Sheri Holman Wintervogel

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  • Rezension zu "Wintervogel" von Sheri Holman

    Wintervogel

    Kristin84

    Im Dickensschen Nordengland des Jahres 1831 kämpft ein Straßenmädchen ums nackte Überleben. Mutig und skrupellos setzt sie sich gegen Armut und Elend zur Wehr, um ihr krankes Kind zu retten. Ein dramatischer Roman, der einen fast märchenhaften Ton annimmt. (Buchrückentext der Weltbild-Ausgabe). Mein Fazit: Diesem Buchrückentext kann ich nur widersprechen. Dieses Buch ist in meinen Augen in keinster Weise märchenhaft. Es ist düster und deprimierend. Nicht ein wirklich positiver Moment ist in diesem Buch zu finden. Zum Inhalt: Das Buch wird in die Geschichten von zwei Hauptcharaktere "unterteilt": Gustine, ein armes Mädchen, dass tagsüber in der Töpferei arbeitet und nachts anschaffen geht, um sich und ihr Kind zu versorgen. Dann gibt es noch Henry, ein wohlhabender Arzt, der für seine weiteren Anatomie-Studien dringend Leichen benötigt. Die Wege von Gustine und Henry kreuzen sich immer wieder auf unterschiedlicher Weise, mehr will ich dazu nicht sagen. Dann wird Sutherland, der Ort in dem die Geschichte spielt, von der Cholera heimgesucht und die Katastrophe nimmt ihren Lauf. Klar ist diese Geschichte vielleicht nicht dafür gemacht, fröhlich und lustig zu sein, aber man muss ja nicht einen traurigen Moment hinter den anderen reihen. Das einzige was mir wenigstens ein bisschen gefallen hat, war der Schreibstil. Die Geschichte wurde aus der Sicht eines Erzählers geschildert, der ab und zu auch mal den Leser direkt anspricht. Aber ansonsten muss ich leider sagen, dass dieses Buch für mich eine Enttäuschung war und ich es auch nicht noch einmal lesen werde.

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  • Rezension zu "Wintervogel" von Sheri Holman

    Wintervogel

    Huebner

    29. October 2010 um 15:02

    Ein blaues Kleid, nasse, neblige Straßen, eine Freundin, die Phos heißt, weil sie im Dunkeln leuchtet ... das ist der Stoff, aus dem Shery Holman ihren "Wintervogel" hinaufsteigen lässt. Eine traurige, ergreifende Geschichte, die einen nicht mehr los lässt und die wenig Vergleichbares neben sich hat. Das Dickenssche England in der Biedermeierzeit bietet nicht häufig Kulisse für das Tagwerk einer Prostituierten. Sheri Holman erzählt im Präsens, was die Begebenheit noch unmittelbarer macht, sie lässt einen neutralen Erzähler einfließen, der die Heldin charakterisiert. Das Mädchen Gustine scheint zu jung für alles: zu jung für ihren Broterwerb, zu jung für ein Baby, zu jung zum Leben und zum Sterben. Das macht es um so dramatischer, ihr bei all dem über die Schultern zu schauen. I.Hübner

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