Sibylle Knauss Evas Cousine

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Inhaltsangabe zu „Evas Cousine“ von Sibylle Knauss

Lange Gespräche, die sie mit Eva Brauns Cousine Marlene führte, inspirierten Sibylle Knauss zu diesem Roman. Marlene hatte sich während der letzten neun Monate von Hitlers Herrschaft zusammen mit Eva Braun am Obersalzberg aufgehalten. Mehr als fünfzig Jahre schwieg sie über ihre Erlebnisse dort, die sie erst jetzt Sibylle Knauss anvertraute. Die äußert sich folgendermaßen über das Buch: "Die Geschichte ist so wahr wie die ihr zugrunde liegenden Tatsachen und so frei erfunden, wie es Romane sind." (Quelle:'Fester Einband')

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    Evas Cousine

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    „Eva“ ist nicht irgendeine „Eva“, sondern Eva Braun. Die junge Physikstudentin Marlene wird von ihrer Cousine Eva Braun auf den Obersalzberg, das persönliche Refugium Hitlers, eingeladen. Der Geliebten des „Führers“ dürstet es nach Abwechslung, denn dieser weilt meist andernorts, um sich der „großen Politik“ zu widmen. Eva sucht die Zerstreuung und um nicht immer dieselben Leute um sich zu haben, sucht sie Familienanschluss. Marlene erlebt das unbeschwerte Leben auf dem Obersalzberg, bekommt Hitler selbst jedoch nie zu Gesicht. Stattdessen erhält sie Einblick in das „System Obersalzberg“, denn während das Land zunehmend ins Chaos schlittert, scheint dies davon unbehelligt. Die Studentin beobachtet Evas Leben, das unter einer makellosen Oberfläche aus Körperkult und –wahn, Eitelkeit und Vergnügungen dennoch Ängste und Todessehnsucht verbirgt. Im Fortlauf der Geschichte geht Marlene ein bedeutungsloses Abenteuer mit einem SS-Offizier ein und gegen Ende hilft sie einem flüchtigen polnischen Zwangsarbeiter, der sich in einem Teehaus auf dem Gelände verborgen hält. Der Roman ist angelehnt an die Lebenserinnerungen von Gertraud Weisker, der realen Cousine. Diese hatte sie nach Jahrzehnten niedergeschrieben, so dass sie eher bruchstückhaft vorhanden waren, und an die Autorin weitergeben. Die strickte dann einen Roman daraus. Dass die Protagonistin „Marlene“ heißt, weist daraufhin, dass die Autorin keinen Zeitzeugenbericht vorgelegt hat. Die Geschichte und ihre sprachliche Umsetzung sind gut getroffen und harmonieren miteinander. Dennoch gibt es Aspekte, die den positiven Eindruck abschwächen. Einerseits wären mehr Informationen über Eva Braun wünschenswert gewesen. Warum sprang sie auf den hohlen Glanz der Diktatur und ihres Oberhaupts so an? Natürlich ist es kein Roman über Eva, denn ihre Cousine steht im Vordergrund. Es geht also um den subjektiven Blick dieser Frau auf die Geschehnisse und Zustände auf dem Obersalzberg. Dennoch wird der Leser mit „Eva“ im Titel auf ihre Spur gesetzt und der möchte er dann auch folgen. Andererseits wirkt der Handlungsstrang um den entflohenen Zwangsarbeiter absolut unglaubwürdig. Der Sinn und Zweck, ihn einzufügen, erklärt sich nicht recht. Ebenso verhält es sich mit der "Liebelei" Marlenes mit dem Offizier. Diese Aspekte scheint die Autorin lediglich hinzugefügt zu haben, um die Handlung „aufzupeppen“. Insgesamt bietet der Roman eine interessante, andere Perspektive auf das "Gespenst Obersalzberg". Die, obwohl sie ein wenig oberflächlich bleibt, spannend zu lesen ist.

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    • 4

    awogfli

    29. March 2015 um 12:06
  • Rezension zu "Evas Cousine" von Sibylle Knauss

    Evas Cousine

    ramonapop

    16. August 2007 um 19:44

    Späte Erinnerungen der Cousine von Eva Braun, der Lebensgefährtin Hitlers. Die Geschichte ist eine Mischung aus Fakten und Fiktion, aus der Distanz vermutlich kritischer geschildert, als die junge Frau damals den Sommer mit Eva Braun am Obersalzberg erlebt hat.

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