Sibylle Knauss Fremdling

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Inhaltsangabe zu „Fremdling“ von Sibylle Knauss

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    ForeverAngel

    ForeverAngel

    01. December 2012 um 18:33

    Jo ist anders. Richtig anders. Denn Jo ist ein Neandertaler, das Ergebnis eines gewagten und furchtbaren Experiments. Für ihn zieht Maria ins kroatische Gebirge, doch der Junge fällt nicht nur wegen seines fremdlichen Äußeren auf: er ist auch ein Jäger. Und das kann nicht lange gutgehen. Ich drufte Fremdling in der Leserunde lesen und über das Thema Genexperimente diskutieren - und weiß gar nicht, warum meien Rezi fehlt. Das Thema ist aktuelle und spannend, es gibt viele Vor- und Nachteile der Genetik, doch wie weit darf man gehen? Ein solches Experiment wie das an Jo ist schon nicht mehr tragbar, es geht schließlich um ein Menschenleben. Experimente an Tieren sind schon grausam, aber das übersteigt wirklich alles. Ind diesem Roman wird sehr deutlich dargestellt, welche Gefahren und Risiken auftauchen. Als Unterhaltungsliteratur vielleicht nicht unebdingt spannend, als Diskussionsanregung aber toll.

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    passionelibro

    passionelibro

    19. April 2012 um 11:37

    "Fremdling" von Sibylle Knaus, Hoffamnn und Campe Verlag Eine junde Wissenschaflterin hat eine Affäre mit einem Gentechniker, der ein Forschungsteam leitet. Sie stimmt der Idee zu, ihr das genetische Material eines Neandertalers einsetzen und nach 6 Monaten wieder abtreiben zu lassen, wenn sie ausreichend Informationen und Daten gesammelt haben. Es kommt aber anders - sie will nicht "ihr Baby" abtreiben lassen und flüchtet nach Rumänien, wo sie das Kind auf die Welt bringt. Es ist so anders, dass sie sich mit ihm in die Berge Kroatiens begibt und ihn dort aufwachsen lässt. Doch dann kommen das Jugendamt, Heimaufenthalte und Gefängnis. Sie verliert teilweise über längere Zeiträume den Kontakt mit dem mittlerweile zum Mann gewordenen "Kind". Er selbst spürt, dass er anders ist, hört seine Urahnen und wird nach einem weiteren Gefängnisaufenthalt zu einem Kongress gebracht. Dort soll er zum Forschungsobjekt werden. Er wird gewalttätig, kommt wieder in das Gefängnis. Am Ende gelingt ihm die Flucht - was wird aus ihm? Mir hat die Geschichte an sich gut gefallen, es ist ein interessantes Thema und der Anfang liest sich sehr gut, man hat gleich Einstig in die Geschichte. Etwas beschwerlich ist die Tatsache, dass für die direkte Rede keine Anführungszeichen verwendet werden. Manchmal ist das beim Lesen irritierend. Nach und nach erhält man den Eindruck, das Ereignisse des Jungen aneinandergereiht werden wobei zum Teil Zeitsprünge von mehreren Jahren erfolgen. Die Spannung kann nicht aufrecht erhalten werden, es gibt keinen Höhepunkt - es ist mehr ein Dahinplätschern des Lebens dieses Jungen. Es werden Themen angerissen, z. Bsp. Sexualität des Jungen, aber es werden keine persönlichen Erfahrungen von ihm erzählt, lebt er sie aus und wenn ja, wie? Man muss als Leser viel hereininterpretieren, sich das Geschehene selber ausschmücken. Die einzelnen Charaktere, allen voran Jo der "Junge" und Maria seine "Mutter" werden beschrieben, aber ihre Gefühle und Gedanken sind nicht so tiefgründig erzählt, als dass man sich in ihre Lage versetzen könnte. Beim Lesen fehlt dies einem ein bisschen als Hintergrund. Der Titel passt, denn sowohl der Junge, der ein Fremdling ist, als auch die Atmosphäre des ganzen Buches ist befremdend. Es ist keine traurige Geschichte, aber auch keine lustige - die Einordnung fällt schwer. Insgesamt eine interessante Geschichte, die vielleicht spannender hätte geschrieben werden können.

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  • Rezension zu "Fremdling" von Sibylle Knauss

    Fremdling
    mabuerele

    mabuerele

    07. April 2012 um 17:47

    "...Er ist ein Wesen, in sich vollendet wie jedes Kind auf der Welt. Nur, seine Zeit ist nicht unsre Zeit..." Maria ist eine junge Frau, die Anthropologie und Linguistik studiert hat. Tim Nagel, dem der Bereich Evolutionäre Genetik untersteht, nimmt sie in sein Forschungsteam auf und überredet sie zu einem verbotenen Experiment. Sie lässt sich die DNA eines Neandertalers in ihre Gebärmutter einsetzen. Nach sechs Monaten will Tim eine Geburt einleiten, doch Maria verschwindet. In einem Wohnwagen fährt sie quer durch Europa. Irgendwo in Rumänien wird das Kind geboren und überlebt die Geburt. Das Aussehen des Jungen stigmatisiert ihn. Maria sucht mit dem Kind die Einsamkeit der kroatischen Berge. Doch sie können sich nicht ewig verstecken. Der Autorin ist ein beeindruckendes Buch gelungen. Der Schriftstil ist anfangs gewöhnungsbedürftig, da auf die Kennzeichnung der wörtlichen rede zum Großteil verzichtet wird. Doch das Buch konnte mich recht schnell über weite Teile fesseln. Es geht, meiner Meinung nach, nicht in erster Linie um den Jungen und dessen Anderssein. Hier wurde die Verantwortung der Wissenschaft thematisiert. Haben wir das Recht, Grenzen zu überschreiten? Darf alles, was praktisch möglich ist, auch ausprobiert werden? Der Roman steht für ein klares NEIN! Schrankenloser Ehrgeiz wird dann gefährlich, wenn er anderen schadet. Die Einsamkeit des Jungen ist mit den Händen greifbar. Er findet nur wenige Menschen, die zumindest den Versuch machen, ihn zu verstehen. Er weiß nicht, wer er ist. Er weiß nur, dass er anders ist als alle, die ihn umgeben. Je älter er wird, desto bewusster spürt er die Ablehnung. Für die Wissenschaft ist er nur Versuchsobjekt. Die Autorin musste eine Balance finden zwischen dem genetisch bedingten Verhalten und den Einfluss der Erziehung. In der Geschichte überwiegt der genetische Anteil. Maria ist der eigentliche Verlierer der Erzählung. Sie gerät zweimal an Männer, denen der wissenschaftliche Ehrgeiz über alles geht. Ihr Verhältnis zu dem Jungen ist sehr zwiespältig. Sie möchte das Beste für das Kind und entfernt sich dadurch von ihm. Ein weiteres Thema wird im Buch, eher am Rande, angesprochen. Es ist unser Umgang mit Tieren. Der Junge arbeitet im Zirkus und in einer Tierversuchsanstalt. Im Zirkus erfühlt er, wie der Wille der Tiere gebrochen wird. In der Tierversuchsanstalt erlebt er, wie man gesunde Tiere krank zu ihm zurückbringt. Die Welt der ANDEREN bleibt für mich bis zum Schluss rätselhaft. Diese Szenen, kursiv im Text hervorgehoben, gewähren zwar einen Einblick in das Leben zur Zeit der Neandertaler, doch sie lassen auch manche Frage offen. Im Buch geht aus auch um die Thema Vergänglichkeit und Endlichkeit. Wenn eine Anwältin äußert - "... Man kann schließlich nicht sagen, dass wir ein Glücksfall für die Erde gewesen sind..." – dann ließen mich die Worte sehr nachdenklich zurück. Das Buch ist keine leichte Lektüre, aber es greift Thema auf, den wir uns nicht so ohne weiteres entziehen können.

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