Shlomo Graber

 4,7 Sterne bei 31 Bewertungen
Autorenbild von Shlomo Graber (©Christoph Läser)

Lebenslauf

Wichtige Botschaften eines Holocaust-Überlebenden: Er wuchs behütet als ältester Sohn einer jüdischen Familie in der Tschechoslowakei und in Ungarn auf, doch als er 14 war, traf Shlomo Graber die Grausamkeit des nationalsozialistischen Regimes mit ganzer Wucht. Seine gesamte Familie wurde auseinandergerissen und in unterschiedliche Lager deportiert. Die folgenden Jahre überlebte der 1926 geborene Shlomo Graber wie durch ein Wunder in drei verschiedenen Konzentrationslagern und auf dem sogenannten Görlitzer Todesmarsch. Außer ihm selbst und seinem Vater war niemand mehr aus der Familie am Leben, als die russische Armee schließlich die Häftlinge befreite. Shlomo Graber wanderte 1948 nach Israel aus und lebt seit 1989 mit seiner zweiten Frau in der Schweiz. Hier arbeitet er als Kunstmaler, hat aber auch viele Vorträge vor allem an Schulen gehalten. Seine Botschaft ist überraschend und berührend: Shlomo Graber vertraut auf die menschliche Fähigkeit zur Güte und verzeiht sogar seinen Peinigern, weil er dem Hass entsagt. Im hohen Alter hat er dieses Vermächtnis in zwei Büchern niedergelegt: „Denn Liebe ist stärker als Hass“ (2015) und „Der Junge, der nicht hassen wollte“ (2016).

Alle Bücher von Shlomo Graber

Cover des Buches Der Junge, der nicht hassen wollte (ISBN: 9783423146586)

Der Junge, der nicht hassen wollte

(24)
Erschienen am 31.08.2018
Cover des Buches Denn Liebe ist stärker als Hass (ISBN: 9783952446300)

Denn Liebe ist stärker als Hass

(7)
Erschienen am 20.04.2015

Neue Rezensionen zu Shlomo Graber

Cover des Buches Denn Liebe ist stärker als Hass (ISBN: 9783952446300)
Babsi123s avatar

Rezension zu "Denn Liebe ist stärker als Hass" von Shlomo Graber

Babsi123
Sehr ergreifendes Schicksal

Mein Fazit:

" Mutters Traum einer großen Familie ... endete am Selektionstisch in Auschwitz. Alles was von ihr, ihren Kindern übrig blieb,...war Rauch aus den Schornsteinen der Todesmaschinerie und ein wenig Asche in den Krematorien..." 


Diese Aussage allein lässt einem das Blut in den Adern gefrieren. In dieser Biografie blickt Shlomo Graber auf sein erlebnisreiches, tragisches Leben zurück. Er hat drei Konzentrationslager überlebt: trotz extremem Hunger, wobei er und sein Vater um zu überleben, Futter für die Schweine gegessen haben , ständige Angst von der SS erschossen zu werden, aber sein unbändiger Überlebenswille ließ ihn das alles ertragen. Heute blickt er ohne Wut, ohne Groll, ohne Verbitterung, ohne Hass auf sein Leben und die Deutschen zurück. Heute hat er eine liebevolle Familie, er spricht an Schulen über den Nationalsozialismus, über Hitler und seine tragischen Erlebnisse während des Krieges. Trotz des Verlusts fast aller Familienmitglieder,  lehnt er Gewalt bis heute ab und verurteilt diese bei seinen Vorträgen vor den  Schülern. Er vermittelt Werte wie Nächstenliebe, Respekt vor den Millionenfachen Opfern, macht auf die begangenen Verbrechen aufmerksam und er kämpft mit seinen Worten gegen das Vergessen.

Zitat: " Denn Liebe ist stärker als Hass"...ist ein Zeitzeugenbericht der anderen Art. Politische Hintergrundinformationen sind gut eingearbeitet, die Erlebnisse des Autors brillant niedergeschrieben und der Autor lässt uns an seinem Leben teilhaben. Die Größe zu haben, keinen Hass auf seine Peiniger zu empfinden und trotzdem so ein positiver Mensch zu sein – ich ziehe meinen imaginären Hut. Ein sehr bewegendes Epos, voller Emotionen und magischer Momente. Sein bildhafter Schreibstil ist brillant, flüssig zu lesen und voller Respekt für die vielen Opfer.

Cover des Buches Der Junge, der nicht hassen wollte (ISBN: 9783423146586)
Josseles avatar

Rezension zu "Der Junge, der nicht hassen wollte" von Shlomo Graber

Jossele
Schreckliche Erlebnisse

Diese Biografie des 1926 geborenen Holocaust-Überlebenden Shlomo Graber erschien erstmals 2016. Im Innenteil des Buches findet sich der Hinweis, dass der Text auf der Autobiografie des Autors mit dem Titel „Denn Liebe ist stärker als Hass“ aus dem Jahr 2015 beruht. Ich stellte mir daher die Frage, ob es sich bei diesem Buch nur um einen Auszug aus dem vorhergehenden Buch handelt. Ich kann die Frage allerdings nicht beantworten, da ich nirgendwo etwas dazu gefunden habe. Die Tatsache, dass praktisch aber niemand, der im Netz über das Buch schreibt, auch nur eine Andeutung in diese Richtung macht, spricht gegen diese Überlegung.

Die Schreibweise des Autors ist nüchtern und wenn man ins Kalkül zieht, worüber der Autor schreibt, sogar unglaublich nüchtern. Interessanterweise scheint seine erste wichtige Bezugsperson der Großvater gewesen zu sein, denn die Mutter Anna tritt erst in Erscheinung, nachdem sich seine Eltern wieder versöhnt haben und ein Umzug der Familie weg vom Großvater in eine andere Stadt erfolgt ist. Auch über die Tatsache, dass er fünf Jahre lang keine Ahnung von der Existenz seines leiblichen Vaters hatte, berichtet Shlomo Graber so emotionslos, als schriebe er über einen Anderen.

Zwischendurch stellt der Autor seinen Erlebnissen die politische Entwicklung, vor allem im Deutschland des Nationalsozialismus gegenüber, deren Bedeutung für sein Leben ihm in Kindheit und Jugend in keiner Weise bewusst war, wie er mehrmals betont. Als im Sommer 1941 die Soldaten vor der Tür der Familie standen, um sie zu deportieren, kam das überraschend und unerwartet.

Was ich fast unglaublich finde, sind die Worte der Mutter des Autors bei der Ankunft der Familie in Auschwitz-Birkenau, kurz bevor sie auseinandergerissen wurde. Der Autor schreibt, dass seine Mutter damals zu ihm gesagt hat: „Sei stark, und lass keinen Hass in dein Herz…Liebe ist stärker als Hass, mein Sohn…vergiss das nie!“ (Riverfield Tb, 4. Aufl. 2018, S. 115) Ich habe keinen Anlass, an dem Bericht des Autors zu zweifeln, finde jedoch solche Worte anlässlich der Situation schier übermenschlich.

Ich gebe dem Buch fünf Sterne. Es steht mir nicht zu, eine solche Biografie nach was auch immer für Kriterien zu bewerten. Dazu ist das Erzählte einfach zu schrecklich und unfassbar. Jedes Mal schockiert es mich aus Neue, obwohl ich im Grunde weiß, was damals alles passiert ist. Genau deshalb ist es so wichtig, dass diese Ereignisse im Bewusstsein bleiben und niemals, niemals in Vergessenheit geraten.

Cover des Buches Der Junge, der nicht hassen wollte (ISBN: 9783952464052)
A

Rezension zu "Der Junge, der nicht hassen wollte" von Shlomo Graber

Alinchen
Wahre Geschichte eines Juden

Shlomo wächst behütet auf in einem kleinen ungarischen Städtchen auf. Die Mutter und der Großvater sind seine engsten Bezugspersonen in den ersten Lebensjahren, sein Vater taucht erst nach einigen Jahren in seinem Leben auf. Im Buch schreibt er über sein Leben als Jude in Ungarn in den 1930er-Jahre. Zwischendurch werden die politischen Geschehnisse im fernen Deutschland recht distanziert beschrieben. Man könnte meinen, dass sie nichts mit Shlomo und seiner Familie zu tun hätten. Doch eines Tages wird die Familie deportiert.

Das Buch beschreibt teilweise detailliert Shlomos schreckliche Erlebnisse und die Grausamkeiten in mehreren Konzentrationslagern. Dies ist nicht immer leicht auszuhalten, aber unglaublich wichtig. Ich schließe mich anderen hier an, die meinen, dass das Buch Schullektüre werden sollte!

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