Sheridan Hay The Secret of Lost Things

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Inhaltsangabe zu „The Secret of Lost Things“ von Sheridan Hay

A stunning debut from a new Australian writer -- the story of a treasure hunt through a vast New York bookshop. (Quelle:'Flexibler Einband/21.05.2008')
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  • Rezension zu "The Secret of Lost Things" von Sheridan Hay

    The Secret of Lost Things
    Ein LovelyBooks-Nutzer

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    05. May 2011 um 16:22

    Rosemary Savage gerät auf ihrem Weg zum Erwachsenwerden in die pulsende Metropole New York, doch anstatt sich in den Wirren der Großstadt zu verlieren, findet sie bald ihren Weg in die Buchhandlung „The Arcade“, wo sie zwischen Unmengen von gebrauchten Büchern und kostbaren gebundenen Schätzen glaubt, etwas wie daheim gefunden zu haben... Denn die Welt, aus der Rosemary kommt, ist klein und beschaulich. Der Hutladen der Mutter, der Buchladen der Freundin „Chaps“, das ist ihre Welt in Tasmanien und so wächst sie zu einer sehr introvertierten Person heran, die viel in ihren Gedanken lebt und von den Metropolen der Welt nur träumt, wenn sie sich Bilder von Skylines in ihr Notizbuch malt oder einklebt. Gelegentliche Ausflüge nach Sydney sind alles was Rosemary bis zu ihrem 18. Lebensjahr von der großen Welt zu sehen bekommt. Als die Mutter verstirbt, findet sich Rosemary plötzlich in Trümmern wieder. Der Laden ist hoch verschuldet und sie selbst weiß noch nicht wirklich was sie sich von ihrem Leben erhofft, da verschafft ihr „Chaps“ ein Flugticket nach New York... Rosemary fliegt und muss, durch ihre knappen Finanzen schon bald nach Arbeit suchen. Als sie beim Stromern durch die Stadt in „The Arcade“ stolpert, einem großen Antiquariat. Sie bekommt dort unverhofft, aber glücklich einen Job als Hilfskraft und will diese Chance nutzen um zu lernen. Doch der Buchladen ist alles andere als gewöhnlich und bald verirrt sie sich in den Fallstricken aus persönlichen Animositäten der seltsamen Persönlichkeiten, die sich in diesem Laden tummeln und ihren eigenen Gefühlen, ihrer erwachenden Sexualität und dem Versuch aus der Einsamkeit auszubrechen und in New York Fuß zu fassen. Es wird nur noch schwieriger, als sie auf Hinweise stößt, das ein verlorenes Manuskript Herman Melvilles aufgetaucht ist... Über die Hintergründe: In der englischen Ausgabe ist hinten noch ein längeres Interview mit Sheridan Hay angehängt und durch dieses bestätigte sich ein Verdacht, den ich schon beim Lesen hegte. Sheridan Hay ist ein großer Fan von Charles Dickens und ebenso „dickenaesk“ sind die meisten Charaktere denen Rosemary in „The Arkade“ begegnet, es sind eigentlich nur Klischees von Figuren. Der Besitzer des Ladens, hockt wie der alte Scrooge auf einem Podest über seinen Angestellten und fürchtet irgendwer könne ihn beklauen, der „Manager“ Walter Geist, trägt einen sprechenden Namen und erinnerte mich ein wenig an Uriah Heep aus „David Copperfield“. Doch nicht nur Dickens, auch vielen anderen literarischen Gestalten, echten und erfundenen begegnet man in diesem Buch. So handelt natürlich auch ein großer Teil von Herman Melville, dem Rosemary durch ihre Recherche nach dem Manuskript, durch die Begegnung mit einem fanatischen Sammler und durch einen bekannten Ladendieb begegnet. Ebenso finden sich Shakespeare Zitate und auch ein Gedichtband von W.H. Auden spielen eine wichtige Rolle. Neben all diesen Anspielungen auf die Literatur, und allen Themen die damit zusammenhängen, lässt sich das Buch auch detailverliebt über Stoffe, Hutmoden und Sammelleidenschaften aus. Doch ich glaube das eigentliche Grundthema ist das Erwachsenwerden und die Einsamkeit. Eigentlich sind alle Menschen, denen Rosemary begegnet, ebenso einsam wie sie selbst. Sie leben in ihren eigenen Welten, abgeschlossen von ihrem Umfeld und es gelingt ihnen nur schwer diese Eingeschlossenheit zu durchbrechen. Das dies so wirkt, mag aber auch daran liegen, dass bis auf wenigen Figuren, genannt seien hier neben Rosemary einmal Pearl, die transexuelle Kassiererin des „Arcade“ und die Concierge Lillian, nur wenig Raum für Tiefe gegeben wird. Die meisten Figuren, abgesehen von Rosemary selbst, bleiben in ihren Klischees stecken und bewegen sich nicht aus ihnen heraus. Meine Bewertung: Durch die detailreichen Beschreibungen und die etwas sprachlose Art der Figuren war das Buch in Englisch für mich nicht immer ganz so leicht zu lesen. Trotzdem ist es in einer wunderbaren Sprache geschrieben. Es gab viele schön gezeichnete und anmutig geschriebene Passagen, die als Stilleben, wie gemalt wirken, voller Farben, Metaphern und Gerüchen. Für mich war es ein sehr sinnliches Buch, auch wenn die Geschichte an sich, wie ich finde, einige Schwächen hat. Die Grundstory ist einfach zu simpel und vorhersehbar und ich kann darüber leider jetzt nicht ganz so viel schreiben ohne etwas wichtiges zu verraten. Aber ich finde es schade, das gerade die beiden männlichen Figuren in Rosemarys Leben, Oscar und Walter Geist, ebenso wie die etwas unwichtigeren Nebenfiguren so einfarbig waren und nicht aus dem Bild, das Sheridan Hay für sie gezeichnet hat, heraustreten durften. Rosemarys Entwicklung mag dies deutlicher hervorgehoben haben, aber auf mich wirkte es schon fast unwirklich, wenn nicht gar irreal. Die für mich eigentlich traurige Gestalt des Walter Geist hätte für mich ruhig noch ein paar Seiten mehr in Anspruch nehmen können. Loben muss ich allerdings noch die Art und Weise, wie die Autorin die Geschichte um das Manuskript in die eigentliche Geschichte um Rosemary eingearbeitet hat, sie tut dies nämlich eigentlich sehr unaufgeregt und nimmt den Leser langsam, Stückchen für Stückchen mit. Mich hat sie damit für sich gewonnen und die Idee, es gäbe noch einen verschollenen Roman von Herman Melville, war für mich sehr glaubhaft eingeflochten. Fazit: Ein wirklich schön geschriebenes Buch mit einiger sprachlicher Kraft und einem bunten Potpourri aus literarischen Versatzstücken, das beim Lesen stark mit den Gefühlen der Protagonistin und mir als Leserin spielte, und so viele liebevoll beschriebene Details aufweist, dass ich es sicherlich irgendwann noch einmal lesen werde... auch wenn ich das Ende schon kenne.

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