Sibylle Knauss Fremdling

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Inhaltsangabe zu „Fremdling“ von Sibylle Knauss

Vor dreißigtausend Jahren hat er schon einmal ein Leben gehabt, der Mann, mit dem Jo genetisch identisch ist. Ausgesetzt in die Gegenwart, findet er sich nur in Marias Obhut zurecht. Als die nicht mehr in der Lage ist, ihre schützende Hand über ihn zu halten, macht er sich in den unberührten Naturreservaten Europas auf die Suche nach seiner ursprünglichen Welt. Doch bald wird der geborene Jäger zum Gejagten. Nicht nur die Polizei sucht ihn, auch Forscher, die eine wissenschaftliche Sensation wittern, sind ihm auf der Spur. Da beschließt Maria, ihn ein letztes Mal zu treffen, um ihm zu sagen, wer er wirklich ist.

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    Eselsohren-Werner

    Eselsohren-Werner

    17. June 2012 um 19:14

    Was wäre, wenn man einen Neandertaler in die Gegenwart verfrachten könnte? Wie würde dieser zurechtkommen? Wie würden die Menschen reagieren? Diesen Fragen geht Sibylle Knauss in ihrem Roman nach. Sie hat keinen Fantasy-Roman geschrieben, sondern ein Gedankenexperiment unternommen, ohne alle Fragen, die dabei auftauchen, beantworten zu können und zu wollen. „Fremdling“ ist ein aufwühlendes Buch, das zum Weiterdenken anregt.

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  • Leserunde zu "Mygnia - Die Entdeckung" von Karl Olsberg

    Mygnia - Die Entdeckung
    KarlOlsberg

    KarlOlsberg

    Liebe Leser, habt ihr Lust auf ein außergewöhnliches literarisches Projekt? "Mygnia - Die Entdeckung" ist nicht bloß mein neuster Roman, sondern der Auftakt zu einem einzigartigen Mitmach-Projekt im Internet! Diese Leserunde soll euch die Idee näher bringen und Lust zum Mitmachen wecken. *** Die Handlung *** Der Journalist Alex Mars ist zufällig am CERN in Genf, als dort die Systeme ausfallen. Anwohner berichten von merkwürdigen Phänomenen in der Nähe des Teilchendetektors CMS. Alex erkennt, dass etwas Unfassbares geschehen ist: Durch ein Experiment wurde ein Portal in eine fremdartige Parallelwelt geöffnet. Als der zehnjährige Lukas vor den Augen seiner Mutter verschwindet und sich das Portal daraufhin wieder schließt, setzt Alex alles daran, das Geheimnis zu lüften und den Jungen zurückzuholen ... *** Testleser gesucht - 10 signierte Exemplare zu verschenken! *** Bewirb dich bis Freitag, den 1.6., wenn du Lust hast, mitzumachen. Erfülle einfach folgende kleine Aufgabe: "Stell dir vor, plötzlich öffnet sich vor deinen Augen ein Portal in eine Parallelwelt, und ein fremdartiges Wesen tritt heraus. Beschreibe dieses Wesen in 2-3 Sätzen!" Die Verfasser der 10 besten und originellsten Beschreibungen erhalten je ein signiertes Exemplar des Buchs. Die beste Idee hat darüber hinaus die Chance, ins Mygnia-Wiki und in eine meiner nächsten Mygnia-Storys aufgenommen zu werden. Ich freue mich auf eure Ideen! Für alle, die nicht gewinnen, ist das Buch IN VOLLER LÄNGE KOSTENLOS auf www.mygnia.de zu lesen! Herzliche Grüße Karl Olsberg

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    mabuerele

    mabuerele

    08. June 2012 um 15:52
    Beitrag einblenden
    KarlOlsberg schreibt Würden wir zuerst Wissenschaftler oder Panzer schicken? Würden wir aus den Fehlern der Kolonialisierung lernen oder wieder in blinder Gier alles an uns raffen, was wir dort finden? Okay, die ...

    Das sehe ich auch so. Vor allem hoffe ich, dass Gord keinen erwachsenen über den Weg läuft. Das könnte sein Ende bedeuten. Ich habe zwei Bücher gelesen, die sich mit der Problematik "besonderes ...

  • Leserunde zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    SibylleKnauss

    SibylleKnauss

    "FREMDLING" ist mein 12. Roman. Ich bin also schon eine alte Autorin. An Jahren 67. Aber, liebe Leser/innen, die jünger sind als ich: Schreiben, Erzählen hat viel mit Lebenserfahrung zu tun. Als Leserin habe ich immer nach Büchern gesucht, in denen ich etwas davon fand, und tue es noch heute. Ich mag "große" Stoffe (siehe meine website sibylle-knauss.de), groß angelegte Erzählbögen, den großen Atem, den es braucht, um sie zu einem glaubwürdigen Ende zu führen. Ich rege mich gern beim Lesen auf und tue das auch beim Schreiben. Und bin sehr glücklich, wenn ich spüre, dass sich das auf meine Leser/innen überträgt. Darum diese Leserunde. Ich bin sehr gespannt auf die Begegnungen, die dadurch möglich sind, und mache das zum ersten Mal. Nun zu "FREMDLING": Maria, eine junge Wissenschaftlerin, 26, bringt ein seltsames Kind zur Welt. Abseits aller Zivilisation in einer wilden Gebirgslandschaft zieht sie den Jungen aus einem fernen Zeitalter groß. Er ist das Ergebnis eines genetischen Selbstversuchs, ein Vertreter einer ausgestorbenen Menschenart. Maria lernt dieses fremde Kind zu lieben. Doch auf die Dauer kann sie es nicht vor der Begegnung mit unserer Zivilisation des 21. Jahrhunderts bewahren. Jo ist ein geborener Jäger, gefährlich und gutartig zugleich. Bald wird er zum Gejagten. Nicht nur die Polizei, auch Wissenschaftler sind auf seiner Spur. Maria weiß, dass sie ihn nicht retten kann, aber sie wird den inzwischen Siebzehnjährigen, der in Begleitung einer aus dem Zirkus entkommenen Tigerin in den wilden Berglandschaften des Balkans lebt, noch einmal aufsuchen, um ihm zu sagen, wer er eigentlich ist. Ein Verhängnis nimmt seinen Lauf ... Jo ist das einsamste menschliche Wesen im Universum. eine Ein-Mann-Minderheit, ausgesetzt in einer für ihn feindseligen und fremden Welt. Aber am Ende findet er doch einen Weg hinaus. In eine Freiheit, die es eigentlich nicht mehr gibt. Jedenfalls hoffen wir das für ihn, und ich hoffe, Ihr werdet diesen Schluss mögen. Ich selbst mag ihn sehr. Darauf bezieht sich auch die Verlosungsfrage. Sie lautet: Welcher Roman-Schluss hat Euch jemals besonders gefallen/bewegt/überzeugt/überwältigt? (Es darf auch mit Negativ-Beispielen gearbeitet werden: Welcher Schluss war besonders enttäuschend/ärgerlich?) Wenn die Frage nicht interessant genug erscheint - bitte Rückmeldung. Dann gibt es noch eine Alternative. Mein Verlag Hoffmann und Campe stellt 25 Bücher zur Verfügung. Wie es, glaube ich, bei einer Leserunde üblich ist, habt Ihr eine Woche Zeit (bis 22. März). Gespannt auf Eure Antworten, Sibylle Knauss

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    Themistokeles

    Themistokeles

    08. May 2012 um 20:52

    Wäre ich bei dem Roman allein von dem Cover ausgegangen, wäre ich nie im Leben darauf gekommen, mit welchem Thema sich der Roman wirklich befasst und auch der Text auf dem Buchrücken ist wenig aussagekräftig. Jedoch gerade dieses kontroverse Thema, was der Roman behandelt, lässt ihn aus der Masse herausstechen und macht ihn so anders, denn besonders der erste Abschnitt des Romans beschreibt von moralischen Gesichtspunkten her ein sehr heikles Thema und das auch noch sehr komplex. Die Vorstellung einen Menschen zu klonen, ist für mich schon in einem sehr großen Maß unvorstellbar, allein moralisch betrachtet. In diesem Roman jedoch geschieht etwas noch viel unvorstellbareres, denn die Antrophologin Maria stellt sich und ihren Körper zu Verfügung um darin den Klon eines Neandertalers aufwachsen zu lassen und ihn sogar auszutragen. Ein in meinen Augen sehr komplexes und heikles Thema, bei dem ich die Ansichten der Wissenschaftler auch nicht wirklich verstehen kann, besonders derjenigen nicht, die zwar den Klon zeugen, ihn aber als Todgeburt danach observieren wollten, um an ihm direkt die Abweichungen zum Menschen erforschen zu können. Gerade die Andersartigkeit dieses Wesens, dem geklonten Neandertaler, schon im Babyalter und auch darüber hinaus, ist einfach sehr gut geschildert. Angefangen von seinem Äußeren, über sein Verhalten hin bis zu seinem spezifischen Geruch, den er abweichend von unserem, verströmt. Dadurch merkt sein Umfeld sofort, dass etwas nicht stimmt, wenn auch sehr gut dargestellt ist, dass dieses nicht direkt zuordnen kann, was genau nicht stimmt und man diese Verunsicherung förmlich spüren kann. Ebenso wie das Unverständnis was ihm entgegengebracht wird, da er durch seine Veranlagungen nicht so sprechen kann, wie wir es tun, jedoch an die Wahrheit keiner glauben will und kann. Mich persönlich hat jedoch gestört, dass die Autorin seine Verbindung zur Vergangenheit und der untergegangenen Welt der Eiszeit extrem stark personifiziert hat, als würde er real noch mit dieser kommunizieren. Dadurch wurde dieser Aspekt mir zu sehr mystifiziert und das ganze wirkte zudem, als sei der Klon psychisch nicht wirklich gesund, sondern leide an starken Einbildungen. Außerdem wurde mir dafür, dass es in meinen Augen etwas zu abgehoben und irreal war, ein zu großer Aspekt des Romans verwendet. Zunächst auch sehr gewöhnungsbedürftig war für mich die wörtliche Rede, da diese ohne etwaige Abgrenzungen direkt im Text vorzufinden war, so dass sie mit der Erzählung geradezu zusammen floss und man sie teilweise schwer unterscheiden konnte. Ich kann mir auch sehr gut vorstellen, dass dieses Vorgehen einige Leser davon abhalten könnte den Roman vollständig durchzulesen. Insgesamt ein interessantes und spannendes Thema, vor allen Dingen aus moralischer Sicht, dass mir durch einige Darstellungen jedoch zu sehr mystifiziert wurde, so dass es in meinen Augen zu abgehoben war.

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    angel2212

    angel2212

    03. May 2012 um 12:28

    Fremdling ❦❦❦❦❦❦❦❦❦❦ Maria, eine sechsundzwanzig jährige Frau und Wissenschaftlerin nimmt an einem Experiment teil. Doch es ist kein gewöhnliches Experiment, denn hier wird mit Genen experimentiert. Und das Labor ist Sie. Ihr werden die Gene eines 30000 Jahre alten Menschen ein gepflanzt. Ziel ist es, diesen Mensch bis zum sechsten Monat aus zu tragen und dann einen Abbruch vor zu nehmen um den Embryo dann zu untersuchen und auf zu sezieren. Doch Maria entscheidet sich während in den Monaten der Schwangerschaft anders und will den Abbruch nicht vornehmen lassen. Da ihr Teamchef und Freund Tim Nagel aber dazu drängt, beschließt sie, ab zu hauen. Sie kündigt ihre Wohnung und kauft sich ein Wohnmobil womit sie sich auf die Reise macht. Sie bringt das Kind zur Welt, doch durch die Gene ist es nun einmal Anders. Die ersten Jahre verbringt sie mit dem Kind, das sie Jo nannte am Rande der Zivilisation in Kroatien. Sie brachte ihm so gut es ging das sprechen bei. Doch eines Tages wurden die Behörden auf die beiden aufmerksam, und Jo wurde ihr weg genommen. Er wurde in ein Heim gegeben und sollte zur Schule gehen. Doch genau jetzt fingen die Probleme an. Was geschieht wenn die Öffentlichkeit einen Menschen in die Hände bekommt der Anders ist? Als ich von dem Buch erfahren habe dachte ich zuerst es wäre ein Fantasy Roman, doch da habe ich mich weit getäuscht. Gerade in der heutigen Zeit, wo doch schon so viel mit Genen herum experimentiert wird, wäre diese Vorstellung die hier in diesem Roman geschildert wird gar nicht so weit her geholt. Das Buch beschreibt so ziemlich genau, was passiert, wenn solche Menschen, die dem Forscherdrang regelrecht verfallen sind, passieren kann. Nach anfänglichen Schwierigkeiten habe ich mich doch gut in der Geschichte zurecht gefunden. Der Schreibstil ist sehr flüssig und die Kapitel auch nicht zu lang. Was mich am Anfang etwas stutzig gemacht hat, waren die fehlenden Satzzeichen, aber auch damit findet man sich schnell ab. Im Großen und Ganzen ein sehr interessantes Buch über die Gentechnologie und was die Welt so damit macht, wenn es raus kommt. Weg sperren. Vielen Dank an das Lovelybooks Team und die AutorinSybille Knauss das ich dieses Buch lesen durfte.

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    01. May 2012 um 12:26

    Klon Sprachlich in ganz hervorragender Qualität bringt Sibylle Knauss ihre Geschichte zu Papier, Eine Geschichte, die zunächst nach Fantasy klingt, im Kern aber eher ein anthropologischer Roman ist, der einerseits aufnimmt, was gentechnisch bereits möglich wäre und dies verbindet mit einer urtümlich zu nennenden Sicht auf unsere Welt heute. Eine Welt, in der selbst die zivilisatorischen Ränder keine wirklichen Rückzugsorte mehr darstellen. Eine Welt, in der ein „Fremdling“ kaum mehr einen Platz finden könnte. In der das, was „fremd“ wirkt, ausgeschlossen, an den Rand geschoben wird. Ganz schnell sogar. Sehr intensiv zeigt sich diese Konstellation etwa nach 2/3 des Romans, als jener „Fremdling“ Jo Objekt eines wissenschaftlichen Kongresses wird und aufgrund seiner nur schwer zu verstehenden Artikulationsweise und seines eingeschüchtert Seins schnell von den anwesenden Wissenschaftlern enttäuscht „zur Seite“ gelegt wird. Das eben ist der Umgang mit der urtümlichen Natur, mit dem, was man nicht auf Anhieb und problemfrei versteht. Zur Seite packen, sich auf keinen Fall stören lassen in den eigenen Kreisen und Bezügen. Dies ist allerdings auch eine der Stellen und Wendungen im Buch, in denen Sybille Knauss ihren ehrgeizigen Ansatz nicht ganz durchhält In der sie die vorstellbaren, realen Abläufe zugunsten ihres eigenen Spannungsbogens und ihrer eigenen Ziele im Buch verlässt. Eine solche Reaktion auf einen geklonten Neandertaler inmitten der modernen Welt ist zuwenig, dass Wissenschaftler nach einer knappen Zeit bereits jedes Interesse an diesem gentechnisch hergestellten Wesen verlieren sollen. Das Jo, der im Leib der Wissenschaftlerin Maria ausgetragene Klon aus früher Vorzeit dann irgendwann in dieser Gesellschaft eher als „Irrer“ behandelt wird und zu guter Letzt sich selbst überlassen wird, das ist nicht wirklich nachvollziehbar. Auch nicht in den inneren Strukturen des Buches. Wohl aber, und das wiederum ist einer der Stärken des Buches, dass ein instinktiv mit der Natur, den Tieren, dem Leben verbundenes Wesen keinen Platz mehr für sich in dieser Welt findet. Sich verstanden und aufgehoben nur in seinen Visionen in der Gemeinschaft mit den längst ausgestorbenen Artgenossen fühlt. Dass das, was fremd und „hässlich“ wirkt, umgehend ausgestoßen wird. Aber auch nicht in Ruhe am Rande der Zivilisation in den Bergen Kroatiens gelassen werden kann. Hineingezwungen werden in das gesellschaftliche System, Angst auslösend bei Lehrern und Mitschülern, von der „Mutter“ (auch wenn diese dies nicht im genetischen Sinne ist) hinweggerissen, hier nimmt Sibylle Knauss den Leser intensiv mit in das innere Erleben ihres Protagonisten und in das innere Standing der modernen Gesellschaft. Eine Geschichte, die auch ahnen lässt, wie eng die Verbindung Mensch und Natur einmal gewesen ist, wie stark Gene die Persönlichkeit beeinflussen und uralte Instinkte angeboren vorliegen. Eine Geschichte auch über schwankende Emotionen von Mutterliebe und hier und da auch Erleichterung, eine Bürde loszuwerden. Eine Geschichte auch von der Hybris des modernen Menschen und auch eine Geschichte eines letztlich gescheiterten Experiments, dessen Ergebnisse nicht genutzt wurden. Mit Stärken und Schwächen in den Spannungsbögen und den hier und da doch auch abreißenden Erzählfäden bildet der „Fremdling“ eine überwiegend intensive und sprachlich gelungene Lektüre, welche an manchen Stellen aber realistisch vorstellbare Reaktionen verlässt und den ein oder andern Erzählfaden nicht ganz zum Ende bringt.

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    Nefertari35

    Nefertari35

    30. April 2012 um 13:01

    Fremdling - Sibylle Knauss Kurze Inhaltsangabe: Eine junge Frau wird schwanger. Es ist aber keine normale Schwangerschaft, sondern Teil eines Genexperiments, zu das ihr Freund, ein Wissenschaftler sie überredet hat. Der Fötus soll spätestens im sechsten Monat abgetrieben und dann wissenschaftlich untersucht werden. Doch Maria, selber junge Wissenschaftlerin, entscheidet sich gegen das Experiment und bringt das Baby zur Welt. Dieses Kind ist anders als der Rest der Menschheit. Er ist ein Relikt aus vergangenene Zeiten. Zusammen mit Maria verbringt er die ersten Jahre seines Lebens in den kroatischen Bergen, bis die Ämter auf ihn aufmerksam werden. Nun beginnt das, wofür die Menschheit bekannt ist, wenn sie etwas nicht kennt. Immerwährende Flucht, eingesperrt werden und warum, weil der junge Jo ein FREMDLING ist. Schreibstil: Oft sehr kurze Sätze, viele Gespräche prägen dieses Buch. Der Anfang ist etwas schwierig, aber man kommt gut rein in die Geschichte. Die Kapitel sind nicht zu lang und ich fand die Szenerien immer interessant zu lesen. Persönliche Meinung: Das Thema Gentechnologie ist in der heutigen Zeit sehr präsent. Es werden Lebensmittel gentechnisch verändert, um sie robuster, langlebiger und vor allem ertragreicher zu machen. Gentechnologie wird in der medizinischen und pharmazeutischen Forschung eingesetzt. Ich selber habe ich schon mit diesem Thema auseinandergesetzt und bin bis heute nicht sicher, ob es ein Segen (in manchen Bereichen) ist oder eher ein Horrorszenario. Ich selber fand das Buch gut geschrieben und das Thema nicht aus der Luft gegriffen. Es ist erschreckend,. das die Menschheit immer alles untersuchen und analysieren muß, was sie nicht kennt und dann wird es weggesperrt. Traurig. Ich kann das Buch jedem empfehlen, der sich für das Thema interessiert oder einen gute Roman darüber lesen möchte. Ich vergebe vier Sterne.

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    LeseMaus

    LeseMaus

    28. April 2012 um 09:43

    *Der erste Satz:* _„Du wirst keine Schmerzen haben, sagte er._“ *Das Äußere:* Das in dunkelgrau gebundene Buch liegt gut in der Hand. Bei 383 Seiten ist das Buch angenehm handlich. Das Cover zeigt das Auge einer Eule – was nun überhaupt nichts mit dem Inhalt zu tun hat, mir aber trotzdem gut gefällt. *Das Innere:* Was als geheimes Experiment von ein paar Forschern beginnt, wird auf einmal Realität. Zum einen, um ihrem Freund Tim einen Wunsch zu erfüllen, zum anderen, weil sie selbst von Forscherdrang erfüllt ist, lässt sich Maria mit der DNA eines Neandertalers künstlich befruchten. Tatsächlich wird sie schwanger! Doch bevor das Experiment zu einer Zeit, in der es noch zu verantworten wäre, abgebrochen werden kann, beschließt Maria, das Kind zur Welt zu bringen. Auf einer beschwerlichen Reise am Rande der Zivilisation versucht sie, ihrem Sohn Jo ein Leben nach seinen Möglichkeiten zu bieten. Natürlich geht das nicht lange gut, denn die Behörden werden auf sie und den Jungen aufmerksam… *Das Wesentliche:* Wow, was für ein Stoff für einen Roman: Eine junge Frau bringt einen Neandertaler zur Welt. Man stelle sich vor, es gäbe ein solches Experiment tatsächlich. Bei dem, was man öfter mal in den Medien liest oder sieht, könnte es sein, dass wir gar nicht so weit davon weg sind, dass irgendjemand das tatsächlich realisiert. Diese dennoch nahezu unglaubliche Vorstellung versetzt Sibylle Knauss in ihrem Roman sozusagen in die Realität. Maria ist eine junge Wissenschaftlerin, die für ihren verheirateten Freund Tim alles tun würde. So muss sie nur kurz überlegen, bevor sie dem Experiment zustimmt, bei dem es von Anfang an nur darum ging, die Entwicklung eines Neandertaler-Embryos im Mutterleib in den ersten Monaten der Schwangerschaft zu beobachten. Zu einer „noch zu verantwortenden“ Zeit sollte das Experiment abgebrochen und die Schwangerschaft vorzeitig beendet werden. Doch Maria entwickelt Gefühle für „ihr“ Kind. Kurzerhand brennt sie durch und begibt sich mit einem Campingbus auf eine wahnsinnige Tour nach Osteuropa. Dort, irgendwo im Hinterland, bringt sie den Jungen mit der Hilfe einer Ärztin zur Welt. Alle halten das Kind für hässlich – was nach heutigen Maßstäben sicher nachzuvollziehen ist. Maria verbirgt den Jungen, den sie Jo nennt, möglichst vor den Augen aller anderen und wird schließlich sesshaft irgendwo in den Bergen. Trotz aller Vorsicht werden die kroatischen Behörden auf sie aufmerksam, und Maria wird gezwungen, den Jungen in ein Heim zu geben – der Beginn einer Odyssee ganz besonderer Härte für das Kind, das sich in der Natur und bei wilden Tieren am besten aufgehoben fühlt. Bis hierhin bin ich dem Buch nahezu atemlos gefolgt. Erst an dieser Stelle fiel mir auf, dass Maria recht zwiespältig reagiert: Sie verkriecht sie sich lange Jahre mit dem Kind in den Bergen, hat ihr komplettes Leben und ihre Karriere für den Jungen aufgegeben, und trotzdem kämpft sie nicht darum, dass Jo bei ihr bleiben kann. Geradezu distanziert sieht sie den Geschehnissen zu und scheut auch nicht davor zurück, nach Deutschland zurückzukehren, als Jo aus dem Kinderheim fliehen kann und verschwindet. Hier hätte ich irgendwie mehr Engagement von Maria erwartet. Dass sie einfach so in die Zivilisation zurückkehrt, wieder einen Beruf ergreift und sich eine schicke Wohnung nimmt, erscheint mir irgendwie nicht richtig. Jo ist ein einsames Kind, das zu einem einsamen jungen Mann wird. Schließlich weiß er nicht, wo er herkommt, was seine Wurzeln sind. Sein einziger Bezug zu der Zeit, in die er eigentlich gehört, sind „die Anderen“, die ihm wie eine Vision erscheinen und die ihm auf diesem Weg nicht nur viel über seine Art näherbringen, sondern sogar ganz praktische, handwerkliche Dinge erklären. Diese Visionen scheinen wie eine Flucht aus der Wirklichkeit für Jo zu sein – sie sind für den Leser aber ein schönes stilistisches Mittel der Autorin, um mehr über die Natur der Neandertaler zu erfahren. Maria trifft scheinbar (fast) nur auf Männer, die auf ihre eigenen Vorteile bedacht sind: zuerst Tim, der sie das Experiment durchführen lässt, und nach ihrer Rückkehr nach Deutschland ist es Siegfried, ebenfalls ein Wissenschaftler, der Jo als wissenschaftliche Sensation betrachtet und den er deswegen ins Licht der Öffentlichkeit zerren möchte. Es hat mich förmlich gegruselt, wie Maria als Frau und „Mutter“ nur so vertrauensselig sein kann. Im Laufe des Buches habe ich mich dann irgendwann mit Maria arrangiert, denn glücklicherweise kommt Marias Beschützerinstinkt dann doch wieder zum Vorschein. Es geschieht noch eine ganze Menge im Leben von Jo, über das ich hier natürlich nichts im Detail berichten möchte. Nur so viel: es gibt neben vielen Tiefen auch einige Höhen in seinem Leben – Sibylle Knauss ist es erzähltechnisch sehr gut gelungen, beides so zum Ausdruck zu bringen, dass der Leser gefesselt bleibt. Übrigens: An die Eigenart der Autorin, direkte Rede nicht mit Anführungszeichen zu kennzeichnen, sondern jeweils eine neue Zeile zu verwenden, hatte ich mich nach kurzer Zeit gewöhnt und konnte das Buch flüssig lesen. *Das Fazit:* Ein ungewöhnliches Buch mit einer ungewöhnlichen Geschichte. Ich war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Wenn die Hintergründe für Marias Handlungsweisen noch etwas deutlicher gemacht worden wären und ein paar Zeitsprünge mit mehr Erläuterungen ausgefüllt worden wären, wäre ich noch glücklicher mit dem Buch gewesen. Aber als Leser kann man halt nicht alles haben und muss auch mal damit leben, dass die Autorin keine 1.000 Seiten sondern nur knapp 400 schreibt ;-) *Die Bewertung:* Vier von fünf Sternen

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    purplerose10

    purplerose10

    26. April 2012 um 20:07

    Kurzbeschreibung: Maria, eine junge Wissenschaftlerin, hat Jo nach einem fragwürdigen genetischen Experiment heimlich zur Welt gebracht. In der einsamen Wildnis Kroatiens zieht sie den Jungen aus einem vergangenen Zeitalter groß. Jo selbst weiß nicht, warum er anders fühlt, anders spricht, anders aussieht. Für ihn ist die Zivilisation des 21. Jahrhunderts ein Albtraum, aus dem es scheinbar kein Entkommen gibt. Cover: Ehrlich gesagt ist das Cover nicht so ganz mein Fall. Ich weiß nicht, spricht mich einfach nicht sonderlich an, wahrscheinlich weil ich mehr auf sehr bunte außergewöhnliche Cover stehe. Aber zum Inhalt passt es irgendwie. Die Autorin: Sibylle Knauss, geb. 1944, wuchs im Ruhrgebiet auf und studierte Germanistik und Theologie. Sie ist Autorin zahlreicher Romane, darunter des Bestsellers Evas Cousine, den die New York Times 2002 unter die Books of the Year wählte. Neben ihrer schriftstellerischen Tätigkeit arbeitete sie als Professorin an der Filmakademie Baden-Württemberg im Bereich Drehbuch. Zuletzt erschienen ihre Romane Die Marquise de Sade und Eden. Meine Meinung: Ein Neandertaler wir wiedergeboren in der heutigen Welt. Ein Forschungsprojekt der besonderen Art. Hört sich sehr interessant an, eine Thematik von der ich zuvor noch nie etwas gelesen hatte. Doch leider war ich etwas enttäuscht von diesem Roman. Keine Frage handelt es sich hier um anspruchsvolle Literatur, es hat mir jedoch die ganze Geschichte lang an Spannung gefehlt. Vielleicht liegt das daran, dass ich normalerweise eher ein Fantasyleser bin, aber wirklich fesseln konnte mich dieses Buch hier nicht. Leider. Dabei ist die Idee wirklich klasse und auch die Charaktere waren wirklich gut herausgearbeitet. Maria und Jo sind wirklich ganz einzigartige Menschen. Mitfühlen kann man mit ihnen, dass muss ich zugeben! Und leider muss ich noch einen Kritikpunkt ansprechen: Die Sprache hat mich anfangs doch sehr verwirrt. Ich habe noch nie ein Buch gelesen, in der die Wörtliche Rede nicht durch Anführungszeichen gekennzeichnet ist, doch in diesem Buch war genau dies der Fall. Gut, die Autorin wird sich etwas dabei gedacht haben, mich hat es trotzdem gestört. Fazit: Ein sehr anspruchsvoller Roman mit einer schwierigen Thematik. Mein fall wars nicht ganz, aber sicherlich für viele lesenswert!

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    Tru1307

    Tru1307

    23. April 2012 um 15:03

    Thematisch hat mich _Fremdling_ sehr interessiert. Einen Neandertaler in die heutige Zeit zu versetzen und zu beobachten, wie er sich einfügt und welches Verhalten er zeigt, ist wohl ein Traum für viele Forscher. In _Fremdling_ werden die Genforschung und ihre möglichen Folgen eines solchen experiments aufgezeigt und konsequent berichtet. Auch Maria und ihr Forschungsteam hat sich dazu entschlossen, ein Gen-Experiment durchzuführen, indem sie Maria die DNA eines Neandertalers, der vor 30000 Jahren bereits einmal gelebt hat, einsetzen. Allerdings bringt sie es nicht über sich, den kleinen Jo im 5. Monat abzutreiben, sondern verschwindet mit ihm fort aus der Zivilisation. Insgesamt ist die Geschichte durchaus realistisch und die Handlungen der Figuren sind nachvollziehbar. Man kann bei jedem Charakter seinen Standpunkt erkennen. Die Wissenschaftler wollen den Jungen untersuchen, Maria will ihn beschützen. Auch Jo als Charakter wird so dargestellt, wie ich ihn mir vorgestellt hätte. Allerdings frage ich mich, ob das Verhalten wirklich so komplett in den Genen steckt. Ich hatte immer vermutet, dass auch die Umwelt und die Erziehung der Eltern eine entscheidende Rolle spielt. Jo handelt die meiste Zeit komplett als Neandertaler, der von "Anderen" Besuch bekommt, die ihm viel über seine Art berichten. An diesen Stellen wird das sonst realitätsnahe Buch unrealistisch. Langweilig ist das Buch auf keinen Fall. Es regt zum Nachdenken an und man weiß bis zum Schluss nicht, wohin die Geschichte führt. Schwierig war _Fremdling_ für mich, weil es zum einen komplett auf eine Markierung der direkten Rede verzichtet und dadurch oft Rätselraten angesagt war, wer wann etwas sagt. Man konnte nie so wirklich unterscheiden, ob etwas jetzt eine Beschreibung, ein Gedanke oder ein laut ausgesprochener Satz war. Zum anderen wird fast komplett auf die Namen der Protagonisten verzichtet. Die meiste Zeit heißt es "sie" oder "er", was dafür sorgte, dass die Figuren alle sehr distanziert und unnahbar blieben und man meistens als Leser ein Beobachter blieb und sich nicht komplett hineinversetzen konnte. Ich hätte mir hier mehr Nähe zu den Charakteren und Emotionen gewünscht, die zwischen den Charakteren leider viel zu selten auftauchen. *Bewertung* Anhand des Klappentextes hatte ich ein Buch erwartet, dass mehr Emotionen und Abenteuer enthält. Beides wurde leider nur ab und an rübergebracht. Dennoch ist es lesenswert, wenn man Interesse daran hat, wie sich ein Lebewesen in einer für es fremden Welt zurechtfindet.

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    Volturi

    Volturi

    23. April 2012 um 12:57

    Der Roman Fremdling dreht sich um das Thema Genforschung, das mich selbst sehr interessiert, und eine handvoll Wissenschaftler, welche sämtliche Grenzen überschreiten. Maria stimmt leichtfertig dem Selbstversuch zu, als Brutkasten für einen Neandertaler zu dienen, um mehr über diese Spezies zu erfahren. Im fünften Monat soll das ungeborene Kind abgetrieben werden um weiter daran zu forschen. Zu diesem Zeitpunkt hat sie aber so starke Muttergefühle für das Kind entwickelt, dass sie vor den wenigen Forschern flieht, die von dem geheimen Experiment wussten, und das Kind zur Welt bringt. Schon der außergewöhnliche (und gute) Schreibstil macht das Buch zu etwas Besonderem und verleiht ihm einen gewissen Charme. Der Klappentext: Du bist ein Anderer, sagte sie. Verstehst du? Ein anderer Mensch. Einer von denen? Bin ich das? Ja, sagte sie, das bist du. Aber wer sind die Anderen? Sag es mir, flehte er. Zu Beginn von Fremdling musste ich mich ein wenig einlesen, aber schon nach den ersten Seiten habe ich mich daran gewöhnt und Gefallen am Schreibstil gefunden. Genau wie an der Geschichte. Eine Besonderheit des Buches: Es wird durchgehend auf "Anführungszeichen" verzichtet. Der Leser lernt zuerst die Protagonistin Maria kennen und verstehen, erfährt mehr über ihr Leben und ihre Ziele. Mit der Entscheidung, das Kind nicht abzutreiben, gibt sie ihr altes Leben auf, flieht in einem Wohnwagen und lernt bald was es heißt, ein Außenseiter zu sein. Die Geschichte ist sehr realitätsnah, genau wie die darin vorkommenden Personen und deren nachvollziehbaren Handlungen. Nach ungefähr einem Viertel des Buches wird vorerst nicht mehr Marias, sondern Jos Leben beschrieben. Die Handlungsstränge und die Personen, die beschrieben werden, wechseln öfter, was aber meist nicht stört. Fazit: Obwohl ich selten Bücher dieses Genres lese, hat mich Fremdling von den ersten Seiten an gefesselt. Es ist kein Buch für Zwischendurch, sondern ein Buch, das man zuklappt und trotzdem darüber nachdenken muss. Dann braucht man wieder eine leichte Lektüre, oder zumindest ein Buch, das nicht ganz so ernst ist - zumindest ging es mir nach dem Lesen so.

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    J-Z

    J-Z

    22. April 2012 um 11:40

    Die Wissenschaftler Maria und Tim, die sich in ihrem Team mit Forschungen zum Neandertaler befassen, beschließen, ihre Forschung etwas lebendiger zu machen. Maria soll als Labor für ein Kind dienen, damit die Entwicklung des Fötus untersucht werden soll. Der Schwangerschaftsabbruch soll zwischen dem 3. und 5. Monat erfolgen, aber Maria entwickelt Muttergefühle und flüchtet kurzerhand vor Tim, um das Kind auf die Welt zu bringen. Jo sieht natürlich nicht aus, wie ein Mensch, deswegen meidet Maria die Zivilisation und sucht einen einsamen Ort, an dem die beiden aufwachsen können. Dies geht einige Jahre gut, bis Jo ins schulpflichtige Alter kommt und das Jugendamt aufmerksam wird. Der Junge, der bisher nur mit seiner Mutter zusammen gelebt hat und von anderen Menschen als behindert eingestuft wird, soll nun in die Schule gehen und im Heim leben. Natürlich ist dies kein Leben für Jo und er nutzt die erstbeste Gelegenheit um wegzulaufen, um sich allein durchzuschlagen... Die Geschichte ist interessant, allerdings fehlt es leider Streckenweise an Spannung. Es gibt immer mal Abschnitte, wo mir die Handlung zu langsam voran ging. Ich habe auch sehr lange gebraucht, mich in den Schreibstil hineinzufinden. Vor allem fand ich es ungewöhnlich, dass statt der Namen überwiegend die Personalpronomen benutzt wurden. Das hatte auf mich eine eher distanzierende Wirkung, obwohl es gleichzeitig immer wieder sehr intensive und nahe Momente zwischen den Figuren gab. Die Idee, einen Neandertaler in unsere Zeit zu versetzen, finde ich sehr reizvoll. Leider war es so, dass Jo statt einem unsichtbaren Freund geistige Besuche von Anderen seiner Art erhält, die dafür sorgen, dass er sich verhält, wie ein Neandertaler sich verhalten sollte - seine Gene bestimmen quasi seine gesamte Entwicklung und verhindern eine wirkliche Anpassung. Er lernt, Speere zu basteln, spitze Steine als Werkzeug zu benutzen und geht auf die Jagd. Gleichzeitig lernt er durch seine Mutter zumindest teilweise zu sprechen und wie ein Mensch zu denken. Diese Anderen haben für mich leider nicht in die sonst so realistisch dargestellte Geschichte gepasst und sie haben Jos Entwicklung zu sehr beeinflusst. Offen bleibt, wie er sich ohne die Anderen entwickelt hätte. Wäre abgesehen von seinem ungewöhnlichen Äußeren ein "normales" Leben unter Menschen möglich gewesen?

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    20. April 2012 um 09:16

    Maria ist im sechsten Monat schwanger. Doch es ist kein gewöhnliches Baby. Es ist ein Experiment, ein Neandertaler der vor Urzeiten schon einmal gelebt hat, den sie austragen soll. Sie wird aufgefordert, das Baby jetzt "abzutreiben", da ihr Freund und Kollege Tim Nagel (Wissenschaftler) das "Baby" dann untersuchen und genauestens inspizieren kann. Doch Maria entscheidet sich im letzten Moment, abzuhauen und dem Baby eine Chance zu geben. Sie reist nach Rumänien, wo sie mit Hilfe einer Ärztin das Baby zur Welt bringt. Die Anfangszeit ist schwer, da ihr Baby, den sie Jo nennt, natürlich anders ist. Er ist hässlich, hat einen komischen Körperbau und spricht so, dass ihn niemand versteht, auch als Jugendlicher. Wie geht es weiter mit Jo, einem Neandertaler, der in unserer Zeit eigentlich nichts zu suchen hat? Kann er die Bräuche und das Verhalten der Menschen heute erlernen? Zum Buch: Ich muss zugeben, am Anfang war es ziemlich schwer in die Geschichte reinzukommen. Ich habe nie auf Anhieb rausgefunden, von wem die Geschichte gerade erzählt wird. Zwischen bestimmten Abschnitten vergeht auch oft viel Zeit, was man als Leser meiner Meinung nach gar nicht wirklich mitbekommt. Das Buch ist nicht ganz so leicht zu lesen, mit den wissenschaftlichen Begriffen. Aber ab der Mitte des Buches war ich dann eigentlich richtig gut in der Geschichte drin und es hat keinerlei Anstrengung mehr gekostet weiter zu lesen. Die Spannung war auch definitiv vorhanden und man kann sich nicht wirklcih ausmalen, wie das Buch endet. Es war sehr überraschend. Fazit: Alles in einem war das Buch spannend und interessant. Genforschung ist ein sehr aktuelles Thema und dieses Buch zeigt , wie weit sie gehen kann und welche Folgen sie hat. Das Buch regt sehr zum Nachdenken an. Ich kann es daher auf jeden Fall empfehlen. Vielen Dank nochmal an die Autorin, dass ich mitlesen durfte.

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    Ludwig_Hardy

    Ludwig_Hardy

    17. April 2012 um 16:26

    Einen einsameren Romanhelden hat es seit Robinson Crusoe nicht gegeben. Jo ist ein Neandertaler. Seine Geburt ist das ungewollte Ergebnis eines Experiments eines skrupellosen Wissenschaftlers. Maria, dessen eigenwillige Freundin, gibt die Aussicht auf eine wissenschaftliche Karriere und ein normales Leben auf, um in der rumänischen Provinz einen Jungen zur Welt zu bringen. Einen Jungen, der aus den menschenleeren Weiten der Eiszeit kommt. Ein Fremdling unter den Nachfahren derer, die die seinen vor 30000 Jahren vom Planeten tilgten. Als kleiner Parzival wächst Jo mit seiner Mutter im kroatischen Gebirge auf. Nicht nur seine Hässlichkeit, sondern vor allem sein unaufhaltsamer Jagdtrieb lassen ihm keine Chance auf ein normales Leben. Als die Behörden ihn seiner Mutter entreißen, beginnt eine Odyssee von Ausbrüchen, wilder Jagd und neuen Gefangenschaften. Tiere und die Geister seiner Ahnen sind seine einzigen Gefährten. Als seine wahre Herkunft bekannt wird, ist das nur kurz eine Sensation. Jo wird kein Star, sondern vermasselt es. Er kann nicht aus seiner Haut. Nach dem letzten geglückten Ausbruch verliert sich seine Spur. Dieser Roman ist einzigartig. Sibylle Knauss exerziert konsequent und glaubwürdig ein unerhörtes Gedankenexperiment durch. Was wäre, wenn ein wirklich Anderer uns begegnete, kein Außerirdischer, sondern ein aus der Zeit gefallener Neanderthaler? Das gäbe auch perfekten Zündstoff her für ein Buch über den besseren Menschen, die unterlegene Alternative zum bösen Homo sapiens. Aber Knauss missbraucht ihre Geschichte nicht als Folie für ein moralisierendes Lehrstück, auch wenn sie ihre Sympathie für die untergegangene Menschengattung nicht verbirgt. Knauss ist eine Erzählerin. Und "Fremdling" ist eine ungewöhnlich fesselnde Geschichte.

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    ChrissiH

    ChrissiH

    15. April 2012 um 16:48

    „Fremdling“ - als ich das Buch zuschlug, musste ich erst einmal schmunzeln, denn der Name beschreibt nicht nur die Geschichte sondern auch das Buch in seiner Gesamtheit. Denn irgendwie ist dieses Buch ein Fremdling im Bücherregal. Es ist kein Krimi, kein Thriller mit Mord und Totschlag und auch kein Fantasybuch, aber trotzdem ist von all diesen etwas enthalten. Die Geschichte spielt fernab vom aktuellen Mainstream (man wird also nicht einen Vampir oder Werwolf vorfinden ;D) und behandelt dennoch brandaktuelle Themen. Die Geschichte handelt von Jo- er ist das Ergebnis eines Genexperiments mit Neandertaler DNS. Von der Frau, die ihn zur Welt gebracht hat, wird er in den Bergen fernab der Zivilisation großgezogen, doch auch dort lässt sich seine Herkunft nicht leugnen, denn je älter er wird, desto mehr kommen seine Urinstinkte zum Vorschein: „Unbezwingbar sein Jagdtrieb , verhängnisvoll die blutige Spur, die er hinterlässt“ (Klapptext), gleichzeitig ist er aber geprägt von einer Sanftheit und Gutartigkeit. Jedoch wird das Leben für ihn, in einer Zeit, die nicht die Seine ist, ein Albtraum. Meine Meinung: Anfangs fand ich es schwierig mich auf die Geschichte einzulassen, denn der Schreibstil war für mich sehr gewöhnungsbedürftig, denn zu Beginn wurde lediglich „Sie“ und „Er“ benannt und Zeitsprünge waren ebenfalls vorhanden, so dass es nicht einfach war festzustellen, um wen es eigentlich in dieser und jener Szene geht. Doch nach einigen Seiten findet man sich dann doch hinein und kann dem Geschehen super folgen. Dieses hat vor allem im ersten großen Abschnitt einen großen Spannungsaufbau, sodass es im zweiten leider zu einer kleinen Spannungsflaute kam, bei der ich schon überlegt hatte, ob ich nicht ein paar Seiten überspringen solle. Aber das Weiterlesen hat sich auf jeden Fall gelohnt, denn auf jeder Seite, konnte man eine neue Facette von Jos Leben erfahren, ohne welcher die Geschichte ihren Zusammenhang verloren hätte.Sobald diese kleine Flaute dann aber übewunden war, begann man wieder richtig mit der Figur mitzufiebern, sodass sich die Seiten wie von alleine umschlugen und ich dann doch traurig war, dass das Buch schon zu Ende war. Zusammenfassend kann man sagen, dass das Buch sehr interessante und wichtige Themen anspricht, über die man in der heutigen Zeit auf jeden Fall einmal nachgedacht haben muss. Wenn man den Mut hat, sich auf diese einzulassen und sich nicht vor einem etwas anspruchsvolleren Buch scheut, sollte man sich dieses Buch nicht entgehen lassen.

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