Siddhartha Mukherjee Das Gen

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Inhaltsangabe zu „Das Gen“ von Siddhartha Mukherjee

Warum sind wir so, wie wir sind? Was ist in der Familie angelegt, was erworben? Was können wir selbst bestimmen? Großartig, fesselnd und folgenreich: Pulitzerpreisträger und Bestseller-Autor Siddhartha Mukherjee erzählt meisterhaft die Geschichte der Entzifferung des Mastercodes, der unser Menschsein bestimmt. Das große Buch eines begnadeten Erzählers und Arztes, das gewaltige Panorama einer machtvollen Entdeckung. Als Siddhartha Mukherjee seinen Bestseller 'Der König aller Krankheiten' beendet hatte, machte er sich auf eine Reise in die indische Heimat. Er besucht Cousin Moni, der an Schizophrenie leidet – wie auffällig viele seiner Verwandten. Fasziniert beginnt Mukherjee sich mit der Geschichte der Gene zu beschäftigen: Von den Erbsenkreuzungen Mendels bis zur neuesten Gen-Bearbeitungs-Methode CRISPR schreibt Mukherjee den spannenden Roman einer wissenschaftlichen Suche und verwebt ihn mit der Geschichte seiner Familie. Packend und einzigartig. 'Wer wissen will, was es bedeutet, Mensch zu sein, sollte dieses Buch lesen.' Boston Globe 'Eine inspirierende und ungemein bewegende Lektüre.' San Francisco Chronicle 'Glänzend …' James Gleick, New York Times Book Review 'Ein leidenschaftliches Buch, eine bündige Darstellung und voller unbekannter Details über bekannte Leute.' The New York Times 'Meisterhaft aufgebaut, wunderbar erzählt (…) Mukherjee ist ein Genie darin, zutiefst menschliche Geschichten hinter abstrakten Ideen zu entdecken.' Andrew Solomon, Washington Post 'Lesen Sie dieses Buch, so werden Sie auf die Zukunft bestens vorbereitet sein. ' Sunday Times

Äußerst informativ!

— Bergbaron
Bergbaron

Unterhaltsam, anschaulich erzählt über gen. Forschung seit Mendel bis zur Gegewart. Auch ethische Fragen wurden gestellt! Sehr Lesenswert!👍

— Wedma
Wedma

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  • Der Bericht eines unreifen Genies

    Die Doppel-Helix
    PhilippWehrli

    PhilippWehrli

    Eigentlich wünschte ich mir mehr solche Bücher. Dennoch gebe ich nur drei Sterne. Das verlangt nach einer Erklärung.James Watson beschreibt die Entdeckung der DNA-Doppelhelix, das „wahrscheinlich grösste Ereignis in der Biologie seit Darwins Buch“. Die Protagonisten sind im Wesentlichen Maurice Wilkins, Rosalind Franklin, Linus Pauling, Francis Crick und James Watson selbst, die sich ein Wettrennen um den Nobelpreis für diese Jahrhundert-Entdeckung liefern, das Watson und Crick schliesslich gewannen.Es ist spannend nachzuvollziehen, wie Theorie, intuitive Eingebung und präzise Beobachtung sich gegenseitig befruchten, und zu sehen, wie sich das Bild der Doppelhelix Puzzlestück für Puzzlestück zusammensetzt.Der Physiker Francis Crick hatte sich bereits 1946, inspiriert von Schrödingers Buch ‚Was ist Leben?’ der Biologie zugewandt. Zusammen mit dem erst 25-jährigen James Watson, über den Crick allenfalls in einem Buch unter dem Titel „die lockere Schraube“ berichten würde, bildeten die zwei ein Aussenseiter-Team im Rennen um die Entdeckung der DNS-Struktur. Von Biologen mal als ‚geniale Dilettanten’ mal als ‚wissenschaftliche Clowns’ bezeichnet, schlugen sie einen von Biologen belächelten Weg ein: Sie versuchten ‚wie Kinder im Kindergarten’, das Riesenmolekül aus Metallbausteinen zusammen zu setzen. Diese Methode verwendete zwar auch der begnadete Chemiker Linus Pauling. Die Biologen meinten aber, Biologie sei viel zu kompliziert, als dass man mit chemischen Methoden etwas ausrichten könnte.Ausserordentlich überrascht hat mich, dass Watson und Crick die für mich naheliegendste Frage praktisch nicht gestellt haben: Wie muss ein Molekül aufgebaut sein, damit es sich selbst replizieren kann?Diese Frage hätte sich meiner Ansicht nach aufgedrängt, wie im Laufe des Buches immer deutlicher wird. Seit nahezu 30 Jahren spukte die Idee in den Kreisen der theoretisch interessierten Genetiker, die Verdoppelung der Gene beruhe auf abwechselnder Bildung komplementärer Oberflächen. Dass die DNS dabei das entscheidende Molekül war, war die Grundannahme, die Crick und Watson überhaupt in dieses Gebiet geführt hatte. Weshalb also nicht nach solchen komplementären Oberflächen suchen?Von Anfang an vermuteten Crick und Watson, dass die DNS aus zwei oder drei Polynukleotidketten zusammengesetzt ist, also Ketten von vielen Nukleotiden. Das Rückgrat schien eine spiralförmige Zucker-Phosphat-Kette zu sein. Ihr Fehler war, dass sie lange Zeit dachten, das Rückgrat müsse im Zentrum des Moleküls liegen. An diesem Rückgrat sollten vier Arten von Nukleotiden aufgereiht sein, denn nur diese vier Arten wurden in der DNS gefunden. 1952 erfuhr Watson dann von der Schlüssel-Entdeckung des österreichisch-stämmigen Biologen Erwin Chargaff, bei der doch alle Alarmglocken hätten läuten sollen: Bei allen DNS-Präparaten entsprach die Anzahl der Adenin-Moleküle ziemlich genau der Zahl der Thymin-Moleküle, während die Anzahl der Guanin-Moleküle der Zahl der Cytosin-Moleküle sehr nahe kam. Es scheint mir nachträglich schwer nachvollziehbar, weshalb da nicht sogleich die Idee aufkam, dass diese Moleküle die komplementären Oberflächen bilden. Weshalb sonst hätten sie immer paarweise auftreten sollen?Aber offensichtlich spielte die Frage nach der Replikationsfähigkeit bei der Entdeckung der DNS kaum eine Rolle. Selbst nachdem die Doppelhelix entdeckt war, zweifelte Watson noch, ob sie damit auch den Kopiermechanismus kannten. Fast gegen Watsons Willen fügte Crick dem Paper die berühmten Worte hinzu: „Es ist unserer Aufmerksamkeit nicht entgangen, dass die spezifische Paarbildung, die wir postuliert haben, unmittelbar einen möglichen Kopiermechanismus für das genetische Material nahelegt.“So schön der Einblick in die Gedankengänge eines Genies ist, so störend scheint mir, wie Watson über seine Mitmenschen berichtet. Stossend ist vor allem, wie er Vermutungen darüber anstellt, was andere wohl gedacht haben. Wie er verschiedenen Leuten schäbige und verwerfliche Motive zuschreibt, die wohl seiner eigenen Denkweise entsprechen. Und wie er diese Vermutungen dem Leser als Tatsachen präsentiert. Speziell unfair behandelt er dabei Rosalind Franklin, eine attraktive Frau und brillante Forscherin, die anders als die anderen Frauen in Watsons Umkreis auch ohne Make-up und tiefem Ausschnitt Respekt einforderte, nämlich als Wissenschaflterin.Zumindest gibt das Buch einen unschönen Einblick, wie Frauen damals wohl an vielen wissenschaftlichen Instituten behandelt wurden. Obwohl Franklin als erfahrene Kristallographin angestellt war und obwohl sie dieses Gebiet offensichtlich wesentlich besser beherrschte als Willkins, nennt Watson sie Wilkins’ ‚Assistentin’. Stets steht der Gedanke über Franklins körperlichen Vorzüge oder Mängel als Schleier vor ihrer wissenschaftlichen Leistung, etwa wenn Watson über ihren Vortrag berichtet, in dem sie für Watson und Crick entscheidende neue Fakten erklärte, während Watson sich „überlegte, wie sie wohl aussehen würde, wenn sie ihre Brille abnähme und irgend etwas Neues mit ihrem Haar versucht.“Als Frau musste sie in einem anderen, schäbigeren Speisesaal essen als die Männer. Vor allem aber galt gegenüber Frauen offensichtlich ein ganz anderer Fairness-Codex, als gegenüber Männern. So hielten sich Watson und Crick ‚aus Fairness’ anfangs zurück, über die DNS zu forschen, weil dies Maurice Wilkins Gebiet sei. Gegenüber der Forscherin hatten die Männer aber keinerlei Skrupel. Wilkins stahl heimlich von Rosalind Franklin angefertigte Röntgenaufnahmen der DNS und reichte diese Aufnahmen ohne ihr Wissen oder ihre Zustimmung an Watson und Crick weiter. Ohne die Entwendung dieser Aufnahmen wäre die Entdeckung der Doppelhelix wohl einiges später gelungen, womöglich auch nicht durch Watson und Crick, sondern durch Linus Pauling oder durch Rosalind Franklin.Immerhin ergänzt Watson seinen Bericht durch einen Epilog, in dem er einige freundliche Worte für Rosalind Franklin findet und sie auch als Forscherin würdigt. Traurigerweise schrieb er diese Worte erst, nachdem Rosalind Franklin im Alter von nur 37 Jahren an einer unheilbaren Krankheit gestorben war. Obwohl Watson in diesem Epilog eingesteht, dass sich seine „ersten (in diesem Buch festgehaltenen) Eindrücke von ihr – sowohl in persönlicher als auch in wissenschaftlicher Hinsicht – weitgehend als falsch erwiesen haben“, fiel ihm nicht ein, die Schilderungen zu korrigieren. So verdüstert Watsons negative und falsche Schilderung bis heute das Bild dieser brillanten Wissenschaftlerin.Das Beispiel Franklin ist keineswegs das einzige Entgleisung an Respektlosigkeit, die Watson sich leistet. Francis Crick war über die Darstellung so erzürnt, dass der universitätseigene Verlag von Harward die Publikation ablehnte, sogar, nachdem Watson seine Darstellung überarbeitete. Watson entschuldigt diese Respektlosigkeiten im Vorwort mit der Bemerkung, dies zeige, „wie ich damals – von 1951 bis 1953 – die Ideen, die Leute und mich selber gesehen habe.“ - Das ist keine vorbildliche Art, über seine Mitmenschen zu schreiben. Mehr als drei Sterne verdient das nicht.

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  • Leserunde zu "Homo Deus" von Yuval Noah Harari

    Homo Deus
    Wedma

    Wedma

    Einige Teilnehmer der Sachbücherchallenge haben beschlossen, Homo Deus von Harari in einer Leserunde gemeinsam zu lesen und den Stoff auszudiskutieren. Es gibt ein Exemplar zu gewinnen -> Es wurden dann aber 8! Dank der freundlichen Unterstützung von C. H. Beck Verlag 👍 Bewerben kann man sich bis einschl. 11. July. Das Exemplar wird am 12. July verschickt. Ab 15. July geht es mit der Diskussion los--> Verschoben auf 22.07, da die zusätzlichen Exemplare noch ankommen müssen. Wer möchte, kann mit eigenem Exemplar zu uns stoßen, auch wenn er bei unserer Challenge nicht angemeldet ist. Ich wünsche viel Spaß und bis bald in unserer Leserunde!

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    Wedma

    Wedma

    09. August 2017 um 18:53
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    Filzblume schreibt Was mich immer wieder schockiert, sind die Tierversuche.S.385. An Ratten wird ausprobiert ob sie einen freien Willen haben.Später heißt es ...die Ratten hätten sogar Spaß dabei....so ein Forscher ...

    Bei deinen Worten musste ich wieder an das Krebs-Buch und das Gen-Buch denken, s. Anhang. Im ersteren klingt es so selbstverständlich, dass Mäuse den Wissenschaftlern als Versuchsobjekte dienen. ...

  • Ein sehr aufschlussreiches, spannendes, gekonnt geschriebenes Werk.

    Das Gen
    Wedma

    Wedma

    22. May 2017 um 20:14

    Klappentext fasst den Inhalt prima zusammen: „Warum sind wir so, wie wir sind? Was ist in der Familie angelegt, was erworben? Was können wir selbst bestimmen? Großartig, fesselnd und folgenreich: Pulitzerpreisträger und Bestseller-Autor Siddhartha Mukherjee erzählt meisterhaft die Geschichte der Entzifferung des Mastercodes, der unser Menschsein bestimmt. Das große Buch eines begnadeten Erzählers und Arztes, das gewaltige Panorama einer machtvollen Entdeckung. Als Siddhartha Mukherjee seinen Bestseller »Der König aller Krankheiten« beendet hatte, machte er sich auf eine Reise in die indische Heimat. Er besucht Cousin Moni, der an Schizophrenie leidet – wie auffällig viele seiner Verwandten. Fasziniert beginnt Mukherjee sich mit der Geschichte der Gene zu beschäftigen: Von den Erbsenkreuzungen Mendels bis zur neuesten Gen-Bearbeitungs-Methode CRISPR schreibt Mukherjee den spannenden Roman einer wissenschaftlichen Suche und verwebt ihn mit der Geschichte seiner Familie. Packend und einzigartig.“ Zum Autor: „Siddhartha Mukherjee ist Krebsforscher und praktizierender Onkologe. Er ist Assistenzprofessor an der Columbia University und arbeitet am New York Presbyterian Hospital. Mukherjee studierte an der Stanford University, der University of Oxford, der Harvard Medical School und ist ein Rhodes Scholar. Regelmäßig veröffentlicht er Artikel in zahlreichen Zeitungen und Zeitschriften. Für ›Der König aller Krankheiten‹ erhielt er 2011 den Pulitzer-Preis. Mit seiner Frau und den gemeinsamen Töchtern lebt er in New York.“ Auf rund 643 Seiten reinen Textes, chronologisch gegliedert in 6 Teile: Teil 1 Die „fehlende Vererbungslehre Die Entdeckung und Wiederentdeckung der Gene (1865-1935) Teil 2 „In der Summe der Teile gibt es nur die Teile“ Die Entschlüsselung der Vererbungsmechanismen Teil 3 „Die Träume der Genetiker“ Gensequenzierung und Klonieren (1970-2001) Teil 4 „Der Mensch ist erstes Ziel der Wissenschaft“ Humangenetik (1970-2005) Teil 5 Hinder den Spiegeln Die Genetik der Identität und „Normalität“ (2001-20015) Teil 6 Post-Genom Die Genetik des Schicksals und der Zukunft (2015-…) samt Prolog und Epilog, plus Glossar 4 S., Chronologie 2 S., Anmerkungen/Quellen 51 S., Bibliographie 30 S., Register 19 S. u. Danksagung erzählt S. Mukherjee, gekonnt und spannend, die Geschichte der Genforschung von Mendel bis heute. Dabei gibt es auch eine ganz persönliche Seite: der Autor versucht zu verstehen, was die Erkrankungen an Schizophrenie seiner Onkel väterlicherseits für ihn, seiner Kinder und Kindeskinder bedeuten. Ob er davon ausgehen soll, dass auch er und/oder die Kinder früher oder später die bekannten Symptome zeigen und nach und nach der Krankheit, die in den Genen seiner Familie verankert zu sein scheint, erliegen werden. Sein Vater erkrankte mit 82, der Autor fragt sich, ob auch er sich darauf vorbereiten sollte oder gibt es noch Möglichkeiten, dies zu umgehen, vllt ist es so, dass die Gene nicht alles entscheiden. Der Autor spricht offen über solchen Dinge, die man sonst nicht unbedingt an die Öffentlichkeit trägt. Er stellt Fragen, die viele Menschen in seinem Alter bewegen: Sorge um älter werdenden Eltern, um die heranwachsenden Kinder, denen man gute, lebenswerte Zukunft ermöglichen möchte. Im Teil 5 wird die Familiengeschichte besonders interessant, da neue Details, weil eng mit der Geschichte Indiens verbunden. Man erfährt über die Eltern des Autors, die aus ost- und westbengalischen Familien kamen, welche Unterschiede es da gab, wie die Mutter einen aufstrebenden, zugewanderten Habenichts geheiratet und in Delhi ihr Glück gefunden hat, während ihre Zwillingsschwester einen gut situierten Anwalt geheiratet und nach Kalkutta gegangen war, doch immer ärmer und verhärmter, ganz wie die alte Stadt, wurde. Die Vergleiche, die der Autor bei den Zwillingen anstellt, die Ähnlichkeiten und Unterschiede, sind toll beobachtet und sehr lesenswert. Dieser Part des Buches wurde schon fast wie ein guter Familienroman erzählt. Daher stimmt es die Zeile, die Andrew Solomon in Washington Post über das Buch schrieb: »Meisterhaft aufgebaut, wunderbar erzählt (…) Mukherjee ist ein Genie darin, zutiefst menschliche Geschichten hinter abstrakten Ideen zu entdecken.« So viele Aspekte des Lebens durch das Prisma der Gen-Thematik beleuchtet worden, dass man immer weiter gespannt die Seiten blättert, da die Fragen ggf. auch einen selbst betreffen. Aufschlussreiche Ausführungen zu IQ (Intelligenzquotient) und seiner Entstehung und Handhabe findet man im Teil 5. Fragen wie „Ist allgemeine Intelligenz erblich?“ werden besprochen und mit den Ergebnissen der wissenschaftlichen Untersuchungen illustriert. Auch auf Krebs als Erbkrankheit kommt Mukherjee zurück, insb. über die Frauen mit Brustkrebs in mehreren Generationen und ob es unbedingte Notwendigkeit gibt, vorbeugend operativ einzugreifen. Ausflüge in die Geschichte, mehrmals zum 2.ten Weltkrieg, sind sehr interessant, da der Blickwinkel der Genetik spannende neue Details ermöglicht, z.B.: dass sich der Hungerwinter in den Niederlanden 1944-45 auf die vermehrten Fälle der Herzkreislauferkrankungen und Fettleibigkeit der nachfolgenden Generationen ausgewirkt hat. In 1990-ger Jahren konnten die Wissenschaftler den großen Hunger in den Genen der jüngeren Generationen quasi ablesen. Er hat sich dort sozusagen festgeschrieben. Ähnliches gibt es auch in anderen Fällen. Auch Fragen genetischer Auswahl wurden besprochen: vom ersten Mal als sich eine Frau in USA 1973 gegen das Kind mit Down Syndrom entschieden hat bis zu den Möglichkeiten, die heute der Wissenschaft zur Verfügung stehen, auf genetischer Ebene das Genom zu verändern und einen genmanipulierten Menschen zu erzeugen. Toll fand ich, dass der Autor zu seinen Ausführungen oft auch Gegenmeinungen präsentiert hat. So wirken seine Darstellungen differenziert statt besserwisserisch und dogmatisch, und geben dem eigenen Nachdenken, ggf. den Diskussionen mit Freunden und Familie viel reichhaltigen Stoff. Auch dass er gelegentlich Parallelen zu den bekannten Fabeln zieht, z.B. über das Streben mancher nach ewiger Jugend, wenn er über die neusten Erkenntnisse der Wissenschaft spricht, verleiht dem Ganzen Tiefe und erhöht auch den Unterhaltungsfaktor. Das Lesen dieses Buches ist vielmehr ein Dialog, bei dem man auf einer Augenhöhe aktiv und gerne mit dabei ist. Zugegeben, manchmal geht Mukherjee schon tief in die Materie hinein, Besprechungen der Gensequenzen und deren austauschbaren Teile fühlen so manche Seite. Dies passiert aber nicht ohne Grund. Möglichst detailliert möchte der Autor argumentieren, seine Gedanken in all ihrer Genauigkeit an die Leser bringen und sie überzeugen. Das gelingt ihm auch wunderbar. Insb. im letzten Teil kommt Mukherjee auf die ethischen Aspekte der Genforschung zu sprechen, wobei er auch in den früheren Kapiteln immer wieder darauf zurückkam. Er warnte z.B. vor dem leichtfertigen Umgang mit Epigenetik und kam so auf die Ethik zu sprechen.  Er fordert „ein Manifest – oder zumindest eine Art Reiseführer -  für eine postgenomische Welt… das Genom ist ein Prüfstein unserer Fehlbarkeit und Wünsche… Was wir in unser Genom hineinlesen und schreiben sind unsere Schwächen, Wünsche und Ziele. Es ist die menschliche Natur.“ S. 638. Dreizehn Klauseln schlägt er hier vor. Epilog ist keineswegs zu vernachlässigen. Es fängt mit dem Zitat, wie auch jedes Kapitel, das mit schönen, sehr treffenden Zitaten geschmückt und ergänzt wurde, aus einem Sanskrit-Gedicht: „Zeig mir, dass du die Noten eines Liedes teilen kannst; Aber zuerst zeige mir, dass du unterscheiden kannst, was sich teilen lässt und was nicht.“ Und endet mit: „ Unser Genom… ist das Menschlichste, was wir besitzen. Es treuhänderisch zu verwalten ist vielleicht der ultimative Test für die Erkenntnis und das Urteilsvermögen unserer Spiezies.“ S.656. Insofern stimmt auch der Satz von Boston Globe zu diesem Werk: „»Wer wissen will, was es bedeutet, Mensch zu sein, sollte dieses Buch lesen.« Fazit: Ein sehr aufschlussreiches, gekonnt geschriebenes Werk, das nicht nur eine Fülle spannender Informationen liefert, sondern auch vorzüglich unterhält und zum Nachdenken/Diskutieren anregt. Für junge Menschen, die sich für Biologie, Biochemie und ähnl. Fachgebiete interessieren oder gar zu studieren begonnen, ist „Das Gen“ von S. Mukherjee ein Must read.  Aber auch für andere (naturwissenschaftlich) interessierte Leser ist es eine spannende und intelligente Lektüre. Viele Schicksale von Menschen mit Erbkrankheiten wie Huttington, Mukoviszidose, Down Syndrom, uvm. laufen vorm inneren Auge ab. So bekommt man eine bessere Sicht auf solche Menschen, kann mehr Verständnis aufbringen, besser damit umgehen, wenn man sie im Alltag trifft. Das Buch ist auch schön gestaltet: Festeinband, in Rot, Umschlagblatt mit in Goldfarbe gestalteten Buchstaben „Eine sehr persönliche Geschichte“, Lesebändchen ebenfalls in Rot. In der Mitte gibt es drei Seiten mit Fotos auf Glanzpapier. Fünf wohl verdiente Sterne und eine klare Leseempfehlung! Danke an S. Fischer Verlag, da er dieses tolle Buch dem deutschen Leser zugänglich gemacht hat. Danke auch an die Übersetzerin Ulrike Bischoff, die es aus dem Englischen prima übertragen hat.

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