Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot

von Sibylle Berg 
4,0 Sterne bei109 Bewertungen
Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot
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Steppenwolfs avatar

Lieben oder Hassen? Lachen oder Weinen? Alles und doch nichts... Ein Buch, das man mal gelesen haben könnte.

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Wunderbar! Aber nur lesen, wenn man nicht gerade in einer Depriphase ist... oder dann erst recht? Aber wer weiß, was dann passiert...

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Inhaltsangabe zu "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot"

Der 1997 veröffentlichten Roman machte Sibylle Berg bekannt: ein Schlag ins Gesicht der Spaßgesellschaft, präzise in der Beobachtung, typisch im Ton. "Es geht um ein paar Leute, die das Glück suchen, und bis auf eine Ausnahme auch finden, denn am Ende des Buches sind sie tot." (Sibylle Berg)

Buchdetails

Aktuelle Ausgabe
ISBN:9783150215777
Sprache:Deutsch
Ausgabe:Flexibler Einband
Umfang:192 Seiten
Verlag:Reclam, Philipp
Erscheinungsdatum:01.01.2008

Rezensionen und Bewertungen

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    pardens avatar
    pardenvor 4 Jahren
    ...und lachen sich tot? Sicher nicht!

    ...UND LACHEN SICH TOT? SICHER NICHT!

    Von diesem Buch hatte ich aufgrund anderer Rezensionen irgendwie etwas Witziges erwartet, das man locker weglesen könnte. Doch beim Lesen dieses Werkes wurde ich schnell eines Besseren belehrt...


    Das Buch ist eine Aneinanderreihung von kurzen Szenen, die von jeweils einer anderen Person handeln. Diese tauchen aber alle mehrmals auf und begegnen sich einander größtenteils auch.
    Die "paar Leute" sind alle durchweg sehr einsam. Es sind ganz verschiedene Typen in völlig unterschiedlichen Lebensumständen und Situationen, aber irgendwie geht es ihnen allen gleich, nämlich sch...lecht.


    Entsprechend stolpern hier ein Dutzend Mittdreißiger durch die Szenerie, sind selbst oder treffen auf obskure Typen, Perverse und Elende, und von ihren angemalten trendigen Lebensentwürfen blättert immer wieder die Farbe ab. Und während sie auf die Liebe und das Glück warten, beschäftigen sie sich vorwiegend mit sich selbst und erfreuen sich an trostlosen Gedanken und Überlegungen, wie man sich am besten schaden kann, manövrieren sich unaufhaltsam in einen grauen Abgrund, fad, zäh, lethargisch und zu "guter" Letzt letal... Am Ende (damit ist kaum zuviel verraten) wartet nämlich fast überall der Tod, und selbst der wird mit kaum mehr als einem Achselzucken eingeführt.


    Der fahle Geschmack einer destruktiven Welt - das ist es, was bei mir nach dem Lesen zurückbleibt. Für mich gehört Sibylle Berg daher zu den Autorinnen, von denen ich definitiv nichts mehr lesen möchte.



    © Parden


    Kommentare: 10
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    Steppenwolfs avatar
    Steppenwolfvor 8 Jahren
    Kurzmeinung: Lieben oder Hassen? Lachen oder Weinen? Alles und doch nichts... Ein Buch, das man mal gelesen haben könnte.
    Rezension zu "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot" von Sibylle Berg

    Reden macht Wirklichkeit

    Einige Leute sind auf der Suche. Nach was wissen sie meist selbst nicht genau. Sie suchen nach Menschen, nach Liebe, nach Perspektiven, denn alle sind sie unzufrieden. In vielen kleinen Episoden macht sich jeder für sich auf das Fehlende, das wonach er sich sehnt, ob nun wissentlich oder nicht, zu suchen. Letztlich finden sie alle etwas, aber ist es das Glück?

    Sibylle Bergs Debütroman polarisiert wie nur wenige Bücher. Es spaltet seine Leserschaft. Kaum jemand ist in der Mitte, entweder man hasst dieses Buch oder aber man liebt es.
    Was zunächst auffällt, ist die eigentümliche Sprache, die vielen sehr kurzen Sätze und die ständigen Perspektiven-wechsel. So wird mal in dritter als auch erster Person erzählt. Das mag anstrengend anmuten, aber es fügt sich auch perfekt mit der Handlung zusammen. Anders hätte man dieses Buch wohl nicht schreiben können oder vielmehr, anders hätte es wahrscheinlich so nicht funktioniert.
    Es gibt drei bestimmende Motive, welche die zehn Charaktere dieses Romans miteinander verbindet: Langeweile, Einsamkeit und gestörte Kommunikation.
    Gelangweilt sind alle, unzufrieden mit ihrem Beruf und vor allem mit sich selbst. Einsam sind sie, fühlen sich verlassen, isoliert und suchen nach ihrem Glück, einem Glück, das ihnen allein gehört. Ihre Einsamkeit steht also sozusagen für das noch nicht gefundene Glück und um sie auszublenden, geben sie sich teils dem Sex mit anderen Menschen hin, nur um Nähe zu spüren oder gaukeln sich Wärme vor mit dem Genuss von Alkohol. Aus ihrer aller Unvermögen zur Kommunikation scheitern Beziehungen und sie haben Angst davor, dass andere Leute eine andere Wirklichkeit haben als sie selbst und damit auch andere Vorstellungen vom Leben und der Liebe. Die Liebe rückt besonders stark in den Fokus, denn diese ist scheinbar für Männer und Frauen gänzlich verschieden. Für Frauen geht es um Seelenverwandtschaft, Verschmelzen, miteinander alt werden, die vollkommene Symbiose mit einem anderen Lebewesen. Hingegen dem Mann geht es einzig um sein körperliches Begehren.
    Ist das Buch nun die knallharte Realität, die niemand sehen will oder ist alles zu sehr überzeichnet, zu sehr realitätsfern? Das ist die Frage. Sicher sind die Figuren übertrieben dargestellt, aber dennoch sind sie erschreckend authentisch. Das drückt sich besonders in den Momenten aus, in denen der Leser Einblicke in die Gedanken der Charaktere bekommt und zusehen muss, wie sie letztlich komplett anders handeln als erwartet und dann folgen die Konsequenzen und die sind drastisch.
    Dieser Roman ist ehrlich, schnörkellos, direkt und hält der Gesellschaft den Spiegel vors Gesicht. Das Buch ist Zeitgeist. Aber was ist Zeitgeist? Reden wir nicht drüber, denn Reden macht Wirklichkeit.

    Fazit: Wieder lesen oder verbrennen? Ich würde es wieder lesen. Wer mit der wirklich hässlichen Wahrheit konfrontiert werden will, sollte dieses Buch lesen. Und wer erwartet, was zu lachen zu bekommen, der wird herb enttäuscht werden, denn dieses Buch ist alles, aber nicht zum Lachen.

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    Herr_Spechtvor 8 Jahren
    Rezension zu "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot" von Sibylle Berg

    Liebe, Tod, Reise, Perspektiven

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    Haschniers avatar
    Haschniervor 10 Jahren
    Rezension zu "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot" von Sibylle Berg

    Es wundert mich kein bisschen, dass dieses Buch höchst unterschiedliche Meinungen bei der Leserschaft hervorruft. Und auch wenn es mir am Ende gefallen hat, kann ich gut verstehen, wenn andere es nicht mögen.

    Der Stil ist gewöhnungsbedürftig und manchmal auch mir zu holprig. Aber die Bilder funktionieren. Die Autorin verschafft dem Leser einen Zugang zu den Gefühlen der Figuren, der in dieser Form selten gelingt: Die innerste Konfrontation mit der Hoffnung, dem Aufbruch, dem Scheitern und dem Niedergang ist schonungslos und muss oft gar nicht mehr erklärt werden. Sie ist über das Geschriebene hinaus spürbar. Darin liegt für mich der persönliche Wert des Buches; jenseits des Buches. Genau das mag jeder Leser anders oder vielleicht auch gar nicht erfahren, aber gerade diese Form der Individualität empfinde ich als ansprechend.

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    wolkenbruchs avatar
    wolkenbruchvor 10 Jahren
    Rezension zu "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot" von Sibylle Berg

    Was man an Zusammenfassungen und Bewertungen gefunden hatte, sprach mich sehr an - umso enttäuschter war ich am Ende von dem Buch.
    Ich fand die knappe Sprache gewöhnungsbedürftig und der ständige Wechsel der Personen hat mich anfangs etwas verwirrt. Der versprochene Lacheffekt blieb also meistens auf der Strecke...

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    carovor 11 Jahren
    Rezension zu "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot. Sonderausgabe" von Sibylle Berg

    Definitiv eines der schlechtesten Bücher, was ich je gelesen habe! Nach der Hälfte habe ich entnervt aufgegeben, was bei mir wirklich Seltenheitswert besitzt. Das Buch besteht aus vielen Kurzkapiteln, in denen jeweils Einblick in das Leben verscheidener Personen geboten wird. So trifft man auf Überschriften wie: "Tom fährt mal los" , "Vera glaubt nix" oder "Da kommt Erde auf Karl drauf".
    Inhaltlich bekommt man Passagen geboten wie: "....Wenn ich mir Bilder von Jungen Mädchen ansehe, wird mein Schwanz noch steif. Bei Ruth nicht. Ruth ist so alt wie ich. Ihr Körper riecht alt. Ich kenne diesen Geruch von mir. Also irgendwann, so mit 40 hat das angefangen. Da roch irgendwas. Ich habe die Wohnung gelüftet, die Bettwäsche gewechselt, und es ging nicht weg. Da kam ich darauf, dass ich das bin..." Welche Art von Literatur das sein soll? Ich weiß es nicht. Dieses Buch eignet sich allenfalls als Belustigung für andere Menschen, in dem man ihnen einzelnen Passagen vorliest und sich fragt, was das eigentlich soll. Als ernsthafte Literatur ist dieses Werk mehr als ungeeignet!

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    A
    adventricevor 11 Jahren
    Rezension zu "Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot" von Sibylle Berg

    Ich finde Ms Bergs Schreibe herrlich - auch wenn ihre geschichten meist nur schlimmer werden statt besser - aber so herrlich beschrieben diese hoffnungslosigkeiten!

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    *Wölkchen*s avatar
    *Wölkchen*vor 10 Jahren
    Kurzmeinung: Wunderbar! Aber nur lesen, wenn man nicht gerade in einer Depriphase ist... oder dann erst recht? Aber wer weiß, was dann passiert...
    Fantasias avatar
    Fantasia
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    blackbird

    Gespräche aus der Community zum Buch

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    L
    Inhaltdangaben über Ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot von Sibylle Berg
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    miadonnas avatar
    Guten Morgen Frau Berg, 1997 wurde an unserer Universität Ihr Buch 'ein paar Leute suchen das Glück und lachen sich tot' wie heiße Ware herumgereicht. Ich habe das Buch damals auch gelesen und es wurde eines meiner Lieblingsbücher, keiner davor hat den Irrsinn des Lebens so treffend beschrieben. Das Komische, in meinem Bekanntenkreis hatten alle das Gefühl, mit diesem Buch ist plötzlich etwas anders. Ich habe das seitdem auch nicht noch einmal erlebt mit einem Buch. Wie war das damals für Sie? Hatten Sie selber das Gefühl, hier etwas Neues zu schaffen? Viele Grüße Mirjam
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