtelte Sätze vermeidet sie. Der Spannungsbogen ist an manchen Stellen etwas langatmig. Allerdings werden die Charaktere gut beschrieben. Nora konnte ich mir sehr gut vorstellen. Das Buch war für mich ein schöner Zeitvertreib. Ich würde wieder ein buch von dieser Autorin lesen.
           

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    Maria135s avatar
    Maria135vor 8 Monaten
    Kurzmeinung: Spannende Geschichte mit leider etwas (mir) unsympathischen Hauptprotagonistin.
    Von der Vergangenheit eingeholt

    Nora Watts, trockene Alkoholikerin, lebt sehr zurückgezogen mit ihrem Hund in einer Kellerwohnung und arbeitet als Privatdetektivin. 
    Ein Anruf verändert alles, sie wird mit den Ereignissen ihrer Vergangenheit konfrontiert. Ein Ehepaar beauftragt Nora, ihre Adoptivtochter zu suchen, und eröffnen ihr dabei, dass es sich um die leibliche Tochter von Nora handelt.
    Leider konnte ich mich mit der Hauptdarstellerin gar nicht identifizieren. Ihr Auftreten und Verhalten scheint mir zwischendurch ziemlich aggressiv und übertrieben. Bewundernswert fand ich aber ihre Sorge um die Tochter und ihren Einfallsreichtum, ihre Ziele zu erreichen. Nichtsdestotrotz hat ein konstanter Spannungsbogen die Geschichte aufrechterhalten, so dass ich dann das Buch trotzdem nicht aus den Händen legen konnte.
            

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    R
    rinochkavor 8 Monaten
    Unrealistisch

    Der Klappentext und die Leseprobe haben mir sehr gefallen und ich habe mich auf das Buch sehr gefreut. Der Schreibstil der Autorin hat mir sehr gut gefallen, das Buch lässt sich leicht und flüssig lesen. Nora, die Protagonistin, ist ein sehr interessanter und ungewöhnlicher Charakter und sie war mir auf Anhieb sehr sympathisch. Doch leider je weiter ich das Buch gelesen habe, desto weniger gefiel es mir. Es wurde immer unrealistischer und irgendwann hat mich das Buch endgültig verloren. Da ich die Auflösung wissen wollte, habe ich mich bis zum Ende gekämpft und war sehr froh, als das Buch zu Ende war. Ich gebe dem Buch 2 Sterne und werde definitiv keine weitere Bücher aus dieser Serie lesen.

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    milkysilvermoons avatar
    milkysilvermoonvor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ein ungewöhnlicher Auftakt zu einer neuen Reihe, der sich auf erfreuliche Art von anderen Büchern des Genres abhebt
    Ein sehr persönlicher Fall für Detektivin Nora Watts

    Nora Watts, eine trockene Alkoholikerin, lebt heimlich mit ihrer zugelaufenen Straßenhündin Whisper im Keller ihrer Arbeitgeber in Vancouver. Sie ist Privatdetektivin, stark traumatisiert und traut niemandem. Eines Morgens erhält sie einen schockierenden Anruf: Ihre vor 15 Jahren zur Adoption freigegebene Tochter Bonnie ist verschwunden. Sie macht sich auf die Suche nach ihr, obwohl sie sie nicht kennt. Doch die Entführer ihrer Tochter sind auch hinter ihr selbst her und so wird die Jägerin zur Gejagten ...

    „Untiefen“ von Sheena Kamal ist der erste Band der neuen Reihe um Nora Watts.

    Meine Meinung:
    Untergliedert ist der Roman in fünf Teile, die sich wiederum aus mehreren Kapiteln von angenehmer Länge zusammensetzen. Erzählt wird die Geschichte im Präsens aus der Ich-Perspektive aus der Sicht von Nora.

    Positiv aufgefallen ist mir zuerst der erfrischende und ungewöhnliche Schreibstil, der sich sehr flüssig lesen lässt.

    Außergewöhnlich ist auch die unkonventionelle Hauptprotagonistin. Mir hat sehr gut gefallen, dass man es mit einem speziellen Charakter und nicht der typischen Heldin zu tun hat. Ihre komplexe Vergangenheit wurde gut herausgearbeitet und verleiht dem Thriller einen besonderen Reiz. Auch einige der Nebenfiguren sind interessant.

    Schon von der ersten Seite war meine Neugier an der Geschichte geweckt. Die ersten Kapitel fand ich packend. Danach flacht die Spannung zwar etwas ab, nimmt aber im weiteren Verlauf wieder rasant zu, sodass ich zum Schluss hin das Buch nur ungern zur Seite gelegt habe.

    Größtenteils wirkt die Handlung auf mich nachvollziehbar. Leider wurde das Lesevergnügen aber an einigen wenigen Stellen geschmälert durch einige Reaktionen und Verhaltensweisen Noras, die mir unverständlich sind beziehungsweise eher unrealistisch vorkommen. Auch bleiben noch Fragen offen, die wohl erst in den Folgebänden geklärt werden.

    Das Cover ist sehr geschmackvoll gestaltet, allerdings ein wenig nichtssagend. Der Titel weicht stark vom amerikanischen Original ab, ist aber nicht unpassend.

    Mein Fazit:
    Sheena Kamal ist mit „Untiefen“ ein ungewöhnlicher Auftakt zu einer neuen Reihe gelungen, der sich auf erfreuliche Art von anderen Büchern des Genres abhebt. Trotz kleinerer Schwächen kann ich eine Empfehlung aussprechen.

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    V
    Venicevor 9 Monaten
    wie tief kann man fallen

    Nora Watts, trockene Alkoholikerin, tief traumatisiert, lebt mit einem zugelaufenen Straßenhund im Keller ihrer Arbeitgeber, ein kleines Detektivbüro. Dort erledigt sie Schreibarbeiten ist aber auch als Ermittlerin tätig. Eines Morgens erhält sie einen Anruf der sie schockiert. Ihre vor 15 Jahren zur Adoption freigegebene Tochter ist verschwunden. Sie stimmt einem Treffen mit den Adoptiveltern zu. Das Treffen verstört sie zutiefst und bald begibt sie sich als Einzelkämpferin auf die Suche nach ihrer Tochter die sie gar nicht kennt. Nach einer abenteuerlichen Jagd auf Vancouver Island kommt es zum Showdown. Dazwischen kämpft sie immer mit ihrer traumatischen Vergangenheit.

    Der Schreibstil ist rasant und spannend. Das Motiv wirkt anfangs sehr weit hergeholt und unrealistisch. Nur nebenbei erfährt man etwas über den 'roten Markt' und die Stammzellentherapie. Mir fehlte zwischenzeitlich der rote Faden und manche Entscheidungen Noras waren mir unklar. Immer wieder denkt sie an ihre traumatische Vergangenheit und auch wenn sie am Ende wieder zur Flasche greift, erkennt sie bald die Schuldigen ihrer eigenen Vergewaltigung und der Entführung ihrer Tochter.

    Am Ende wird es sehr unrealistisch wenn sie selbst schwer verletzt die Schuldigen zur Strecke bringt. Das wäre in ihrer Verfassung gar nicht möglich.

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    jams avatar
    jamvor 9 Monaten
    Der weibliche Harry Hole

    Nora Watts soll Nachforschungen über ein verschwundenes Mädchen anstellen - ihre Tochter Bonnie, die sie zur Adoption freigegeben hat. Sie ist auf sich allein gestellt, denn sie kann niemandem trauen.Die Ermittlungen führen sie quer durch Kanada - und bringen sie in Lebensgefahr. Dabei gerät sie näher an ihre Vergangenheit, als ihr lieb ist.
    Eines vorweg: Ich liebe kaputte Protagonisten, egal ob in Film, TV oder Büchern. Sei es John McClane, Crossing Jordan, Bones (die aus den Büchern) oder Harry Hole. Und lasst euch gesagt sein, Nora Watts ist der weibliche Harry Hole! 
    Das Buch hat mich von der ersten Seite weg gepackt, ich wollte es nicht mehr aus der Hand legen. Der ungewöhnliche Stil lässt uns Stück für Stück in Noras Welt eintauchen, langsam kommen immer wieder neue Facetten ans Licht. Je weiter wir sie begleiten, umso mehr wird klar, wieso sie so werden musste, wie sie ist. Die Handlung ist so spannend und Sheena Kamal hat die Hinweise auf das Motiv so geschickt versteckt, dass sie zwar da sind, ich sie aber kaum wahrgenommen habe. Ein rundum gelungenes Lesevergnügen, ich werde die Autorin sicher im Auge behalten und freue mich schon jetzt auf einen Folgeroman!

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    brauneye29s avatar
    brauneye29vor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Nicht überzeugend erzählt
    Nicht überzeugend erzählt

    Zum Inhalt: 
    Nora Watts ist Privatdetektiv und traut keinem. Bis ein Paar sie um ihre Hilfe bittet. Ihre Tochter Bonnie ist verschwunden. Nora stellt entsetzt fest, dass es sich um ihre eigene, vor fünfzehn Jahren zur Adoption freigegebene Tochter handelt. Um diese zu retten muss sie sich öffnen. 
    Meine Meinung: 
    Von dem Klappentext her hatte ich eine richtig spannende Geschichte erwartet, aber irgendwie hat mich die Geschichte nicht gepackt. Fing schon damit an, dass mir die Protagonistin total unsympathisch war und trotz ihrer traurigen Geschichte nicht sympathischer wurde. Zeitweise war die Geschichte auch extrem zäh erzählt und hätte deutlich gestrafft werden können. Auch waren mir viele der Reaktionen von Nora unlogisch und manche Handlungen in ihrem zeitweise Zustand absolut nicht möglich. Schade, aus der Geschichte hätte man mehr machen können. 
    Fazit: 
    Nicht überzeugend erzählt.

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    Lovely_Lilavor 9 Monaten
    Kurzmeinung: Ich hätte mir von diesem Buch mehr erhofft.
    Hätte mir mehr erhofft...


    * Die Rezension enthält Spoiler, vor denen aber im Text noch einmal gewarnt wird! *

    ~„Untiefen“ ist ein düsterer, mittelmäßiger Reihenauftakt mit einer ungewöhnlichen, starken, aber auch problembeladenen Hauptfigur, deren Verhalten  ich teilweise übertrieben rücksichtslos fand , so dass sie bei mir leider nicht nur Pluspunkte sammeln konnte. Der Schreibstil ist prinzipiell angenehm zu lesen, mir war er aber teilweise zu detailliert, ebenso fehlte mir streckenweise Spannung. Glänzen kann die Geschichte um Nora Watts hingegen mit ihrem sarkastischen, schwarzen Humor und der düsteren Atmosphäre. ~

    Inhalt

    Übersicht

    Einzelband oder Reihe: Band #1 der Reihe um Noah Watts
    Erzählweise: Ich-Erzähler + Figuraler Erzähler
    Perspektive: weibliche Perspektive
    Kapitellänge: mittel
    Tiere im Buch: ++ Es werden im Buch keine Tiere gequält oder getötet.

    Warum dieses Buch?

    Der Klappentext hat mich sofort angesprochen, die Hauptperson erinnerte mich darin ein wenig an die Hauptfigur von „Good Behaviour“, einer Serie, die ich sehr mag. Deshalb war ich sofort neugierig.

    Zitate

    „Manchen Dingen kann man sich nur in der schützenden Dunkelheit der Nacht stellen. Man murmelt sie in sein Kissen, während im Hintergrund Ray Charles läuft, um die eigene Stimme zu übertönen, und am nächsten Morgen schüttelt man das Kissen aus.“ Seite 241

    „Ich nehme es Lorelei nicht übel, dass sie so ist, wie sie ist. Dass sie alles kontrollieren will, was sich nur irgendwie kontrollieren lässt; dass sie so verzweifelt versucht dazuzugehören. […] Wir sind beide Flickwerk, sie und ich, aus verschiedenen Stücken zusammengenäht. Ihre Stücke sehen schöner aus als meine, aber die Ränder sind genauso ausgefranst. Sie achtet strikt darauf, dass niemand ihre Nähte sieht.“ Seite 157

    Meine Meinung

    Positiv


    + Einstieg

    Der Einstieg fiel mir sehr leicht. Der freche, lockere Erzählstil von Nora begeisterte mich schon auf den ersten Seiten.

    + Nebenfiguren

    Die Nebenfiguren sind mit einer Ausnahme sehr gut gelungen. Vor allem Brazuca, Seb, Leo und Whisper, Noras Hund, konnten mich absolut überzeugen. Toll und erfrischend finde ich hier, dass das Haustier nicht zu einer Nebensächlichkeit verkommt, sondern tatsächlich stark in die Geschichte und in Noras Leben eingebunden ist. Etwas zu einseitig und oberflächlich geschrieben fand ich den Bösewicht, der mir zu eindeutig böse war.

    + Humor

    Großartig fand ich den düsteren Humor in diesem Buch, alleine schon Noras Ausführungen über Whisper, die ein promiskuitives Leben führt und ihre Begegnungen dann laut Noras Interpretationen furchtbar bereut. Es gab einige amüsante Stellen, die mich schmunzeln haben lassen.

    + Atmosphäre

    Die Atmosphäre in diesem Buch, dieses verkorkste Leben am Rande der Gesellschaft, das Nora führt, hat mir aufgrund der Düsternis sehr zugesagt. Stellenweise ist das Buch deshalb sicherlich dem Noir-Genre zuzuordnen.


    Neutral / Teils positiv + negativ

    Schreibstil

    Der Schreibstil hat zwei Seiten. Einerseits ist er angenehm flüssig und einfach zu lesen. Er enthält zudem sehr anschauliche, gelungene Beschreibungen und gelungene Schilderungen von Noras inneren Dämonen und ihrer oft düsteren Denkweise. Das mochte ich sehr. Andererseits war mir die Sprache stellenweise zu detailliert und das Lesen gelang teilweise nur schleppend. An manchen Stellen (vor allem in der zweiten Hälfte) hätten dem Buch Kürzungen sehr gut getan.

    Idee & Themen

    Der Grundplot und auch die Grundidee sind nun nicht wirklich etwas Neues, spannend wird die Geschichte dadurch, dass man als Leserin eine so ungewöhnliche, schwierige Protagonistin begleitet. Daher finde ich es nicht wirklich schlimm, dass das Buch nach einem schon oft gesehenen „Thriller-Muster“ gestrickt ist, das man, sofern man öfters in diesem Genre liest, bereits kennt. Allerdings finde ich wie  andere Rezensentinnen auch, dass manche Zufälle etwas zu „praktisch“ waren und dass manchmal Noras Verhalten nicht nachvollziehbar war.

    Es werden sehr ernste Themen angesprochen, im Mittelpunkt steht natürlich die Problematik einer Schwangerschaft, die aus einer Vergewaltigung entstanden ist und dieses schreckliche Erlebnis selbst. Hier hätte die Autorin gerne noch, was Noras Gefühle betrifft, mehr in die Tiefe gehen können, denn ich fand die Behandlung des Themas etwas zu oberflächlich, weil es doch für die Persönlichkeit und das jetzige Leben der Hauptfigur eine so große Rolle spielt.

    * Achtung Spoiler! *

    Schade und unlogisch fand ich auch, dass Nora am Ende nicht nachgefragt hat, was sie denn so Schlimmes am Krankenbett zu ihrer Tochter gesagt hat. So hätte sich das Missverständnis sofort aufgeklärt und ich bin mir sicher, dass Bonnie sich mit ihr getroffen hätte. Das fand ich wirklich frustrierend.

    *Spoiler Ende *

    Negativ

    - Hauptperson


    Nora ist ohne Frage eine schwierige, aber auch interessante Hauptfigur. Am Beginn wuchsen sofort meine Sympathien für sie, ich mochte sie und begleitete sie gerne. Zusätzlich fand ich ihren düsteren, sarkastischen Humor lustig und ihre Stärke beeindruckend. Sie ist auf jeden Fall eine sehr gut ausgearbeitete Hauptfigur und ich habe sowieso eine Schwäche für „verkorkste“, problembeladene Hauptfiguren. Im Laufe des Buches hat sich meine Beziehung zu Nora leider negativ entwickelt, ihr teilweise egoistisches, feindseliges und aggressives Verhalten ohne Rücksicht auf Verluste hat mich sehr gestört. Besonders schlimm fand ich hier die Szene mit Brazuca mit dem Alkohol (wer das Buch gelesen hat, weiß, was ich meine). Ich verstehe, dass es ihr aufgrund ihrer Erfahrungen schwer fällt, anderen Menschen zu vertrauen, dennoch war mir ihr unausstehlichen Verhalten Personen gegenüber, die es eigentlich gut mit ihr meinen, ein Dorn im Auge. Hier hat die Autorin es meiner Meinung nach übertrieben.

    - Spannung

    Was die Spannung betrifft, so hätte ich mir viel mehr erhofft. Richtig „gethrillt“ fühlte ich mich jedenfalls über weite Strecken leider nicht. Kürzungen hätten dem Buch sicher auch diesbezüglich geholfen.

    Mein Fazit

    „Untiefen“ ist ein düsterer, mittelmäßiger Reihenauftakt mit einer ungewöhnlichen, starken, aber auch problembeladenen Hauptfigur, deren Verhalten  ich teilweise übertrieben rücksichtslos fand , so dass sie bei mir leider nicht nur Pluspunkte sammeln konnte. Der Schreibstil ist prinzipiell angenehm zu lesen, mir war er aber teilweise zu detailliert, ebenso fehlte mir streckenweise Spannung. Glänzen kann die Geschichte um Nora Watts hingegen mit ihrem sarkastischen, schwarzen Humor und der düsteren Atmosphäre. 

    Bewertung

    Idee: 3,5 Sterne
    Ausführung: 3 Sterne
    Schreibstil: 3 Sterne
    Personen: 4 Sterne
    Hauptperson: 3,5 Sterne
    Spannung: 2,5 Sterne
    Emotionale Involviertheit: 3,5 Sterne

    Insgesamt:

    ❀❀❀

    Dieses Buch erhält von mir drei Lilien!

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    coffee2gos avatar
    coffee2govor 9 Monaten
    viele Höhen, aber auch Tiefen

    Kurze Inhaltszusammenfassung:

    Nora hat eine schwierige Zeit hinter sich, kämpft mit ihrer Alkoholabhängigkeit und arbeitet als Privatermittlerin in einem kleinen Detektivbüro, in dessen Keller sie auch heimlich wohnt. Eines Tages verschwindet ihre Tochter, die sie vor 15 Jahren zur Adoption freigegeben hat und die Adoptiveltern treten an sie heran, damit sie ihnen bei der Suche nach ihrer Tochter hilft. Doch die Suche ist nicht ungefährlich und bald schon befindet sich Nora selbst in großer Gefahr.

     

    Meine Meinung zum Buch:

    Bei diesem Buch fällt es mir wirklich schwer, mich für eine Sternen-Bewertung zu entscheiden. Auf der einen Seite finde ich die Idee von Nora als Privatdetektivin und ihr Leben wahnsinnig spannend und interessant, aber auf der anderen Seite sind mir sehr viele Ungereimtheiten aufgefallen und zu viele „Zufälle“ vorgekommen, sodass es schon wieder unrealistisch erscheint. Das Buch hat wirklich zwei komplett unterschiedliche Seiten: einmal richtig top und dann wieder naja, ganz nett. Mit der Hauptprotagonistin Nora habe ich einerseits Mitgefühl, da sie eine schwierige Vergangenheit hat und auch jetzt noch sehr mit ihrem Leben kämpft, aber ganz anfreunden konnte ich mich mit ihrer Art nicht. Zudem hat mich der Schluss nicht komplett überzeugen können.

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