Shusaku Endo

 3.9 Sterne bei 21 Bewertungen
Autor von Schweigen, Sünde und weiteren Büchern.

Alle Bücher von Shusaku Endo

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Schweigen

Schweigen

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Erschienen am 25.09.2015
Samurai

Samurai

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Erschienen am 05.09.2016
Skandal

Skandal

 (0)
Erschienen am 05.06.2017
Sünde

Sünde

 (4)
Erschienen am 01.04.1994
Der Samurai

Der Samurai

 (3)
Erschienen am 01.02.1997
Schweigen

Schweigen

 (3)
Erschienen am 01.02.1992
Eine Klinik in Tokio

Eine Klinik in Tokio

 (2)
Erschienen am 01.06.1997

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Rezension zu "Schweigen" von Shusaku Endo

Das Leiden der Missionare
Ophiuchusvor 6 Tagen

„‘Werden wir gefasst, ist alles zu Ende. Ausserdem geht das nicht nur uns beide an. Wir bringen auch die Bauern hier, die uns Zuflucht gewährt haben, in Gefahr. Auf jeden Fall dürfen wir nicht vergessen, dass wir in diesem Land die letzte Hoffnung für die Mission sind‘“. (S. 55)

Shusaku Endo erzählt von den beiden Missionare Pater Sebastião Rodrigues und Pater Francisco Garpe, die nach Japan reisen, um ihren alten Lehrmeister Ferreira zu finden. Gerüchten zufolge soll Pater Ferreira seinen Glauben an den christlichen Gott abgeschoren haben. Heimlich erreichen sie Japan und müssen aber mit ansehen, wie die christlichen Japaner grausam verfolgt, gefoltert und getötet werden. Die beiden Missionare sind erschüttert und verzweifelt. Diese Umstände führen vor allem Pater Rodrigues zu einer Glaubenskrise: Warum schweigt Gott?

Der rote Faden im Buch ist die Hoffnungslosigkeit, denn die Bauern werden von den Samurais und Shogun geknechtet. Dafür ist der Glaube an Gott der einzige Hoffnungsschimmer der christlichen Bauern. Leider überfällt diese Hoffnungslosigkeit auch den Priestern. Sie können es nicht verstehen, warum Gott untätig ist, obwohl so viel Ungerechtigkeit, Gewalt und Tod in Japan herrscht. Infolgedessen geht es in diesem Buch nicht nur um die Geschichte der beiden Missionare, die auf der Suche nach ihrem Lehrmeister durch das feindliche Japan reisen, sondern auch über den persönlichen Glauben eines Priesters, der in Japan auf die Probe gestellt wird.
Das Buch enthält drastische und düstere Szenen. Der Autor beschreibt verschiedene Foltermethoden sowie Todesarten, wie Grubenfolter, Wasserkreuzigung usw.

Der Erzählstil verändert sich mehrmals im Laufe der Geschichte: Am Anfang beginnt es mit Paters Rodrigues‘ Briefen in der Ich-Form, dann, als ob er aufgehört hat zu schreiben, überlässt Rodrigues einem Erzähler das Wort. Am Schluss ist es ein Tagebucheintrag von einem Angestellten der holländischen Handelsfirma und eines japanischen Beamten.

Der Aufbau ähnelt ein bisschen die Passion Christi. Sie beginnt mit dem Ritt des Esels nach Jerusalem (Nagasaki), dann der Verrat durch Judas (Kichijiro), die Verhöre durch Herodes und schliesslich endet es mit dem Schweigen Gottes.

Fazit

Schweigen ist düster, anspruchsvoll, emotional, nachdenklich und besonders einfühlsam. Das Buch hat mich sehr lange beschäftigt und berührt. Ich habe mit den Priester mitgefühlt und gehofft, dass alles wieder zum Guten wendet. Ich empfehle dieses kleine Meisterwerk jedem, der sich für die Christianisierung Japans oder das Wesen des Glaubens interessieren.

„Der Priester hob das Tretbild mit beiden Händen in die Höhe und brachte es nahe an sein Gesicht. Sein eigenes Gesicht wollte er an dieses von zahlreichen Menschen getretene Antlitz drücken. Das Antlitz jenes Mannes auf dem Tretbild starrte, infolge der Tritte zahlloser Menschen abgenutzt und eingesunken, den Priester mit einem gleichsam traurigen Blick an. Aus seinen Augen schien gerade eine Träne herabzufallen.“ (S. 250)

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Rezension zu "Schweigen" von Shusaku Endo

Packender Roman.
Ein LovelyBooks-Nutzervor 3 Jahren

Die Christenverfolgung und der Versuch der Christianisierung Japans ist ein in Europa weitgehend unbekanntes Thema.
Hier jedoch setzt die Geschichte von Endo, selber ein japanischer Katholik, an.
Der Jesuitenpater S. Rodrigues wird im 17. Jahrhundert von seinem Orden als Missionar mit einem weiteren Pater nach Japan geschickt. 
Es geht nämlich das Gerücht um, der Lehrer von Rodrigues, Pater Ferreira, welcher selbst nach Japan aufgebrochen ist, habe dort dem Glauben abgeschworen.
Rodrigues trifft in Japan auf grausame Brutalität und Verrat, aber auch auf Hoffnung und Vertrauen.
Besonders eine Frage quält Rodrigues: "Wieso schweigt Gott?"

Dieser Roman war für mich das erste Buch von Endo und die Berührung mit einem unbekannten Kapitel der japanischen Geschichte.
Es hat mir Lust auf mehr Bücher von Endo gemacht.
Der Roman berührt einen, ist an manchen Stellen sehr behutsam, lässt einen mit dem Protagonisten mitfühlen und fast schon mitflehen.
Die nackte Brutalität und nagenden Selbstzweifel, die dem jungen Pater auf seiner Reise begegnen, sind beinahe greifbar. 
Für mich ein außergewöhnliches Buch, das dem Leser trotz der oftmals düsteren Atmosphäre, eine Art tiefe Einfühlsamkeit hinterlässt.


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Rezension zu "Der Samurai" von Shusaku Endo

Rezension zu "Der Samurai" von Shusaku Endo
Ein LovelyBooks-Nutzervor 9 Jahren

Fand ich persönlich sehr langweilig.

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