Das kleine Café der magischen Minuten von Shiori Ota, aus dem Japanischen von Anemone Bauer
Im Mittelpunkt des Romans steht die Zeitwächterin Himari, die die Fähigkeit besitzt, Menschen für die Dauer von 4 Minuten und 33 Sekunden zu dem Moment in ihrer Vergangenheit zu versetzen, in dem sie eine Entscheidung getroffen haben, die sie bereuen und rückgängig machen wollen.
„Ich glaube, jeder Mensch trägt in seinem Leben mindestens einen Moment mit sich, den er nicht vergessen kann. Etwas, das tief in einem sitzt – nicht nur als bittere Erinnerung, sondern manchmal begleitet von Wut. Von der Frage: Warum habe ich damals …? Etwas, das man immer wieder durchgeht.“ (S. 166)
Himari geht in die siebte Klasse. Nach einem Unfall ist ihr Traum von einer Karriere als Pianistin geplatzt. Als Zeitwächterin darf sie nicht in ihre eigene Vergangenheit zurückreisen.
Ihr Klassenkamerad Chihaya Chitose ist ebenfalls Zeitwächter. Himari vertraut ihm an, dass sie schuld am Tod eines Babys ist, das anstelle von ihrer besten Freundin gestorben ist. Die beiden versuchen nun gemeinsam, an den Tag des Unfalls zurückzureisen und das Baby zu retten.
„Ich hatte geglaubt, wenn etwas nicht gelingt, könnte man einfach zurückgehen. Es besser machen. Eine zweite Chance. Aber das war ein Trugschluss. So funktionierte das Leben nicht. So funktionierte Zeit nicht.“ (S. 284)
Himari und Chihaya probieren bei ihren Ausflügen stets die lokalen Spezialitäten: Pork-Tamago-Onigiri, Miso-Suppe, Shiro-Spa-Sando, Masuya, Chiki-Chiki-Nanban, Baby-Pan, Mame-Pan, Jumbo-Franks. Das Essen wird so einladend beschrieben, dass mir das Wasser im Mund zusammengelaufen ist. Einige der Spezialitäten konnte ich anschließend beim Japan-Tag in Düsseldorf probieren.
Gerne empfehle ich euch die Reihe über Das kleine Café der magischen Minuten bzw. wie es in Band 1 heißt: Das kleine Café der zweiten Chancen.