Shelley Parker-Chan

 4 Sterne bei 74 Bewertungen

Lebenslauf

Shelley Parker-Chan ist eine asiatisch-australische Fantasy-Autorin, hat als Entwicklungsberaterin in Südostasien gearbeitet und sich für Menschenrechte, Gleichberechtigung und LGBTQ+-Rechte eingesetzt. Der historische Fantasyroman „She Who Became the Sun“ ist Parker-Chans Debüt und hat gleich nach Erscheinen die Bestsellerliste der Sunday Times angeführt. Er wurde bereits in zwölf Sprachen übersetzt. Parker-Chan hat 2022 den Astounding Award for Best New Writer gewonnen als auch den British Fantasy Award in zwei Kategorien: für den besten Fantasyroman sowie für das beste Nachwuchstalent. Außerdem war Parker-Chan Finalistin für den Lambda, den Locus, den Aurealis, den Ditmar und die British Book Awards. Parker-Chan lebt in Melbourne (Australien).

Quelle: Verlag / vlb

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Neue Rezensionen zu Shelley Parker-Chan

Chinesische Geschichte anders erzählt

China im 14. Jahrhundert. Mädchen sind nichts wert in einem Land das von Männern regiert wird. Als Vater und Bruder nach einem Banditenüberfall tot sind, entschließt sich die überlebende Schwester das Schicksal des Bruders anzunehmen. Sie geht in ein Kloster und wird am Ende der Anführer der Rebellen gegen die mongolischen Herrscher.

Die Autorin nimmt hier die Geschichte von Zhu Yuanzhang, dem Gründer der Ming-Dynastie, auf und erzählt sie aus einem anderen Blickwinkel neu. Ein namenloses Mädchen übernimmt das vorgesagte große Schicksal des Bruders um ihrer Bedeutungslosigkeit zu entkommen. So schafft sie es sich in einem Kloster durchzuschlagen, ohne ihre Identität preiszugeben. Und später auch allen politischen Intrigen zu entkommen und als Anführer die herrschenden Mongolen zu vertreiben.

Das Buch ist wirklich schön geschrieben. Ich konnte mir das Setting gut vorstellen, auch wenn es fremd wirkt. Die Schicksalsgläubigkeit der Menschen und der Glaube an Geister, die die Menschen begleiten, war anfangs etwas ungewohnt, verstärken aber auch das Gefühl, eigentlich einen Fantasy Roman zu lesen. Der queere Ansatz, der sich im Laufe der Geschichte ergibt, hat mir sehr gut gefallen.

Ich kann das Buch empfehlen. Man kann gut in die Geschichte eintauchen, auch wenn es natürlich ein wenig mehr Vorstellungskraft braucht, wenn man sich mit der chinesischen Kultur nicht so gut auskennt.

Von mir eine Leseempfehlung.

Shelley Parker-Chan "He who drowned the World" (Bd. 2 von 2)

"Mein Körper, von Würmern verschlungen; mein Körper, ein Skelett ohne Fleisch an den Knochen, blutverschmiert und von Sehnen zusammengehalten."

Mit "He who drowned the World" schließt Shelley Parker-Chans Dilogie rund um den Rebellenführer Zhu Yuanzhang ab, der im 14. Jhd. die Mongolenherrschaft beendete und die Ming-Dynastie ausrief.

Zhu Yuanzhang kennt nur ein Ziel: den Kaiserthron. Doch nicht nur Zhu möchte den Kaiserthron, auch der von allen als weibisch verschmähte Gelehrte Baoxiang strebt nach dem Thron. Und dann ist da noch die Herrin Zhang, auch sie ist ambitioniert und hat zudem die nötige Stärke in Form eine großen Heeres hinter sich. Zhu hat keine andere Chance, als sich mit einem verhassten Feind zusammenzutun. Dieser will nur Rache am Kaiserthron. Wird dieses Bündnis für beide den erhofften Sieg bringen?

„Wie konnte er in diesem Moment noch etwas anderes als Erleichterung empfinden? Doch auf seinem Gesicht lag unverkennbar der triumphierende Ausdruck eines Mannes, der sich das Äußerste abverlangt hatte - und zwar ohne Furcht, weil er gewusst hatte, dass er stark genug war, um durchzuhalten. Um zu überleben.“

Parker-Chan schafft hier in diesem Band eine wirklich bedrückende und düstere Atmosphäre. Sie lässt uns in die dunkelsten Abgründe der Menschen schauen. Die Charaktere sind moralisch grau, sie stoßen uns ab und gleichzeitig haben wir Verständnis für sie. Keine Seite ist nur gut oder nur böse, diese Zerissenheit gefällt mir sehr gut. Am besten hat mir tatsächlich die Figur des Baoxiang gefallen. Während ich ihm im ersten Band kaum meine Aufmerksamkeit geschenkt habe, da ich ihn als unangenehm empfand, wurde mir in diesem zweiten Band das tiefste seiner Seele offenbart. Plötzlich konnte ich ihn verstehen. Wenn ich sein Verhalten auch nicht gutheißen konnte.

In diesem zweiten Band kommt nun auch die Phantastik stärker zum Tragen. Die Geister der chinesischen Mythologie sind hier allgegenwärtig. Auch das hat mir ausgesprochen gut gefallen.

Liebe, Hass und Schmerz, eingebettet in die chinesisch-mongolische Geschichte, mit ihren teils grausamen Geistern, haben dieses Buch für mich zu einem Highlight gemacht.

"Verlangen ist der Ursprung allen Leidens."

Cover des Buches He Who Drowned the World (The Radiant Emperor, 2) (ISBN: 9781529043440)
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Rezension zu "He Who Drowned the World (The Radiant Emperor, 2)" von Shelley Parker-Chan

pinkdinoprincess
Ein fulminantes Buch.

Inhalt: (Achtung, enthält Spoiler zu Band 1) Nachdem Zhu die roten Turbane übernommen hat, ist das große Ziel ganz deutlich: Den Großkhan stürzen und sich selbst zum alleinigen Kaiser deklarieren. Doch Zhu ist nicht die einzige Person mit dem Mandat. Viele bekannte Feinde haben es ebenso auf den Thron abgesehen – und der Eunuchengeneral ist nach wie vor auf Rache aus. Wer wird am Ende den Kampf um die Macht gewinnen – und welchen Preis ist sie wert?

Fazit: "He Who Drowned the World" war auf jeden Fall ein würdiger Abschluss für die Dilogie. Ich konnte mich beim Lesen gar nicht vor Intrigen und moralischen Abgründen retten. Das Storytelling war dermaßen komplex, ganz große Kunst. Für meinen persönlichen Geschmack war das Buch jedoch stellenweise zu explizit brutal, es hat mir beim Lesen einfach keinen Mehrwert gegeben und mir stattdessen das Erlebnis manchmal erschwert. Trotzdem verneige ich mich vor dieser schriftstellerischen Leistung – und warte gespannt auf neuen Lesestoff von Shelley Parker-Chan.

Empfehlung: Für Fans von "Iron Widow" und für alle, die sich "Avatar – Der Herr der Elemente" gern mit erwachsenen Charakteren gewünscht hätten.

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