Shelley Sessions

 2.7 Sterne bei 7 Bewertungen
Autor von Dunkle Begierde.

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Dunkle Begierde

Dunkle Begierde

 (7)
Erschienen am 01.02.1997

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Rezension zu "Dunkle Begierde" von Shelley Sessions

Rezension zu "Dunkle Begierde" von Shelley Sessions
Ein LovelyBooks-Nutzervor 11 Jahren

Eines der krassesten Bücher zum Thema sexueller Missbrauch, das ich jemals gelesen habe!
Jedes Wort in diesem Buch ist wahr, das macht es hart und grausam, aber trotzdem, oder gerade deswegen kann man es nur schwer aus der Hand legen.
Shelleys Schicksal zerrt an den Nerven und lässt einem das Herz schmerzen, aber man hält zu ihr und freut sich mit ihr über jeden neuen Triumph. Shelley hat es nicht leicht, aber ihr unermüdlicher Trotz, ihrem Vater dennoch entgegenzutreten, anzuschreien und zu bekämpfen, ist wirklich bewundernswert. Sie ist nicht dran zerbrochen und hat auch ihren Glauben an die Liebe und an eine glückliche Beziehung nicht verloren, und dieser Glaube hat ihr letztendlich auch geholfen, ihrem Schicksal ein Ende zu setzen.
Beim Lesen bekommt man einen Hass auf Bobby, der denkt, Sex könnte Vaterliebe ersetzten und steigern. Er will von seiner Tochter Liebe und Vertrauen, und zerstört genau das mit seinem Handeln. Bis zum Ende glaubte er, dass Shelley es auch wollte und dass er es ja nur gut mit ihr gemeint habe, schließlich hatte sie ja auch was davon (Geld, Geschenke, Freiheiten). Aber man bekommt auch einen Hass auf Linda, die ihre Augen vor der Wahrheit verschloss und in die Arme merkwürdiger Religionsgemeinschaften floh, und sich vielleicht auch freute, dass sie nun endlich Ruhe vor dem brutalen Sex mit ihrem Mann hatte. Was ist das für eine Mutter??
Sehr gut haben mir die eingefügten Zitate gefallen, die Shelleys nachträgliche Reflektionen des Erlebten zeigen und dem Leser an jedem Gefühl teilhaben lassen. So kann man das Ganze auch, ohne es selbst erlebt zu haben, noch besser nachvollziehen.

Auch das Vorwort ist gut geschrieben und bereitet einen seelisch auf das vor, was einen in diesem Buch erwartet, aber es macht auch deutlich, dass Shelleys Geschichte kein Einzelfall ist.
Schade ist allerdings, dass kein Anhang mit Adressen für Betroffene und Hilfesuchende vorhanden ist, das wäre sehr wichtig.
Auch sind die Beschreibungen von Bobbys wirtschaftlichen Aufstieg mit Aufzählung seiner Besitztümer ziemlich langweilig und unpassend.
Es ist nicht unbedingt ein Buch für Jugendliche, da die sexuellen Handlungen etwas deutlicher beschrieben werden, ich würde also sagen, dass die Leser/innen schon 15 sein sollten, auch wenn Shelleys viel jünger war, als es passierte.

Insgesamt also hart, aber lesenswert, und man sollte seine Augen nicht vor so etwas verschließen, denn es passiert jeden Tag und überall! Und wer Shelleys Geschichte einmal gelesen hat, wird sie so schnell nicht vergessen.

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