Sibylle Lewitscharoff Consummatus

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Inhaltsangabe zu „Consummatus“ von Sibylle Lewitscharoff

Stuttgart, Café Rösler, Samstag, den 3. April 2004 (vormittags) – ein Mann trinkt. Ralph Zimmermann ist allein mit sich und dem Alkohol. Oder auch nicht. Bei ihm sind Andy Warhol, Edie Sedgwick, Jim Morrison und nicht zuletzt seine Geliebte Joey. Tot zwar allesamt, aber doch anwesend genug, um einen Stift zumindest auf glatter Fläche ein paar Millimeter rollen zu lassen. Und natürlich, um zu kommentieren, was Ralphi-Ralph erzählt: von sich, seinem Leben, seiner Liebe und seinem eigenen Ausflug ins Totenreich.

»Falls es Sie interessiert, was uns nach dem Tod erwartet und was Jim Morrison und Andy Warhol heute so treiben, kommen Sie um diesen Roman nicht herum. Und falls es Sie nicht interessiert, dann sind Sie wahrscheinlich schon tot und haben es nur noch nicht gemerkt.« Denis Scheck in Druckfrisch, ARD

Fades Selbstmitleid beim Schwelgen in Nostalgie bei geringem Einfallsreichtum, allerdings sprachlich auf hohem Niveau

— Simon_liest

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  • Rezension zu "Consummatus" von Sibylle Lewitscharoff

    Consummatus

    Thaila

    22. March 2010 um 17:55

    Ein Mann sitzt im Café und trinkt abwechselnd Kafffee und Wodka, stundenlang. Und dabei denkt er, an die Vergangenheit vor allem. An die Kindheit mit den verhuschten angepassten Eltern, Flüchtlinge aus Schlesien und an seine große, verkorkste Jugendliebe mit Joey, einer drogensüchtigen Untergrundsängerin, die jung gestorben ist. Umgeben ist er dabei von den Toten, die er im Jenseits besucht hat. Dabei sind Joey und seine Eltern, aber auch die von ihm verehrten Andy Warhol und Jim Morrison. Immer wieder mischen sie sich in seine Gedanken ein, stimmen zu oder geben eine abweichende Meinung zum besten. Am Ende des Romans läuft Ralph Zimmermann durch das verschneite Stuttgart. Sonst passiert in diesem Roman nichts. Er besteht eigentlich nur aus einem einzigen, langen Monolog. Und wie das bei Gedanken so ist, springen sie hin und her, wird eine Geschichte anerzählt und wieder fallengelassen, später wieder aufgenommen oder auch nicht. Das ist gelegentlich unbefriedigend, hätte man als Leser doch gerne mehr gewusst über Joey oder über ihren vernachlässigten Sohn, den auch der Erzähler im Stich gelassen hat. Aber die Autorin stellt sich mit großer Konsequenz ihrer Form. Hier wird nichts auserzählt, alles bleibt flüchtig, in der Schwebe. Das könnte langweilig sein, ist es aber nicht. Lesenswert macht den Roman Lewitscharoffs Sprache. Jeder Satz fühlt sich an, als sei er lange abgewogen worden, jedes Wort sitzt. Diese Präzision nimmt manchmal fast die Qualität von hermetischer Lyrik an. Sie fasst das Stimmungshafte, Atmosphärische. Auch wenn der Roman gelegentlich allzu sehr ins reine Sprachspiel abgleitet, lohnt sich eine Lektüre - es sollte allerdings eine langsame, entspannnte sein, die sich dem ruhigen Tempo des Romans anzupassen bereit ist.

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