Sheila Heti Wie sollten wir sein?

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Inhaltsangabe zu „Wie sollten wir sein?“ von Sheila Heti

Sheila lebt in Toronto: Frisch geschieden und künstlerisch blockiert von der Arbeit an einem feministischen Stück, das sie für ein Theater schreiben soll, steckt sie mitten in der Lebenskrise. Alle anderen scheinen zu wissen, wie das geht: authentisch leben. Nur sie weiß es nicht, hat sie doch das Meiste von Männern gelernt, die ihr etwas beibringen wollten.

Also beginnt sie, Gespräche mit ihrer besten Freundin auf Band aufzuzeichnen, und macht sie damit zu einem Untersuchungsobjekt ihrer philosophischen Neugier. Und nicht nur sie, sondern auch ihren dominanten neuen Lover Israel. Aber wo bleibt dabei sie selbst? Und was ist das überhaupt, ein authentisches Leben? Oder dessen Sinn?

In den USA bekam Sheila Hetis formal wagemutiger Roman, der teils Seelenreise, teils literarisches Künstlerporträt, teils Bekenntnis ist, begeisterte Kritiken. Ein Muss für jeden, der in einer Zeit manischer Jugendlichkeit nach dem sucht, was man altmodisch Charakter nennt.

Ganz mau. Wer über Sex schreibt & damit "die große Revolution des eigenen Lebens" meint, tut mir leid. Literarische Sensation? Weit gefehlt.

— BettinaR87

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    Wie sollten wir sein?

    vivreavecdeslivres

    16. April 2017 um 15:54

    "Wir hatten uns zum Bruch verabredet."Dieses Buch ähnelt keinem anderen Leseereignis. Das hat noch nicht mal was mit den Dialogen oder den verschiedenen Akten zu tun, es hat mit Sheila Hetis Sprache zu tun und ihren einzigartigen Ideen. Auch wenn es ein Werk der Literatur ist, ist es auf wahren Gesprächen mit ihren Freunden, wie zum Beispiel mit Margaux, die im Buch als herrlich künstlerisch und hin und her gerissen zwischen ihrer und der Realität der anderen erscheint. Und auch die meisten anderen Personen gibt es wirklich, so Misha Glouberman, mit dem sie zusammen ein Buch mit dem unvergesslichen Titel The Chairs Are Where The People Go geschrieben hat. Während dem Lesen ging mir so viel durch den Kopf, dass ich viele Stellen wieder und wieder aufgreifen musste, um sie vollständig zu verstehen. Das hat damit zu tun, dass Sheila Heti sich wohl ausprobiert. Sie mischt ihre verschiedenen Seiten und wenn manchmal kurzbündig nur das Nötigste steht, gibt es Sätze, die über eine halbe Seite lang und vor allem verstörend sind. Aber genau das macht das Buch aus. Denn von der Handlung haben wir nicht grosse Unterschiede. Sheila sucht sich in ihrem Leben, sucht ihre Freunde und Inspiration für ihr Theaterstück, an dem sie verzweifelt seit Jahren steckt. Die manchmal nicht ganz eindeutigen Gefühle sprechen für mich für höchste Authentizität. Daran erkennt man, das Sheila Heti nicht irgendwas zum Thema ihres ersten grossen Romanes macht, sondern teilweise fast autobiografisch ihre Lebenskrise niederschreibt, an der sie eben arbeitet. Es ist wiedermal ein Buch, zu dem ich nicht viel zu sagen habe, weil es schon für sich selbst spricht. Und weil es halt in jedem etwas anderes hervorruft. Deswegen empfehle ich es euch nur von ganzem Herzen und wünsche euch eine spannende Lesezeit. Wer mich beim Lesen dieses Buches gerne begleitet hätte, kann das hier nachträglich noch so ein bisschen tun und mehr Einblicke in das Buch kriegen. http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2015/12/wie-sollten-wir-sein-von-sheila-heti.html

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  • nicht aus meinem Leben

    Wie sollten wir sein?

    dominona

    07. November 2015 um 22:59

    Das Buch streift viele Themen, Freundschaft, Kunst, Judentum, Sex und alles, was es behandelt, tut es extrem. Das macht das Buch leider chaotisch und mir die Protagonistin unsympathisch, weil sie zum Teil einen unreifen Eindruck macht. Das liegt nicht daran, dass sie sich noch nicht selbst gefunden hat und es nicht schafft, ihr Theaterstück abzuschließen, sondern an der Entwicklung der Beziehungen zu Freunden und Bekannten. Die Idee, einen Teil der Dialoge selbst wie ein Stück darzustellen, hat mir gefallen, erzeugt aber eine Zerrissenheit, die mich manchmal genervt hat. Das Buch ist nichts für jeden und für mich insgesamt zu experimentell.

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  • Das Ende eines Urteils

    Wie sollten wir sein?

    BettinaR87

    19. June 2014 um 10:08

    Mein Name ist Laura. Quatsch, ist er natürlich nicht. Aber das ist egal. Ich bin eine von euch. Gerade 27 geworden und im Leben längst nicht dort, wo ich als Teenager mal dachte, wo ich wäre in dem Alter. Aber hey, das sind wir mittlerweile gewohnt, oder? Irgendwie sind wir einfach anders gepolt. Klar, einige Altersgenossen sind verheiratet, haben 2 Kinder, bauen gerade ein Haus oder haben sich die Eigentumswohnung gekauft. Wir dümpeln in Großstädten herum und fluchen über die hohen Mieten. Wir bekommen Sonntagmorgens whatsapp Nachrichten, in denen Freunde darüber jammern, dass sie ihr Jojo nicht mehr finden. Wenn wir uns betrinken wollen, setzen wir uns mit dem Alkohol an eine Uferpromenade, weil die Bars einfach so unverschämt teuer sind. Dabei fühlen wir uns in unsere Jugend zurückversetzt und ein bisschen kehrt das unbeschwerte Leben zu uns zurück. Als wir uns noch nicht über Steuererklärungen gemacht haben und die GEZ nichts weiter war, als Grundlage für schale Witze. Wohin wir gehen, wissen wir nicht so recht. Was uns gerade erst klar wird: Das ist vollkommen okay so. Man muss nicht die nächsten 10 Jahre seines Lebens verplant haben. Der Zucker und das Leben Der heutige Tag ist sonnig und verspricht, jeden mit einem Sonnenstich zu bestrafen, der sich zu lange draußen blicken lässt. Zum Frühstück gab es gerade Müsli und Joghurt, wobei letzterer mir fast ein schlechtes Gewissen macht. Müsli ist gesund, die Zuckerportion in dem fertigen Maracuja-Joghurt eher nicht. Ist das nicht verrückt? Ich mache mir Gedanken über den Zucker im Joghurt und vergesse dabei, dass die Zeit, die hier gerade vorbei geht, nie wieder zurückkommt. Ist das nicht Verschwendung meines Lebens in Reinform? Oder ist es vielmehr das Leben an sich, wie es gelebt werden sollte? Weil das Leben an sich aus genau diesen Kleinigkeiten besteht. Der Mensch soll angeblich nach Höherem streben. Aber das ist nur das große Ziel an sich, was unterwegs passiert, das ist doch das echte Leben. Oder? So viele Fragen und doch kein Plan. Wirklich okay so? Laut brüllen ist nicht alles Zum Glück bin ich nicht die Einzige, die sich darüber Gedanken macht. Die Generation vor uns, die in den 70ern geboren wurden, schreiben jede Menge Bücher dazu. Wer wo was und wie sollten wir sein? Das sind die, die damals Young Miss gelesen haben, sich dabei für einzigartig gehalten haben und dem gechillten Mainstream folgten. Die, die bald 40 sind und sich verhalten, als wären sie 25. Mit der vermeintlichen Weisheit einer erwachsenen Frau um sich werfen. Die glauben, sie haben endlich begriffen, wie das Leben läuft und sich insgeheim fragen, wann die Welt das auch endlich versteht. Deren Werke dann auch noch als literarische Sensation gelten. Sheila Heti ist eine dieser Autorinnen und hat ein solches Buch geschrieben. Auf den ersten Seiten schreibt sie, dass sie beim letzten Blowjob ein bisschen gekotzt hat, aber den Job einfach durchgezogen hat. Soll mich das jetzt schockieren? Vielleicht möchte sie, dass wir stolz auf sie sind. Weil knallhart durchgehalten und so. Es ist ein bisschen ekelhaft, mehr nicht. Was will sie erreichen, wenn sie über so etwas schreibt? Juckt doch keinen. Und einen besonderen Wert kann ich darin auch nicht sehen. Höchstens, wenn Männer es lesen und dabei erkennen, dass Blowjobs mehr sind als nur ein bisschen Arbeit. Respekt, Leute! Als literarischen Erguss würde ich das jedoch nicht bezeichnen. Die psychologische Komponente Es folgen Gedanken darüber, dass sie Frauen als Freundinnen noch nie trauen konnte. Das liegt natürlich daran, dass sie im Alter von zehn Jahren von ihrer damaligen BFF verraten wurde. Damit wären wir beim psychologischen Drama angekommen, das diese arme Frau so nachhaltig geprägt hat. Frauen und gegenseitige Freundschaft, das kann sich doch nicht vertragen. Die Autorin ist also unfähig, mit Vertreterinnen ihres Geschlechts eine freundschaftliche Beziehung einzugehen und wer ist daran schuld? Natürlich nicht sie. Die Gesellschaft macht sie zu dem, was sie ist. Unmöglich, dass sie einfach auf die Idee kommt, sich bewusst gegen eine solche Einstellung zu entscheiden. Wir sind nicht die Sklaven unserer Welt. Die Welt ist so, wie wir sie machen. Wir sind so, wie wir uns machen (lassen). Und das ist tatsächlich okay so, denn es heißt, ich kann machen, was ich möchte. Das mag kindisch klingen, aber simpel und einfach die zentrale Wahrheit unserer Generation. Da hinkt der Vergleich mit einer 40-Jährigen, die über ihr vermurkstes Leben sinniert, deutlich. Damit möchte man sich gar nicht vergleichen. Ihre Geschichte ist kein literarisch wertvolles Produkt, es ist vielmehr ein Armutszeugnis einer Generation. Die zu spät erkennt, dass ihr Leben bereits stattgefunden hat, während sie es haben ablaufen lassen. Es geht nicht darum, ob es mittlerweile zu spät ist, um auszubrechen. Das liegt ganz bei euch. Aber hört auf, ein bisschen über Sex zu schreiben und zu glauben, ihr würdet damit unsere Welt revolutionieren.

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