Siddharth D. Shanghvi Das Lied der Dämmerung

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Inhaltsangabe zu „Das Lied der Dämmerung“ von Siddharth D. Shanghvi

Anuradha verlässt ihr Dorf, um ihren Bräutigam Vardhmaan aufzusuchen, den gut aussehenden Arzt aus Bombay, für den die jungen Damen aus der guten Gesellschaft sich eine vorgetäuschte Krankheit nach der anderen zulegen. Wir treffen seine hexengleiche Stiefmutter und ihren lästermäuligen Papagei. Ein Kleinkind, dessen Gesang alle Menschen in der Umgebung verzaubert, und ein weiteres Kind, das in den ersten sechs Jahren seines Lebens kein Sterbenswort sagt. Aber im Mittelpunkt der Geschichte, angesiedelt im Indien am Ende der Kolonialzeit, steht Anuradhas Cousine Nandini, ein verführerisches Waisenkind mit einem dunklen Herzen und einer außergewöhnlihen Gabe für das Malen . . .

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  • Rezension zu "Das Lied der Dämmerung" von Siddharth D. Shanghvi

    Das Lied der Dämmerung
    rumble-bee

    rumble-bee

    04. July 2011 um 12:10

    Arré, Baba! Dies ist ein prallvoller Schmöker aus Indien, ein Erstlingswerk eines noch recht jungen Autors. In diesem Buch finden sich ungeheuer viele Tendenzen, Sprachbilder und dramatische Wirrungen - und was dabei herauskommt, lässt sich in so gut wie keine westliche Literatur-Schublade einordnen. Daher muss man mit einer Bewertung auch ziemlich vorsichtig sein. Das Buch steht schon seit einigen Jahren ungelesen bei mir im Regal, und heute muss ich sagen, das war auch gut so. Als es mir damals über den Weg lief, wäre ich definitiv noch nicht reif genug gewesen für eine Lektüre. Es setzt schon einiges voraus. Es hilft nämlich, sich ein wenig mit Indien (und auch mit Literatur über und aus Indien) auszukennen. Der junge, schelmisch dreinblickende Autor, Herr Shangvi, hat sich an einigen Vorbildern orientiert, die er aber munter zu etwas Eigenem verquickt. WENN man das Buch schon unbedingt mit anderen Büchern vergleichen muss, dann fallen mir auf der einen Seite moderne "indische Klassiker" ein, wie Salman Rushdie, Arundhati Roy, oder Chitra Banerjee Divakaruni. Von ihnen hat er das indische Erbe des Fabulierens und der orientalisch-dramatischen Familiensaga übernommen. Es geht um Liebe und Eh(r)e, Familienkonflikte, Gewaltausbrüche, böse Schwiegermütter, ein Haus mit melancholischer "Seele", ein dämonisches Waisenkind, etliche Todesfälle, die aufstrebende und exzentrische indische Künstlerszene, Prophezeiungen, Vorausdeutungen, und übersinnliche Fähigkeiten. Näher braucht man die Handlung gar nicht zu beleuchten, weil man sie sonst zerredet. Skizzieren wir nur kurz, welche Personen uns hier begegnen. Das Buch beginnt mit der Liebesgeschichte um Anuradha, die wunderschöne und magisch begabte Sängerin, und Vardhmaan, den aufstrebenden Arzt, und ihrem teilweise vergeblichen Streben nach einem erfüllten Familienleben. Krankheiten, Flüche und Unglücksfälle säumen ihren Weg. (Die ständigen "Vorausdeutungen" des Autors tragen hier ihren Teil zur bedrückenden Atmosphäre bei.) Ab der Mitte des Buches treten noch Pallavi, eine gute Freundin von Anuradha, sowie Anuradhas elternlose Cousine Nandini hinzu. Nandini läuft Anuradha bis kurz vor Ende des Buches ein wenig den Rang ab, da ihr Versuch, in die Welt der Künstler einzudringen und berühmt zu werden, die Familiengeschichte teilweise verdrängt. Doch am Ende laufen doch wieder irgendwie alle Fäden in dem verfluchten Haus am Rande der Stadt zusammen, und das Buch endet mit einem Ausblick auf das Leben eines Nachkommens von Anuradha und Vardhmaan. So schließt sich der Kreis - doch ist damit das Buch nur höchst unzureichend beschrieben. Stilistisch und sprachlich ist das Buch noch weniger zu fassen. Im Klappentext ist die Rede von "magischem Realismus" sowie von "melancholischer Technicolor-Prosa". Trefflich ausgedrückt! In der Tat fühlt man sich passagenweise in die "Blechtrommel", die "Mitternachtskinder" oder auch in "Hundert Jahre Einsamkeit" versetzt. Schon nach wenigen Kapiteln hat man gelernt, Wahrscheinliches von eher Mystischem zu unterscheiden. Verschiedenste Realitätsebenen durchdringen sich mühelos, was den Leser aber auch zu eher "schlürfendem Lesen" zwingt. Eine oberflächliche Lektüre, die sich nur am "Plot" orientiert, verbietet sich von ganz alleine. Für mich war es auch eher die Sprache, die zum Faszinosum dieses Buches wurde. Süß, reichhaltig, aber auch zähflüssig wie Honig. Mit immer neuen, exquisit geschöpften Vergleichen, Bildern und Metaphern. So würde in Wirklichkeit kein Mensch reden, jedenfalls kein Westler! Hier scheint alles zu leben, sogar die Natur und die Häuser. Allerdings muss ich auch einräumen, dass es keine Charakterisierung wie in westlichen Romanen üblich gibt. Alle Figuren, sogar die exzentrische Nandini, die so gerne Malerin werden möchte, wirken auf eine gewisse Weise konstruiert; man wird nicht wirklich mit ihnen warm. Doch man tut dem Buch Unrecht, wenn man es mit einer solchen Erwartungshaltung liest. Wir sind im Indien der 20er Jahre, und man darf nicht vergessen, dass in einem solchen "Setting" Konzepte wie Individualität oder "runde" Charaktere noch gar nicht vorkamen. Die indische Gesellschaft war seit je her geprägt von einem deutlichen Klassenbewusstsein, und von dem Bemühen des Einzelnen, sich in dieses System einzupassen. Man sollte den geneigten Leser auch insofern vorwarnen, als es doch etliche Passagen mit deftiger Erotik gibt. Und die spielt sich nicht immer im Rahmen des Legalen oder Erwartbaren ab... Wer in dieser Hinsicht zart besaitet ist, sollte das Buch besser nicht lesen. Sonst sind rote Ohren vorprogrammiert...! An dieser Stelle erschöpft sich so langsam meine Fähigkeit, dieses Buch zu beschreiben. Das war wirklich Bollywood in Reinkultur! Ich verleihe nur deswegen keine fünf Sterne, weil mir gegen Ende die Handlung doch arg gerafft erscheint. Und weil ich finde, dass das Motiv des "magischen Gesangs", der dem Buch ja auch seinen Namen gibt, nicht so konsequent durchgehalten wird, wie ich das erwartet hätte. Das wirkt im Rückblick doch ein wenig bemüht. Ansonsten kann ich nur sagen, dass ich noch gar nicht weiß, wie mir geschah! Ich bin in dieses Buch getaumelt, wurde mitgerissen, und tauche ein wenig atemlos wieder auf. Das ist definitiv nichts für Schnell-Leser. Denn sonst verdirbt man sich leicht den Magen an der doch oft zuckersüßen und prallvollen Schreibweise.

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  • Rezension zu "Das Lied der Dämmerung" von Siddharth D. Shanghvi

    Das Lied der Dämmerung
    Pitak

    Pitak

    29. October 2008 um 17:59

    Das Buch hat mich nicht sehr angesprochen. Der Anfang ist gut gemacht und auch recht spannend. Allerdings hatte ich das Gefühl, dass der Autor in der Mitte der Geschichte aufhört und mit einer anderen Geschichte, der Geschichte der Cousine, anfängt und diese weiter erzählt. Das Ende fand ich ebenfalls etwas unbefriedigend.