Shlomo Graber Der Junge, der nicht hassen wollte

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Inhaltsangabe zu „Der Junge, der nicht hassen wollte“ von Shlomo Graber

Behütet und umsorgt wächst der kleine Shlomo Graber, fernab vom damaligen Weltgeschehen, im Kreise seiner drei jüngeren Geschwister in einem ungarischen Städtchen auf. Sein weiser Großvater und seine liebende, fürsorgliche Mutter prägen die glücklichen Kinderjahre des Jungen.
Er ist 14 Jahre alt, als sein Leben eine tragische und völlig unerwartete Wendung nimmt: Er und seine Familie werden von den Nazis deportiert.
Mit seinem unbändigen Lebenswillen, einem unerschütterlichen Glauben an sich selbst, aber auch mit Nächstenliebe und manchmal gar mit Humor überlebt der Jugendliche in den folgenden Jahren drei Konzentrationslager.
Shlomo und sein Vater werden am Ende des Zweiten Weltkriegs als einzige Überlebende der Familie befreit. Er beschließt, ein neues Leben zu beginnen. Doch um an dem Erlebten nicht zu zerbrechen, zeigt der 18-Jährige mittels einer unglaublichen Geste, dass das Unvorstellbare dennoch möglich ist – er verzeiht!

eine Mensch der nur zu bewundern ist.

— schlaura

Ein Zeitzeugnis, welches unbedingt Beachtung finden sollte.

— dicketilla

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  • Wenn die Liebe stärker ist, als der Hass...

    Der Junge, der nicht hassen wollte

    Federchen

    14. April 2017 um 18:46

    Wenn man ein Buch aufschlägt, bei dem einem klar wird, dass es kein gutes Ende nimmt, dann tut es mit diesem Vorwissen um so mehr weh, von einem Jungen zu lesen, der zwar in einer armen Familie lebte, bei der er viel mit anpacken musste, aber trotzdem eine Kindheit hatte, die er als sehr glücklich beschreibt. Es verwundert, dass dieser Mensch, der bereits im Jahr 1926 geboren wurde, so voller Liebe und Hingabe die doch so schrecklichen Erlebnisse zu Papier gebracht hat.Shlomo Graber ist in einem jugendlichen Alter als er deportiert wird. Von Ungarn kommt er mit seiner gesamten Familie nach Auschwitz. Eingepfercht in Eisenbahnwaggons, mehr als Vieh behandelt, nicht als Menschen. Shlomo versteht zunächst nicht, was sich in seiner Welt alles verändert. Fest im Glauben, es wäre alles nicht so schlimm und man wäre bald wieder zu hause. Er könne bald wieder seiner Mutter zur Hand gehen und mit seinen Geschwistern spielen. Doch ihm wird beim Ausstieg schmerzlich klar, dass es nicht so sein wird. Warum lässt Gott dies geschehen? Ist er ein Sünder und müsse bestraft werden?"Der Junge, der nicht hassen wollte" ist ein Zeitzeugenbericht, der an einigen Stellen etwas distanziert geschrieben ist und nicht jede Szene tiefer beschreibt. Dies macht das Buch aber um so lesenswerter, besonders auch für Jugendliche. Shlomo Graber hat ganz bewusst darauf verzichtet, die besonders schlimmen Erlebnisse zu beschreiben. Er möchte, dass sein Buch einer Vielzahl von Menschen zugänglich werden kann. Auch ohne diese Brutalität, ist dieses Buch voller Unglück und gleichzeitig so voller Hoffnung. Shlomo nimmt sich die Worte seiner Mutter zur Herzen. Er hasst nicht. Auch dann nicht, als ihm soviel genommen wird. Auch nicht, als er nach seiner Befreiung einer deutsche Frau und ihrer kleinen Tochter ein Stück Brot schenkt. Er ist auch Jahre später nicht voller Hass, sondern versucht zu erklären, das Liebe immer stärker ist. Angesichts seiner Geschichte vermag man selbst nicht an die Liebe glauben. Bemerkenswert, dass ein Mensch nach solch grausamen Erlebnissen am Menschsein festhält und die Menschlichkeit noch immer als oberstes Gut betrachtet. Wie ein Mensch mit voller Hingabe sein Schicksal angenommen und daraus seine Stärke gefunden hat. Wie ein Mensch so viele Worte hat, um uns davon in seinem Buch, in seinen Vorträgen zu erzählen, was er durchlebt hat.Dieses Buch sollte Schullektüre sein. Lektüre neben dem Tagebuch der Anne Frank, Lektüre gegen das Vergessen. Besonders in der heutigen Zeit, in der Liebe und Menschlichkeit wichtiger sein sollte, als schnelles Internet, alternative Fakten und Fakenews. Eine Zeit in der wir uns darauf besinnen sollten, dass es Menschen gibt, die offenen Herzens durch die Welt gehen, ohne zu hassen und das, obwohl sie allen Grund dazu hätten. Doch Hass zerstört, seine Risse treiben die Menschen immer weiter auseinander. Genau das will Shlomo Graber verhindern. Er will zeigen, dass es sich immer zu kämpfen lohnt, auch wenn es schwer ist, dass es sich nicht lohnt zu hassen, wenn man soviel Gutes erreichen kann. Darum erzählt er uns seine Geschichte.(c) buchgefieder.blogspot.com

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  • Meinen tiefsten Respekt vor dieser Lebensgeschichte

    Der Junge, der nicht hassen wollte

    Buchbahnhof

    05. February 2017 um 21:26

    Shlomo Graber schreibt in sehr einfachen Sätzen und einer einfachen Sprache, so dass auch jugendliche Leser dem Buch gut folgen können. Shlomo Graber selbst sagt, dass er dieses Buch bewussst einfach und „ohne Schnörkel“ geschrieben hat. Mir hat diese Einfachheit einerseits gefallen, andererseits war es dadurch manchmal auch etwas ja, eben zu einfach. Der Schreibstil ist ein bisschen gewöhnungsbedürftig. Wir begleiten Shlomo Graber auf 224 Seiten von seiner frühen Kindheit, die ganz normal verlaufen ist, bis zu seinem 18. Lebensjahr. Aufgewachsen in einem kleinen Dorf, mit den normalen Problemchen, die die Kindheit und Jugend so mit sich bringt, sind Shlomo und seine Familie von den Anfängen der Schreckensherrschaft der Nationalsozialisten eher weit weg. Sie erfahren, was den Juden in Europa passiert, aber sie müssen es noch nicht erleben. Gerade diese relativ normale Kindheit führte mir die Schrecken noch mehr vor Augen. Man fängt unweigerlich an zu überlegen, wie man selbst empfunden hätte, als Kind bzw. Jugendliche in der Situation, in die Shlomo Graber und viele viele andere Menschen gebracht wurden. Die Nationalsozialisten besetzten am 19.3.1944 Ungarn und die Lage der ungarischen Juden veränderte sich dramatisch, was auch Shlomo und seine Familie zu spüren bekamen. Shlomo Graber ist 14 Jahre alt, als er mit seiner gesamten Familie aus dem ungarischen Dörfchen Nyirbator nach Auschwitz deportiert wird. Das Grauen beginnt und ich weiß nicht, wie man als Mensch, aber auch vor allem als Jugendlicher eine solche Gefangenschaft in verschiedenen Konzentrationslagern und mit den verschiedenen, wirklich sadistischen Menschen um sich herum, überleben kann und dabei seine Menschlichkeit nicht verliert. Ganz furchtbar war auch, zu erleben, wie sich die Rolle zwischen Vater und Sohn verwandelte. Der Vater, der 14 Jahre lang seinen Sohn erzogen und beschützt hat, muss nun von seinem Sohn gestützt werden. Vielleicht ist das das geringste Problem, das Shlomo und sein Vater hatten, aber mir führte auch dies so deutlich vor Augen, dass man mit einer solchen Situation einfach nicht umgehen kann, egal, ob als Kind, Jugendlicher oder Erwachsener. Hilflos ausgeliefert, den Launen der Bewacher. Je mehr Bücher ich über diese Zeit lese, umso weniger verstehe ich allerdings, wie Menschen so grausam sein können. Wie auch Shlomo Graber schreibt: Wie kann es sein, dass vorher völlig normale Menschen, ihre gesamte Empathie, ihre Menschlichkeit, verlieren? Wie kann es sein, dass die Gefangenen sinnlos gequält, ja gefoltert werden? Von Menschen, die vorher doch sicher einer normalen Beschäftigung nachgingen, Familie haben. Ich kann es nicht begreifen. Werden wir Menschen so, wenn wir vorher nur „normale kleine Bürger“ waren, die plötzlich uneingeschränkte Macht verliehen bekommen? Mir ist das einfach unbegreiflich. Die letzten Worte, die Shlomos Mutter zu ihm sagt, als sie in Auschwitz angekommen in eine andere Richtung gehen muss sind: „Liebe ist stärker als Hass, vergiss das nie, mein Sohn.“ und genau diese Worte sind es, die Shlomo zu seinem Leitsatz macht. Ich habe den tiefsten Respekt davor, dass ein Mensch, dem grauenhafte Dinge angetan wurden, so grauenhaft, dass er immer wieder schreibt, dass er sie nicht näher ausführen wird, so viel Menschlichkeit in sich bewahren kann. Das Buch endet damit, dass Shlomo, aus dem Konzentrationslager gerettet, einer deutschen Frau und Baby ein Stück Brot reicht. Er beschließt, trotz der Geschehnisse, nicht zu hassen, nicht zu weinen, sondern zu vergeben. Shlomo ist 18 Jahre alt und das Leben liegt nun vor ihm. Der Verlag schrieb mir: „Shlomo Graber versteht sein neues Buch als Botschaft an die Jugend und die kommenden Generationen. Natürlich soll mit dem Buch auch an das was geschah erinnert werden, aber die fundamentale Botschaft die Shlomo Graber damit geben will ist: Hass vergiftet die Herzen der Menschen und Hass erzeugt immer nur mehr Hass!“ Ja, und genau das trifft es. Genau diese Botschaft vermittelt der Autor mit seinem Buch. Bei mir ist genau diese Botschaft auch angekommen, selbst wenn ich die Information nicht gehabt hätte. Federn zu vergeben fällt mir in diesem Fall schwer. Man kann eine Lebensgeschichte nicht bewerten. Ich fürchte, dass die einfache Sprache nicht jedem liegen wird, auch mir hat der Schreibstil teilweise Probleme bereitet. Ich war kurz am überlegen, ob ich 4 Sterne vergebe, aber der Mensch, Shlomo Graber hat unseren tiefsten Respekt verdient, dass er trotz der Unmenschlichkeit, die er erlebt hat, seine eigene Menschlichkeit nicht verloren hat. Die Botschaft des Buches ist wichtig und unbedingt lesenswert. Von daher gibt es von mir gibt 5 Sterne.

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  • Der Junge, der nicht hassen wollte

    Der Junge, der nicht hassen wollte

    -sabine-

    15. January 2017 um 12:52

    Ich habe schon einige Bücher über den Holocaust gelesen und gerade biographische Geschichten haben mich immer sehr beeindruckt - daher war ich sehr gespannt auf diese wahre Geschichte von Shlomo Graber.Und wie der Titel schon verrät, ist Shlomo Graber ein außergewöhnlicher Mensch. Wächst er zunächst behütet und umsorgt im Kreise seiner liebevollen Familie auf und kann auf eine glückliche Kindheit zurückblicken, wird Shlomo mit 14 Jahren von den Nazis deportiert und seine glückliche Kindheit nimmt ein jähes Ende.Was Shlomo Graber danach erlebt ist grauenhaft, und nur seinem unglaublichen Lebenswillen ist zu verdanken, dass er die folgenden Jahre in verschiedenen Konzentrationslagern überlebt. Man merkt beim Lesen, dass die Erinnerungen furchtbar sind – manches lässt er weg, weil es einfach zu schrecklich war, anderes erzählt er episodenhaft, wie Blitzlichter, die in seinem Kopf auftauchen. Überleben konnte er nur durch seinen unerschütterlichen Glauben an sich selbst und seine Nächstenliebe, die er auch in dieser schrecklichen Zeit niemals verloren hat.In der ersten Hälfte des Buches erinnert sich Shlomo Graber an seine Kindheit, an seinen weisen Großvater und seine liebevolle Mutter und Geschwister – zu seinem Vater hatte er da noch gar nicht so eine enge Bindung. Man merkt beim erzählen, wie glücklich seine Kindheit war und wie stark sie ihn geprägt hat. Und daraus zieht er seine Kraft für die furchtbaren Jahre in Gefangenschaft, an die er sich in der zweiten Hälfte des Buches erinnert. Nach 4 qualvollen Jahren wird er befreit – und hier endet dann auch das Buch. Gerne hätte ich noch mehr erfahren, vor allem über die Zeit nach der Befreiung, denn auch diese stelle ich mir mit dem Durchgemachten im Gepäck nicht leicht vor.Die Sprache ist sehr einfach und schlicht, wirkt oft ein wenig distanziert, die Eindringlichkeit des Erlebten geht dadurch aber natürlich nicht verloren. Ganz im Gegenteil – gerade am Ende wird noch mal deutlich, was für ein großes Herz Shlomo Graber in sich trägt, was für eine Kraft und Nächstenliebe er trotz dieser schlimmen Zeit für sich behalten konnte. Sterne werde ich für dieses Buch nicht vergeben, denn es steht mir nicht zu, Erlebtes anderer zu bewerten. Wer sich aber für den Holocaust interessiert, dem kann ich einen Blick in diese wahre Geschichte empfehlen; vielleicht nur sollte man vorher eine Leseprobe lesen, um zu schauen, ob einem der Schreibstil liegt – ich kann mir vorstellen, dass er manchem zu distanziert und einfach ist; wenn er aber gefällt, dann empfehle ich dieses Buch uneingeschränkt.

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  • Vom Umgang mit Terror, Tod und Leid

    Der Junge, der nicht hassen wollte

    michael_lehmann-pape

    21. December 2016 um 12:18

    Vom Umgang mit Terror, Tod und Leid„Die Bedingungen im Waggon waren unmenschlich. Es gab kaum Platz zum Sitzen oder Hinlegen. Und es gab nicht genügend Lebensmittel und praktisch kein Wasser…..Die im Feld arbeitenden Bauern grüßten und winkten uns fröhlich zu. Ich weiß bis heute nicht, ob unser Zug von außen einfach nur unschuldig aussah oder uns die Bauern auf den Feldern verhöhnten“.14 Jahre alt ist Shlomo Gruber, der mit seiner Familie als Jude in Ungarn aufgegriffen und deportiert wurde, der verschiedene Konzentrationslager überstand. Der mit seiner Mischung aus Zähigkeit und kluger Voraussicht, aber auch der Fähigkeit, massives Leiden zunächst einfach zu ertragen (und, ehrlich gesagt, vor allem auch mit viel Glück einfach) diese Zeiten des grausamen Terrors, der zigtausenden von Toten allein in seinem Umfeld der Lager überstand.Und am Ende des Krieges zumindest äußerlich befreit nur noch seinen Vater lebendig vorgefunden hat.Das ist das eine, was dieses Buch noch einmal in seiner klaren und schlichten Sprache als „einfache“ Erzählung dem Leser vor Augen führt. Der Bericht eines der letzten Augenzeugen und Überlebenden des Holocaust und der Konzentrationslager.Wobei der Teil nach der Befreiung und nach Ende des Krieges für die Gegenwart letztlich noch interessanter und wichtiger zu lesen ist. Denn wie man angesichts solcher Erfahrungen, solcher „fröhlich winkender Bauern“ und grausamster Behandlung, mit offenen Augen sehend, was der Mensch dem Menschen antun kann, dennoch sich dem Leben ohne Hass und ohne lebenslange Rachegedanken wieder öffnen kann, auch davon erzählt Shlomo Graber ruhig und emotional nahe.Nicht nur, dass er in der Folge und Zeit seines Lebens Gewalt, Verfolgung, Fanatismus rigoros ablehnte und bekämpfte, wo er konnte, sondern sich selbst die Versöhnung untereinander auf die Fahnen geschrieben hat.„Liebe ist stärker als Hass, vergiss das nie, mein Sohn“.Diese Worte seiner Mutter „wurde mir zur Losung, zum Credo“. Und das im Lager und unter den Bedingungen des Lagers.Damit setzt Graber nicht nur noch einmal einen Impuls für den Rückblick auf die unendlichen Leiden gerade der Juden im dritten Reich, sondern bietet dem Leser auch eine andere als die naheliegende und impulsive Möglichkeit des „um sich Schlagens“ und „gegen andere Vorgehens“ trotz harter Erlebnisse und trotzdem Graber jedes innere Recht der Welt gehabt hätte, einen Hass zu entfalten und Zeit seines Lebens daran fest zu halten.

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