Siegfried Jaschinski Das deutsche Finanzsystem

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Inhaltsangabe zu „Das deutsche Finanzsystem“ von Siegfried Jaschinski

Ein stabiles Finanzsystem ist eine notwendige Bedingung für dauerhaftes Wirtschaftswachstum. Der Autor macht deutlich: Um dies zu realisieren, sind in Deutschland grundlegende Veränderungen im Bankensektor notwendig. Denn langfristig genügt es nicht, die Probleme unter den Teppich staatlicher Garantien und Finanzhilfen zu kehren! Das zentrale Problem: Strukturelle Schwächen, wie sie von der Finanzmarktkrise aufgedeckt wurden, erschweren die Kreditversorgung. Zudem ist ein Rückgang der Langfristfinanzierung zu erwarten. In der Krise hat sich gezeigt, letztendlich ist nur auf die heimischen Banken Verlass. Wie können diese die Finanzierung der deutschen Wirtschaft gewährleisten? Wodurch kann die Funktionsfähigkeit der Wertpapiermärkte verbessert werden? Wie können leistungsfähige Banken für große mittelständische und international agierende Unternehmen geschaffen werden? Das Buch zeigt Veränderungsmöglichkeiten des derzeitigen Finanzsystems auf und illustriert, wie eine Reform funktionieren kann.

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  • Rezension zu "Das deutsche Finanzsystem" von Siegfried Jaschinski

    Das deutsche Finanzsystem
    michael_lehmann-pape

    michael_lehmann-pape

    05. April 2011 um 11:06

    Es lebe die heimische Bank Die Finanzkrise ist (immer noch) nicht wirklich ausgestanden, alte Risiken beschäftigen die Politik und Wirtschaft, neue Risiken treten hinzu. Siegfried Jaschinskis, ehemaliger Vorstand der Landesbank Baden Württemberg, legt nun in einem schmalen Band seine Sicht notwendiger und folgerichtiger Schlüsse aus der Finanzkrise vor. Dies ist als Äußerung eines „Insiders“ durchaus interessant, war doch der Chor der vielfachen kritischen Stimmen aus allen anderen Teilen der Gesellschaft in den letzten Monaten und Jahren überwertig vertreten. Seine Gedanken entfaltet Jaschinski aus klar benannter und konsequent durchgehaltener Sichtweise und Position heraus: „Banken und Börsen sind für die Wirtschaft da“. Beileibe also, zumindest in seinen Äußerungen, sieht Jaschinski das Problem der Finanzwirtschaft, die sich von ihrem eigentlichen Auftrag und Zielpunkt, der Realwirtschaft, abgekoppelt hat. Eine klare, im Buch sauber vorliegende Argumentation, die dennoch zu erstaunen vermag aus dem Mund eines leitenden Bankers ebenfalls einer Landebank, die sich offenkundig deutlich verspekuliert hatte. Richtig aber sind seine Einlassungen dennoch. Die Rückkehr zur Verzahnung mit der Wirtschaft, die Kernaufgabe der Finanzierung der Wirtschaft (und daran natürlich gutes Geld verdienen) würde ein hohes Maß an Stabilität wieder in den Raums setzen, das über Jahrzehnte hinweg Garant der wirtschaftlichen Stabilität („Deutschland AG“), nicht nur in Deutschland, war. Gerade die sträfliche Vernachlässigung dieser Kernaufgabe mitsamt der Hinwendung zu allein der eigenen Profitmaximierung hat ja zur gegenwärtig noch spürbaren und lange nicht ausgestandenen Schieflage geführt. Die Lösung für das Dilemma der teils schwierigen Finanzierungssituation in Teilen der deutschen Wirtschaft aufgrund nur vorsichtiger Kreditvergabe durch die Banken sieht Jaschinski übrigens wiederum in breit aufgestellten Großbanken. Und um diese für das eigentliche Ziel auch kontrolliert zu verpflichten, braucht es in seinen Augen klare und kontrollierte Regeln, abgesehen davon, das Banken jederzeit (und um fast jeden Preis) am Funktionieren gehalten werden müssen, um tiefe Wirtschaftskrisen abzuwenden. „Trennbanken“ wäre ein solch kontrollierter Weg, um die Marktrisiken für Finanzierungsbanken zu minimieren. Neben seiner Aufarbeitung der Finanzkrise auf eine möglichst im wirtschaftlichen Kernbereich sicher funktionierendes Bankwesen erläutert Jaschinski in den ersten Teilen des Buches verständlich und einsichtig, wie die Finanzwirtschaft überhaupt funktioniert, welche vielfältigen Geschäftsfelder von einer Bank bedient werden und welch hohe Marktrisiken sich in manchen dieser Felder verbergen. Zudem gibt er einen Einblick in das System der Börsen und des Wirtschaftens außerhalb der offiziellen Börsen (auch dieses möchte er regulativ eingeengt, wenn nicht gar abgeschafft wissen). Ein, mit interessanten und verständlich dargebotenen Grundlagen versehenes, Plädoyer für nationale Banken als Finanzierungsinstitute der Wirtschaft, die durch klare Trennungen und Regulierungen unter nur minimierten Marktrisiken stehen. Ein durchaus gehaltvolles und konstruktives Buch legt Jaschinski vor, das sowohl in der Analyse als auch im Blick auf mögliche tragfähige Neugestaltungen bedenkenswerte Gedanken auf den Tisch legt.

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