Sibylle Lewitscharoff Blumenberg

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Inhaltsangabe zu „Blumenberg“ von Sibylle Lewitscharoff

Groß, gelb, gelassen: mit berückender Selbstverständlichkeit liegt eines Nachts ein Löwe im Arbeitszimmer des angesehenen Philosophen Blumenberg, die Augen ruhig auf den Hausherrn gerichtet. Der gerät, mit einiger Mühe, nicht aus der Fassung, auch nicht, als der Löwe am nächsten Tag in seiner Vorlesung den Mittelgang herabtrottet. Die Bänke sind voll besetzt, aber keiner der Zuhörer scheint den Löwen zu sehen. Ein raffinierter Studentenulk? Oder nicht doch viel eher eine Auszeichnung von höchster Stelle – für den letzten Philosophen, der diesen Löwen zu würdigen versteht? »Blumenberg« ist nur nebenbei eine Hommage an einen großen Philosophen, vor allem ist es ein Roman voll mitreißendem Sprachwitz, ein Roman über einen hochsympathischen Weltbenenner, dem das Unbenennbare in Gestalt eines umgänglichen Löwen begegnet.

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  • Nur zu denken, reicht oft nicht.

    Blumenberg
    Provinzpoet

    Provinzpoet

    23. December 2015 um 15:05

    Die Schreibsprache Sibylle Lewitscharoffs hat mich hingerissen. Dieser Spagat von Poesie und nüchterner Prosa -- gewagt und beeindruckend gelungen. Der Plot: Dem alternden Philosophieprofessor erscheint ein alternder Löwe, den nur er und eine ältere Nonne sehen können. Metapher hin, Metapher her - gnädig sein fällt gar nicht schwer. Der Professor interessiert sich nur fürs Philosophieren an sich, nicht für Menschen. (Man kennt das irgendwoher) Vier seiner Studenten, die ihn sehr verehren, sterben recht frühzeitig nacheinander weg. Ganz zuletzt der alte Denker. Die Empathielosigkeit der Figuren gibt uns zu denken (auch dafür sollte Literatur da sein). Auch wenn man das nicht in Lewitscharoffs Sprache erreicht.

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  • Buchempfehlungen: Jeden Monat, eine Buchempfehlung der anderen lesen - Abstimmung für November 2013

    Kanjuga

    Kanjuga

    Hallo Ihr Lieben, ihr wolltet es nicht anders, deswegen bin ich weiterhin eure Themeneröffnerin *freu* Worum geht es hier eigentlich? Nun, bestimmt kennt das jeder von euch: man steht vor seinem SuB (Stapel ungelesener Bücher, wahlweise auch Regal oder Berg ^^ ) und weiß einfach nicht, welches Buch man als nächstes lesen soll. Wir wollen uns bei diesem Problem gegenseitig helfen ;o) Die Idee: Jeder Teilnehmer nennt hier  maximal 10 Bücher, die er sich eventuell vorstellen könnte, im nächsten Monat zu lesen. Alle anderen Teilnehmer stimmen ab und wählen jeweils den Favoriten aus den bis zu 10 vorgeschlagenen Büchern aus. Das am häufigsten vorgeschlagene Buch wird dann versucht zu lesen. Gern aber natürlich auch mehr! Bitte schreibt einen Hauptbeitrag, in dem ihr die Bücher anhängt, die ihr zur Wahl stellen möchtet und schreibt hierin auch für jeden der anderen Teilnehmer eure Buchempfehlung rein. Als Vorlage könnt ihr euch einen der bereits vorhandenen Beiträge nehmen. Wer bisher noch nicht mitgemacht hat, kann natürlich jederzeit einsteigen (gerne auch "kurz vor knapp") - wir freuen uns immer über neue Gesichter. Und wer nur abstimmen möchte, darf das auch sehr gern tun :-) Die Teilnehmer trage ich immer hier im Startbeitrag in einer Liste ein und verlinke den jeweiligen Hauptbeitrag. Damit es übersichtlich bleibt, wird für jeden Monat ein neues Thema gestartet. Man kann sich also jeden Monat aufs neue überlegen, ob man mitmachen möchte oder nicht. Und es ist ja auch nicht schlimm, wenn es mit dem Buch dann doch nicht klappt. Wenn ihr dabei sein wollt, schreibt einfach hier einen Kommentar. Ihr könnt dort direkt schon eure 10 Bücher anhängen. Bei diesem Thema geht es um ein Buch, das dann im November 2013 gelesen werden sollte. Das Buch, das am 31. Oktober 23:59 Uhr die meisten Stimmen hat, sollte also DAS Buch für den November sein. Schön fände ich, wenn jeder am Ende des Monats berichtet, ob es mit dem Buch geklappt hat und wie es gefallen hat! Bei Fragen, einfach hier melden! Teilnehmer: SteffiFeffi Kanjuga Lizz LadySamira091062 Bluebell2004 Sommerleser Sunny Rose Lese-Krissi mamenu Lesewutz Mikki 78sunny Lilasan Nymphe Ajana LibriHolly Carina2302 somaya niob Daniliesing Si-Ne LaDragonia synic Bücher booklover_42 (nur abgestimmt) chatty68 Hier lang gehts zur Dezemberrunde!

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  • Rezension zu "Blumenberg" von Sibylle Lewitscharoff

    Blumenberg
    Sarah_O

    Sarah_O

    05. February 2012 um 09:48

    Sibylle Lewitscharoffs Roman "Blumenberg" beginnt im Mai 1982. Eines Nachts - der Philosoph und Münsteraner Universitätsprofessor Blumenberg geht seiner allabendlichen Arbeitsroutine nach - liegt plötzlich ein Löwe mitten auf dem Teppich seines Arbeitszimmers. Nicht mehr der Jüngste, aber dennoch majestätisch und imposant, wird der Löwe ein ständiger Begleiter Blumenbergs, gibt ihm Kraft, besucht ihn jeden Abend in seinem Arbeitszimmer, fährt auf der Rückbank seines Autos mit und taucht in seiner Vorlesung zum Thema "Trost" auf. Keiner der Studenten kann den Löwen sehen, doch vier scheinen seine Anwesenheit zu spüren. Isa, die junge Frau aus der ersten Reihe, die sich in einer an Besessenheit heranreichenden Verliebtheit in Phantasien mit ihrem Professor flüchtet, Gerhard, ihr Freund und der wohl begabteste Student Blumenbergs,durch den frühen Tod beider Eltern ein Waise, Richard, der von Südamerika träumt anstatt vom Abschluss seines Studiums und Hansi, ein Poet, den keiner versteht und fast alle für schwachsinnig halten. Sibylle Lewitscharoff webt in ihrem Roman eine Geschichte um Blumenberg und diese vier Studenten. Schnell wird klar, dass jeder seine Probleme hat und einen Unterstützer wie den Löwen gebrauchen könnte. Der Philisoph Blumenberg ist in seinen biographischen Daten mit dem realen Philosophen Hans Blumenberg identisch, der Romanheld und auch seine Familienmitglieder lassen aber den Vornamen vermissen, die Handlung ist rein fiktiv. Charmant und melodisch wirkte auf mich der Stil dieses Romans. Die Sprache ist mutig, nicht alltäglich und um keine Neuschöpfung verlegen. Hinzu kommt eine ordentliche Portion Witz, ein wenig Ernsthaftigkeit in den Schicksalen der Protagonisten und ein fulminantes, der Realität entgültig entflohenes Ende. Sehr gelungen finde ich auch die Einschübe des "Erzählers", in welchen "er" auf sehr unterhaltsame Weise sein oft grausames Vorgehen mit seinen Figuren rechtfertigt oder seine Wissenslücken und dichterischen Freiheiten eingesteht. Insgesamt ist "Blumenberg" besonders durch das intelligente Sprachtalent der Autorin für mich ein Roman, der in der heutigen Literatur seinesgleichen sucht.

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  • Rezension zu "Blumenberg" von Sibylle Lewitscharoff

    Blumenberg
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    18. September 2011 um 13:25

    Man war neugierig auf das Buch Lewitscharoffs, der man - zumindest gemessen am positiven Vorschuss an Kritikerlob - ein notwendiges Sprachbewusstsein zutraute, um sich bei der Thematisierung Hans Blumenbergs nicht zu bekleckern. Die stilistischen Miniaturen und ins Poetische gewendeten Zugriffe der Philosophie sind nicht unbedingt niedrige Vorgaben, besonders bei einem quasi-biographischen Einblick, der gerade dieses Verhalten Blumenbergs zu imitieren sucht. Da werden Laden aufgemacht mit Wortzusammenhängen, für die Blumenberg ganze Monographien benötigte oder zumindest nötig machte. Das Erscheinen einer Sache im Raum, wo sie nicht zu erwarten war, das kennt man schon aus Apostoloff: Lewitscharoff erwähnt dort sogar explizit das Erscheinen eines Froschs bei Murakami und eben das Erscheinen des Vaters. Umkränzt wird das mit Informationsfragmenten (das bleiben sie bei Lewitscharoff offensichtlich: Information und Fragmente), die sowieso auch schon bei Blumenberg zu finden sind, nur eben in einer Form, die man - gerade weil das Wissen des Lesers dort meistens weit zurücksteht - aus Vertrauen für profund hält. Hinter Blumenberg steckt Lektüre. Hinter Lewitscharoff eine (kleine) Lektüre Blumenbergs, die sich über freche und witzige Einschübe vom Philosophien emanzipieren will. Das gelingt nicht recht, besonders dann, wenn man Blüten liest wie: "denn er (Blumenberg) wußte um seinen brennenden Blick." Bei der Form des Romans kommt mir ein seltsames Bild in den Sinn: satirische Geschichtchen und Übertreibungen, die sich Studenten während des Unterrichts über den Professor einfallen lassen. Da wird mit Lieblingsbegriffen hantiert und mit Absurditäten austaffiert, um die manchmal auch langweiligen Momente zu überbrücken oder vielleicht sogar um dem Professor in einer Ehrbekundung nicht allzu schmierig nahezukommen. Publikationsreif war sowas nie. Möglicherweise lassen sich einige Feuilletonkritiker von der Vielfalt der blumenbergschen Philosophie, auch noch in der abseitigsten Darbietung, blenden. Eine derartige Vielfalt blumenbergscher Gedanken lässt sich finden - wie einfach - bei Blumenberg. Man kann diesen Lewitscharofftext (der Begriff "Versuch" wäre wohl zu viel der Ehre) wenigstens noch als kleines Aufblitzen eines Gedankenschatzes verstehen, der, das hat das Lob der Kritiker gezeigt, wo blumenbergsche Gedanken und Wendungen offensichtlich für Gedanken Lewitscharoffs gehalten wurden, wohl noch viel zu unbekannt ist... Was hätte aber auf der anderen Seite ein Blumenberg mit dem Umstand angefangen, von allen gelesen zu werden? Das passt wohl nicht, vielleicht bleiben wir besser dabei...

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