Sheldon Rusch Mordtherapie

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Inhaltsangabe zu „Mordtherapie“ von Sheldon Rusch

Bis dass der Tod euch scheidet. Ein brutaler Serienmörder treibt in Illinois sein Unwesen. Immer trifft es Paare, die kurz vor der Trennung stehen. Und immer fehlen die Köpfe. Special Agent Elizabeth Hewitt ermittelt in ihrem neusten Fall. Ein packender Thriller – nur für Leser mit starken Nerven.

Nach Anfangsschwierigkeiten war es wieder wie ein Sog! Die Spannung, die Morde, der Stil, alles top & die Auflösung hochemotional !

— Cridilla

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  • Vehemente Probleme eines Serienkillers und die Auswirkungen auf die Psychiaterwelt…

    Mordtherapie

    Cridilla

    Kurz zum Autor: Sheldon Rusch arbeitet als Marketingmanager und Yogalehrer. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in der Nähe von Milwaukee in Wisconsin. Im Fischer Taschenbuch Verlag erschien die ganze Thrillerreihe mit Special Agent Elizabeth Hewitt, aus vier Büchern bestehend. Zum Inhalt: „Bis dass der Tod euch scheidet“. Ein brutaler Serienmörder treibt in Illinois sein Unwesen. Immer trifft es Paare, die kurz vor der Trennung stehen. Und immer fehlen die Köpfe… Special Agent Elizabeth Hewitt ermittelt in ihrem neusten Fall. Eine Frau wird tot in ihrem Schlafzimmer aufgefunden – auf grausame Weise enthauptet. Doch der Kopf ist vom Tatort verschwunden. Als Special Agent Elizabeth Hewitt mit dem Ehemann sprechen will, entdeckt ihre, für diesen Fall abgestellte Assistentin, seinen toten Körper im Blumenbeet – ebenfalls enthauptet. Kurz darauf taucht in einer Zeitungsredaktion ein Foto mit den Köpfen der beiden Opfer auf, hergerichtet wie an ihrem Hochzeitstag. Special Agent Elizabeth Hewitt und ihre Assistentin Jen Spangler, die Tochter ihres Chefs und Ziehvaters, beginnen mit den Ermittlungen. Da passiert noch ein schrecklicher Doppelmord. Und Jen, die sich als Praktikantin in der Zeitungsredaktion „Mundelein Dispatch“ eingeschleust hat, verschwindet. Dann wären da noch die Psychiater, die fast alle der „ehemaligen“ Paare therapiert haben und einen eigenen seltsamen Klüngel bilden, die nichts außerhalb ihrer Reihe anerkennen, geschweige denn in ihre Reihe hineinlassen. Also stößt Hewitt auf nicht nur eine Mauer des Schweigens, die sie durchbrechen muß, um in ihren Ermittlungen voranzukommen. Sie muß auch noch einen weiteren Mord verhindern, der nicht nur ihr Privatleben gehörig durcheinanderwirbeln würde… Ein packender Thriller – nur für Leser mit starken Nerven. Seite 195f: Father Brians Miene zeigte eine Mischung aus Ungläubigkeit und Kummer. „Wenn er hier wäre, hätte ich es Ihnen gesagt. Was glauben Sie denn – dass ich ihm im Glockenturm Kirchenasyl biete?“ Wieder spürte Elizabeth, dass etwas in seinen Worten mitschwang. Eine Sekte von Therapeuten. Ein verrückter Psychiater im Glockenturm. „Laura Pennington, eines der letzten Opfer, war ebenfalls bei ihm in Behandlung gewesen. Und es gibt Hinweise darauf, dass sie mehr gewesen sein könnten als nur Patientin und Arzt.“ Der Geistliche betrachtete die Tischplatte, wobei seine Augen eine kaum merkliche Ellipse beschrieben, als beobachtete er einen Fisch, der im Aquarium seine Kreise zog. „Falls er das getan hat – und ich hoffe bei Gott, dass Sie sich irren - dann hätte ich ihn gerne im Glockenturm. Dann könnte ich nämlich mit Ihnen nach oben gehen und ihn höchstpersönlich aus dem Fenster werfen. Aber, wie gesagt, ich kann diese Möglichkeit nicht ernsthaft in Betracht ziehen.“ „So etwas läßt sich niemals ganz ergründen“, erwiderte Elizabeth. „Wie wollen Sie das als Gottes Wächter in Gottes Universum erklären?“ Sie schaute ihm in die Augen, während er sich die Antwort zurechtlegte. Der Fisch hatte aufgehört zu schwimmen. „Das müssen Sie ihn schon selbst fragen.“ „Gott?“ „Ja.“ „Glauben Sie wirklich, dass Sie mit Gott sprechen können?“ Diese Frage hatte ursprünglich nicht auf Elizabeths Liste gestanden, doch war es eine, die sie schon immer interessiert hatte und die sie vorzugsweise jemandem stellen wollte, bei dem sie mit einer Antwort rechnen konnte. Father Brian Wilson schaute sie an, als wäre sie der erste Mensch, dem er nicht die Standardantwort lieferte, sondern die traurige Wahrheit offenbarte. „Wenn uns auf Erden die Menschen ausgehen, wer bleibt denn dann noch übrig?“ Gerne gebe ich zu, daß ich eine gewisse Zeit brauchte, um wieder den ihm eigenen gewöhnungsbedürftigen Schreibstil von Rusch zu verinnerlichen, geschweige denn mit ihm klarzukommen. Die Jazzmusikanspielungen der Hauptfigur Hewitt sind etwas kompliziert und nicht immer gleich verständlich, geschweige denn nachvollziehbar für einen Jazz-Laien wie mich. Schön war, endlich ein bisschen mehr Information über Hewitts Privatleben und Hintergründe zu erfahren. In ihrem 4.Fall ist sie mit dem Kollegen aus dem 3.Teil, Brady Stephen Richter, verlobt, der für sie eine Kugel eingefangen hat; ähnlich, wie ihr Expartner, der inzwischen als Mönch in einem Kloster lebt, gänzlich von der Außenwelt abgeschnitten. Dass sie ihn immer noch sehr vermisst, tritt häufiger immer dann zutage, wenn sie im Psychiatermilieu zu ermitteln beginnt. Diese speziellen Psychiaterpaare haben auch die ermordeten Pärchen behandelt und somit ergibt sich vonseiten Elizabeths eine ungewollte Nähe, die ihr doch etwas zu schaffen macht. Ich gehe jetzt nicht näher auf ihre Ausflüge in die Welt der Musik – vor allen Dingen der Jazzwelt – ein, da ich zugeben muß, hier ein völliger Laie zu sein. Trotzdem kann ich anmerken, dass selbst ich ein paar musikalische Anspielungen verstanden habe, aber nur, da sie aus der POP Musikabteilung kamen, was aber für mich durchaus erfrischend war und Elizabeths Ansichten auf einer ganz anderen Ebene erklärten und widerspiegelten. Die Welt der geistigen Gesundheit spielt hier in zweierlei Hinsicht eine wichtige Rolle. Zum einen die geistige Gesundheit, die für eine psychische Ebene in unserem Leben eine große und wichtige Rolle einnimmt und zum anderen die spirituelle Glaubensebene, die durch einen äußerst vergeistigten Priester und seine Gemeinde vertreten wird. Auch hier muß sich Hewitt mit ihrem Gewissen und einer völlig neuen Ebene der Hinterlassenen sowie der Verdächtigen auseinandersetzen, was dem Thriller eine weitere interessante Würze verleiht. Schnell lernen wir die „Innenansichten“ des Mörders kennen und uns wird klar, daß er irgendwo auf dem Weg zum Erwachsenen den Halt verloren hat, und einen vehementen Schaden der Seele davongetragen hat. Das spiegelt sich in seinem Modus Operandi wider, wenn er das jeweilige auserkorene Hochzeitspaar für den Augenblick einfrieren will, als sie sich – im für ihn unschuldig, reinen Zustand - das Eheversprechen gaben. Den Moment der Hochzeit also, der für ihn einen mehr als heiligen Stellenwert einnimmt. Dieser Wahn läßt ihn töten, da diese Paare sich nicht mehr in diesem Zustand befinden und auch trotz psychiatrisch aufgesuchter Hilfe nie wieder erreichen werden. Hewitt wird schnell klar, dass mit dieser „Big-Shoulders-Ehe und Familienpraxis“ etwas nicht mit rechten Dingen zugeht und sie soll Recht behalten. Trotz intensiver Ermittlungen, häufen sich die Todesfälle und ein Bild beginnt sich herauszukristallisieren, das direkte Umfeld dieser Praxis ist betroffen. Selbst als einer der Ihren verschwindet, fühlen sich die Psychiater immer noch nicht bemüßigt, näher auf Elizabeths Ermittlungsversuche einzugehen, und tun immer noch alles als einen puren Zufall ab. Erst das Aufauchen eines sexuell äußerst provokanten Buches: „Entdecke die Hure in dir“ – was eine der Ihren verfasst hat – läßt Rückschlüsse auf den vermeintlichen Täter zu und die Mauer des Schweigens beginnt zu bröckeln, die aufgesetzten Masken der herablassenden Allwissenheit fallen und zurück bleiben einige sehr gestörte Existenzen mit relativ großen Unzulänglichkeiten, die selber einen Psychiater aufsuchen müssten… Der Showdown, der sich unterirdisch in einer Kirche abspielt, ist dann regelrecht fulminant und atemlos; aber erst weitere Opfer und ein Mord von vor Jahrzehnten bringen die wahren Abgründe und Schrecken, die hinter den Taten stecken, zutage. Gekonnt spielt Rusch mit seiner Erzähltechnik, er läßt uns nicht nur in die kranke Gedankenwelt, des bis zum Schluß namenlosen Killers blicken, sondern wechselt auch zwischen Hewitt und ihrer „Ziehschwester“ Jen Spangler hin und her. Das erzeugt Spannung und Reibung, und zwar nicht zu knapp. Auch bekommen weitere Opfer ihre eigenen Auftritte, was umso gruseliger ist, da sie auch fast sofort wieder umgebracht werden und ihre Stimmen im Nichts verhallen, äußerst geschickt vom Autor eingebaut. Das läßt uns Nähe zu den Opfern aufbauen, die wir fast sofort ungewollt wieder aufgeben müssen. Wirklich Gänsehaut pur! Dann, die immer wiederkehrende Glaubensfrage, der sich die Hauptprotagonistin, sowie ein Geistlicher stellen müssen. Hewitt gerät zwar in den Gewissenskonflikt aus anderen Gründen als der Pfarrer, aber nichtsdestotrotz wird dieser Gesichtspunkt immer wieder geschickt von unterschiedlichen Seiten beleuchtet und am Ende stürzt es den Pfarrer in mehr als einer Hinsicht in eine Gewissenskrise, der er kaum gewachsen ist… Kurz vor dem Countdown zum Höhepunkt, nimmt Jen Spangler eine Spur auf, die sie auf journalistischer Ebene weitertreiben will. Diese Spur wird sich als äußerst fatal - nicht nur für sie – erweisen, aber mehr sei an dieser Stelle nicht verraten. Grandios der Abschluß des vierten Buches, die Auflösung ist in mehr als einer Hinsicht gelungen und atemlos. Unerkannt hat sich ein zweiter Täter in das Geschehen geschlichen, wobei der eine bereits seit Jahrzehnten tot ist und der Andere aufgrund der Taten von damals nicht loszulassen vermag, aber auch in anderer Weise mehr als geschädigt ist – somit kein gesundes Verhältnis zum Prinzip Ehe hat. Gelungen auch diesmal wieder die Übersetzung, Susanne Goga-Klinkenberg zeichnet sich diesmal verantwortlich. Die bildhaften untypischen Sätze eines Ruschs ins Deutsche zu übertragen, ist ihr gut gelungen. Die Anspielungen auf musikalischer Ebene und die mit Metaphern angereicherte äußerst bildhafte Sprache sucht Ihresgleichen. Anlaufschierigkeiten hatte ich nur, da der letzte Fall von Elizabeth Hewitt solange zurücklag, aber ansonsten ein überaus flüssig zu lesender atemlos machender Thriller, der mit schön kurzen Kapiteln unterteilt, zu einem wahren Pageturner wurde. Vorkenntnisse sind nicht zwingend, aber wer Reihenfolgen einhalten mag, kann natürlich auch die ersten drei Bände davor lesen. Wer sich also nicht von musikalischen Ausflügen abschrecken läßt und einen Thriller der etwas anderen Art zu schätzen weiß, der gerade durch seinen einprägsamen Stil lebt, wird hier seine wahre Freude haben, deshalb gerne die volle Sternezahl!

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    Igelmanu66

    08. March 2015 um 12:28
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