Shida Bazyar Nachts ist es leise in Teheran

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Inhaltsangabe zu „Nachts ist es leise in Teheran“ von Shida Bazyar

1979. Behsad, ein junger kommunistischer Revolutionär, kämpft nach der Vertreibung des Schahs mit seinen Freunden für eine neue Ordnung. Er erzählt von funkenschlagender Hoffnung, von klandestinen politischen Aktionen, und davon, wie er in der mutigen, literaturbesessenen Nahid die Liebe seines Lebens findet. Zehn Jahre später nimmt uns Nahid mit in die deutsche Provinz, wohin Behsad und sie nach der Machtübernahme der Mullahs mit ihren Kindern flohen. Stunde um Stunde verbringen sie vor dem Radio und hoffen auf Neuigkeiten von den Freunden, die untertauchen mussten. Sie wollen zurückkehren, unbedingt, und suchen zugleich eine Heimat in der Fremde. 1999 reist Laleh gemeinsam mit ihrer Mutter in den Iran. Zwischen 'Kafishaps', Schönheitsritualen und Familiengeheimnissen lernt sie ein Teheran kennen, das sich nur schwer mit den Erinnerungen aus der Kindheit deckt. Ihren Bruder Mo beschäftigt ein Jahrzehnt später der Liebeskummer seines Kumpels Tobi mehr als die pseudoengagierten Demos der deutschen Studenten. Doch dann bricht die Grüne Revolution im Iran aus und stellt Mos Welt auf den Kopf. Shida Bazyar gelingt ein dichter, vielstimmiger und mitreißender Roman.

Kein Rafik Schami, kein Khaled Hosseini, kein Pierre Jarawan, keine Shirin Ebadi. Ein ganz eigenwilliger Stil von Shida Bazyar.

— Floh

Intensives Debüt über Revolution und der Suche nach Identität.

— Nisnis

Bazyar erzählt eine Familiengeschichte und verknüpft dabei Themen wie Liebe und Flucht mit der jüngeren Geschichte des Irans. Großartig!

— Julino

Wunderbarer Roman über 2 Generationen über 4 Jahrzehnte hinweg. Eine tolle Art sich über die Lage des Lande zu informieren und einzufühlen.

— Nil

Sehr schön erzählte Geschichte einer Familie, die in den 80ern aus dem Iran nach Deutschland floh. Ich verstehe die negativen Stimmen nicht.

— hannipalanni

Allzu brav und glatt wird hier eine Geschichte abgehandelt, die so viel Potenzial hätte. Überschätztes Buch!

— FranzHelle

Ein beeindruckendes Buch über einen weit an den Rand der Nachrichten gedrängten Konflikt.

— miss_mesmerized

Beginnt recht zäh, steigert sich von Jahrzehnt zu Jahrzehnt! Einfach ein Hammer-Debüt!

— Bücherwurm

Eine vierzigjährige Familiengeschichte

— karatekadd

Langatmig, langweilig, belanglos.

— wandablue

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    Nachts ist es leise in Teheran

    Buecherschmaus

    10. July 2017 um 15:50

    Shida Bazyars Roman „Nachts ist es leise in Teheran“ auf einem Buchblog zu bewerben, heißt natürlich, Eulen nach Athen tragen.Das Buch wurde auf vielen Blogs sehr positiv aufgenommen, besprochen und vorgestellt und schließlich erhielt die junge, 1988 in Hermeskeil geborene Autorin mit iranischen Wurzeln den 2016 zum ersten Mal vergebenen Bloggerpreis „Das Debüt“. Aber auch in den Printmedien wurde der Roman sehr gut besprochen und erhielt einiges an Aufmerksamkeit.Um es kurz zu machen: Das Lob ist meiner Ansicht nach sehr begründet. Shida Bazyar legt ein Werk mit spannendem, aktuellem Thema, einer sehr gut konstruierten Geschichte und großem sprachlichen Können vor.Die autobiografischen Bezüge liegen nah. Erzählt wird von einer iranischen Familie, die in den Achtziger Jahren, nach der islamischen Revolution, nach Deutschland flieht und sich dort ein neues Leben aufbaut. Genau, wie das auch Bazyars Familie getan hat. Gegliedert ist das Buch in 4+1 Großkapitel, die im Abstand von jeweils zehn Jahren aus der Sicht von je einem der Familienmitglieder erzählt wird. Den Schluss macht ein nur drei Seiten langer Epilog, der von der in Deutschland geborenen jüngsten Tochter Tara erzählt wird.Den Anfang macht Behsad, der Vater, ein ernsthafter, nachdenklicher, aber auch politisch leidenschaftlicher Mann, der auf Seiten der Kommunisten die Regierung des Shahs bekämpft hat und sich von der Revolution 1979 eine große, positive Veränderung erhofft hat, nur um zu erkennen, dass linke und liberale Positionen sehr bald von den religiös-klerikalen Mächten an den Rand gedrängt und ihre Anhänger nach deren Machterhalt bald genauso unerbittlich, wenn nicht noch grausamer, verfolgt werden. Sein bester Freund Peyman wird Opfer des neuen Regimes, eine Art Schuld, die Behsad noch sein ganzes Leben lang begleiten wird. Ihm gelingt mit seiner Familie die Flucht, sogar auf recht komfortable Weise über die Türkei und dann per Flugzeug nach Deutschland. Hier muss der einst erfolgreiche Behsad erkennen, dass er, der einst erfolgreiche Mann, am meisten Probleme mit der Eingewöhnung hat. Folgerichtig schrumpft seine Rolle in den folgenden Kapiteln zunehmend.Nahid, seine Frau, ist die Stimme der Flucht und des Exils, die beschreibt, wie schwer sowohl das Weggehen wie auch das Ankommen fällt. Laleh, die dritte im Bund, ist bei der Flucht noch ein kleines Mädchen. Ihr kommt das Kapitel des Jahres 1999 zu. Sie erzählt von einer Reise, die sie zusammen mit Mutter und Schwester in den, damals reformorientierten, Iran unter Chatami führt. Diese Episode gewährt einen interessanten Einblick in die iranische, hier vorwiegend die weibliche Gesellschaft. Bei Laleh wird die Zerrissenheit zwischen der alten Heimat, die sie zwar kaum kennt, zu der sie aber noch starke emotionale Bindungen hat, und dem neuen Lebensumfeld in einer deutschen Kleinstadt besonders deutlich. Noch stärker in Deutschland verwurzelt ist der jüngere Bruder Morad. Erst die starke Präsenz der „grünen Bewegung“ im Iran des Jahres 2009 in den westlichen Medien, lässt Morad seine Wurzeln ein wenig deutlicher fühlen. Diese Bewegung ließ Hoffnungen auf eine freiere Zukunft, auf mögliche Rückkehr bei den Exiliranern aufkommen. Gleichzeitig wird aber auch die weitgehend unpolitische Haltung vieler junger Menschen verdeutlicht, auch die westliche Protestkultur steht als letztlich Light-Variante da. Mir viel Einfühlungsvermögen, auch in die unterschiedlichen Sprachhaltungen der Familienmitglieder, stellt Shida Bayzar die schwierige Frage nach Identitätsfindung oder auch deren Aufgabe nach dem unfreiwilligen Verlassen der Heimat und ist damit ganz nach dran an der aktuellen Flüchtlingssituation. Sie verhandelt aber natürlich auch die Integrationsmöglichkeiten und -schwierigkeiten derer, die schon lange oder in zweiter, dritter oder gar vierter Generation hier leben.Was von der Struktur her vielleicht ein wenig formal klingen mag, wird von der Autorin sehr dicht, lebendig und einfühlsam in inneren Monologen geschildert. Sie schreibt zeitweise poetisch, dann wieder politisch konkret, die Stimmen werden aber niemals larmoyant.Der Schluss gehört der neuen Generation. Er ist bewusst nicht datiert, birgt er doch eine große utopische Hoffnung. Hier kommt zum ersten Mal ein klein wenig berechtigtes Pathos ins Spiel.Shiad Bazyar hat ein vielschichtiges, überraschend souveränes Debüt geschrieben.

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  • Kein Rafik Schami, kein Khaled Hosseini, kein Pierre Jarawan, keine Shirin Ebadi. Ein eigener Stil!

    Nachts ist es leise in Teheran

    Floh

    25. April 2017 um 02:56

    „Nachts ist es leise in Teheran“ stand schon sehr lange auf meine Leseliste. Diesen Roman der Ausnahme-Debütautorin Shida Bazyar wollte ich schon seit den ersten überwältigenden und ausnahmslos begeisterten Rezensionen, die puren Lobeshymnen und Liebeserklärungen an einem Buch gleichen, lesen und selbst erfahren. Ich bin treue Leserin der sehr intensiven Romane von Rafik Schami, Shirin Ebadi aber auch Khaled Hosseini und weiteren anderen erfolgreichen Autoren und Autorinnen, die über ihre Heimatregion und Heimatländer Afghanistan, Iran, Irak, den ganzen Nahen Osten und Orient schreiben. Autoren, die Politik, Krieg, Flucht, Emigration, Integration, Kultur, Religion, Familie, Gesellschaft und Lebensgefühl aufgreifen und in ihren Romanen für die Leser zu etwas ganz besonderen und einzigartigen verpacken. Die Debütautorin Shida Bazyar wurde mir immer wieder sehr empfohlen, ans Herz gelegt und angepriesen. Ihr Erfolgsbuch, ihren intensiven Roman, Nachts ist es leise in Teheran, solle ich unbedingt lesen… Und so habe ich mich nun nach etlichen Monaten mit allergrößten Erwartungen und Vorfreude diesem Roman gewidmet und ihn endlich mit eigenen Augen und Eindrücken erfasst und erlebt. Ein besonderer Roman, ein besonderer Stil und eine besondere Feinheit, die daraus hervorgeht, aber leider nicht die Welt für mich eröffnete, die ich mir erhofft hatte. Shida Bazyar nutzt ein persönliches Stilmittel, was Wiedererkennungswert besitzt, aber nicht jedem Leser zugänglich sein wird. Dieser Roman setzt voraus, dass man sich auf ihren Stil und ihrer Umsetzung einlassen kann, sich den kurzen Sätzen und Aussagen öffnen und hingeben kann. Gelingt dies nicht, so wird man die Intensität des geschriebenen Wortes hier leider womöglich gar nicht spüren. Ein besonderes Buch, welches wirklich sehr intensiv erscheinen soll und trotz oder gerade wegen der kurzen Sätze enormes Potential ausleben und sehr zum Nachdenken und Sinnieren anregen zu wünscht Erschienen im KiWi Verlag (http://www.kiwi-verlag.de/)Inhalt kurz erklärt / darum geht es in dieser Literatur:In diesem schmalen Hardcover Büchlein mit seinen knapp 290 Romanseiten begleiten wir in vier Leseabschnitten eine persische Familie, die abwechselnd über vier Jahrzehnte aus dem Leben mit dem Krieg, der Verfolgung, Flucht, Terror, Politik und Machtgefüge erzählt. Ein hochaktuelles Buch, was die politischen Lagen aktueller Krisen aufgreift und zum Mahnmal wird. Geprägte vier Jahrzehnte. Jeder dieser vier Hauptabschnitte (1979, 1989, 1999 und letztendlich bis 2009) wird aus der Ich-Perspektive eines Familienmitgliedes erzählt. Den Anfang macht Behsad, der 1979 nach dem Ende der Militärdiktatur des Schahs als Revolutionär auf der Seite der Kommunisten kämpft und beschließt mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Deutschland zu fliehen. Sein Entschluss steht fest, als sie seinen besten Freund verhaften und Behsad nichts mehr in seinem Land hält, da er sich dem Schutz und der Sicherheit seiner Familie nicht mehr gewahr sein kann. Im weiteren Verlauf berichtet Behsads Frau Nahid von der anfänglichen Zeit in Deutschland nach 1989. Von der schweren Zeit in der Fremde, der Ankunft, des Papierkrams, der vielen Helfer, aber auch abwertenden Blicke und Kontakte, von ihrem Heimweh und den Sorgen um ihre Kinder und ihren Zukunftsängsten. Die Tochter Laleh wird in Deutschland groß und wächst zu einer jungen Frau heran. Zehn weitere Jahre später um 1999 berichtet Laleh aus ihrer Sicht, wie sie den Schulalltag meistert, die Sprache lernt, aber immer eine Fremde bleibt. Doch Laleh fühlt sich auch im Iran fremd und nicht beheimatet. Als sie mit ihrer Mutter und der Schwester das Land nach so vielen Jahren bereist, fühlt sie keine innige Verbundenheit zu Land und Leuten. Den Abschluss der viersträngigen Erzählungen in diesem Roman macht Lelahs Bruder Morad, genannt Mo. Mo greift interessante und aktuelle Themen Deutschlands im Jahr 2009 auf, so erleben wir Studentenbewegungen, Demonstrationen und den Blick auf die Grüne Revolution, die den Iran in Atem hält. Wiederholt sich das Drama aus 1979 erneut? Haben die Menschen nichts aus ihren Fehlern gelernt? Wird man es nicht besser machen können? Woher rühren diese Aufstände und woher kommen diese Motivationen und die Schach eines Landes? … Beschreibung des Romans (Quelle: Verlagshomepage):„Eine aufrüttelnde Familiengeschichte zwischen Revolution, Flucht und deutscher Gegenwart - Vier Familienmitglieder, vier Jahrzehnte, vier unvergessliche Stimmen. Aufwühlend und anrührend erzählt Shida Bazyar eine Geschichte, die ihren Anfang 1979 in Teheran nimmt und den Bogen spannt bis in die deutsche Gegenwart.1979. Behsad, ein junger kommunistischer Revolutionär, kämpft nach der Vertreibung des Schahs für eine neue Ordnung. Er erzählt von klandestinen Aktionen, funkenschlagender Hoffnung und davon, wie er in der literaturbesessenen Nahid die Liebe seines Lebens findet.Zehn Jahre später in der deutschen Provinz: Behsad und Nahid sind nach der Machtübernahme der Mullahs mit ihren Kindern geflohen. Stunde um Stunde verbringen sie vor dem Radio und hoffen auf Neuigkeiten von den Freunden, die untertauchen mussten. Sie wollen zurückkehren, unbedingt, und suchen zugleich eine Heimat in der Fremde.1999 reist deren Tochter Laleh gemeinsam mit ihrer Mutter nach Teheran. Zwischen »Kafishaps«, Schönheitsritualen und geflüsterten Geheimnissen lernt sie ein Land kennen, das sich nur schwer mit den Erinnerungen aus der Kindheit deckt. Ihr Bruder Mo beobachtet ein Jahrzehnt später belustigt die pseudoengagierten Demos der deutschen Studenten. Doch dann bricht die Grüne Revolution in Teheran aus und stellt seine Welt auf den Kopf.Shida Bazyar gelingt ein dichtes, zartes und mitreißendes Familienmosaik. Und ein hochaktueller, bewegender Roman über Revolution, Unterdrückung, Widerstand und den unbedingten Wunsch nach Freiheit.“Schreibstil:Sogleich stellte dieser Roman durch seinem Erzählstil und des Stilmittels der Umsetzung eine Herausforderung dar. Viele Kommata, verpackte Dialoge und wörtliche Reden ohne erkennbare Anführungszeichen, Großschreibung innerhalb der Kommata eingefasst und kurze sehr knappe Sätze. Hier fiel es mir trotz der kurzen Sätze und Aussagen nicht leicht, eine Struktur und Richtung zu erkennen. Hier hätte es die Autorin sicherlich besser getan, richtige Satzzeichen und übliche wörtliche Rede zu verwenden, anstatt die Dialoge in einem ohnehin erstaunlich kurzen Satz, sozusagen inkognito, einzubinden. Dadurch erscheint die Erzählweise recht stumpf und nicht innig oder intensiv. Es fehlt an Persönlichkeit und Emotion daraus. Wenn man in Hinblick auf das Geschehen und der Schwere der Erlebnisse, Erfahrungen und Entbehrungen sowie Zugewinne und des neuen Lebens zwischen Heimat und Sicherheit einen Blick werfen mag, so bleibt dieser knappe Erzählstil leider sehr distanziert und zu sachlich. Das gepackte Schriftbild erschwert die Zusortierung und das Zurechtfinden in den Aussagen, Dialogen und Gesprächen zusätzlich, es gibt keine Absätze und somit auch kein Orientierungspunkt. Es reiht sich einfach aneinander und erscheint wie eine strikte Abfolge von Dingen, die leider wenig berühren und das Herz nicht erreichen. Der Zugang zur Mentalität der Erzählenden blieb mir verschlossen. Dieser Schreib- bzw. Erzählstil der vier Protagonisten schuf keinen Riegel, der die Türe zum Romaninneren für mich öffnete. Schade. Es gibt kaum klare Aussagen, obwohl die Sätze sehr kurz sind. Wo die Protagonisten innerlich und politisch nun stehen und warum, ich habe es nicht gecheckt und daher auch wenig bis gar keine Botschaften für mich mitnehmen können oder die Lage des jeweiligen Erzählers nachspüren können. Was rüberkam, war ein diffuses Heimatgefühl, einige Klischees und Verrisse, sonst leider nichts. Über den Iran, seine Schönheit, Düfte, Aromen, Landschaften, Speisen, Musik, Lichtverhältnisse, Gesellschaft, Kultur und Feingeist erfährt man beinahe nichts, was dem Roman Tiefe verliehen hätte. Da hält sich die Autorin extrem zurück und ich frage mich: Warum lebt sie ihre Verbundenheit und Wurzeln zu ihrem Herkunftsland nicht in ihrem Werk aus? Meinung:Dieses gehaltvolle Büchlein der Deutsch-Iranischen Autorin Shida Bazyar wurde mir immer wieder empfohlen. Ich bin dafür bekannt, dass ich Rafik Schami, Khaled Hosseini und auch Pierre Jarawan sehr gerne lese und so den Nahen Osten von seiner ganz intensiven Seite erleben kann. „Nachts ist es leise in Teheran“ schlug nach dem Erscheinen ein wie eine Bombe und wog in aller Munde. Zeitungen, Medien, Literaturkreise, Blogs und Journale haben sich um den Roman, die Autorin und das hochaktuelle Thema gerissen, das Buch kritisiert, gepriesen, gelobt und gehyped. Nun stand es schon so viele Monate auf meiner Wunschliste. Jetzt hat es endlich zu mir gefunden und meine Vorfreude war enorm hoch und meine Erwartungen mit einer gewissen Erwartungshaltung und Lobgesängen geprägt und vorgestanzt. Leider hat mich dieses Buch sehr schnell enttäuscht und ins kalte Wasser geworfen. Mit dem Stil kam ich anfangs gar nicht zurecht. Das relativierte sich leider auch nicht in den anderen Kapiteln oder Erzählperspektiven der vier Familienmitglieder. Schade, schade. Dass, was ich mir so besonders an Feingefühl, Tiefe, Liebe zum Land (egal ob nun Iran oder die zweite Heimat Deutschland), die politischen Hintergründe, die Botschaften und Mahnmale aus der Krise, das Widerholen derselben Fehler, die orientalische Kultur, die Lebensfreude, der Überlebenskampf, der Optimismus, die Beziehungen und die schillernden Farben einer Kultur habe ich hier leider nicht vorgefunden und keine Parallelen zu Hosseini, Jarawan oder Schami finden können. Dieser schmale Roman ist Entweder- Oder, Für oder Wider, Schwarz oder Weiß, Top oder Flop… Die große Leserschaft scheint durchweg angetan, begeistert und hocherfreut ob dieses Leseerlebnis zu sein. In höchsten Tönen wurde und wird dieser Ausnahmeroman gelobt und rezensiert. Ich fühle mich mit meiner Enttäuschung daher etwas allein. Aber nun gut, ich möchte mir auch nichts vormachen… Ich war voller positiver und vielversprechender Erwartungen, dass was ich dann für mich aus dem Buch heraus entdeckt habe, hat mich wirklich überrascht und meine Empfindungen reichen von … von absolut frustriert, völlig verwundert, enttäuscht und verärgert, dass so viel mögliches Potential in meinen Augen im Sande verläuft… Ich bin ob des Schreibstils und des Satzbaus irritiert und zwiespältig. Die junge Autorin Shida Bazyar hat einen individuellen, innovativen und unverkennbaren Stil, keine Frage. Aber leider erreicht sie mich mit ihren Stilmitteln rein gar nicht. Dieses Buch ist thematisch und gesellschaftlich ein wichtiges Werk, was eine oder gar mehrere wichtige Botschaften und Aussagen mit sich bringen könnte und dem Leser etwas transportieren dürfte. Mich haben leider keine Aussage, kein Kern und keine Tiefe aus den Zeilen heraus erreicht. Die knapp 290 Seiten sind schnell ausgelesen, und das Buch schafft es immerhin, mich an den Seiten zu halten. Ich wollte es nicht vorzeitig beenden, da mich der Inhalt und die jeweilige Erzählung mit fortschreitenden Jahren und die Weiterentwicklung Irans und Deutschlands doch interessiert haben. Kritikpunkte:Der Satzbau, bzw. die Darstellung der Sätze in seinen Satzzeichen und der Klassifizierung gehen gar nicht….Meine Erwartungen waren einfach zu hoch, der Hype zu gravierend und meine Vorstellung von einem Roman, der im Nahen Osten seine Wurzeln hat und bis nach Deutschland reicht einfach gänzlich andere. Ich habe „Nachts ist es leise in Teheran“ vielleicht einfach von der falschen Seite her angepackt. Leider sind all die Lobeshymnen, Lobgesänge und Hochpreisungen an diesen Roman nicht ganz unschuldig daran, dass meine hohen Erwartungen gar nicht ansatzweise erfüllt oder bedient wurden. Zudem kann ich dem Satzbau gar nichts abgewinnen und für mich sieht das Schriftbild einfach unmöglich aus. Zwischen Kommata befinden sich Dialoge, die nach einem Komma in Großschreibung beginnen und durch weitere Kommata eingefasst werden. Wozu? Was ist das für ein Stil? Gibt es da einen literarischen Begriff oder Klassifizierung zu? Gefällt mir gar nicht. Es stört den Lesefluss und die Übersicht über Erzähler, Empfänger, Dialogteilnehmer, Gedanken, Rede und Sinnbild. In Anbetracht der Einflüsse, empfand ich es zudem arg unglaubwürdig und enttäuschend, dass die Autorin Shida Bazyar den islamischen Glauben kaum aufgegriffen und thematisiert hat, da gerade dieser Kern sehr weitreichend und einflussreich ist. Von einem Roman, der das Leben von Iranern beleuchtet und es veranschaulicht, erwarte ich viel von traditioneller, islamischer Kultur und auch von religiösen Konflikten zu lesen. Doch außer kaum erwähnenswerten islamischen Riten im Alltag der Teheraner, kann ich kaum von derartigem lesen und erfahren und somit auch nicht die Skepsis, den Argwohn und Umgang der Deutschen mit den Einflüssen dieser fremden Religion wahrnehmen. Aus meiner Sicht verliert dieser Roman dadurch sogar ein Stück weit nötige Echtheit und Authentizität.Für gerade einmal 290 Seiten ist dieses Buch kein günstiges Buch, wenn man jedoch hofft die gleiche Begeisterung wie die große Leserschaft zu empfinden, investiert man gerne diesen Buchpreis für ein qualitatives Hardcover mit Schutzumschlag und Lesebändchen. Für mich war dieses Buch leider ein fehlgriff. Schade. Auszug einiger Pressestimmen:(Quelle: Verlagshomepage)"Es tut gut, dass Shida Bazyar, sicher eine der großen jungen Autorinnen, so politisch denkt. Und mindestens genauso gut, dass man ihr das nicht einmal zugutehalten muss, um schätzen zu können, mit welch literarischer Bravour sie uns in leisen und lauten, rebellischen, aber öfter poetisch subtilen, abgeklärten wie auch Aus- und Zuversicht schenkenden Sätzen in eine erzählte und noch zu erzählende Welt zieht, die viel weiter reicht als unser oder ihr eigenes Leben.“ (taz)„Shida Bazyars Debüt ist ein hochaktueller wie tiefgründiger Roman, der auf ganz sanfte Weise einen Einblick gibt, wie es sich anfühlen muss, die eigene Heimat und die Familie in einer unsicheren und gefährlichen Lage zurückzulassen und in der Fremde ein neues Zuhause zu finden.“ (Ostthüringer Zeitung)Cover / Buch:Das Cover ist farblich ein Hingucker und passt zum Nahen Osten. Ein Rahmen? Mehrere Fenster und Türen unter Verschluss? Dieses interpretierte und vage Bild und diese Assoziation werden sich im Roman wiederfinden. Das Buch ist absolut hochwertig und sehr schön verarbeitet. Das Papier ist erstaunlich fest und griffig, Dem Schriftbild fehlt es an vielen Positionen an Absätzen. Vier große Kapitel, die sich durch Unterkapitel gliedern und je eine Erzählperspektive darstellen. Die Autorin (Quelle: Verlagshomepage):"Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim, bevor sie nach Berlin zog, um ein Doppelleben zu führen. Halbtags ist sie Bildungsreferentin für junge Menschen, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Brandenburg machen, die verbleibende Zeit verbringt sie als Autorin. Neben Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien war sie Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses 2012 und Studienstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung."Fazit:Das Buch begeistert die Leserschaft, es wird in höchsten Tönen gelobt und gepriesen. Ich bin leider eine der wenigen Leserinnen, die sich überhaupt nicht einfinden konnten und für die dieser Roman gänzlich verschlossen blieb. Wie schade. 2 Sterne für die guten Ansätze, die leider für mehr nicht ausreichen. Gerne hier meine persönliche Lesechronik mit meinen jeweiligen Leseeindrücken:https://www.lovelybooks.de/bibliothek/Floh/lesestatus/1226390304/

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    • 10
  • Nachts ist es leise in Teheran

    Nachts ist es leise in Teheran

    Gegen_den_Strom_lesen

    07. April 2017 um 11:37

    1979. 1989. 1999. 2009 Vier Kapitel schildern aus unterschiedlichen Erzählperspektiven von der islamischen Revolution im Iran. Behsad und dessen Frau Nahid engagieren sich im militant-kommunistischen Widerstand gegen den iranischen Schah. Die Revolution 1979 scheiterte jedoch, der Sieg gehörte Ajatollah Chomeini und seinem islamfanatischen Regime. Fortan überwachten Spitzel die Rechtgläubigkeit und verfolgten unerbittlich den marxistischen Widerstand. Fehlverhalten, wie ein verrutschtes Kopftuch oder ein nicht vorhandener Bart, konnten zum Stigma werden. Anschaulich erzählt Bazyar wie gefährlich der Kampf für Frieden und Freiheit in einem terroristischem Regime ist, wie sich die neu gewonnene Freiheit in einem fremden Land als erneuerte Gefangenschaft herausstellen kann und wie Kinder zwischen zwei Kulturen geraten und sich darin verlieren.

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  • Unsere Perle, unser Iran

    Nachts ist es leise in Teheran

    Nisnis

    03. March 2017 um 18:01

    Iran, 1979: Der Schah ist vertrieben und Hoffnung breitet sich in Iran aus. Der junge kommunistische Revolutionär Beshad engagiert sich für eine neue Ordnung, plant gefährliche, politische Aktionen mit einer kommunistischen Gruppierung, deren Anführer er ist. Bevor es in Iran für ihn brenzlig wird, lernt er die Literatur Studentin Nahid kennen, die Liebe seines Lebens. Als die Mullahs die Macht übernehmen, wird es für die junge Familie gefährlich und sie müssen mit ihren zwei kleinen Kindern, ohne jeden Abschied fliehen. Ihr Weg führt sie nach Deutschland.Zwischen Hoffen und Bangen, warten sie auf Neuigkeiten von ihren Freunden, die untertauchen mussten und sie hoffen weiter, auf eine politisch ruhigere Lage, denn eines Tages möchten sie aus ihrem Exil zurück.Viele Jahre später besucht Nahid mit ihrer Tochter Laleh die iranische Heimat. Während Nahid aufblüht, sieht sich Laleh mit einer Welt konfrontiert, die nichts mehr mit ihren Kindheitserinnerungen gemein hat. Als Teenager fällt es ihr sichtlich schwer, sich dem Leben dort anzupassenBeshads und Nahids Sohn Mo widmet sich allem lieber, als an den von seinen Studienkollegen veranstalteten Pseudodemonstrationen teilzunehmen, während sich der arabische Frühling langsam entwickelt. Er kann sich, aufgewachsen in Deutschland, nur schwer mit all den politischen Dingen identifizieren, doch sein gesellschaftliches Umfeld erwartet es von ihm. Erst als sich die Grüne Revolution abzeichnet, dreht sich Mos Welt plötzlich außer Takt und seine Welt gerät ins Wanken.Die Autorin:Shida Bazyar, geboren 1988 in Hermeskeil, studierte Literarisches Schreiben in Hildesheim, bevor sie nach Berlin zog, um ein Doppelleben zu führen. Halbtags ist sie Bildungsreferentin für junge Menschen, die ein Freiwilliges Ökologisches Jahr in Brandenburg machen, die verbleibende Zeit verbringt sie als Autorin. Neben Veröffentlichungen von Kurzgeschichten in Zeitschriften und Anthologien war sie Stipendiatin des Klagenfurter Literaturkurses 2012 und Studienstipendiatin der Heinrich-Böll-Stiftung. (Quelle: Kiepenheuer & Witsch)Reflektionen:Nachts ist es leise in Teheran ist die Geschichte einer iranischen Familie, die nach der Revolution im Jahr 1979, nach dem das Land von einer geistlichen Führung regiert wird, nach Deutschland emigrieren muss. Shida Bazyar erzählt eindrucksvoll, wie mutig Beshad und seine kommunistische Bewegung gegen eine geistliche Staatsform kämpfen. Wie sie selbstlos jeder Gefahr entgegentreten, bis es für die junge Familie zu gefährlich wird, entdeckt und verhaftet zu werden. Mitreißend und intensiv erzählt, nah am politischen Geschehen, bekommt der Leser eine Ahnung, wie dramatisch und gefährlich diese Widerstandskämpfe geführt wurden. Die Aktionen der Gruppierung, von denen Shida Bazyar sehr anschaulich erzählt, lesen sich so spannend wie ein Kriminalroman, wohl wissend, dass diese Bewegungen in Wahrheit stattgefunden haben. Vollends entwurzelt und große Steine aus dem Weg räumend, meistern Beshad und Nahid ihren Alltag, um zu immigrieren, nach dem klar wird, dass der Aufenthalt in Deutschland nicht mit einem vorübergehenden Exil gleichzusetzten ist. Der Weg dorthin ist eindrucksvoll geschildert, ohne die Integration überschwänglich und aktuell trendmäßig zu thematisieren, was ich sehr positiv empfand. Unglaubwürdig und enttäuschend hingegen fand ich es, dass Shida Bazyar den islamischen Glauben kaum benannt hat. Von einem Roman, der das Leben von Iranern beleuchtet und es veranschaulicht, erwarte ich viel von traditioneller, islamischer Kultur und auch von religiösen Konflikten zu lesen. Doch außer kaum erwähnenswerten islamischen Riten im Alltag der Teheraner, kann ich kaum von derartigem lesen und erfahren. Aus meiner Sicht verliert dieser Roman dadurch sogar ein Stück weit Authentizität.Trotzdem gelingt es der Autorin in einer fesselnden, atmosphärischen Dichte zu schreiben, wenn man bereit ist, sich auf den anfänglich unrhythmisch wirkenden Schreibstil einzulassen. Literarisch anspruchsvoll zwar, sogar anmutig bis poetisch, aber dennoch so außergewöhnlich, dass sicher nur wenige Mainstream-Leser damit eine wohlige Leseatmosphäre genießen können.Mit vier individuellen Erzählperspektiven, 1979 Behsad, 1989 Nahid, 1999 Tochter Laleh und 2009 Sohn Morad, greift Shida Bazyar die unterschiedlichen Wahrnehmungen der Figuren auf. Sie schildert ihre Empfindungen und ihre jeweiligen, kritischen Auseinandersetzungen mit ihrer Herkunft eindringlich, vielschichtig und häufig hoch emotional. Die Figur gebundenen Perspektiven spiegeln auch wider, wie sich die Herkunft, die Kultur und die politische Wertigkeit sowie die Suche nach Identität von Generation zu Generation natürlich verändern. Und doch durchzieht der rote Faden Hoffnung jede Perspektive, dieses literarisch anspruchsvollen und komplexen Werks, die nie aufhört zu klingen.Fazit und Bewertung:Nachts ist es leise in Teheran ist zwar literarisch anspruchsvoll, sogar anmutig bis poetisch, aber auch so außergewöhnlich, dass sicher nur wenige Mainstream-Leser damit eine wohlige Leseatmosphäre genießen können. Dieses Debüt ist die Geschichte einer iranischen Familie, die die Revolution mit vorantreibt, die gezwungen wird aus ihrer Heimat zu fliehen, die in Deutschland ein Exil findet, die sich anstrengt zu immigrieren und die stetig auf der Suche ist, ihre Identität zu finden.

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  • Nachts ist es leise in Tehran

    Nachts ist es leise in Teheran

    andheu

    09. January 2017 um 18:08

    https://andheu.com/2016/06/04/nachts-ist-es-leise-in-teheran-shida-bazyar/

  • 40 Jahre, eine Familie und vier Sichtweisen.

    Nachts ist es leise in Teheran

    jahfaby

    06. December 2016 um 14:24

    Die Geschichte einer Familie, die aus dem Iran nach Deutschland fliehen muss, in vier Akten, die 40 Jahre überbrücken und aus der Sicht vier verschiedener Familienmitglieder. Das ist der Roman in einem Satz.Dahinter stecken aber rund 280 Seiten, die mir ein Land und eine Kultur gezeigt haben, die ich kaum kenne. Dabei setzt Bazyar die Möglichkeiten, die sie durch ihre Erzählstruktur hat, extrem gut ein. So ist jeder Akt nicht nur in seiner eigenen überzeugenden Sprache geschrieben, sondern auch aus einer anderen Lebenseinstellung. Das heißt, ich kriege nicht nur eine Version des Irans, ich bekomme vier. Und damit ein Spektrum an Wahrnehmung und Einschätzung die mir sagt, dass es nicht den Iran, die Kultur oder gar den Islam gibt, sondern eben so viele, wie es Menschen gibt. Natürlich, das ist nichts Neues und war mir eigentlich schon vorher klar, aber es ist gut. Immer mal wieder daran erinnert zu werden.Ich musste beim Lesen an Am Ende bleiben die Zedern denken und an Taqwacore, an Blauschmuck und an türkische Freunde, die mir damals schon nahe gebracht haben, wie es ist, zwischen zwei Kulturen zu leben. Ich habe viel über Teheran und den Iran gelernt, aber auch viel gelesen, was mir nicht neu war. Es trotzdem immer wieder auf verschiedene Arten vermittelt zu bekommen, ist gut. Hier liegt auch die Stärke von Shida Bazyar, die übrigens auch in Hildesheim studiert hat, in jedem Abschnitt vermittelt sie auf andere Arten. Manchmal brauche ich, um von der Atmosphäre eingefangen zu werden, manchmal bin ich direkt drin. Als Geschichte im gesamten habe ich Nachts ist es leise in Teheran gern gelesen und freue mich auf Bazyars nächsten Roman. Achja, und: Extrem schönes und durchdachtes Cover. Nach der Lektüre des Romanes umso mehr.

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  • Nachts ist es leise in Teheran

    Nachts ist es leise in Teheran

    Flamingo

    24. September 2016 um 21:29

    Shida Bazyar ist eine tolle Schriftstellerin und ich würde definitiv mehr von ihr lesen. Sie bringt dem Leser die Bedeutung von Exil unglaublich nah, ohne plakativ oder über-sachlich wir eine Nachrichtensendung zu wirken. Und "Nachts ist es leise in Teheran" ist nicht nur ein Exil-Roman sondern auch eine Familiengeschichte. Ich habe lediglich einen halben Stern abgezogen, weil mir ein übergreifender Sympathieträger gefehlt hat. So als Art Anker. Alle Figuren sind auch immer etwas unsympathisch, weil zu weinerlich oder zu phlegmatisch, zum Beispiel. Aber trotzdem voll-umfängliche Kauf- und Leseempfehlung. 

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  • Oberflächliches abhandeln eines großen Themas

    Nachts ist es leise in Teheran

    FranzHelle

    29. August 2016 um 20:37

    Mit großem Interesse und ebensolcher Vorfreude habe ich mich ans Lesen gemacht, um sehr enttäuscht zu werden. Die Geschichte wird glatt, leblos und ungeheuer brav erzählt, zuviel wird auserklärt. Die Figuren entwickeln keine Tiefe und die Erzählstimmen sind einander zu ähnlich, dazu wird alles auserzählt und auserklärt. Ein paar recht gelungene Szenen oder schöne Beobachtungen lassen sich zwar finden, aber meist überwiegt der Kitsch und das Erzählen von Oberflächen und Abhaken von geschichtlichen Ereignissen im Erzähltext. Ungeheuer schade!

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    Euphoria

    Ginevra

        Liebe Lovelybookerinnen und –booker, habt Ihr Lust, im Jahr 2016 auf Weltreise zu gehen – literarisch gesehen? Dann begleitet mich durch 20 verschiedene Lese- Regionen! Die Aufgabe besteht darin... -  12 Bücher in einem Jahr zu lesen;-   Mindestens 10 verschiedene Regionen auszuwählen (zwei Regionen dürfen also doppelt vorkommen);-   Autor und/oder Schauplatz und/oder eine bzw. mehrere der Hauptfiguren müssen zu dieser Region passen.-   Bitte postet Eure Rezensionen und Beiträge bei den passenden Regionen;-   Auch Buchtipps ohne Rezension sind jederzeit willkommen;-   Am Ende des Jahres zählen Eure 12 Rezensionen - bis zu zwei Kurzmeinungen sind erlaubt!-   Eure Beiträge werde ich verlinken;-   Einstieg und Ausstieg sind natürlich jederzeit möglich;-   Genre und Erscheinungsjahr sind egal:-   Hörbücher, Graphic Novels, Biographien, Krimis, Literatur – bei dieser Challenge ist alles erlaubt!Gut geeignet sind z.B. die Bücher verschiedener Literaturpreise oder Empfehlungslisten (Booker- Preis, Preis des Nordischen Rats, ZEIT- Liste zur Neuen Weltliteratur, usw.).Diese Challenge eignet sich also auch hervorragend dazu, den SuB abzubauen, oder um andere Challenges damit zu kombinieren.Unter den TeilnehmerInnen, die die Challenge erfolgreich beenden, verlose ich am Ende des Jahres drei Bücher aus meinen Beständen - natürlich passend zum Thema!Ich freue mich sehr auf Eure Beiträge und werde zu jeder Region ein Unterthema erstellen, so dass es etwas übersichtlicher wird. Einige Tipps und Empfehlungen werde ich schon mal vorab anhängen - Ihr müsst davon natürlich nichts lesen. Dann wünsche ich uns allen...Bon voyage – Buon viaggio - Have a nice trip - Tenha uma boa viagem - Приятной поездкиСчастливого пути - ¡Qué tengas un buen viaje! -旅途愉快!- すばらしい旅行をなさって下さい。-Gute Reise! TeilnehmerInnen:abaAberRushAmayaRoseAriettaArizonaarunban-aislingeachBellastellaBellisPerennisBibliomaniablack_horseBonniereadsbooksBuchraettinBücherwurmBuchinaCaroasCode-between-linesConnyMc CorsicanaCosmoKramerDaniB83DieBertaDunkelblauElkeelmidiGelindeGinevraGingkoGruenentegstGwendolinahannelore259hexepankiInsider2199IraWirajasbrjeanne1302kopikrimielseKruemelGizmoleiraseleneleseratteneuleseleaLeonoraVonToffiefeelesebiene27leucoryxLexi216189lieberlesen21LibriHollylittleowllouella2209MaritaGrimkeMinnaMminorimiss_mesmerizedmozireadnaninkaNightflowerOannikiOrishapardenPetrisPMelittaMPostboteRyffysameaSchlehenfeeschokolokoserendipity3012Sikalsnowi81StefanieFreigerichtstefanie_skysursulapitschiSvanvitheTalathielTanyBeeTatjana89Thaliomeevielleser18wandablueWanderdueneWedmawerderanerWollywunderfitz

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    • 1702
  • Shida Bazyar - Nachts ist es leise in Teheran

    Nachts ist es leise in Teheran

    miss_mesmerized

    06. August 2016 um 10:27

    Ende der 1970er Jahre. Behsad kämpft für die Revolution im Iran, gegen den Schah und für eine neue Ordnung im Land. An seiner Seite seine Frau Nahid, die ebenfalls von einem Leben in Freiheit träumt. Das erhalten sie scheinbar in Deutschland, nach ihrer Flucht. Doch auch die deutsche Provinz ermöglicht ihnen nicht das Leben, von dem sie träumen. Die Sprache, die Kultur, andere Dinge als im Iran beschränken sie nun. 1999, eine Reise zurück. Nahid und ihre beiden Töchter Laleh und Tara fahren nach Teheran, um die verwandten zu besuchen. Für Laleh ist das Land fremd geworden, obwohl sie hier einige Jahre noch gelebt hat und die Sprache spricht. Auch hier ist sie Ausländerin und findet nur schwer Zugang zu den Jugendlichen. Weitere 10 Jahre später berichtet Mo von den deutschen Studentenprotesten, die so belanglos und unbedeutend sind im Gegensatz zu den Gleichaltrigen, die in Teherans Straßen ihr Leben riskieren für eine bessere Welt.In 10 Jahresschritten lässt Shida Bazyar uns in die Köpfe der Mitglieder einer Familie blicken und beschreibt so die Geschichte des Irans und iranischer Flüchtlinge in Deutschland. Wie gefährlich der Kampf für Frieden und Freiheit in terroristischen Regimen ist, wie sich die vermeintliche Freiheit in einem fremden Land als neue Gefangenschaft herausstellen kann, wie Kinder zwischen die Kulturen geraten und sich darin verlieren. Beeindruckend, wie ihr die unterschiedlichen Perspektiven gelingen und wie sie diese glaubhaft schildert. Für am interessantesten war der Abschnitt Lalehs, die in ihre Heimat reist, die ihr so fremd geworden ist und die ganz extrem die Unterschiede zwischen den Ländern aufzeigt. In diesem Abschnitt steht auch ein Satz, der vermutlich am besten die Lage im Iran charakterisiert: „Religion ist Opium für das Volk, aber dieses Volk braucht das Opium, um vor der Religion zu flüchten.“ Für mich ein durch und durch gelungener Einblick in ein Land und eine Problematik, die oft nur als Randnotiz wahrgenommen wird oder eine von unzähligen Meldungen in den Nachrichten ist.

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  • ein wichtiges Debüt

    Nachts ist es leise in Teheran

    Bücherwurm

    31. July 2016 um 18:50

    "Nachts ist es leise in Teheran" von Shida Bazyar ist vom Cover sehr unauffällig. Ein Debüt, das vom Titel eine sehr ruhige, leise Stille vermuten lässt, und wirklich: Shida Bazyar versteht es, in ruhiger, unspektakulärer Weise von einer Familie zu erzählen. Die Geschichte beginnt im Iran im Jahr 1979. Ohne detailliert auf die politische Situation einzugehen, versteht der Leser sehr schnell, dass junge Menschen im Iran wenig Chancen haben, sich sehr intensiv mit Politik auseinandersetzen und auf gefährlichem Fuße leben.Die Autorin lässt jedes Familienmitglied zu Wort kommen im Abstand von jeweils 10 Jahren. Die Familie flüchtet nach Deutschland, wobei nur nebensächlich, aber nichtsdestotrotz sehr deutlich diese deutsche Ablehnung und das damit über Jahre verbundene Unwohlsein der Geflüchteten zum Ausdruck kommt.Wieder 10 Jahre später wird deutlich, wie heimatlos und zerrissen die Kinder der Flüchtlinge aufwachsen, die die Muttersprache nur mit starkem Akzent sprechen, nicht mal schreiben können. Wie unmöglich es ist, von diesen erwachsenen Kindern zu verlangen, ein Land als Heimat anzuerkennen, deren Kultur sie nicht kennen, deren Schrift sie nicht lesen können und in welchem anerkannte und erlernte Gesetze keinerlei Gültigkeit haben.Shida Bazyar klagt nicht an, jammert nicht rum, ja, sie setzt diese Dinge nicht mal ins Rampenlicht  ... und trotzdem trifft es.Oder auch gerade deswegen.Hatte ich auf den ersten Seiten den Eindruck, das Buch sei recht eintönig und zäh, steigerte es sich von Abschnitt zu Abschnitt mit einer Spannung, die mich völlig perplex das Buch am Ende zuklappen ließ. Ich konnte und wollte nicht fassen, dass ich nicht weiterlesen kann.Ich habe einige Tage benötigt, bis ich fähig war, mich einem anderen Buch zuzuwenden.Ein tolles Debüt, ich bin sehr gespannt auf weitere Romane der Autorin.

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    • 6
  • Zeitreise von Generationen

    Nachts ist es leise in Teheran

    karatekadd

    13. July 2016 um 18:59

    Manchmal „schiebt“ man nicht nur Bücher vor sich her, auch die Rezensionen müssen gegebenenfalls etwas warten. So war das auch bei diesem Buch, welches ich während der Buchmesse in Leipzig 2016 am Stand von Kiepenheuer & Witsch erhielt. NACHTS IST ES LEISE IN TEHERAN. So heißt das Buch der 1988 geborenen Shida Bazyar. Vierzig Jahre umspannt diese ungewöhnliche Familienchronik, in der im Abstand von jeweils 10 Jahren Vater, Mutter, Tochter, Sohn zu Wort kommen. Das Ganze beginnt in Teheran 1979. Es herrscht eine revolutionäre Stimmung, denn der Schah musste abdanken. Der erste Erzähler ist Behsad, ein kommunistischer junger Revolutionär. Seine Freunde und er wollen eine neue, eine fortschrittliche Ordnung. Doch die Macht erhält Ajatollah Chomeini, der eine Regentschaft der Geistlichkeit einführte und eine islamische Republik ausrief. Kein besonders gutes Feld für junge idealistische säkulare Revolutionäre. Behsad, der im Kreise dieser jungen Leute die literaturdurstige schöne Nahid findet, die Liebe seines Lebens, geht außer Landes. Chomeini, das eigentliche Symbol des Kampfes gegen die Monarchie, setzt auch Gewalt gegen anders Denkende ein. Behsad und Nahid gehen mit ihren Kindern Laleh und Morad nach Deutschland. 1989. Nahid erzählt von ihrem Leben in Deutschland. Sie haben Freunde aus der westdeutschen linken Szene, die irgendwie vom Mauerfall überrascht sind und wirken, als wüssten sie nicht mehr so richtig, wo sie stehen sollen. Sie hängen oft am Radio um Nachrichten aus der Heimat zu empfangen. Nachrichten, Nachrichten, Nachrichten. Was gibt es neues aus der Heimat? Zwei Revolutionen erlebt. Die zu Hause und nun den Mauerfall im Exil, einem Land, in das sie nicht so richtig zu gehören scheinen. Tragisch erscheint das vor allem für Nahid. Von der lernenden, lesebesessenen jungen Frau scheint nicht viel übrig geblieben zu sein. Sie kümmert sich um Familie und Mann, lernt nicht so gut Deutsch und entspricht äußerlich wohl viel dem Klischee, dass viele Menschen von Muslima haben, dabei ist sie gar keine. Die Kontakte, dies sie mit Deutschen hat beschränken sich auf wenige Personen. Bindeglied sind die noch kleinen Kinder. Arbeit? Kinder und die Wohnung. In ihr zeigt sich dem Leser das Elend des Exils. Zehn Jahre später. 1999. Den Faden spinnt jetzt Laleh weiter. Den Hauptteil ihrer Erzählung nimmt eine Reise mit ihrer Mutter nach Teheran ein. Das Mädchen kommt in eine für sie fremde Kultur. Sie trifft auf eine große, eine herzliche, freundliche Verwandtschaft. Laleh bringt diese neuen Erlebnisse mit ihren Kindheitserinnerungen nicht richtig zusammen. Es ist schwer für das Mädchen, inmitten der Frauen und Mädchen sich über Geheimnisse und Schönheitsrituale zu unterhalten und dabei sich auf der Straße verhüllen zu müssen. Lalehs Sprache ist ganz anders als die ihrer Eltern. Hier merkt man die offene Gesellschaft in der neuen Heimat – für Laleh hat der Begriff Exil wenig Bedeutung. Sie ist es, die feststellt, dass es tagsüber laut, in der Nacht aber leise ist in Teheran. Schwieriger wird es für ihren Bruder Morad. Der ist weitere zehn Jahre, im Jahr 2009,  ein ziemlich lotterhafter Student, eher Feten und Bierdosen zugeneigt als dem ernsthaften Studium. Mo hat wiederum eine andere, eine schon sehr differenzierte Sicht auf seine Eltern und dazwischen steht die ältere Schwester, trennendes und bindendes Glied. Mo besteht beide nicht richtig. Mutter und Vater hören immer noch ständig Nachrichten aus dem Iran. Laleh ist „mehr“ Iran als er. Der Freund des Vaters aus Jugendtagen ist wohl umgebracht worden, Behsad hadert mit sich, dass er in der Fremde ist, weil er vermutet, immer noch gesucht zu werden. Shida Bazyar hat literarisches (kreatives) Schreiben studiert, mehrfach Stipendien erhalten und vor diesem ersten Roman Kurzgeschichten und Anthologien veröffentlicht. Dass sie schreiben kann, merkt die Leserin bzw. der Leser vor allem an der sich ändernden Sprache oder besser Erzählweise, bei der die Generationen sehr gut getroffen sind. Autobiografische Züge hat der Roman wohl auch. Shida ist wie Tara, das ist die jüngste Tochter von Behsad und Nahid bereits in Deutschland geboren. Auch Shidas Eltern kamen nach der islamischen Revolution nach Europa. Insofern hat sie die hier niedergeschriebene Geschichte sicherlich in Teilen zu Hause oder bei Bekannten erlebt. Ich halte nicht nur deswegen das Buch für sehr gelungen. Für Tara ist der Iran viel weiter weg. Einige Jahre später ist sie mit ihrer Nichte unterwegs. Aber plötzlich ist der Iran wieder in aller Munde. Der Westen nähert sich an, der Gottesstaat wird offener – Ein Symbol gegen den Terror in der Region? Wenige Seiten schließen die Geschichte mit Taras Worten und doch beginnt sie von neuem. Wird sie gut? Hoffen wir, dass dies wirklich so sein wird. © KaratekaDD

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  • Diffuses Heimatgefühl..

    Nachts ist es leise in Teheran

    wandablue

    07. July 2016 um 19:28

    Diffuses Heimatgefühl. Eine Familie emigriert von Teheran in Iran nach Deutschland. Die Eltern fliehen mit ihrer kleinen Tochter Laleh über die Türkei, nachdem sie in ihrer Jugend gegen den Schah demonstrierten, sich politisierten und radikalisierten und sich statt der erhofften Liberalisierung einem zunehmend restriktiv verhaltenden Gottesstaat gegenüber sehen, der – oh Wunder – gar nicht so viel anders ist als das, was die Menschen vorher hatten. Nur, dass die Unterdrückung anders ist und sich vornehmlich gegenüber den Intellektuellen und den Frauen ausrichtet. Der Ehemann Behsad (1979) erzählt, die Ehefrau Nahid (1989), Laleh, die Tochter (1999) sowie die Kinder Mo und Tara für die Neuzeit. Fand ich schon die Berichte der ersteren beiden merkwürdig diffus im Hinblick auf die politische Ausrichtung und das Bewusstein der beiden jungen Leute, so waren die Eindrücke, die Laleh von einer Besuchsreise nach Teheran, dem Land ihrer Eltern, mitbrachte , schwammig bis belanglos, denn Körperkult und stundenlanges Rumsitzen auf Teppichen und das Aufzählen von verschiedenen Verwandten haben mich nicht im Geringsten interessiert. Mo und Tara hatten nun gar nichts Erhellendes mehr beizutragen. Die Erzählweise ist dumpf, es gibt keine Absätze, was das Lesen erschwert, der Zugang zur Mentalität der Erzählenden blieb mir verschlossen. Es gibt kaum klare Aussagen. Wo die Protagonisten innerlich und politisch nun stehen und warum, ich habe es nicht gecheckt. Was rüberkam, war ein diffuses Heimatgefühl, sonst nichts. Über den Iran erfährt man nichts, was man nicht durch Funk und Fernsehen sowie so schon weiß. Fazit: Diffuses Heimatgefühl plus langatmige blumige Erzählweise. Hat mich nicht erreicht. Verlag: Kiepenheuer & Witsch, 2016 Kategorien: Anspruchsvolle Literatur: 2 Punkte Gute Unterhaltung: 2 Punkte

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    • 4
  • Wenn du deine Heimat verlassen musst...

    Nachts ist es leise in Teheran

    Nimmer_Satt

    13. June 2016 um 08:55

    Ein absoluter Buchtipp von mir an euch!!! :) Schaut mal vorbei:

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  • Was für ein Debüt! Dieses Buch hat mich zutiefst berührt.

    Nachts ist es leise in Teheran

    Denise_Buchgefluester

    13. June 2016 um 00:19

    Wir begleiten in vier Kapiteln eine persische Familie über vier Jahrzehnte. Jedes Kapitel wird aus der Ich-Perspektive eines Familienmitgliedes erzählt. Den Anfang macht Behsad, der 1979 nach dem Ende der Militärdiktatur des Schahs als Revolutionär auf der Seite der Kommunisten kämpft und beschließt mit seiner Frau und den beiden Kindern nach Deutschland zu fliehen, als sein bester Freund verhaftet wird. Seine Frau Nahid erzählt im zweiten Teil, 1989, von der Ankunft, den Schwierigkeiten, aber auch den Helfern in Deutschland, von ihrem Heimweh, ihren Sorgen und Ängsten. 10 Jahre später, 1999, erfahren wir von ihrer Tochter Lelah, die mittlerweile im Teenageralter ist, von den Vorurteilen in der Schule, aber auch von ihrer Reise in den Iran zusammen mit Mutter und Schwester. Von der Fremdheit gegenüber ihrem Heimatland und den Tanten und Onkeln, an die sie sich kaum noch erinnert. Den Abschluss macht Lelahs Bruder Morad, genannt Mo. Wir schreiben das Jahr 2009 und in Deutschland sind Studentenstreiks aufgrund der Studiengebühren. Was den Studenten Mo aber weit mehr bewegt ist die grüne Revolution im Iran, dass wieder Demonstranten verhaftet werden oder verschwinden, wie damals, 1979...Shida Bazyar hat einen sehr besonderen, fast schon poetischen Sprachstil und es gelingt ihr wunderbar die vier Abschnitte, die aus der Sicht der verschiedenen Familienmitglieder erzählt sind, zu verbinden, indem sie die Entwicklung der anderen Charaktere nie außer Acht zu lässt. In diesem Buch geht es nicht nur um Migration und Integration, es geht vor allem auch darum wie sich die Identifikation mit der Heimat im Laufe der Generationen verändert und gleichzeitig erhalten wir einen wunderbaren Einblick in die Geschichte Irans vom Beginn der Islamischen Revolution bis zur Wiederwahl Ahmadinedschads, sowie in die persische Kultur. Ein hochaktueller Roman in Zeiten der Flüchtlingskrise, der uns einen bewegenden Einblick gibt in das Leben und Denken, die Erwartungen und Ängste der Menschen, die ihr Heimatland verlassen, um in Frieden leben zu können. Bravo!

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