Siegfried Hetz

 4.2 Sterne bei 5 Bewertungen

Lebenslauf von Siegfried Hetz

M.A., 1954 in Piesendorf geboren, hat in Mainz und München Germanistik, Philosophie und Publizistik studiert. Er ist Autor von Reiseführern und Büchern zu literatur- und kulturhistorischen Themen. In seiner Arbeit als Kulturpublizist nimmt das Land Salzburg einen besonderen Stellenwert ein.

Quelle: Verlag / vlb

Alle Bücher von Siegfried Hetz

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Buchformat:
Cover des Buches Wo Dollfuß baden ging9783702508906

Wo Dollfuß baden ging

 (2)
Erschienen am 12.09.2018
Cover des Buches Regenwandern9783702508203

Regenwandern

 (1)
Erschienen am 24.05.2016
Cover des Buches Erlebnis Salzburger Land Band 2: Pinzgau9783702506438

Erlebnis Salzburger Land Band 2: Pinzgau

 (0)
Erschienen am 01.04.2011
Cover des Buches MARCO POLO Reiseführer Österreich9783829728577

MARCO POLO Reiseführer Österreich

 (0)
Erschienen am 28.02.2019
Cover des Buches Erlebnis Salzburger Land Band 5: Tennengau9783702506865

Erlebnis Salzburger Land Band 5: Tennengau

 (0)
Erschienen am 09.01.2013
Cover des Buches Erlebnis Salzburger Land9783702506896

Erlebnis Salzburger Land

 (0)
Erschienen am 01.09.2012
Cover des Buches Erlebnis Salzburger Land Band 3: Lungau9783702506551

Erlebnis Salzburger Land Band 3: Lungau

 (0)
Erschienen am 01.09.2011

Neue Rezensionen zu Siegfried Hetz

Neu

Rezension zu "Wo Dollfuß baden ging" von Siegfried Hetz

Wichtiges Erinnerungsdokument
Sikalvor 2 Jahren


 „Vergessen können ist das Geheimnis ewiger Jugend. Wir werden alt durch Erinnerung.“ (Erich Maria Remarque)

 

Das Buch „Wo Dollfuß baden ging“ ist das Ergebnis der Bildungswoche Mattswe 2016. Unter dem Titel „Erinnern“ sollte der Fokus auf die Jahre 1920 bis 1945 gelegt werden, wobei der Erinnerungsbogen noch weiter zurück in die Vergangenheit gespannt wurde. Archive wurde durchforstet, Bilder, Dokumente und vieles mehr gesichtet. Viele Zahlen, Daten und Fakten sowie Fotos und auch persönliche Geschichten wurden in dem Buch zusammengefasst. Doch es wurde auch immer wieder ein Bezug aus der Vergangenheit zur Gegenwart hergestellt, was mir sehr gut gefallen hat.

 

Der Fremdenverkehrsort Mattsee rühmte sich bereits 1921 „judenfrei“ zu sein. Dieser „Status“ wurde sogar mittels Plakaten beworben. Zimmervermieter, welche auch Juden ihre Räumlichkeiten zur Verfügung stellten, wurden von dem Ortsvorsteher unter Druck gesetzt.

 

Trotzdem hat auch der Komponist Arnold Schönberg mit Anhang im Juli 1921 noch eine Unterkunft für einen ganzen Sommer lang ergattert. Doch musste er bereits nach drei Wochen sein Domizil aufgeben und nach Traunkirchen übersiedeln. In Mattsee wurde er dermaßen unter Druck gesetzt, dass er quasi die Flucht ergriff. Auch die finanziellen Einbußen (Zimmer und Klavier für Monate gemietet) werden in persönlichen Briefen von Schönberg hervorgekehrt.

 

Es war klar, dass in Mattsee nur mehr „Deutscharier“ gewünscht waren. Besonders zwei aus der Geschichte bekannte Persönlichkeiten verlegten ihren Sommerurlaub nach Mattsee: Seys-Inquart sowie Engelbert Dollfuß. Wobei die Geschichte rund um Dollfuß‘ Aufenthalt durchaus Unterhaltungswert hat – sein Ziel ist es, schwimmen zu lernen, um Benito Mussolini zu beeindrucken, der ihn zu einem Strandurlaub eingeladen hatte.

 

Auch 1945 war es in Mattsee durchaus noch spannend, immerhin wurde die ungarische Stephanskrone vom Faschistenführer Ferenc Szálasi in Mattsee versteckt.

 

Das Buch stellt ein wichtiges Zeitdokument dar, gibt einen guten Einblick in diese turbulente Zeit. Für Geschichtsinteressierte ein informatives Werk, welches auf jeden Fall 5 Sterne verdient hat.

 

 

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Rezension zu "Wo Dollfuß baden ging" von Siegfried Hetz

Eine Sommerfrische der besonderen Art ...
Bellis-Perennisvor 2 Jahren

Antisemitismus ist keine Erfindung der Nazis. Diese Geisteshaltung zieht sich seit Jahrhunderten durch die Geschichte.

 

Am Bespiel der Fremdenverkehrsgemeinde Mattsee wird gezeigt, wie handfeste wirtschaftliche Interessen und politische Ausgrenzung ineinanderfließen.

 

Im Gegensatz zu vielen anderen Kommunen, wie jene des Salzkammergutes, brüstet sich Mattsee bereits 1921 „judenfrei“ zu sein. Das kurbelt den Fremdenverkehr an, weil viele Deutschnationale lieber „unter sich“ sein wollen.

 

Der letzte jüdische Sommergast in Mattsee ist der Komponist Arnold Schönberg, der samt Familie und Entourage, der auch einige seiner Schüler angehören, im Juli 1921 hier auf Sommerfrische weilt. Er wird während seines Aufenthaltes bedroht und mehr oder weniger des Ortes verwiesen. Vermietern, die an Juden vermieten wird unverhohlen mit nachhaltigen Konsequenzen gedroht, sodass sich niemand mehr traut, jüdische Gäste aufzunehmen.

 

Ab 1927 nimmt das Ehepaar Seyß-Inquart in Mattsee Quartier, ein paar Jahre später, auch Bundeskanzler Engelbert Dollfuß. Er will in der beschaulichen Atmosphäre schwimmen lernen, weil in Benito Mussolini zu einem Adria-Aufenthalt eingeladen hat.

 

Meine Meinung:

 

Das Buch besteht aus mehreren Teilen und ist das Ergebnis der „Bildungswoche Mattsee 2016“, das unter dem Motto „Erinnern“ stand.

 

Zu Beginn liest es sich ein wenig trocken. Wie eine Dorfchronik enthält es eine Fülle von Zahlen, Daten und Fakten. Doch dann werden Augenzeugenberichte, Dokumente und die eine oder andere Anekdote eingeflochten. Eine Vielzahl von Bildern ergänzt diese Dokumentation.

 

Interessant ist die starke familiäre Verflechtung einiger Einwohner mit der Familie Göring. Gleich zwei Dorfgrößen sind jeweils mit einer Schwester Görings verheiratet.

 

Doch nicht nur die Darstellung des inneren Mattsees, hat mir sehr gut gefallen. Der Herausgeber eröffnet dem Leser auch den Blick für die österreichische Innenpolitik. Die Klimm- und Winkelzüge des Ständestaates sind gut herausgearbeitet.

 

Sehr interessant, weil fast schon komisch, ist die Geschichte rund um die ungarische Stephanskrone, die der geflüchtete ungarische Faschistenführer Ferenc Szálasi heimlich an den Mattsee bringt. Die Stephanskrone ist (gemeinsam mit den anderen Reichsinsignien) quasi die Legitimation der Herrschaft von Ungarn. Wer sie in Händen hält, ist „König von Ungarn“.

 

Fazit:

 

Das Buch bietet einen guten Einblick in die Zeit vor 1938. Dieses Ergebnis der „Bildungswoche Mattsee 2016“ kann ich nur empfehlen. Gerne gebe ich 5 Sterne.

 


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Rezension zu "Marco Polo Reiseführer Salzburger Land, Salzkammergut, Salzburg" von Siegfried Hetz

Rezension zu "Marco Polo Reiseführer Salzburger Land, Salzkammergut, Salzburg" von Siegfried Hetz
SukiTomvor 9 Jahren

Das Buch ist klein, passt also in jede Handtasche, aber was noch wichtiger ist: Es enthält umfangreiche Ausflugstips, viele brauchbare Übernachtungsvorschläge und Gaststättenhinweise, auf die ich mich mit Erfolg verlassen habe.

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