Shlomo Sand

 4 Sterne bei 8 Bewertungen

Lebenslauf von Shlomo Sand

Shlomo Sand, geboren 1946 als Kind polnischer Juden in Linz. 1949 Übersiedlung der Familie nach Israel. Nach dem Studium der Sozialwissenschaften in Paris lehrt Sand Geschichte an der Universität Tel Aviv. Er zählt zu den führenden Intellektuellen Israels und zu den schärfsten Kritikern der israelischen Politik gegenüber den Palästinensern. Bei Propyläen erschienen »Die Erfindung des jüdischen Volkes« (2010), »Die Erfindung des Landes Israel« (2012) und »Warum ich aufhöre, Jude zu sein« (2013).

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Shlomo Sand

Cover des Buches Die Erfindung des jüdischen Volkes (ISBN: 9783548610337)

Die Erfindung des jüdischen Volkes

 (4)
Erschienen am 13.05.2011
Cover des Buches Die Erfindung des Landes Israel (ISBN: 9783548612041)

Die Erfindung des Landes Israel

 (2)
Erschienen am 10.03.2014
Cover des Buches Warum ich aufhöre, Jude zu sein (ISBN: 9783549074497)

Warum ich aufhöre, Jude zu sein

 (2)
Erschienen am 25.10.2013
Cover des Buches On the Nation and the Jewish People (ISBN: 9781844676590)

On the Nation and the Jewish People

 (0)
Erschienen am 29.12.2010
Cover des Buches The Invention of the Jewish People (ISBN: 9781844676231)

The Invention of the Jewish People

 (0)
Erschienen am 04.06.2010
Cover des Buches The Invention of the Land of Israel (ISBN: 9781781680834)

The Invention of the Land of Israel

 (0)
Erschienen am 01.05.2013

Neue Rezensionen zu Shlomo Sand

Cover des Buches Die Erfindung des jüdischen Volkes (ISBN: 9783549073766)Sokratess avatar

Rezension zu "Die Erfindung des jüdischen Volkes" von Shlomo Sand

Nationales Selbstbild auf dem Prüfstand
Sokratesvor 7 Jahren

Interessant, wenn auch politisch provokanter Lesestoff: der in Tel Aviv lehrende Professor für Geschichte Shlomo Sand beschäftigt sich im vorliegenden Buch mit der Frage, ob es „das“ jüdische Volk gab und – wenn ja – wie hieb- und stichfest die Belege für die Inanspruchnahme des heutigen Territoriums „Israel“ für dieses Volk sind. Ausgehend von der Feststellung, wonach für Sand jüdische Geschichtsschreibung in Israel immer pro-nationalistisch ist, stellt er fest, dass historische Forschung bislang immer der zionistischen Idee verpflichtet war. Ergebnis war eine ethnozentristische Geschichtsschreibung, die gegensätzliche Quellen entweder nicht wahrnahm oder hieraus gewonnene Erkenntnisse nicht reflektiert wurden. Angehende israelische Forscher würden so unter einem nationalistischen Weltbild geprägt, dass bestimmte Erklärungsmodelle ignoriert. In gleicher Weise würde das offizielle Selbstbild Israels verfahren: es steht bis heute – scheinbar - unzweifelhaft fest, dass das „jüdische Volk“ ein „Volk“ ist; Sand hingegen weist nach, dass es das „eine“ jüdische Volk schlichtweg nicht gibt, sondern dass es sich vielmehr aus einer Vielzahl unterschiedlicher Ethnien rekrutiert, die im Laufe der Geschichte den jüdischen Glauben angenommen oder auch wieder abgelegt haben. So gab es auch jüdisch regierte oder zumindest dominierte Königreiche in Osteuropa, deren Existenz bis heute wenig erforscht und in falscher Art und Weise reflektiert – nämlich unzureichend – wird. Für Sand folgt aus dieser unvollständigen und tendenziösen Kreation eines nationalen Selbstbildes, betrieben seit dem Ende des 19. Jahrhunderts, unter dem allgemeinen Einfluss nationalistischer Bestrebungen in der europäischen Kultur des 19. Jahrhunderts, ein eigensinniges Selbstbild, das heute das israelische dominiert und insbesondere für den interkulturellen Dialog im Nahen Osten spätestens seit der Staatsgründung Israels fatale Konsequenzen zeitigt. Das Buch wirft provokante Fragen auf; es rührt auch an grundlegenden politischen Problemen und es stellt letztendlich auch die Frage, ob nicht zunächst zur Lösung des Israel-Palästina-Konfliktes eine weltanschauliche Neustrukturierung erforderlich ist, damit Frieden in der Region einziehen kann. Hierbei sollten auch Selbst- und Fremdbilder der dort zusammenlebenden Kulturen tief hinterfragt werden. Hierzu liefert Shlomo Sand sehr viel Material. 

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