Shiloh Walker Broken

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  • Rezension zu "Broken" von Shiloh Walker

    Broken
    Melanie87

    Melanie87

    26. October 2011 um 20:13

    Bei dieser Geschichte würde ich am liebsten zwei Wertungen vornehmen: zum einen nämlich jenen Eindruck, den ich während dem Lesen von der Handlung und den Protagonisten hatte (toll!) und dann jenen, der sich rückblickend auf das Buch ergab (leicht enttäuschend). Während dem Lesen selbst war ich zur Gänze in dieser Welt gefangen, bei der an jeder Ecke Geheimnissen lauerten. Sarah und Quinn fällt es nicht leicht Vertrauen in die Menschen um sich herum zu fassen und so ist es nicht verwunderlich, dass sie sich zwar näher kommen, aber kaum über persönliche Dinge sprechen. Sie lernen sich kennen ohne über die Vergangenheit des anderen oder sogar Aspekte aus der Gegenwart Bescheid zu wissen. Shiloh Walker hat es aber wunderbar geschafft der Beziehung trotzdem eine solide Basis zu geben ohne all die Geheimnisse offen zu legen. Auf Sarahs Seite bleiben die Geheimnisse am längsten bestehen, auch wenn man sie sich als Leser schon denken kann. Quinn öffnet sich ihr gegenüber schneller und was ich hier sehen durfte, faszinierte mich. Diesen Mann, der nach außen hin stark und beschützend und im Inneren doch verletzlich und auf der Suche nach ein bisschen Geborgenheit war, konnte ich nur in mein Herz schließen. Charakterlich hatte keiner der Protagonisten Schwächen aufzuweisen, was heutzutage schon fast überraschend ist. Als sich dann der Verdacht festigte, was wohl hinter der ganzen Geschichte stecken würde, war die Spannung längst noch nicht vorbei. Als Leser kann man sich zwar recht bald ein Bild davon machen, wie die Konstellation wirklich aussieht, aber trotzdem war ich neugierig, wie Shiloh Walker diese Situation auflösen wird. Im Grunde hat mich dieses Ende in seiner Umsetzung zwar enttäuscht, weil es vergleichsweise unspektakulär war, aber die Grundidee hat mir trotzdem gut gefallen. Den Eindruck, den ich dann nach dem Lesen hatte, war, dass die ganze Geschichte um Sarah fast schon künstlich aufgebauscht worden war. Hier wurde über das gesamte Buch hin so viel aufgebaut und hingearbeitet und dafür war mir der Ausgang dann doch zu unspektakulär bzw. viel heiße Luft für nichts. Wenn es nach mir gegangen wäre, hätte die Autorin diesen Part der Geschichte gerne geringer ausfallen lassen und sich stattdessen noch mehr auf die Charaktere konzentrieren können. Nicht, dass diese farblos waren, ganz im Gegenteil. Sowohl Sarah als auch Quinn müssen sich mit ihrer Vergangenheit auseinandersetzen und ihre Beziehung beginnt sehr zaghaft. Während sich Quinn bald sicher zu sein scheint, was er möchte, so hat Sarah lange Zeit durchaus berechtigte Zweifel. Wenn man ihren Lebensstil der letzten Monate bedenkt, so wäre ich bei einem anderen Verhalten ihrerseits enttäuscht gewesen. In diesem Fall nimmt sie sich die Zeit und den Raum, den sie benötigt, verliert sich aber auch nicht in einer heilen Welt, die nicht vorhanden ist, und bleibt realistisch und bodenständig. Diese Charakterzüge mochte ihn an ihr – sie will das Leben genießen, vertraut aber nicht blind und lässt sich erstmal alles durch den Kopf gehen. Diese beiden verbindet etwas Besonderes und doch hätte ich mich sehr darüber gefreut, wenn sich die Autorin mehr mit Quinns Vergangenheit auseinander gesetzt hätte. Man weiß zwar, was damals geschah, kann aber Quinns Gefühlsentwicklung nicht wirklich miterleben, sondern sieht vielmehr wichtige Stationen. Aber insgesamt wurde hier ein Ende angedeutet, dass es so gar nicht gab bzw. für das diese Vorarbeit nicht nötig gewesen wäre. Eine Verlagerung des Schwerpunktes hätte hier sicherlich einiges ausgleichen und den Eindruck nach dem Lesen verbessern können. Bei Broken handelt es sich um den Nachfolgerband von Fragile, wo Quinns Bruder Luke sein Glück gefunden hatte. Und obwohl ich sonst sehr auf die Einhaltung der Reihenfolge bedacht bin, habe ich Broken als erstes gelesen, weil sich Fragile leider noch nicht in meinem Besitz befindet. Aber um ein Gefühl für die Autorin zu bekommen war Broken perfekt – ich mag ihren Schreibstil sehr gerne, sie schreibt detailliert, aber ohne Langeweile aufkommen zu lassen, erschafft eine Welt in der man sich trotz all der negativen Aspekte wohl fühlen kann und Charaktere, die nur allzu menschlich sind. Zu ihnen konnte ich relativ rasch eine Bindung aufbauen, der Suspense Anteil, der hier mit eingebaut wurde, weckte jedoch weniger mein Interesse. Ich hatte auch nicht das Gefühl, dass mir wichtige Vorinformationen zu Quinn fehlen würden, weil ich Teil 1 nicht gelesen habe. Es mag schon sein, dass ich die Beziehung zu seinem Bruder Luke mit einer tieferen Verbundenheit sehen würde, wenn ich Fragile gelesen hätte, aber auch so fehlte es mir an nichts. Shiloh Walker konnte mich mit Broken überzeugen, beizeiten werde ich mir auch Fragile zulegen und die Autorin mit Sicherheit im Auge behalten. Trotz leichter Schwächen beim Ende konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen und Broken kann ohne Probleme als Stand-Alone bestehen. Alles in allem bin ich positiv überrascht worden von dem Buch und kann gar nicht verstehen, wieso es so lange ungelesen in meinem Regal stehen musste. Schön, dass sich das endlich geändert hat!

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