Siegfried Ruoß Omas Restlesküche

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Inhaltsangabe zu „Omas Restlesküche“ von Siegfried Ruoß

Früher waren Reste in der Speisekammer oder Übriggebliebenes vom Sonntagsessen geradezu heilig, nichts wurde fortgeschmissen. Man hatte meist nicht viel, lebte kärglich und Notzeiten nach Kriegen verschlechterten die Versorgungslage zusätzlich. Aus überzähligen Kartoffeln und Spätzle, übrigem Siedfleisch samt Brühe zauberten unsere Großmütter dann so heißgeliebte Speisen wie den Gaisburger Marsch. Es entstanden aus vielerlei Zutaten leckere und nahrhafte Gerichte wie Gebrannte Brotsuppe, Saure Bohnenspatzen, Kartoffelgulasch, Arme Ritter, Ofenschlupfer – der Kreativität waren keine Grenzen gesetzt. Siegfried Ruoß hat diese kulinarischen Schätze der Vergangenheit gesammelt und ein Handbuch geschaffen, mit dem man die Klassiker der Arme-Leute-Küche endlich wieder nachkochen kann. Denn diese Gerichte sind praktisch, nachhaltig, schnell zuzubereiten und sie haben alle etwas Entscheidendes gemeinsam: Sie schmecken unglaublich gut! Geschichten und Anekdoten rund ums Essen, Wissenswertes zu den vielfältigen Rezept-Zutaten sowie zahlreiche Fotografien aus alten Zeiten geben dem Ganzen den letzten Pfiff. Wohl bekomm’s!

Informativ, witzig kulinarisch allerdings eher durchwachsen.

— thursdaynext
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    Omas Restlesküche
    thursdaynext

    thursdaynext

    29. July 2016 um 16:28

    Omas Restlesküche ist eine Fundgrube an interessanten Skurrilitäten. Weniger bezogen auf die Rezepte, die teils entweder bekannt und erprobt sind und teils fies ( Innereien oder Sülze , oder, wie hier, beides vereint, nicht jedermanns Sache. Mich kann man damit total vergraulen, aber es war früher günstig, die Leute waren fleischgeil und machten vor Schnecken und Fröschen auch nicht Halt!) schmecken für schleckigere Leute, aber die Geschichten und Sprüche sind herrlich. So erfährt man wie es um die Ernährungslage vor hundert Jahren und zuvor auf der schwäbischen Alb bestellt war. Die war so schlecht, dass sich das Militär beklagte, die Älbler seien alle zu klein für den Militärdienst. Nicht klar war mir, dass es auf der Alb bis 1871 akuten Wassermangel gab: „Wenn die Bäuerin klagte: >Ons däd’s Wasser scho no, abr’s Vieh sauft’s nemme< , war es an der Zeit, Pferde oder Ochsen anzuspannen und in mühseliger Arbeit Wasser vom Tal auf die Alb zu karren.“ An Kaffee wie wir ihn kennen war gar nicht zu denken. Es gab Muckefuck, schwäbisch „Muggefugg“ (nein das hat nichts mit f...en Mücken zu tun, schmeckte aber wohl ähnlich, könnte ich mir denken. Nur bei Besuch oder an Festtagen gab es echten Kaffee und dann wurden pro Person 4! Bohnen veranschlagt. Siegfried Ruoss hat hier einen Schatz zusammengetragen, allerlei historisches, überliefertes, derbe Sprüche und Ankedoten ausgegraben und lässt geneigte Leser einen interessanten Blick auf die Lebensweise unserer Altvorderen, manchmal bis zurück ins Mittelalter und noch weiter werfen. Schwäbisch verstehen zu können gereicht einem dabei zum Vorteil. Sonst könnte es schwierig sein die derben Sprüche die hier zitiert werden und anschaulich die Einstellung und den Alltag der einfachen Menschen damals zu verstehen. Das macht er so witzig und amüsant, dass man das nett bebilderte - viele Momentaufnahmen aus dem harten arbeitsintensiven Nahrungsbeschaffungsalltag - Buch ungern aus der Hand legt. Nach Lektüre wird deutlich weshalb die Menschen auf den frühen Photographien nie lächeln. Ich musste allerdings immer wieder beim Lesen schmunzeln. Der schwäbisch knausrige Charakter kommt nicht von ungefähr. Hatten die Rheinländer früher wenigsten ordentlich Wein um die Stimmungslage aufzuhellen war Bier auf der Alb pures Luxusgut und Most derart räs ( herb – elend sauer und annähernd untrinkbar) dass neben der täglichen Malocherei wenig Zeit für Spaß und Humor blieb. Wenn Humor, dann so derb und furztrocken wie das Rauschmittel. Kulinarisch mitgenommen hab ich dennoch einiges. Ein paar interessante Infos und Rezepte mit Zwiebeln gilt es anzuwenden und die Verwendung von Wildkräutern und wildwachsenden Beeren wie Holunder und Hagebutten etc. birgt auch viel Potenttial. Süßen Ofenschlupfer (lecker und geschickt wenn es gilt altes Weißbrot, oder Brötchen loszuwerden kannte ich bereits. Das ist die Ofenvariante der „Armen Ritter“. Das Rezept für den herzhaften (mit Zwiebeln, Speck, Käse und Pilzen) ist eine großartige Idee und wird demnächst ausprobiert. Genauso wie diese hier: Geriebene Apfelküchlein: 100g Mhel, 1 Ei, etwas Milch und Zucker, 1 Prise Salz, 3-4 mittelgroße äpfel, 2 Eßl. Rosinen, Fett zum Ausbacken Daraus einen festen Teig herstellen, ger. Äpfel und Rosinen vermischen, unterheben und löffelgroße Küchleinhäufchen ins heiße Fett geben. Auf beiden Seiten goldbraun ausbacken, Zimt u. Zucker drüber ... Njamm ;)

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