Sibylle Spindler Die Ärztin von Tsingtau

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Inhaltsangabe zu „Die Ärztin von Tsingtau“ von Sibylle Spindler

Verbotene Leidenschaft im geheimnisvollen Reich der Mitte: Eine junge deutsche Ärztin verliebt sich 1910 in einen chinesischen Revolutionär. Im Jahre 1910 reist die 24-jährige Marie Hildebrand von Berlin nach Tsingtau,Hauptstadt der deutschen Kolonie in China, um dort als Ärztin zu arbeiten. Philipp von Heyden, ein junger Marinearchitekt, kümmert sich um sie und macht ihr den Hof. Rasch begreift Marie, in was sie hineingeraten ist. In China drohen Unruhen - und sie verliebt sich ausgerechnet in Du Xündin, einen Revolutionär, der alle Ausländer aus dem Land treiben will. Als Dus schwangere Frau erkrankt, bittet er Marie um Hilfe - und sie muss entscheiden, wo sie steht.

wunderschönes und spannendes Roman-Debüt!!!

— kuschelwuff2504
kuschelwuff2504

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  • Tsingtau. China

    Die Ärztin von Tsingtau
    OmaInge

    OmaInge

    03. March 2016 um 12:54

    Die Kolonie Tsingtau des deutschen Kaiserreiches in China ist der Handlungsort dieses Buches. Marie besucht nach ihrem Medizinstudium in Berlin ihren Vater, der in der Kolonie stationiert ist. Das Schutzgebiet ist ein kleines Stück Deutschland im fernen China. Chinesische Angestellte sind an der Tagesordnung aber ansonsten bleiben die Deutschen unter sich. Marie ist neugierig und nimmt auch schnell Kontakt zu Chinesen auf. Vor allem das Leben der chinesischen Frauen interessiert sie. Sie bietet ihre Hilfe als Ärztin an, da sich die einheimischen Frauen nicht von Männern untersuchen lassen wollen. Für die Chinesen sind die Europäer Teufel. Zwei Kulturen prallen aufeinander und das geht nicht ohne Reibereien ab. Dazu kommen die Unruhen in China. Marie nimmt Chinesischunterricht bei Du Xündi und lernt durch ihn die chinesische Sichtweise kennen. Immer treu an ihrer Seite steht Philipp von Heyden, der ebenfalls in Tsingtau stationiert ist. Die Figur der Marie hat mir sehr gefallen. Eine junge Frau, die ihren Weg geht. Sie hat studiert und will als Ärztin arbeiten. Heiraten steht für sie zu diesem Zeitpunkt nicht zur Debatte. Sie hilft Menschen ohne Rücksicht auf deren Herkunft und gerät dadurch so manches Mal in Schwierigkeiten. Ihr Vater würde es lieber sehen wenn sie sich mehr zurückhält. Philipp von Heydens Interesse an Marie ist sehr deutlich zu spüren aber sie nimmt es nicht wahr. Ein historischer Roman mit einer stimmigen Handlung. Ich habe wieder etwas dazugelernt und das Buch war viel zu schnell zu ende gelesen.

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  • Einblick in eine fremde Kultur

    Die Ärztin von Tsingtau
    robbylesegern

    robbylesegern

    24. March 2015 um 11:28

    Inspiriert durch ihren Großvater, der als junger Leutnant im deutschen Schutzgebiet Tsingtau, einer deutschen Kolonie in China, bei der kaiserlichen Marine diente, hat die Autorin ihr späteres Studienfach Sinologie gewählt und sich eingehend mit der chinesischen Kultur auseinandergesetzt. Sie hat sogar das damalige Tsingtau, heute trägt es den Namen Qingdao, besucht und noch viele koloniale Bauten der damaligen Zeit vorgefunden. Hier entstand die Idee zu diesem Roman, der mich sehr gut unterhalten hat, auch weil er viele authentische Erlebnisse und Personen enthält. Der Roman spielt noch vor dem ersten Weltkrieg, nämlich 1910, in der damaligen deutschen Kolonie Tsingtau, das das deutsche Kaiserreich 1898 dem chinesisches Kaiserreich für 99 Jahre vertraglich abgepresst hatte. Hierhin kommt die junge Ärztin Marie, um ihren Vater, der dort stationiert ist, zu besuchen und seine neue Heimat kennenzulernen. Schnell zeigt sich, dass das deutsche Schutzgebiet und seine Bewohner, den Chinesen unterschiedlich gegenüber stehen. Viele Ansässige haben Chinesen als Angestellte, was auch für die Chinesen Vorteile hat, doch von einem Miteinander kann keine Rede sein. Wie in vielen Kolonien der damaligen Zeit, sehen sich die Besetzer als die Herren des Landes an, ohne Rücksicht auf die Gefühle der Menschen und ihre Kultur zu nehmen. Man lebt das deutsche Leben im Schutzgebiet, als wenn man in keinem fremden Land wäre und bringt den Einwohnen rassistische Gefühle entgegen. Marie, die als eine der wenigen Frauen in Deutschland Medizin studiert hat, kommt ohne Vorurteile in dieses Land und ist fasziniert von der Kultur, aber wird auch abgestoßen durch das Verhalten einiger Deutschen in diesem Gebiet. Schnell findet sich eine Aufgabe für sie im Missionskrankenhaus in Tsingtau, da chinesische Frauen sich nicht von Männern untersuchen lassen. Ihr macht die Arbeit sehr viel Spaß, aber je mehr sie in die Kultur dieses Landes hineinschaut, je mehr wird ihr bewusst, dass sich dieses riesige Land vor einem großen Umbruch befindet. Es kommt immer wieder zu Unruhen durch junge Leute, die versuchen das Kaiserhaus zu stürzen und eine neue, moderne Politik im Land zu etablieren. Dabei spielt ihnen das Verhalten der Deutschen in ihrem Land häufig zu, denn auch wenn der Boxeraufstand schon mehr als 10 Jahre her ist, sind die Gefühle der Chinesen den Fremden in ihrem Land gegenüber nicht besser geworden. Hingerissen zwischen Tradition und Moderne, versucht das Land einen Weg in die Zukunft zu finden und wie es bei Aufständen häufig ist, werden dabei viele Menschen verletzt oder sogar getötet. Als Marie herausfindet , dass ihr Lehrer Du Xündi, der sie in Chinesisch unterrichtet, den Unruhestiftern angehört, bringt nicht nur er sich in Gefahr, sondern auch Marie, die besondere Gefühle für diesen Mann hegt. Doch am Ende muss sich Marie entscheiden, wem sie ihr Herz schenkt. Ich finde, der Autorin ist dieser Roman sehr gut gelungen. Einerseits erfährt man sehr viel über diese uns fremde Kultur und über das Leben der Deutschen im Schutzgebiet Tsingtau zur damaligen Zeit, andererseits hat Sybille Spindler ihre Geschichte sehr spannend und unterhaltsam gestaltet, indem sie die Aufstände der Chinesen und eine Liebesgeschichte in die Geschichte mit eingebunden hat. Marie, die Hauptperson dieses Romans ist zwar eine sehr erfolgreiche und moderne Frau, sowohl von ihrer Einstellung her, als auch dadurch, dass sie eine akademische Ausbildung hat, was zu damaligen Zeiten noch sehr selten war, doch ich gehe mal davon aus und hoffe auch, dass es schon solche Vorreiterinnen für die weiblichen Interessen gab, denn die Suffragetten hatten ja auch schon in Deutschland Fuß gefasst. Insofern fand ich die Figur auch nicht Fehl am Platz, sondern bin ihrer Geschichte interessiert gefolgt. Was in diesem Buch auch sehr gut dargestellt wird, sind die Auswirkungen des Kolonialismus. Das rassistische Gedankengut und das Herrscherverhalten mancher Personen in diesem Buch, wurden sehr realistisch beschrieben. Für einen Debütroman muss ich der Schriftstellerin schon Anerkennung zollen, denn dieses Buch ist wirklich gut gelungen, wahrscheinlich auch durch ihre ausgiebige Recherche, die man dem Buch auch anmerkt. Ich bin gespannt auf weitere Bücher dieser Autorin und werde sie weiterhin im Blick behalten.

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