Sibylle Berg Ende gut

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Inhaltsangabe zu „Ende gut“ von Sibylle Berg

"Sibylle Berg ist einer der wenigen deutschsprachigen Autorinnen, für die es sich noch lohnt, eine Buchhandlung zu überfallen." (Süddeutsche Zeitung) Eine Frau um die vierzig sieht, dass alles den Bach runter geht. Flutkatastrophen, Seuchen, Terroranschläge. Ihren Job in der Agentur ist sie auch los. Nun denn. Die Menschheit ist immer Scheiße gewesen. Und nun geht eben die Welt unter. Etwas Besseres kann nicht passieren. Der große Roman von Sibylle Berg: Unverwechselbar im Ton, radikal und zärtlich, bestürzend und beglückend.

Ich habe noch nie ein Buch besessen, dass ich am liebsten überallhin mitgenommen hätte - bis jetzt!

— AmiLee
AmiLee

Eines meiner liebsten Bücher von Sibylle Berg, und vergleichsweise versöhnlich!

— *Wölkchen*
*Wölkchen*

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  • Schmerzhaftes Szenario eines nicht allzufern liegenden Untergangs der Welt ...

    Ende gut
    thursdaynext

    thursdaynext

    23. August 2015 um 17:40

    Die Beobachterin und Protagonistin: Eine Heldin. Alleinstehende Frau um die vierzig „Ich bin so um die 40. Das sagt man heute auf Partys, zu denen einer keiner einlädt...und wenn doch wäre da sicher ein dicker Mann mit Schweiß, der fragte: Na, wie alt sind wir denn? Und statt ihm mit einem Bauchschuss zu antworten, dass ihm seine Scheißgedärme auf den Boden klatschen...sagt man, den Kopf zu Boden geneigt: Ich bin so um die 40...“   Niemanden der ihr etwas bedeutet hat diese Heldin. Alt wird sie und ist sich dessen noch nicht allzulange bewußt. Wie die meisten von uns dachte sie es ginge immer so weiter. Dann kamen die Dreissiger, und... fummmp... war sie um die 40. Weder Hobbys und Interessen, noch Karriere, Lebenspartner, oder Kind. Keine Tiere. Allein. Solo am verregneten Sonntag, der immer sehr lange dauert. Genug Zeit um die Situation der Welt, des Planeten, der Menschheit, der Gesellschaft zu überdenken. Keine Verantwortung außer für sich selbst. Daher wenig Bindung an eben diese Welt. Nur diesen diffusen, schwer erklärbaren Drang nach einem anderen, besseren Leben. Nach Leben überhaupt, obwohl, oder wohl gerade weil, sie nichts hat was sie bei ihren Beobachtungen behindert. Die Heldin fokussiert ihre Aufmerksamkeit auf den Zustand und den nahenden Weltuntergang. Nimmt den Leser mit auf ihre Reise durch Menschheit, Individuen, Geisteshaltungen. Von der steigenden Flut hingespült an die verschiedensten Orte, die nicht wie Holland bereits Land unter sind.   Sibylle Bergs ungetrübte und unverstellte, und daher schmerzlich unschöne Sicht auf die Lage der Welt und die Menschheit ist knallhart. Gerade weil sie nichts auslässt. Sie verliert sich nicht in all den unangenehmen, so gerne verdrängten Details, sie zählt sie zynisch auf, breitet sie aus, berichtet, geht weiter zum nächsten Punkt. Soviele sind es über die es zu berichten gibt. Teilweise fast zuviele für den streckenweise demoralisierten Leser. Das gewollte Versagen der Politik und ihrer korrumpierten Vertreter, die die Demokratie zugrunde richten. Die katastrophalen Zustände in den ehemaligen Kolonialstaaten. Die Religionen und ihre fanatischen Anhänger. Berg kennt keine Gnade, kein itleid mit dem Leser. Reißt den Schleier den wohl jeder von uns errichtet weg und zwingt einen wahrzunehmen was es zu sehen und zu wissen gibt. So unfassbar Scheiße ist diese Welt. Vom Homo Sapiens dazu gemacht. Schwierig die kleinen Schönheiten zu finden. besonders schwer die größte Schönheit und das größte Geschenk des Universums an uns des Denkens mächtige Affenabkömmlinge die wir immer noch nicht gelernt haben zu teilen. Jedes Wort, jeder Satz eine Anklage in Aussageform. Besonders gefielen mir die „Infohaufen“ Kleine Abstecher in die Erinnerung an gehörtes, gesehenes oder gelesenes der Heldin. Quasi ein kollektives Bewusstsein für die Geschehnisse und deren Hintergründe:   Hier ein willkürlich herausgepickter Infohaufen:  „Infohaufen Agip unterstützte in Angola, Sudan und Nigeria Bürgerkriege, betrieb Waffenhandel, zerstörte die Lebensgrundlagen in den Fördergebieten und kooperierte mit diversen Militärregimes, die durch Vertreibung und Ausrottung der Einheimischen eine reibungslose Erdölförderung garantierten. Anders als BP und Shell, die wenigstens ein wenig Bedauern heucheltecn und Besserung gelobten, die einen minimalen Bruchteil ihrer Gewinne als großzügige Entwicklungshilfe den Ländern spendeten, die sie zuvor zu Entwicklungsländern gemacht hatten, tat Agip, als ginge sie die Sache nichts an. Italiener halt. Immer am Kaffeetrinken und Berlusconi wählen. Selbst die kommunistische Vergangenheit des Landes war vermutlich Attitüde gewesen, weil die roten Farben so wunderbar mit den dunklen Haaren der Italiener korrespondiert hatten.“   Ein virtuoses Klagelied über die Dummheit, gleichzeitig vorgetragen in kunstvoller Komik die den Willen zum Suizid, anlässlich der Tatsachenlage, gekonnt kassiert. Auch wenn ich oft lachen, schmunzeln und grinsen musste. Depressiv veranlagten, politisch interessierten  Menschen (stellt sich die Frage ob zweiteres nicht zu ersterem führt?) ist das Buch nicht zu empfehlen, auch wenn am Ende, das Ende gut wird. Nicht universell gut, sondern nur individuell. Gut, sogar sehr gut hingegen die gebotene Lektüre. Eine Dystopie die es nicht nötig hat weit zu gehen um ein Schreckensszenario zu entfalten. Ein Hohelied der Liebe und Menschlichkeit und bitterböse Blosstellung der verschiedensten Klischeecharaktere, die sich ihrer Klischeehaftigkeit sebst gar nicht bewusst sind. Nicht zu vergessen Frau Bergs herrliche Kapitelüberschriften: Kapitel 31: Es wird etwas überspült. Die Heldin isst Thunfisch und trocknet Opas. Ein Mädchen wird Popstar. oder die zauberhaften O- Töne kurz auftretender Charaktere der Masse:  O-Ton FICKFRESSEN; GENUSCHELT Gibt schon Gucci Gasmasken, oh Mann, es ist so cool hier im Ausnahmezustand. Berlin-Mitte ist so cool wie sonst nur noch Berlin-Mitte, ja Mann alle sind hier, die jungen Schriftssteller, die darüber schreiben wie ultracool sie sind in Berlin-Mitte und die jungen Drogendealer...     Romantiker die vom lebenserhaltenden Zynismus in Misantrophen verwandelt wurden und klammheimlich romantisch philantrophisch blieben lesen hier gefällig ;)   Ende gut! Überzeugt euch selbst!

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  • Rezension zu "Ende gut" von Sibylle Berg

    Ende gut
    Fortunatus_Holzapfel

    Fortunatus_Holzapfel

    10. August 2012 um 14:51

    Ein Buch zu lesen gilt ja gemeinhin als seelische und geistige Erbauung. Nun, dazu hat „Ende gut“ von Sibylle Berg wenig beizusteuern. Vielmehr lässt Frau Berg dem Leser, der Leserin nur wenig Spielraum nicht depressiv zu werden. Nur - der Titel verrät es – der Schluss berücksichtigt das potentielle Leserbedürfnis nach ein wenig Harmonie. Allerdings ist bis zu diesem Punkt ein von ähnlichen Zugeständnissen freier, aber sonst äußerst ereignisreicher, gewalttätiger Weg zurückzulegen. Die Geschichte selbst handelt von einer namenlosen Frau über 40, die sich in ihrem Leben „für kaum etwas bewusst entschieden“ hat und beginnt in einer beliebigen deutschen Großstadt. Anonym und apathisch lässt sie das Leben passieren. Arbeitet wird gekündigt, findet wieder Arbeit. Doch die meiste Zeit kommentiert sie ihre Umwelt auf eine Art und Weise, die ich nur als vernichtend umschreiben kann. Und so verstreichen die ersten hundert Seiten ohne dass ein besonderer Hang sichtbar wird, die Geschichte mit Sinn zu füllen. Bis die Welt untergeht. Terroranschläge, Seuchen, Pogrome und ähnliches Menschgemachtes zwingen die „Heldin“ ihre anonyme Stadt zu verlassen, zum ersten Mal hat sie das Gefühl, die Möglichkeit zu besitzen aus ihrem Laufrad des Alltäglichen auszubrechen, selbstverständlich nicht allzu hektisch, sondern nüchtern beobachtend verschlägt es sie, begleitet von allerlei Abstrusitäten, nach Hamburg, Berlin, Weimar, Amsterdam und endlich nach Finnland, dem scheinbar einzigen Ort auf der Welt in der vernünftige, weil unaufdringliche Menschen hausen, und der noch nicht von Terroranschlägen, Seuchen, usw. heimgesucht wurde. Dort findet die Heldin dann ihr kleines, privates happy end. Die restliche Welt ist freilich Schrott. Soweit zum Inhalt. Es wäre jetzt einfach zu sagen: Die Geschichte ist unrealistisch, die Charaktere sind oberflächlich, die Gesellschaftskritik wohlfeil, der Pessimismus auf Dauer penetrant. Und all das stimmt auch. Warum ich das Buch trotzdem für lesenswert halte? Nun, es glänzt mit schönstem schwarzen Humor, der seinesgleichen in der deutschen Literatur sucht. Aber die eigentliche Stärke dieses Buches liegt vielleicht darin, dass das was wir, also die durchschnittlichen Wohlstandseuropäer, nur noch als Hintergrundrauschen wahrnehmen, Kontur bekommt: Die täglichen Katastrophen, die man nur aus den Nachrichten kennt, all die gescheiterten Leben in der unmittelbaren Nachbarschaft, das eigene tägliche Scheitern an den eigenen (kleinsten) Ansprüchen werden bis zur Groteske verstärkt. Das Lesen dieses Buches verschafft dadurch komischerweise eine gewisse Gelassenheit mit den eigenen Ängsten und Schwächen. Das Wissen um die Möglichkeit des eigenen Scheiterns auf niedrigstem Niveau wird neben die Möglichkeit des Scheiterns aller anderen gestellt und somit zur beruhigenden Normalität. Nämlich zu dem, was das Menschsein meistens ausmacht: dem Scheitern eben. Und vor diesem Hintergrund feiert das Buch eben auch das kleine Glück jenseits all der Hoffnungen nach Mehr, die uns Aufstehen machen. In diesem Sinne dient "Ende gut" doch noch als seelische Erbauung...

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  • Frage zu "Ende gut" von Sibylle Berg

    Ende gut
    Martina Sandmann

    Martina Sandmann

    Hallo Sibylle,
    ich habe Ende gut leider weglegen müssen, es hat mich zu sehr depremiert. Hatte es im Urlaub angefangen und dachte mir, wenn ich jetzt das Buch weiterlese, dann ist der Urlaub kaputt und ich schmeiß alles hin. Möchte jetzt der Mann schläft lesen, hat das auch solche Nebenwirkungen, animiert es z. B. zu Trennungen? Danke Martina

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  • Rezension zu "Ende gut" von Sibylle Berg

    Ende gut
    Amaya

    Amaya

    25. January 2009 um 19:45

    In der Tat ein gutes Ende. In der Tat ein gutes Buch. Nicht ganz so bissig wie erwartet, dafür aber fast unerträglich depressiv. Muss man schon etwas masochistisch veranlagt sein, eventuell. Schreibstil wie gewohnt ein Traum. Sollte man aber nur lesen, wenn man die Polemik ertragen kann.

  • Rezension zu "Ende gut" von Sibylle Berg

    Ende gut
    ottomanpascha

    ottomanpascha

    07. December 2008 um 23:59

    sehr gut

  • Rezension zu "Ende gut" von Sibylle Berg

    Ende gut
    Jetztkochtsie

    Jetztkochtsie

    07. November 2008 um 09:59

    Sehr überraschendes Ende, aber Ende gut! :anbet Das Buch ist mal wieder ne sprachliche Glanzleistung würde ich behaupten wollen. Frau Berg hat eine grandiose Beobachtungsgabe und dankenswerterweise auch in der Lage ihre Beobachtungen literarischwertvoll zu Papier zu bringen. Klar, hat das Buch ein "böses" Thema und ich konnte auch nur häppchenweise lesen, sonst wärs zu viel geworden und ich in eine fiese Depression gedriftet. Aber so Stück für Stück, war es einfach grandios. Und dann dieses Ende, so wahr und ehrlich und doch irgendwie schön. Wie gut es doch sein kann, so ein Ende....

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  • Rezension zu "Ende gut" von Sibylle Berg

    Ende gut
    Samuel

    Samuel

    18. May 2008 um 19:06

    Zynisch. Traurig. Toll.