Shumona Sinha Erschlagt die Armen!

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Inhaltsangabe zu „Erschlagt die Armen!“ von Shumona Sinha

Der Skandalroman aus Frankreich über die Unlebbarkeit des Asylsystems, erzählt in verstörend schönen Bildern.

'Erschlagt die Armen!' ist Titel eines Prosagedichts von Charles Baudelaire, und die Protagonistin dieses Romans scheint ihn wörtlich genommen zu haben: Die junge Frau schlägt einem Migranten in der Metro eine Weinflasche über den Kopf und findet sich in Polizeigewahrsam wieder. Dort soll sie sich erklären:

Was treibt eine dunkelhäutige Frau indischer Abstammung, die in der Asylbehörde als Dolmetscherin zwischen Asylbewerbern und Beamten vermittelt, zu einer solchen Tat? Täglich übersetzt sie das Jammern und die Lügen der Asylbewerber, deren offensichtliches Elend der Behörde nicht reicht – und ist angewidert vom System, deren Teil sie geworden ist. Als Migrantin bleibt sie fremd in den Augen der Beamten, aber auch für ihre ehemaligen Landsleute ist sie fremd – als eine, die es geschafft hat. Schließlich scheint es auch für sie in der menschengemachten Enge der Welt keine andere Begegnung als den Angriff zu geben.

Erschlagt die Armen! ist ein zorniger Roman, der in kraftvoller, bilderreicher Sprache aufrüttelnde Fragen zu Identität und Zusammenleben in einer globalisierten Welt stellt.

Sprachgewaltig, verstörend. Mit "Gehen, ging, gegangen" alles, was man zur "Flüchtlingskrise" gelesen haben muss.

— Schmiesen

Von allem zu viel, nur vom eigentlichen thema zu wenig.

— Das_Leseleben

Kurzer, aber prägnanter nachhallender Aufschrei, der in seiner Eindringlichkeit beim Lesen fast schon schmerzhaft ist.

— thursdaynext

Eigentlich sehr interessantes Thema, die Sprache und die teilweise wirren Gedankengänge haben die Lektüre schwer gemacht

— SteffiWausL

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    Erschlagt die Armen!

    Duffy

    31. October 2017 um 09:41

    Wenn man von "Flüchtlingswellen" spricht, deren Ursachen diskutiert, und gerade dieser Tage wieder mal ernsthaft über "Höchstgrenzen" schachert, über Menschen spricht, die auf der Flucht sind und sie zahlenmäßig eingrenzen will, wenn man damit indirekt Todesurteile spricht, mit einem Wort, wenn man ein reales Problem so abstrakt und weltfremd angeht, wie es die Verantwortlichen zum Beispiel in Europa (und leider auch in Deutschland) machen, dann fragt gerade deshalb niemand nach denen, die damit täglich zu tun haben und die Konsequenzen tragen müssen. Die, die von Angesicht zu Angesicht mit den Menschen zu tun haben, die Entscheidungen zu treffen haben, die Wahrheit von Lüge unterscheiden müssen und die dann mit sich und ihrem Gewissen alleine gelassen werden. Darum geht es in diesem Buch über eine Dolmetscherin, die die Anhörungen von Flüchtlingen ohne Interpretation übersetzen muss, Bindeglied zwischen Antragstellern und Entscheidern ist, Tausende von Schicksalen hört, ohne selbst helfen oder entlarven zu können. Der innere Zwiespalt, das Erkennen von Schauspielern und echten Notleidenden, die Sprache als Werkzeug, um Grundbedürfnisse übersetzen und vermitteln zu können. Der der Verlust ihrer Identität droht und dann die plötzlich einen Gewaltausbruch von sich selbst nicht verhindern kann, weil sie das alles nicht mehr erträgt.Shumona Shinha hat einen Roman geschrieben, der eigenltich ein Erfahrungsbericht ist und mit starken, tiefgehenden Worten beschreibt, was hilflos macht. Ihre eigene Geschichte als Migrantin, die es "geschafft" hat, immer mit einbezogen, ihre Identität bedrohend und ihre Werteskala durcheinander bringend. Ein Buch, das trifft. Genau dahin, worum eigentlich eine hohe Mauer gezogen wird. Die ganze Problematik des Asyls mit ihren falschen Voraussetzungen, wirren Träumen und echter Not. Betrachtet von jemandem, der mittendrin und zwischen allen Fronten steht. Wie so viele, die sich mit der Umsetzung der Vorgaben der Politik, die weltfremder nicht sein könnte, im richtigen Leben auseinandersetzen müssen. Jedem Politiker, der sich über "Flüchtlingsquoten" am grünen Tisch wie beim Pokerspiel die strategisch beste Ausgangsposition verschaffen will, sollte man ohnehin mindestens eine Woche zur Zwangsarbeit in einem Flüchtlingslager, egal ab vor Ort in den unkomfortablen Massenunterkünften in den Grenzländern oder hier bei uns, inmitten des ganzen Elends mit seiner destruktiven, realitätsfernen Bürokratie, verpflichten.Die Autorin verlor wegen dieses Buches ihren Job als Dolmetscherin bei der französischen Ausländerbehörde. So reagiert die Politik, wenn sie mit der unbequemen Wahrheit konfrontiert wird. Wünschenswert, wenn in Deutschland auch mal jemand so ein couragiertes Buch schreiben würde.

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  • Erschlagt die Armen | Rezension

    Erschlagt die Armen!

    vivreavecdeslivres

    16. April 2017 um 14:40

    Ich habe viel von Shumona Sinha gehört, viel über besonders diesen Roman gelesen, viele Fragen und Ideen gehabt, nachdem ich den Klappentext gelesen habe. Mir schien eine gewisse Ähnlichkeit und natürlich auch grosse Differenz zu Abbas Khiders Ohrfeige (ein Buch, welches wir kürzlich besprochen haben: klick) aufzuweisen - es geht um das Asylsystem in einem Land der EU und um einen Gewaltakt. Während dieser in Ohrfeige aber verübt wird, um Worten Gehör zu verschaffen und einem Asylbewerber eine Stimme und Identität zu geben, wird hier zwar auch eine Figur vorgestellt, die viel zu sehr im ganzen System verschwindet, aber die Gewalttat verübt, weil es Worte nicht können. Und so habe ich auch den ganzen Roman ein wenig wahrgenommen - er ist natürlich gefüllt von Worten, wunderschönen und bittertraurigen Worten, aber ich habe nur Momentaufnahmen mitgenommen und kein grosses Gedanken. Ich nehme euch heute also mit auf diese wundersame Reise durch einen mir sehr komplex erscheinenden Roman - denn ich habe während dem Lesen vier Mal meine Gedanken in einer Art Lesejournal niedergeschrieben und möchte die nun mit euch teilen - ebenso wie manche Worte aus dem Roman, die mir geblieben sind, die grosse Stärke von Shumona Sinhas Schreiben, wie ich finde.Seite 35"Das Leben ist ein Monolog. Auch wenn man glaubt, ins Gespräch zu kommen, ist es nur das zufällige Zusammentreffen von zwei Monologen, die vielleicht ein wenig verwundert voreinander zum Stehen kommen. In den Büros trafen Fragen und Antworten aufeinander, ohne in Kontakt zu treten."Ich fühle mich noch nicht richtig angekommen, noch nicht richtig versanden und frage mich, ob sich daran noch etwas ändern wird. Ich kann weder eine Sympathie noch eine Antipathie zur Protagonistin aussprechen und bleibe so eher verwundert. Auf extrem poetische Passagen folgen mir nicht ganz nachvollziehbar scheinende Gedankengänge. Die Spannung bleibt also, ist vielleicht sogar noch gestiegen, gleichzeitig verspüre ich keinen wirklichen Drang, weiterzulesen.Seite 63"Es war einer der Tage, an denen man die Hände ins Licht tauchen kann wie in Honig."Mittlerweile, zumindest auf den letzten paar Seiten dieses Abschnitts, bin ich schon mehr angekommen und Sinhas schöne Wortetrugen mich wie als Fluss - wahrscheinlich hat dies damit zu tun, dass sie mal zusammenhängend waren - denn schön oder treffend sind sie fast immer, aber es sind wie einzelne Blütenblätter, die als Gesamtes eben keine Rose ergeben. Ich hangle mich mehr den Worten nach anstatt entlang der Handlung oder der Protagonistin. Denn auch wenn ich sie nun vielleicht besser verstehen vermag, werde ich doch nicht so richtig warm mit ihr. Da das Buch nur etwas mehr als 120 Seiten besitzt, wird es auch höchste Zeit, anzukommen - in der Mitte des Buches.Seite 95"Er gehört zu keinem Land. Er gehört nur sich selbst. Von Stadt zu Stadt, von Land zu Land, erinnert er sich nur an die Grenzen. [...] Er sammelt Grenzen. Er sammelt Stacheldraht, tauben Wind und Leere."Während sich in den vorherigen Abschnitten Szenen aus ihrem Büro und Beschreibungen geographischer Tatsachen aneinanderreihten, wurde ich hier endlich von der heissersehnten Selbstreflexion der Protagonistin, die sich jedoch immer noch nicht fassen lässt, überrascht. Auf andere, physischere Weise als erwartet. Ich kann der Handlung, die sich zu verändern scheint, allerdings immer noch kaum folgen, alles fühlt sich so wirr an.Seite 130"[...] die man Entwicklungsländer nennt, was den Eindruck erwecken soll, es gäbe Veränderung, es gäbe Entwicklung, weil das Elend nicht nur den Elenden Angst macht, sondern auch denen, die im Warmen sitzen."Irgendwie war das Buch nichts für mich. Und versteht mich nicht falsch, ich brauche nicht immer klar fassbare Protgonist_innen, klar fassbare Handlungen oder überhaupt irgendeinen eingrenzenden Rahmen. Ich schätze Sinhas Talent dafür, Worte klingen zu lassen - sie startete nämlich auch als Dichterin, und in diesem Genre sehe ich sie ganz eindeutig als Meisterin ihres Gebiets, ohne bloss irgendein Lyrikstück ihrerseits gelesen zu haben. Vielleicht habe ich das aber auch getan, denn so fühlt sich der ganze Roman irgendwie an. Schleierhaft, zusammenhangslos, aber schön. Das Problem ist nur, dass doch eine Geschichte, eine wundersame, erzählenswerte Geschichte dahintersteckt, dass einer Person wie ihr selbst eine Stimme zu schenken ist, und doch höre ich sie nicht - vielleicht war hier und da ein Ansatz, ein Flüstern.Die schönen Worte rieseln wie feine Kristallsplitter durch meine geöffneten Hände, und irgendwie bleibt da leider so wenig zurück, beinahe Nichts, ein Hauch von Nichts. Kristalle riechen nicht besonders, dabei wäre ich mit einem strahlenden, blütenähnlichen Duft genauso zufrieden gewesen wie mit einem strengen, von Angst und Schmerz genährten Geruch. Doch, da ist ein kurzer Moment, indem ich alles gleichzeitig rieche, aber dann ist das Buch auch schon vorbei. Und vielleicht hat es damit ja auch sein Ziel erreicht, so aufgewühlt, wie es mich zurücklässt.http://wonderful-ne-books.blogspot.ch/2017/03/erschlagt-die-armen-von-shumona-sinha.html

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  • Shumona Sinha - Erschlagt die Armen!

    Erschlagt die Armen!

    miss_mesmerized

    01. March 2017 um 19:33

    Eine junge Frau wird in Gewahrsam genommen, die hat einen Mann attackiert und verletzt. Herr K. befragt sie und sie erzählt. Von ihrer Arbeit als Übersetzerin. Als Mittlerin zwischen Asylsuchenden und Behörde, als Brücke zwischen Vergangenheit und einer möglichen Zukunft, als Beispiel für den gelungenen Anfang im neuen Land. Sie soll einfach nur die Worte wiedergeben, wie eine Maschine neutral sein und nicht kommentieren, was sie hört. Offenkundige Lügen und gut getarnte Schwindeleien, brutale Vergewaltigungen und Anweisungen der Anwälte, die richtigen Worte zu wählen, um das Verfahren nicht zu gefährden. Tagtäglich ist sie nicht nur dem Leid, sondern auch den Anfeindungen ausgesetzt, dabei soll sie unsichtbar sein und vor allem außerhalb des Büros verschwinden. Für die einen ist sie nur ein Hilfsmittel, um die Sprachbarriere zu überwinden, für die anderen ist sie der Dreh- und Angelpunkt, der über ihr Leben entscheidet und eben auch schuld ist, wenn das Verfahren nicht wie gewünscht ausgeht. Der Titel des Romans ist schon Provokation und der folgende Text steht diesem in nichts nach. Auch wenn er auf ein Prosagedicht Charles Baudelaires zurückgeht („Assommons les pauvres!“), bleibt er doch hart und verheißt nichts Gutes. In ihrer fiktiven Erzählung greift die indisch-stämmige Shumona Sinha auf ihre realen Erfahrungen als Dolmetscherin bei der französischen Migrationsbehörde zurück. Man kann davon ausgehen, dass viele der geschilderten Episoden auf wahren Begebenheiten beruhen und Einblick in eine bisher weitgehend unbeleuchtete Perspektive in der Flüchtlingsdiskussion geben. Sie berichtet von der Not zu lügen, denn nur wer politisch oder religiös motivierte Verfolgung in der Heimat erlebt, hat eine Chance auf ein Bleiberecht. Dass die passenden Geschichten bisweilen jeglicher Glaubwürdigkeit entbehren, die Vortragenden nicht einmal die wichtigsten Feiern ihrer vorgeblichen Religion kennen – es ist fast komisch und so geht es auch der Dolmetscherin, die ob der Absurdität einmal einen Lachanfall bekommt. Aber sie berichtet auch von der Verachtung, die ihr als Frau widerfährt, die plötzlich über das Leben von Männern entscheiden kann:„Sie durften meine Arbeit kritisieren, weil eine echte Frau nicht arbeitet. Keine Frau, die sie von Nahem oder Weitem kannten, keine Nachbarin im Dorf, war so tief gesunken, dass sie sich der Welt aussetzte und ihren Lebensunterhalt mühevoll alleine verdiente, als gäbe es auf der Welt keine Männer mehr!“Mehr noch als mit der gelegentlichen Verachtung hat sie mit ihrer Rolle zu kämpfen. Sie erkennt sich in diesen Menschen nicht wieder, obwohl sie aus demselben Land stammt. Sie hört tagtäglich unheimliche Geschichten, hat aber keinen Raum, um ihre eigene Last abzuladen und das gehörte wieder loszuwerden. Der Zwiespalt zwischen dem Verständnis für die Asylsuchenden, deren Situation sie nur zu gut kennt und denen sie sich verpflichtet fühlt, aber auch der Loyalität zur neuen Heimat, bringt sie in eine permanente Anspannung, die sich nicht lösen lässt und die letztlich ihre eigene Identität in Frage stellt.Das Thema Flucht und Asyl wurde zuletzt vielfach literarisch verarbeitet, Mohsin Hamid hat mit „Exit West“ und Imbolo Mbue mit „Behold the Dreamers“ einen hervorragenden Romane hierzu geschrieben. Auch Jenny Erpenbecks „Gehen, ging, gegangen“, Gitta Mikatis „Berlin Beirut“ und Abbas Khiders „Ohrfeige“ beleuchten die Situation aus Sicht der Geflüchteten sehr gelungen. Shumona Sinha wählt eine gänzlich andere Perspektive und deutlich kritischere Haltung, die eine gelungene Ergänzung zur derzeit wohl populärsten Thematik darstellt ohne dabei in das Fahrwasser rechter, nationalkonservativer Gruppierungen zu geraten.

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    • 3
  • Keine Empfehlung

    Erschlagt die Armen!

    Das_Leseleben

    06. October 2016 um 16:46

    Der skandalöse Roman über die unhaltbaren Zustände in der Asylpolitik Frankreichs. Aus der Sicht einer Frau die zwischen den Stühlen sitzt. Meine Meinung: Mich wundert es immer noch wie wenig mir diese Lektüre gefallen hat. Der Erzählstil ist sehr verwirrend, oft erinnerte er mich persönlich etwas an Lyrik, dies liegt wohl daran das Shumona Sinha schon früher Gedichtbände veröffentlicht hat. Das ganze gab dem Buch etwas sehr verwirrendes, was durch die absolut nicht chronologische Erzählweise nur noch verstärkt wurde. Oft wusste ich gar nicht in welchem Handlungsstrang ich mich grade befinde. Um das Ganze noch mehr zu verkomplizieren werden verschiedene Schwerpunkte angerissen, unter anderem die Stellung der Frau in der (französischen) Gesellschaft oder auch Homosexualität, aber  auch die Rangfolge von Angestellten in Arbeitsstellen, neben dem großen Thema Asylpolitik und die Gründe der Geflüchteten ihr Heimatland zu verlassen. Leider waren es zu wenig Seiten für soviel Themen, dies hatte zur Folge, dass die eigentliche Idee viel zu kurz kam. Trotz all den Kritikpunkten gab es die ein oder andere Geschichte, welche von Geflüchteten erzählt wurde und mir einigermaßen gefiel. Das kann man sich wie einzelne Filmszenen vorstellen , die gut sind, aber den gesamten Film nicht wirklich besser machen. Genauso ging es mir mit ‚Erschlagt die Armen‘. Ich persönlich würde das Buch nicht wirklich empfehlen. Wer aber trotzdem neugierig ist, der sollte sich auf eine lyrische Sprach und verwirrende Handlungsstränge einstellen. (Original: http://das-leseleben.webnode.com/news/zwei-bucher-ein-them/ )

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    • 2
  • Schockierend, poetisch, wortgewaltig

    Erschlagt die Armen!

    Federfee

    22. July 2016 um 16:38

    Selten habe ich solch' ein wortgewaltiges Buch gelesen, mit starken Bildern wie in einem Gedicht (sie hat tatsächlich welche geschrieben). Es ist eines von denen, die man mehrfach lesen möchte. Zu wenig versteht man beim ersten Mal, zu viel überliest man, zu sehr erschlagen Sprache und Inhalt.Eine Handlung gibt es nicht, wohl aber viel Sozialkritisches. Die Ich-Erzählerin hat in der Metro einem Migranten, der sie belästigt hatte, eine Weinflasche über den Kopf geschlagen und ihn schwer verletzt. Nun sitzt sie, die Dolmetscherin einer Migrationsbehörde, die dort 'Sprachengymnastik' betreibt und 'der Bindestrich' zwischen der Sprache ihrer alten Heimat (Bengali) und dem Französisch ihres neuen Lebens ist, im Gefängnis. Herr K. - wie sie ihn wegen seines 'langen, knirschenden Nachnamens' nennt - versucht im Verhör, die Beweggründe für ihr Verhalten herauszufinden und wir nehmen als Leser an ihren Gedanken und Rückblicken teil, erfahren von ihrer zermürbenden Arbeit in der Behörde, den Lügen und Vorwürfen, dem Verhältnis zu ihren Eltern, ihrem Sexualleben, ihren Ansichten und Vorstellungen.Betörend ist die poetische, bildrauschhafte Sprache, die sie aber für verstörende, wütende Gedanken benutzt, für die Schilderung der dreckigen, hässlichen Wirklichkeit des Asylantendramas. Schon der Titel lässt zusammenzucken; er entstammt einem Prosagedicht von Charles Baudelaire (Assommons les pauvres) und ist in diesem Zusammenhang sicher deutungsbedürftig.Shimona Sinha wurde 1973 in Kalkutta geboren und ging erst 2001, also mit 28 Jahren nach Paris. Um so erstaunlicher, wie virtuos sie mit der französischen Sprache umgeht."Die Fremdsprache schmolz in meinem Mund und hinterließ ihr Aroma." (S. 18)Sie studierte Literaturwissenschaft (mit Abschluss), arbeitete ein paar Jahre als Englischlehrerin und dann in einer Migrationsbehörde als Dolmetscherin für Bengali / Französisch. Ihre Stelle verlor sie dann wegen dieses Buches.Warum hat sie dieses Buch, das übrigens eher ein Büchlein von 127 Seiten ist, geschrieben? Um ihre Wut abzureagieren? Aus Hass auf diese Männer, die wegen der Asylgesetze gezwungen sind zu lügen? Die sie als Frau verächtlich betrachten, weil sie arbeitet? Die sich ducken und erniedrigen müssen?Ist es sozialkritisch, weil es indirekt die Asylpolitik in Frage stellt bzw. sie als gescheitert brandmarkt? Schleuser, auch 'Menschenhändler' genannt, scheint der neue Berufszweig unserer Zeit zu sein. Sie verkaufen den Geflohenen nicht nur Reisegelegenheiten und falsche Pässe, sondern auch gleich Lügengeschichten über den Asylgrund mit.Es ist auf jeden Fall ein lesenswertes, schockierendes, Gedanken anstoßendes Buch.

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    • 3
  • Die Armen erschlagen ist auch keine Lösung - Gedanken zum Buch

    Erschlagt die Armen!

    thursdaynext

    90 Prozent des weltweiten Reichtums befinden sich in Nordamerika, Europa und im asiatisch pazifischen Raum (Japan , Australien ) Die neue Oxfam Studie besagt, dass das reichste Prozent der Weltbevölkerung - also rund 70 Millionen Menschen - mehr besitzt als die restlichen 99 Prozent (rund 7 Milliarden Menschen) zusammen. 62 Super Reiche besitzen genausoviel wie die gesamte ärmere Hälfte der Weltbevölkerung. Ein Grund dafür ist, laut einer aktuellen Oxfam Studie, die unzureichende Besteuerung von Kapitalgewinnen und großen Vermögen sowie die Verschiebung der Gewinne in Steueroasen. Die in Frankreich mehrfach ausgezeichnete Schriftstellerin Shumona Sinha erzählt in ihrem Roman „Erschlagt die Armen“ vom Ist – Zustand. Von Menschen, die aus Not in die schöne neue Welt flüchten, die Kuchenkrümel ergattern wollen, Lebensperspektiven. Die Gewaltfreiheit und sauberes Wasser und eine unvergiftete Umwelt suchen. Die um Asyl ersuchen in Frankreich. Hierzulande werden sie gerne als "Wohlstandsflüchtlinge" verunglimpft. Besonders von jenen, die von sich selbst glauben, zu kurz gekommen zu sein. Nicht am allgemeinen Konsum teilhaben zu können und - nicht zu Unrecht - um ihre Pfründe und Kuchenkrümel fürchten. Da hilft es nicht, dass es ihnen im Vergleich zu den Geflüchteten – die ihnen noch dazu sehr fremd erscheinen – um ein Vielfaches besser geht. Verglichen mit dem, womit sie in Medien und Werbung gelockt werden und was sie sich erträumen, fühlen sie sich benachteiligt. Sie wollen nicht teilen, sie wollen teilhaben. Hinzu kommen negative Erfahrungen mit Menschen fremder Kultur und Sozialisation. Wenn man weiß, dass negative Erfahrungen mehrere positive Erlebnisse benötigen, um wieder „gelöscht“ zu werden, kann man, wenn man sich bemüht, schon nachvollziehen, wie es zu Angst, Wut und Hass kommen kann. Wie diese sich dann äußern, manifestieren, ist unerträglich! Da gibt es kein Mitleid, keine Empathie, da werden Ressentiments geschürt, gehegt und gepflegt. Ressentiments, die man als Leser bei sich selbst dadurch persönlich ausformuliert und hinterfragt. So ging es mir, die ich davon überzeugt bin, dass man diesen Menschen unbedingt helfen muss. Dass es eine ethisch, moralische humanitäre Verpflichtung dafür gibt. Dabei ist mir als Atheistin und Feministin unwohl, wenn ich - auch bedingt durch meinen Beruf - täglich mit ihrem Glauben und ihren teils auch daraus resultierenden, antiquierten Ansichten über die Geschlechterrollen konfrontiert bin. Ich bin innerlich aufgewühlt und wütend, wenn mir ein Siebenjähriger, dessen Mutter aus religiösen Gründen sich selbst verhüllt, erzählt, Frauen dürften beim hiesigen Döner nicht ins Lokal, weil da Männer sind und Frauen dort nichts verloren haben. Ich weiß, dass Frauen hierzulande viel erreicht haben, aber der Weg zur vollständigen Gleichberechtigung aller Menschen immer noch ein weiter ist. Abhängig in erster Linie von Bildung (kostet Geld, ist permanent unterfinanziert), verlangsamt durch irrationale Glaubenskonstrukte auch hierzulande in Parellelgesellschaften erstarkender Religionen (weshalb nicht ein Fach Ethik verpflichtend für alle anstatt staatlich gesponserter (Trennung Kirche und Staat ist in Deutschland nicht vollzogen!) Indoktrination die nun auch noch auf weitere "Glaubensrichtungen" ausgedehnt werden soll?), weshalb reibt sich die Wirtschaft angesichts der Flüchtlinge die Hände und denkt laut darüber nach, den Mindestlohn für diese auszusetzen? Weshalb glauben noch immer derart viel Menschen (oder werden geglaubt? ) an unbegrenztes Wachstum, obwohl die Tatsachen dagegen sprechen? Wie kann es sein, dass die Rechten und Tumben in diesem Land mittlerweile derart ungeniert ihre Trollkommentare und Stammtischparolen in unfassbar eindimensionaler Geisteshaltung öffentlich machen und damit auch noch Anhänger gewinnen? Weshalb lassen wir es uns bieten, dass Großkonzerne wie Ikea oder Amazon hier massiv Gewinne erzielen und uns alle um die Steuern dazu betrügen? Wieso lassen wir zu, dass im Bundestag die Lobbyisten mehr Einfluss haben als die Bürger, denen diese Regierung eigentlich verpflichtet ist? Diese und viele weitere Fragen lösen angesichts der absehbaren Massen an Individuen, die unzumutbaren Lebensbedingungen zu entkommen trachten auch bei mir diffuse Angst aus. Es geht nicht darum, diese Angst zu hätscheln, man muss sich ihr stellen, hinterfragen, nach Lösungen suchen. Zuerst als Einzelperson, dann als Gesamtgesellschaft. Sonst bleibt uns nicht viel anderes übrig als die Armen zu erschlagen - zynisch betrachtet erledigen sie das ja teilweise recht erfolgreich bereits - selbst, oder sie ertrinken in Massen oder die Bessergestellten sperren sich in Gated Areas und werfen sämtliche humanistischen Ideale über Bord, wie es vielerorts lautstark und gnadenlos gefordert wird. Von Angst, Wut und Hass, von Frustration erzählt die Protagonistin von „Erschlagt die Armen“. Selbst Emigrantin in Frankreich, jung, Sprache liebend, bildungshungrig sitzt sie zwischen allen Fronten. Sie dolmetscht für die Menschen, die vor Elend, Diskriminierung, Folter und Gewalt geflohen sind. „Ich hörte mir ihre Geschichten aus zerhackten, zerstückelten, hingespuckten, herausgeschleuderten Sätzen an. Die Leute lernten sie auswendig und kotzten sie vor die Computerbildschirme. Menschenrechte erhalten nicht das Recht dem Elend zu entkommen. Es war im übrigen untersagt, das Wort Elend auch nur in den Mund zu nehmen. Es brauchte einen edleren Grund, einen, der politisches Asyl rechtfertigte... Also mussten sie die Wahrheit verstecken, vergessen, verlernen und eine neue erfinden. Die Märchen der menschlichen Zugvögel. Mit gebrochenen Flügeln und schmierigen, stinkenden Federn. Mit Träumen traurig wie Lumpen.“ Sie die auf der anderen Seite sitzt. Assimiliert, gebildet und doch nicht teilhabend. Beide Seiten beobachtend, keiner mehr oder noch nicht tatsächlich angehörig, beschreibt sie ihre Gefühle, Gedanken. Emotional, wirr, sprachgewaltig und sprachlos zugleich. „...weil das Elend nicht nur den Elenden Angst macht, sondern auch denen die im Warmen sitzen. Man irrt sich, wenn man glaubt, dass die Reichen die Armut erhalten wollen. Nein und nochmals nein. Sie wollen sehen, dass die Welt sich entwickelt. Nicht zu häßlich, nicht zu traurig, vor allem nicht schon halb tot, wie ein ausgesetzter sterbender Köter vor ihrer Haustür. Sie sind schon zufrieden, wenn sie für die vielfältigen Aufgaben die sie zu vergeben haben, unkomplizierte und kostengünstige Arbeitskräfte finden. Mehr brauchen sie nicht um die Einsicht von sich fernzuhalten, dass sie ihre Seele dem Teufel verkauft haben. Sie verjagen den Teufel, sie verjagen das Elend vor ihrer Haustür. Sonst hätten sie das Gefühl, dass die Zeit stillsteht, gefriert und sich zu einem düsteren Klumpen verdichtet, der wie ein schlechtes Vorzeichen über ihnen schwebt.“ Die Erzählerin erzählt nicht. Sie schreit förmlich heraus, eine einzige Anklage ist der Roman, nur gegen wen richtet sie sich? Das bleibt offen. Sie beklagt die Situation, versucht in Worten wie Bilder dem namen- und gesichtslosen Herrn K. verständlich zu machen, wie es dazu kam, dass sie - selbst Emigrantin - einem Asylsuchenden eine volle Weinflasche über den Kopf gezogen hat. Wie dieser Frust, diese Wut sich über Monate hinweg aufstaute und ein Ventil fand in einer ohnmächtigen, unsäglichen Handlung, die sie selbst nicht völlig verstehen kann. Es ist wie es ist. Und es ist nicht gut. Nicht einmal ansatzweise zufriedenstellend, es ist verworren und hilflos machend. „Wir handeln aus schlechtem Gewissen. In jeder Epoche und überall auf der Welt versuchen wir, die Ungerechtigkeit und die vorangegangenen Verbrechen ungeschehen zu machen. Die faszinierende Geometrie von Raum und Zeit kommt uns stets zuvor, und wir begehen neue Fehler. Wir glauben daran, die Waage ins Gleichgewicht zu bringen, die Abweichungen in einem Land in einer Zeit auffangen zu können; und anderswo kommt es zu neuen Abweichungen.“ „Erschlagt die Armen“ gibt keine Antworten, es zwingt uns zu denken, es rüttelt auf, wir müssen selbst entscheiden, jeder für sich. Es ist hart - trotz seiner weichen, poetischen Sprache und femininen Sichtweise – schwer verdaulich und deprimierend. Es werden keine Fragen beantwortet, sondern aufgeworfen und gestellt, jedem Leser individuell und der Gesamtgesellschaft. Drängende Fragen! Und genau deshalb ist dieser kurze, unbequeme Roman, der dank seiner kraftvollen Intensität eine unglaubliche Sogwirkung entfaltet, es wert gelesen zu werden!

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    • 3

    thursdaynext

    28. January 2016 um 14:04
  • Die LovelyBooks Themenchallenge 2015

    Das Schloss der Träumenden Bücher

    Daniliesing

    Ihr lest gern Bücher aus den verschiedensten Genres? Ihr sucht nach einer Leseherausforderung für 2015? Dann seid ihr hier genau richtig! Der Ablauf ist ganz einfach: Bei der Themen-Challenge geht es darum, passend zu 40 vorgegebenen Themen mindestens 20, 30 oder 40 Bücher aus 20, 30 oder 40 unterschiedlichen Themen zu lesen. Ihr könnt euch selbst als Ziel stecken, ob es 20, 30 oder 40 Bücher werden sollen. Bitte gebt dieses Ziel bei der Anmeldung mit an. Bitte sammelt alle eure gelesenen Bücher mit den passenden Themen in einem einzelnen Beitrag, den ich oben in einer Teilnehmerliste bei eurem Namen verlinken werde. Schickt mir dazu eine Nachricht mit dem Link zu eurem Sammelbeitrag! Wenn ihr ein Thema erfüllt habt, schreibt in diesem Sammelbeitrag, mit welchem Buch ihr das geschafft habt und postet einen Link zu eurer Rezension oder aber verfasst eine Kurzmeinung auf der Buchseite und teilt dann den Link zur Lesestatus-Seite, auf der auch die Kurzmeinung zu finden ist, mit uns. Diese Challenge läuft vom 1.1.2015 bis 31.12.2015. Alle Bücher, die in diesem Zeitraum und passend zu den Themen gelesen wurden, zählen. Es zählen Bücher aus allen Genres und mit allen Erscheinungsjahren, sofern sie die Themen erfüllen. Sie dürfen gern vom SuB (= Stapel ungelesener Bücher) oder neu gekauft, geschenkt bekommen oder geliehen sein. Man kann jederzeit noch in die Challenge einsteigen und auch passende Bücher zählen, die man zuvor im Jahr 2015 gelesen hat. Zu diesen Themen wollen wir passende Bücher lesen: Für jedes Thema gibt es ein extra Unterthema, in dem ihr euch über eure gelesenen oder eventuell dazu geplanten Bücher austauschen könnt. Ein Buch, in dem es um Bücher, Literatur und / oder das Lesen geht. Ein Buch, dessen Cover hauptsächlich (am besten ausschließlich) Schwarz und Weiß ist. Ein Buch, dessen Titel aus genau 2 Wörtern besteht. Ein Buch mit einer durchschnittlichen Bewertung von 3 oder weniger Sternen auf LovelyBooks. (Das Buch muss mindestens 3 Bewertungen haben, es gilt der Zeitpunkt, zu dem du zu lesen beginnst.) Ein Buch von einem Bestsellerautor, von dem du selbst noch nie etwas gelesen hast. Ein Buch, das gedruckt bisher ausschließlich als Hardcover erschienen ist. Ein Buch, das in Asien, Südamerika oder Afrika spielt. Ein Buch mit mehr als 650 Seiten. Ein Buch mit einer jungen und einer älteren Hauptfigur, mindestens 40 Jahre Altersunterschied. Ein Buch, zu dem es auf LovelyBooks noch keine Rezension sowie keine Kurzmeinung gibt. (Es zählt der Zeitpunkt des Lesebeginns.) Ein Buch mit einen elektrischen Gegenstand auf dem Cover. Ein Buch, in dessen Buchtitel gegenteilige Wörter / Dinge genannt werden. Ein Buch von einem Autor, der bisher ausschließlich dieses eine Buch veröffentlicht hat. Ein Buch, das durch seinen Titel & sein Cover auf eine ganz bestimmte Jahreszeit hindeutet. Ein Buch, in dem mindestens 3 unterschiedliche fantastische Wesen vorkommen. Ein Buch das, egal ob im Original oder in der Übersetzung, einen Literaturpreis gewonnen hat. (Bitte den Namen des Preises mit angeben.) Ein kunterbuntes Buch. Ein Buch, dessen Buchtitel eine Aufforderung ist. Ein Buch, bei dem die Initialen des Autors 2 aufeinanderfolgenden Buchstaben im Alphabet entsprechen. Ein Buch, das erstmalig 2015 in dieser Sprache erschienen ist. Ein Buch, das du geschenkt bekommen hast. (Bitte verrate auch von wem und zu welchem Anlass.) Ein Buch, in dem ein Tier von großer Bedeutung ist. Ein Buch mit Streifen auf dem Cover. Ein Buch, das eine Buchreihe abschließt. Ein Buch, das kein Roman ist. Ein Buch, das in einem Verlag erschienen ist, dessen Verlagsname mit dem selben Buchstaben beginnt oder endet wie dein Vor- oder Nickname. Bitte den Vornamen ggf. mit angeben ;) Ein Buch, in dessen Titel das Wort "Liebe" vorkommt. Eines der 5 Bücher, die schon am längsten ungelesen in deinem Regal stehen. (Falls du es weißt, verrate doch, wie lange du es schon besitzt.) Ein Buch, das für dich ein außergewöhnlich schönes Buchcover hat. Ein Buch, das verfilmt wurde oder sicher verfilmt wird. Ein illustriertes Buch. Es sollten richtige Zeichnungen und nicht nur Verzierungen am Seitenrand sein. Ein Buch, das zuerst auf Deutsch erschienen ist und ins Englische übersetzt wurde. Ein Buch, dessen Autor bereits verstorben ist. Ein Buch, das einen Monat im Buchtitel hat. Bitte lies das Buch auch in dem Monat, der im Titel vorkommt. Ein Buch, in dem es um Musik geht. Ein Buch, von dem du dachtest, du würdest es niemals lesen, weil es z.B. nicht deinen Lieblingsgenres entspricht. Ein Buch mit Blumen / Blüten auf dem Cover. Ein Buch, das eine Krankheit oder Behinderung thematisiert. (Bitte gab auch an welche!) Ein blutiges Buch. Ein Buch, in dessen Titel mindestens ein Wort aus einer anderen Sprache vorkommt. (Es darf nicht im deutschen Duden stehen.) Ich wünsche uns allen ganz viel Spaß & ich bin gespannt, welche Themen sich am leichtesten und welche als am schwierigsten heraustellen! Wer ist dabei? Ein paar zusätzliche Informationen: * Bezieht euch bei der Zuordnung des Buches zu einem der Themen immer auf die Ausgabe des Buches, die ihr selbst besitzt! * Sprache, Format etc. sind egal - auch Hörbücher gelten, außer es ist für das Thema von Bedeutung * Man kann diese Challenge mit anderen kombinieren, also auch Bücher hierfür und gleichzeitig für andere Challenges zählen. * Die Zuordnung der Bücher zu bestimmten Themen kann auch nachträglich noch geändert werden. * Wichtig ist, dass man das Buch 2015 beendet. Wann man es angefangen hat, ist egal. * Falls Bücher, die eine ISBN haben, noch bei LovelyBooks fehlen, geht in eure Bibliothek und sucht es oben unter "Bücher hinzufügen". Dort wählt ihr für deutschsprachige Bücher die Suche bei Amazon.de aus, für fremdsprachige alternativ Amazon.co.uk oder .com Die Challenge wird im Januar 2016 ausgewertet! Wer vorher sein Jahresziel erreicht hat, kann mir eine kurze Nachricht schreiben. Teilnehmer: 0VELVETVOICE0 19angelika63 (1/40) 78sunny (40 / 40) AberRush (30 / 30) Aduja 1(2/20) Aglaya (40 / 40) Agnes13 (40/40) Ajana (14/20) Alchemilla (1/40) Aleida (30 / 30) allegra (20 / 20) Alondria (22 / 20) Amaryllion (13/20) Amelien (19/20) ANATAL (31/30) andymichihelli (40/40) angi_stumpf (40 / 40) Aniday (36 / 30) Annilane (0/30) Anniu (16/30) anra1993 (33/40) Anruba (33/40) anybody (13/40) apfel94 (0/40) Arachn0phobiA (40 / 40) Aria_Buecher (15/40) Arizona (22/20) Ascheflocken (12/40) AuroraBorealis (14/20) Ayda (3/20) baans (8/30) Backfish (7/20) Bambi-Nini (25/20) ban-aislingeach Belicha (2/20) Bella233 (40 / 40) Bellis-Perennis (40 / 40) BethDolores (0/40) BiancaWoe (8/20) Bibliomania (32 / 30) Birgit1985 (20 / 20) black_horse (40 / 40) blauerklaus (24/20) Bluebell2004 (35/20) BlueSunset (36/30) bookgirl (30/40) Bookling (0/20) bookscout (33/30) Bookwormy (3/20) Bosni (21/20) buchfeemelanie (18/30) Buchgeborene (1/40) Buchgespenst (30 / 30) 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    • 8480
  • Nicht ganz einfache Lektüre

    Erschlagt die Armen!

    SteffiWausL

    14. December 2015 um 09:13

    Das Thema hat mich interessiert, und auch die ersten Buchseiten haben mir gut gefallen. Es gab sehr viele Sätze in diesem Buch, die nachdenklich gestimmt haben, z.B. "Menschenrechte enthalten nicht das Recht, dem Elend zu entkommen" Auch waren die Beschreibungen der Autorin oft sehr interessant durch ihre sehr bildhafte Sprache: "Abgewertete Männer, Zwerge, gelähmt vor Angst oder gar vor Hoffnung, bloß noch Nummern auf einer Warteliste oder einer Akte, Männer, die ihr Verlangen nach dem weißen Horizont, dem europäischen Traum, zu teuer bezahlt hatten. Gebeugte, mißgebildete, halbblinde Männer, in Kellern zusammengepferchte Männer, die nachts aus dem Boden sprießten und in einer Erde Wurzeln schlugen, die sie nicht liebten, aber begehrten." Manchmal wurde mir diese bildhafte Sprache aber auch zu viel, besonders wenn es um die innere Gefühlswelt der Erzählerin ging, beispielsweise ihre sexuellen Gedanken oder die Erinnerung an ihre Eltern. Hier waren die Bilder so abstrakt, dass sich mir nicht ganz erschlossen hat, was nun genau gemeint war. Außer vielleicht die innere Zerrissenheit der Erzählerin, die sich wie ein roter Faden durch das Buch zieht.

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  • Provokativ

    Erschlagt die Armen!

    Pongokater

    01. November 2015 um 17:37

    Eine radikale Ich-Erzählung, in den Mund gelegt einer Übersetzerin für Asylanträge. Das ganze könnte in Paris spielen, aber es ist wohl bewusst kein Ort genannt worden. Berlin ginge auch. Die Übersetzerin offenbart all die stereotypen Lügen der Asylsuchenden, sie wird dadurch wütend auf die anscheinend so "anderen" Immigranten. Erst als sich ihre Wut in einer Tag entlädt, denkt sie um.

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