Siegfried Jaschinski

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Siegfried JaschinskiDas deutsche Finanzsystem
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Das deutsche Finanzsystem
Das deutsche Finanzsystem
 (1)
Erschienen am 16.03.2011
Siegfried JaschinskiAlexander und Griechenland unter dem Eindruck der Flucht des Harpalos
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Alexander und Griechenland unter dem Eindruck der Flucht des Harpalos

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Rezension zu "Das deutsche Finanzsystem" von Siegfried Jaschinski

Rezension zu "Das deutsche Finanzsystem" von Siegfried Jaschinski
michael_lehmann-papevor 8 Jahren

Es lebe die heimische Bank

Die Finanzkrise ist (immer noch) nicht wirklich ausgestanden, alte Risiken beschäftigen die Politik und Wirtschaft, neue Risiken treten hinzu. Siegfried Jaschinskis, ehemaliger Vorstand der Landesbank Baden Württemberg, legt nun in einem schmalen Band seine Sicht notwendiger und folgerichtiger Schlüsse aus der Finanzkrise vor. Dies ist als Äußerung eines „Insiders“ durchaus interessant, war doch der Chor der vielfachen kritischen Stimmen aus allen anderen Teilen der Gesellschaft in den letzten Monaten und Jahren überwertig vertreten.

Seine Gedanken entfaltet Jaschinski aus klar benannter und konsequent durchgehaltener Sichtweise und Position heraus: „Banken und Börsen sind für die Wirtschaft da“. Beileibe also, zumindest in seinen Äußerungen, sieht Jaschinski das Problem der Finanzwirtschaft, die sich von ihrem eigentlichen Auftrag und Zielpunkt, der Realwirtschaft, abgekoppelt hat. Eine klare, im Buch sauber vorliegende Argumentation, die dennoch zu erstaunen vermag aus dem Mund eines leitenden Bankers ebenfalls einer Landebank, die sich offenkundig deutlich verspekuliert hatte.
Richtig aber sind seine Einlassungen dennoch. Die Rückkehr zur Verzahnung mit der Wirtschaft, die Kernaufgabe der Finanzierung der Wirtschaft (und daran natürlich gutes Geld verdienen) würde ein hohes Maß an Stabilität wieder in den Raums setzen, das über Jahrzehnte hinweg Garant der wirtschaftlichen Stabilität („Deutschland AG“), nicht nur in Deutschland, war.

Gerade die sträfliche Vernachlässigung dieser Kernaufgabe mitsamt der Hinwendung zu allein der eigenen Profitmaximierung hat ja zur gegenwärtig noch spürbaren und lange nicht ausgestandenen Schieflage geführt.

Die Lösung für das Dilemma der teils schwierigen Finanzierungssituation in Teilen der deutschen Wirtschaft aufgrund nur vorsichtiger Kreditvergabe durch die Banken sieht Jaschinski übrigens wiederum in breit aufgestellten Großbanken. Und um diese für das eigentliche Ziel auch kontrolliert zu verpflichten, braucht es in seinen Augen klare und kontrollierte Regeln, abgesehen davon, das Banken jederzeit (und um fast jeden Preis) am Funktionieren gehalten werden müssen, um tiefe Wirtschaftskrisen abzuwenden. „Trennbanken“ wäre ein solch kontrollierter Weg, um die Marktrisiken für Finanzierungsbanken zu minimieren.

Neben seiner Aufarbeitung der Finanzkrise auf eine möglichst im wirtschaftlichen Kernbereich sicher funktionierendes Bankwesen erläutert Jaschinski in den ersten Teilen des Buches verständlich und einsichtig, wie die Finanzwirtschaft überhaupt funktioniert, welche vielfältigen Geschäftsfelder von einer Bank bedient werden und welch hohe Marktrisiken sich in manchen dieser Felder verbergen. Zudem gibt er einen Einblick in das System der Börsen und des Wirtschaftens außerhalb der offiziellen Börsen (auch dieses möchte er regulativ eingeengt, wenn nicht gar abgeschafft wissen).

Ein, mit interessanten und verständlich dargebotenen Grundlagen versehenes, Plädoyer für nationale Banken als Finanzierungsinstitute der Wirtschaft, die durch klare Trennungen und Regulierungen unter nur minimierten Marktrisiken stehen. Ein durchaus gehaltvolles und konstruktives Buch legt Jaschinski vor, das sowohl in der Analyse als auch im Blick auf mögliche tragfähige Neugestaltungen bedenkenswerte Gedanken auf den Tisch legt.

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