Siegfried Langer Alles bleibt anders

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Inhaltsangabe zu „Alles bleibt anders“ von Siegfried Langer

Schlimm genug für Frank Miller, dass er sein Gedächtnis verloren hat. Doch nicht nur das - er wurde offiziell für tot erklärt! Als ihn nicht einmal seine Verlobte Claire wiedererkennt, verwandelt sich sein rätselhaftes Schicksal endgültig in eine Tragödie. Es ist das Jahr 2008 und Franks langsam zurückkehrende Erinnerungen konfrontieren ihn mit einer unglaublichen Realität: mit einem Dritten Reich, das das Jahr 1945 überlebt hat, mit einer NSDAP, die mächtiger und grausamer ist als jemals zuvor. Über ganz Europa weht die Flagge mit dem Hakenkreuz. Franks Suche nach seiner Identität führt ihn in die deutsche Hauptstadt Germania, erbaut nach den tollkühnen Entwürfen Hitlers und Speers. Dort erfährt er, dass er kämpfen muss – um sein Leben, um seine Liebe zu Claire und um das Schicksal vieler anderer.

Eine tolle Idee mit überraschenden Wendungen. Jedesmal wenn ich dachte, jetzt wird es langweilig, kam wieder neue Spannung auf. Perfekt!

— KarinaReiss
KarinaReiss

nicht schlecht

— Bender87
Bender87

Habe es geschafft. Nun folgt ein wenig nachdenken über die Doppelrezension.

— LitteraeArtesque
LitteraeArtesque

Cover und Klappentext lassen nicht erahnen, was für eine Geschichte sich dahinter tatsächlich verbirgt. Überraschende und spannende Idee...

— parden
parden

Danke :)

— Ameise
Ameise

Tolle Rezension Ameise!

— olgica
olgica

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  • Alles bleibt anders

    Alles bleibt anders
    FabAusten

    FabAusten

    Frank Miller weiß nicht, wer er ist und warum er sich plötzlich auf den Gleisen wiederfindet. Glücklicherweise verspätet sich der nächste Zug und kurz darauf durchstreift Frank Berlin auf der Suche nach seiner Identität. Schließlich kann er seine Mutter ausfindig machen. Sie ist völlig schockiert, dass plötzlich ihr Sohn vor ihr steht, den sie drei Jahre zuvor beerdigen musste. Nur langsam findet Frank heraus, dass er sich in einer Zeitebene befindet, die sich völlig anders als seine eigene entwickelt hat. Denn die Welt aus der er stammt, wird beherrscht von den Nationalsozialisten. Und er hat die Realität gewechselt, um das zu ändern. Siegfried Langer stellt mit seinem sehr ambitionierten Roman „Alles bleibt anders“ ein interessantes Gedankenspiel an. Der sogenannte Schmetterlingseffekt bildet dafür die Grundlage. Danach kann eine unbedeutende Begebenheit wie zum Beispiel der Flügelschlag eines Schmetterlings schwerwiegende globale Folgen haben. Ausgehend von dieser Annahme widmet sich der Autor der schrecklichsten Zeit in der Menschheitsgeschichte und fragt, ob eine minimale Veränderung der Ereignisse den Nationalsozialismus verhindert hätte. Unbestritten hat sich der Autor sehr viele Gedanken gemacht und eine Geschichte mit großem Potenzial kreiert. Es fällt auf, wie viel Überlegung und Mühe in den Roman eingegangen sind. Es gibt einige unvorhersehbare Entwicklungen und scheinbar ausweglose Situationen. Gegen Ende löst sich alles ein wenig zu schnell auf und der Vorgang auf den die ganze Zeit hingearbeitet wurde, wird innerhalb weniger Seiten abgehandelt. Das Ende selbst ist zwar nachvollziehbar, aber nichtsdestotrotz enttäuschend. Dass die gesamte Prämisse der Geschichte negiert wird, fällt dabei weniger ins Gewicht, als die nicht nachvollziehbare Reaktion der Figuren auf die neuen Umstände. Sie werfen unpassender Weise mit Allgemeinplätzen über das Wesen der Geschichte um sich. Statt den Leser zu eigenen Überlegungen zu bewegen, wird er auf eine sehr unbeholfene Art belehrt. Es ist Siegfried Langer anzurechnen, dass er nicht davor zurückscheut, komplexe Zusammenhänge zu vermitteln. Dies gelingt ihm auch weitestgehend. Allerdings geschieht es meistens in umfangreichen Monologen oder Dialogen. Zwar lassen sich die theoretischen Grundlagen wohl kaum anders vermitteln, andererseits sind diese Passagen naturgemäß nicht die spannendsten. So muss der Leser häufig wirklich seine ganze Aufmerksamkeit auf das Gelesene richten. Und es stellt sich hin und wieder die Frage, ob das Ganze entweder die ein oder andere logische Lücke aufweist oder ob der Leser vielleicht etwas überlesen hat. Die sprachliche Umsetzung trägt leider dazu bei, dass die Konzentration des Lesers mitunter abwandert und bestimmte Passage mehr oder weniger überflogen werden. Die überaus detaillierte und weitschweifige Erzählweise ist oft einfach ermüdend. Zu viele überflüssige Informationen werden eingestreut, die weder etwas zur Geschichte noch zur Atmosphäre oder der Figurenzeichnung beitragen. Abgesehen davon wirkt der Sprachstil sehr konstruiert und dadurch förmlich und distanziert. Somit stellt sich ein natürlicher Fluss der Sprache und infolgedessen des Lesevorgangs selten ein. So hölzern wie die Sprache treten auch Frank Miller und seine Mitstreiter auf. Dadurch bleiben sie allesamt sehr blass. Selbst zu Protagonist Frank lässt sich nur schwerlich eine emotionale Verbindung herstellen. Und auch die Beziehung zwischen ihm und seiner Angebeteten vermittelt sich kaum. Es entsteht der Eindruck als seien alle anderen Romanbausteine der sehr interessanten Grundidee untergeordnet worden. Siegfried Langers Debütroman „Alles bleibt anders“ glänzt mit einer berückenden Grundidee, unvorhersehbaren Wendungen und spannenden Fragen zu parallelen Welten, Zeitreisen und der Veränderbarkeit von Geschichte. Leider beweist der Roman jedoch, dass diese Themen für ein Debüt eine zu große Aufgabe sind.

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  • Der Schlag eines Schmetterlingsflügel …

    Alles bleibt anders
    odenwaldcollies

    odenwaldcollies

    10. September 2015 um 10:56

    Frank Miller findet sich auf den Gleisen des Görlitzer Bahnhofes wieder – und hat keine Ahnung, wie er dort hingekommen ist. Ebenso wenig kann er sich an seine Vergangenheit erinnern, selbst bei seinem Namen hat er Probleme. Mithilfe von Menschen, die ihn kennen, findet er seine Mutter und erfährt, dass er eigentlich seit drei Jahren tot ist. Mühsam versucht er, die Puzzleteile seiner Vergangenheit zusammenzusuchen. Warum aber tauchen manchmal Gedankenfragmente an Sigmund Freud oder Hakenkreuze auf, die seiner Umwelt jedoch unbekannt sind? Und was hat es mit dem Medaillon auf sich, das er bei sich trägt und statt einem Bild einen Knopf beinhaltet? Bisher kannte ich nur die Krimis des Autors und war daher gespannt auf dieses Buch, dessen Handlung über unsere Realität hinausgeht. Der Leser landet zusammen mit Frank Miller mitten in Berlin und ist genauso ahnungslos wie er. Sehr schnell wird aber klar, dass es sich um ein Berlin in einer anderen Zeit handeln muss, vieles erscheint deutlich altmodischer. Umso verblüffender ist dann die Erkenntnis, als wir erfahren, in welchem Jahr Frank sich tatsächlich befindet. Spätestens dann weiß der Leser, dass hier irgendwas ganz anders läuft. Die Suche nach Franks Identität fand ich anfangs etwas zäh, aber nachdem ich das Buch beendet habe, passte es im Rückblick doch perfekt in die Handlung. Und ab dem zweiten Teil nimmt die Spannung und die Handlung Fahrt auf, wenn sich die Zusammenhänge immer mehr herauskristallisieren. Dabei entwickelt der Autor Realitäten, vor denen es mir graust und ich froh bin, nicht in der Welt zu leben, in der das Dritte Reich damals den Krieg gewonnen und seine Nachbarländer unterworfen hat. Sehr spannend sind auch immer wieder die Weichenstellungen in der Vergangenheit, bei der kleinste Abweichungen große Ausmaße annehmen können, eben ähnlich dem Schlag eines Schmetterlingsflügel, der an anderer Stelle einen Tornado zur Folge haben könnte, welches ein Beispiel aus der Chaostheorie darstellt. Gut gelungen fand ich auch das Ende des Buches, welches die Grenzen und Risiken der Chaostheorie aufzeigt, wenn sie denn mehr als Theorie wäre … und den Titel des Buches erklärt.

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  • Das Jahr 2008 so ganz anders...

    Alles bleibt anders
    simsa

    simsa

    26. March 2015 um 18:17

    Frank Miller hat sein Gedächtnis verloren. Durch die Stadt irrend, findet er schließlich seine Mutter, die ihren Sohn bereits vor Jahren beerdigt hat. Doch nicht nur das... es kommt immer wieder zu Vorkommnissen, die Frank zweifeln lassen. Was ist wirklich los? Langsam kommt seine Erinnerung wieder. So befindet sich Frank im Jahr 2008, die NSDAP ist immer noch an der Macht und grausamer als je zuvor. Und Frank merkt, dass er handeln muss. Für sich, für seine Liebe zu Claire und für viele andere Menschen. Bei „Alles wird anders“ von Siegfried Langer handelt es sich um den Debütroman, des bekannten Thriller-Autors. Ich selber kannte vor allem Bücher wie „Leide!“ oder „Sterbenswort“ von Siegfried Langer und habe diese bekannten Thriller auch verschlungen. Nun war ich gespannt, wie der Autor begonnen hat. Und allein die Tatsache, dass Frank Miller in einem Deutschland lebt, dass zwar von der Zeit her bekannt ist, aber durch die Tatsache das dieses Land noch in der dunklen Vergangenheit vegetiert, so ganz anders daherkommt, als man es selber kennt. Auf eben diesen Aspekt war ich sehr neugierig und ich empfand ihn auch als sehr gelungen. Für mich war die Atmosphäre in „Alles wird anders“ sehr bedrückend. Frank ist allein, ihm fehlen wesentliche Dinge in seinem Gedächtnis und er muss stetig aufpassen. So hatte ich beim Lesen immer das Gefühl mir über die Schulter schauen zu müssen. Zusätzlich wissen wir Nachkriegskinder ja was zum Glück hinter uns geblieben ist und zu sehen „was wäre wenn“ ist sehr beengend. Der Schreibstil von Siegfried Langer ist hier atmosphärisch und unterhaltend, auch wenn ich sagen muss, dass er mir mit seinem heutigen Schreibstil nun viel besser gefällt. Ich merkte einfach, dass es sich hier um einen Debütroman handelt, der zwar gut durchdacht und ausgearbeitet ist, gleichzeitig aber auch an manchen Stellen noch nicht ausgereift wirkt. Trotzdem bleibt man am Buch und muss wissen wie es mit Frank weitergehen wird. Gewohnt spannend halt, ganz nach der Art, die mir von Siegfried Lager bekannt ist. Mein Fazit: „Alles wird anders“ ist ein unterhaltender Roman, der uns in das Jahr 2008 entführt, das so komplett anders ist als das Jahr 2008, wie wir es kannten. Frank Miller als wichtigste Figur ist so menschlich, dass man sich in ihn hineinfühlen kann. Und trotzdem, komplett überzeugt bin ich leider nicht.

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  • Alternative Welten, spannend verpackt

    Alles bleibt anders
    Jaelle

    Jaelle

    11. January 2015 um 10:42

    Frank Miller kommt mitten auf den Gleisen in einem Bahnhof zu sich. Er kann sich nicht an seine Vergangenheit erinnern. Nur vereinzelte, unzusammenhängende Bilder erscheinen in seinem Kopf. Nach und nach bekommt er Informationen über sich heraus, dennoch kommen die Erinnerungen nicht zurück. Als er erfährt, dass er eigentlich seit drei Jahren tot ist, andererseits sowohl seine Mutter als auch sein Hausarzt seine Identität bestätigen, ist der Leser genauso verwirrt wie Frank. Er trifft seine ehemalige Verlobte Claire, die nach seinem Tod seinen Kollegen und Freund Dieter geheiratet hat. Claire glaubt nicht, dass sie Frank vor sich hat, fasst aber Vertrauen zu ihm. Alles, was Frank möchte, ist Klarheit über seine Vergangenheit und die drei Jahre, die seit seinem Tod ungeklärt sind. Das alles ist zwar interessant, kann man allerdings häufig in Romanen lesen. Das wirklich Faszinierende ist die Welt, in der dieser erste Teil des Romans spielt: ein Deutschland im Jahre 2008. Ein Kaiserreich mit wenig Kraftfahrzeugen, vielen Pferdekutschen und kaum elektrifizierte Straßenbahnen. Es ist eine Welt, die gefühlt einhundert Jahre zurückversetzt zu unserer Welt ist. Was ist geschehen? Offenbar hat es keinen Ersten Weltkrieg gegeben, der schlussendlich das Kaiserreich beendete, geschweige denn den Zweiten Weltkrieg. Von Hitler und der NSDAP hat niemand etwas gehört. Wie sehen alternative Welten aus? Die Frage »Was wäre wenn« reizt Siegfried Langer gekonnt aus, erschafft gleich mehrere Welten nach dem Prinzip der Chaostheorie. Ein Schlag von Schmetterlingsflügeln kann tausende Kilometer entfernt einen Tsunami auslösen, so sagt die Theorie. Alternativwelten können sich in Winzigkeiten unterscheiden, aber winzigste Veränderungen an bestimmten Punkten können unglaubliche Auswirkungen haben. Siegfried Langer hat eine spannende, teilweise lustige, aber vor allem nachdenklich stimmende Geschichte erschaffen und ich halte dieses Buch für eines der besten, die ich je gelesen habe.

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  • Chaostheorie als Ausgangspunkt für einen historischen Gegenwartsroman oder der Schmetterlingseffekt

    Alles bleibt anders
    karatekadd

    karatekadd

    Chaostheorie: Nicht klar umgrenztes Teilgebiet der Nichtlinearen Dynamik. Aha. Der Dynamischen Systeme, die der mathematischen Physik oder der angewandten Mathematik zugeordnet sind. Es geht um die Ordnung in solchen Systemen, deren zeitliche entwicklung unverhersehbar erscheint... (wiki) Der ► Schmetterlingseffekt, ist eine Metapher der Chaostheorie und diese bringt Professor Gothaer seinen Studenten näher, zu denen ein gewisser Frank Miller gehört. Womit wir schon zwei haben. Den den Anne oben erwähnt und den in Oxfort, der dort Physik studieren will. Oder ist es doch nur einer? Ja: Unvorhersehbar. Das Ende des phantastischen Romans von Siegfried Langer. Ein wenig erinnert die Geschichte an ► VATERLAND von ► Robert Harris. Aber schaut doch selber einmal nach, denn Anne hat recht, jede weitere Beschreibung der Geschichte würde viel zu viel verraten. Diese fantastische Geschichte ist gleichzeitig eine politische, eine historische Geschichte. Sie handelt letztlich davon, dass man für die Entwicklung der Gesellschaft, deren Teil man ist, auch Verantwortung tragen muss. Man kann sie nicht mit einem Fingerschnippsen verändern und dann fröhlich in angenehmeren Zuständen weiter leben und arbeiten. Auch der Professor Gothaer und seine Mitarbeiter werden das lernen müssen. * * * Es ist eine interessante Geschichte, der zu folgen wegen vielfältiger zeitlicher Sprünge zu Beginn ziemlich schwer fiel, was aber wiederum einen hohen Spannungsfaktor ergab. Eigentlich spielt der Roman nur an zwei Orten: Berlin und Oxfort, allerdings könnte man zu Berlin auch Germania sagen zumindest zeitweise. Die geneigte Leserin oder der geneigte Leser muss sich schon anstrengen, der Handlung zu folgen. Am Ende ist plötzlich der irgendwie sinnlos erscheinende Titel verständlich, denn ALLES BLEIBT ANDERS. Das Ende kommt etwas abrupt; es ist irgendwie zu kurz. Trotzdem aber verständlich und letztlich folgerichtig. * * * Für mich war es der erste Roman von Siegfried Langer. Eigentlich bin ich kein Fantasyfan, diesen hier fand ich aber durchaus gut. Ich würde durchaus einen seiner Thriller lesen wollen. * * * Dumm war für mich nur, dass wird das eBook letztlich als kindlevrsion lesen mussten. In meinem Fall hieß das: am Computermonitor, denn Besitzer eines Tablets bin ich noch nicht. Amazon hat sich eine Extrawurst gebraten und will, dass die Kunden zu den eBooks auch den passenden Reader kaufen. Aber am Ende war es auszuhalten und das liegt sicherlich an der dem Roman innewohnenden Spannung. © KaratekaDD

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    parden

    parden

    30. October 2014 um 13:55
  • Hat mich sehr überzeugt!

    Alles bleibt anders
    marion_gallus

    marion_gallus

    23. October 2014 um 21:17

    Als Frank Miller realisiert, dass er gerade auf den Gleisen am Görlitzer Bahnhof steht, hat er Glück, dass der erwartete Zug Verspätung hat. Von seinen „Rettern“ befragt, fällt ihm gerade noch sein Vorname ein. Das war es dann auch vorerst. Er hat keine Erinnerung an seine Vergangenheit und irrt somit zunächst leicht verwirrt durch die Umgebung. Einer Eingebung folgend, begibt er sich dann in die Straße, in der er meint, gelebt zu haben. Hier trifft er sogar auf einen alten Nachbarn, der ihn kennt und ihm behilflich ist. Doch was er dort erfährt, ist nicht unbedingt positiv. Er ist vor 3 Jahren für tot erklärt worden und auf dem örtlichen Friedhof begraben. Als hätte Frank nicht genug Probleme damit, seine Erinnerungen zurückzuerlangen, wird er auch noch verfolgt und überfallen. Doch was will dieser fremde Mann von ihm? Ob es um das seltsame ,Medaillon geht, dass er um seinen Hals hängen hat? Versehen mit Initialen, an die er sich auch nicht erinnern kann. Man schreibt das Jahr 2008, die Hauptstadt heißt Germania und die NSDAP ist nach wie vor an der Macht. Europa, wie wir es kennen, gibt es nicht … *** Es handelt sich hier um den Debütroman des Autors Siegfried Langer. Ich habe bereits einen Thriller des Autors gelesen und rezensiert (Vater, Mutter, Tod), jedoch gefällt mir sein Erstling zugegebenermaßen um Längen besser. Für mich ein sehr gut geschriebener, spannender und auch fundierter Steampunkroman, der mir richtig gut gefallen hat. Eine wunderbare Mischung aus Geschichte, Krimi und Physik. Gibt es parallele Realitäten? Was wäre, wenn es möglich wäre, in einen anderen Zeitstrang zu reisen um die Vergangenheit zu korrigieren? Kann man die Macht der NSDAP stoppen, diese dunkle Zeit vielleicht sogar komplett aus dem Geschichtsverlauf tilgen? Sehr interessante Fragen, die hier in einem wirklich guten Schreibstil umgesetzt wurden. Die Idee und deren Umsetzung empfinde ich als sehr gelungen. Die Charaktere, die Langer geschaffen hat, sind sehr lebensecht und charakterlich gut ausgearbeitet. Frank Miller und seine Kindheitsfreundin Karen ebenso wie der Wissenschaftler Gothaer und auch der eigentliche Vorzeige-Arier Tristan, der jedoch einen Makel hat, der ihn mir so sympathisch gemacht hat. Langer beschreibt Berlin (Germania) und auch Orte wie Oxford in einer modernen, aber auch alten Zeit. Mir haben diese Beschreibungen der Umgebung und der Gebäude sehr gefallen. Die Physik war keinesfalls verwirrend geschrieben, sondern gut und verständlich erklärt. Auch das Paradoxon kommt keinesfalls zu kurz. Den Leser erwartet hier jedoch keinesfalls eine trockene Mischung aus Geschichtsstoff und Stephen Hawking, sondern eine gut ausgeklügelte und spannende Handlung. Ein wenig verwirrend mag sein, dass sein Protagonist in einem klar strukturieren und stengen deutschen Reich Frank Miller heißt. Mein Mann hatte hierzu den Hinweis, dass es sich um eine Hommage an den Zeichner (von u.a. Sin City) Frank Miller handeln mag. Ich hatte besonderen Spaß an der Stelle, an der Frank und Tristan in das Berlin der heutigen Zeit kommen, also sich in unserem Zeitstrang dort aufhalten. Dieser „Kulturschock“ war wirklich toll und der anschließende Bericht der beiden an ihre Freunde ebenso gut gelungen! Diese Stellen musste ich tatsächlich gestern abend laut vorlesen :-) Das Buch wurde vom Verlag als Taschenbuch publiziert (ich habe die Printausgabe gelesen) und wäre die Schrift nicht so klein gewesen, hätte es mir und meinen Augen besser gefallen. Gefühlt ist der Text in einer 8er Schriftgröße gedruckt. Leider achten viele kleine Verlage darauf, Seiten einzusparen. Dafür hat das Buch jedoch nach der Lektüre keinerlei Knicke im Buchrücken, was ich wiederum positiv werte. Ich möchte auch ungern den Autor in meiner Bewertung dafür “strafen”, dass der Verlag evtl. gespart hat. Mein Fazit: 5 von 5 Sternen für diesen spannenden Steampunkroman. Geschichte und Physik, das Thema Parallelwelten und die eventuelle Korrektur der Zeitlinien sind in einem sehr guten Schreibstil, einer spannenden, verzwickten Handlung und mit überzeugenden Charakteren zu einem guten Ganzen verbunden. Hier gebe ich sehr gerne eine Leseempfehlung! © Buchwelten 2014

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  • Der Flügelschlag eines Schmetterlings...

    Alles bleibt anders
    parden

    parden

    DER FLÜGELSCHLAG EINES SCHMETTERLINGS... Frank Miller ist vollkommen verwirrt, als er plötzlich angeschrieen wird - barsch wird er aufgefordert, gefälligst von den Gleisen herunterzukommen. Ohne zu wissen, wie er überhaupt dorthin gekommen ist, leistet er der Aufforderung Folge und irrt danach durch die Straßen Berlins. Die Verwirrung will sich einfach nicht legen. Er kann sich nur noch an seinen Vornamen erinnern, ansonsten weiß er nichts mehr über sich. Eine der Straßen kommt ihm jedoch plötzlich bekannt vor, und bei einer Hausnummer macht er halt. Seine Wohnung. Oder etwa nicht? Ein Bewohner des Hauses, der gerade aus dem Fenster schaut, erkennt Frank tatsächlich wieder und bittet ihn hinein. Doch irgendwie ist alles anders, als Frank es sich gedacht hat. Früher einmal hat er tatsächlich mit seinen Eltern hier gewohnt. Doch sie sind schon vor langen Jahren fortgezogen - und als der ehelmalige Nachbar Franks Mutter das letzte Mal begegnete, war das auf dem Friedhof. Sie kam gerade vom Grab ihres Mannes - und dem ihres Sohnes Frank! Verwirrt macht sich Frank wieder auf den Weg, sammelt Erinnerungen, oft vermittelt von anderen Menschen, die er eigentlich kennen sollte, erinnert sich tatsächlich an manches - und doch ist alles mysteriös und vieles unerklärlich. Manche der Menschen, auf die er trifft, sind nicht nur erstaunt oder verunsichert, als Frank wieder auftaucht, sondern reagieren richtiggehend feindselig. Weshalb? "Wer sind Sie? Und was wollen Sie?" Sie fragte hart und unerbittlich. (...) "Ich weiß es nicht", gestand er nach einer Pause. "Ich weiß es wirklich nicht." Und Claire glaubte dem Unbekannten, der da neben ihr saß. Erst ab etwa einem Drittel des Buches erfährt Frank - und mit ihm der Leser - nach und nach, was wirklich los ist. Oxford und Germania im Jahr 2008, Physik und Mathematik, die Naziherrschaft, die 1945 überstanden und sich europaweit ausgebreitet hat - und immer wieder Berlin. Mehr zu verraten würde die Überraschung verderben und die Spannung, wohin das Geschehen um Frank wohl führen mag. Leben heißt fliehen, dachte Frank. Doch wohin? Ich bin froh, dass ich die Gelegenheit erhielt, das Debüt Siegfried Langers lesen zu können. Ich kannte bereits seine drei Thriller, die nach diesem Buch entstanden, und diese haben mir wirklich sehr gefallen. Doch dieses Buch ist anders. Spannend, durchaus - vor allem zu Beginn, weil man wie Frank vollkommen im Dunkeln tappt und immer nur so viel weiß wie er. Später dann eher überraschend, wenn man merkt, wohin die Reise nun plötzlich geht - und welche Welten Langer dort aufzeigt. Gegen Ende dann wieder unglaublich spannend, so dass man das Buch gar nicht mehr aus der Hand legen mag, weil man wissen will, wissen muss, wie es nun ausgeht. Ich bin ehrlich: Cover und Titel waren für mich eher wenig ansprechend, düster und dunkel gehalten, fast trist. Und doch passt der Titel unglaublich gut zum Buch, er ist durchaus wörtlich zu nehmen. Denn die überraschenden Wendungen wollen einfach kein Ende nehmen. Und selbst die Farbe des Einbandes ist überaus passend, gemahnt sie doch an den braunen Sumpf, in den Langer seine Personen geraten lässt. Wer die Schrift kontrolliert, kontrolliert die Geschichtsschreibung. Und wer die Gegenwart kontrolliert, kontrolliert auch die Vergangenheit, so einfach ist das. Langer hat gut recherchiert hinsichtlich der historischen und wissenschaftlichen Fakten, die er da präsentiert - und doch ist alles anders. Von welchen Zufällen mag es abhängen, dass sich etwas in die eine Richtung entwickelt - oder aber in eine ganz andere? Auch die Chaostheorie spielt hier eine gewichtige Rolle ('der Flügelschlag eines Schmetterlings'), und Langer schafft so eine gelungene Mischung aus phantastischen Elementen, historischen Fakten, wissenschaftlichen Erkenntnissen und spannenden Entwicklungen. Selbst der Humor kommt unerwartet im letzten Drittel noch hervor, wo ich plötzlich mehr als einmal schmunzeln und laut lachen musste. Zu komisch war die Vorstellung, die Langer da präsentierte, und dabei in dem geschilderten Kontext unglaublich authentisch. Die Bilder dazu standen mir deutlich vor Augen. Allein das Ende hat mich persönlich nicht so ganz überzeugt. Nicht, weil ich ein unbedingter Freund von 'Happy Ends' bin, sondern weil ich es eher als abrupt und viel weniger liebevoll ausgestaltet empfand als den Rest der Geschichte. Selbst jetzt noch weigerst du dich, den Tatsachen ins Auge zu sehen. Bewahre sie, deine Träume; vielleicht ist es der bessere Weg. Für mich ein gelungenes Debüt des Autors, das sich nicht hinter dessen Thrillern zu verstecken braucht. Es hat mich gut unterhalten, zum Nachdenken gebracht, mitfiebern lassen, amüsiert - und bereits hier zeigte sich das Talent Langers zum Schreiben. Langer selbst schrieb im Rahmen eines Interviews zu dem Roman: "Beinahe jedes Gebäude, jeder Straßenzug in meiner Wahlheimat Berlin strahlt Geschichte aus. Das Dritte Reich fasziniert mich dahingehend, dass ich mir immer wieder Fragen stelle wie beispielsweise 'Wie hättest du damals gelebt?' oder 'Welche Rolle hättest du gespielt? Opfer? Mitläufer? Täter?'. Ich bin unendlich dankbar, dass dies für mich lediglich ein Gedankenspiel darstellt. Aus dieser Motivation heraus wollte ich einen Roman schreiben, keinen mit erhobenem Zeigefinger, aber der Gewichtigkeit der Thematik angemessen." Ich jedenfalls freue mich schon auf mehr von Siegfried Langer! © Parden

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    • 10
    Igelmanu66

    Igelmanu66

    18. October 2014 um 15:30
  • Dunkle Zeiten

    Alles bleibt anders
    monja1995

    monja1995

    06. October 2014 um 20:18

    Klappentext: Schlimm genug für Frank Miller, dass er sein Gedächtnis verloren hat. Doch nicht nur das - er wurde offiziell für tot erklärt! Als ihn nicht einmal seine Verlobte Claire wiedererkennt, verwandelt sich sein rätselhaftes Schicksal endgültig in eine Tragödie. Es ist das Jahr 2008 und Franks langsam zurückkehrende Erinnerungen konfrontieren ihn mit einer unglaublichen Realität: mit einem Dritten Reich, das das Jahr 1945 überlebt hat, mit einer NSDAP, die mächtiger und grausamer ist als jemals zuvor. Über ganz Europa weht die Flagge mit dem Hakenkreuz. Franks Suche nach seiner Identität führt ihn in die deutsche Hauptstadt Germania, erbaut nach den tollkühnen Entwürfen Hitlers und Speers. Dort erfährt er, dass er kämpfen muss - um sein Leben, um seine Liebe zu Claire und um das Schicksal vieler anderer. Mein Umriss: Als Frank Miller auf den Schienen der Berliner Reichsbahn zu sich kommt, kann er sich an nichts mehr erinnern. Ziellos irrt er durch die Straßen, bis er auf einen Mann trifft, der ihn durch sein geöffnetes Fenster mit Frank Miller anspricht und ihm ein paar Brocken seiner Vergangenheit erzählt. Daraufhin macht er sich auf die Suche nach seiner Mutter, die angeblich sein Grab hingebungsvoll pflegt. Immer mehr erfährt er aus seiner Vergangenheit, bis er erfährt, dass er nicht der sein kann, als den man ihn erkannte. Auch wenn er sich immer wieder an diverse Begebenheiten aus „seiner“ Vergangenheit zu erinnern glaubt. Man schreibt das Jahr 2008 und es regiert die NSDAP, die Großdeutschland gegründet hat und somit immer mächtiger und brutaler das Regiment führt. Germania die Hauptstadt ist nun sein Ziel, denn nur dort kann er mehr über seine Vergangenheit und die Menschen erfahren, die ihm immer nahe standen… Als er in Oxford zu studieren beginnt, trifft er auf eine außergewöhnliche Gruppe. Diese Gruppe beschäftigt sich mit der Existenz von Parallelwelten und Zeitreisen. Sie entwickeln ein Computerprogramm und das Zubehör um ihre Pläne, die Vergangenheit und somit die Gegenwart und die Zukunft zu beeinflussen und zu ändern. Sie geraten in höchste Lebensgefahr…. Mein Eindruck: Ein Erstlingswerk das einen atemlos zurück lässt. Die eiskalte und brutale Macht der NSDAP des Dritten Reiches und deren Pläne spinnt der Autor Siegfried Langer weiter bis ins Jahr 2008. Immer wieder lässt er die Intoleranz und Rassenfeindlichkeit zum Vorschein kommen. Nicht durch Brutalität, nein, durch Bemerkungen der Protagonisten, die zum Denken anregen. Vor allem zum Nachdenken darüber, was wäre wenn es tatsächlich so weit gekommen wäre. Langer beginnt den Roman damit, dass er Verwirrung stiftet. Verwirrung darüber, was das soll, dass es im Jahr 2008 die Reichsmark, die Reichsbahn, Droschken und keine Autos, S- und U-Bahnen gibt. Die ersten 100 Seiten waren für mich Verwirrung pur. Mehr als einmal überlegte ich, was einem der Autor sagen will. Dann jedoch beginnt sich der Nebel der Rätsel zu lösen und man kann dieses Buch einfach nicht mehr zur Seite legen. Man ist so intensiv mitten im Geschehen, dass man sich ungern beim Lesen stören lassen möchte. Anfangs sehr spannend, flacht der Spannungslevel langsam ab und steigt nach einem Drittel stetig nach oben, bis es zum absolut nicht vorhersehbarem Ende kommt, das einem den Atem raubt. Der flüssige und realistische Schreibstil zeichnet Langer besonders aus. Die Personen erscheinen wie alte Bekannte, mit denen man mitlebt und erlebt, ob im Positiven oder Negativen. Langer zeigt, dass er hinter der Story steht und ihm das Recherchieren bei Einsteins Söhnen richtig Spaß gemacht hat. Mein Fazit: Ein Thriller der etwas anderen Art, den man gelesen haben muss

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  • Rezension zu "Alles bleibt anders" von Siegfried Langer

    Alles bleibt anders
    Soeltjer

    Soeltjer

    13. January 2013 um 16:24

    Ich finde die Thematik hätte wesentlich mehr hergegeben, als der Autor letztendlich von gemacht hat. Das Buch macht ein wenig den Eindruck, als wäre es "mal eben so zwischendurch" geschrieben worden. Die ersten ca. 80 Seiten lang musste ich mich ständig diziplinieren, das Buch nicht endgültig zur Seite zu legen, da die Story zu diesem Zeitpunkt so rein gar nichts mit der Inhaltsangabe auf dem Einband zu tun hatte. Als die Geschichte dannn endlich zum Thema kam, habe ich recht lange gebraucht, um wiederum den Bezug zur Einführung zu bekommen. Als das Buch dann letztendlich doch noch ziemlich spannend wurde, war die Geschichte schon vorbei.....

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  • Rezension zu "Alles bleibt anders" von Siegfried Langer

    Alles bleibt anders
    Bücherwahnsinn

    Bücherwahnsinn

    Zum Buch -------------- Er steht plötzlich auf einem Bahngeleis in einem Bahnhof, wie er da hin gekommen ist weiss er nicht. Er weiss nicht mal woher er gekommen ist geschweige was gestern war oder ... we er ist! Nichts, einfach gähnende leere im Kopf. Als ihn ein Schaffenr am Ärmel packt und ihn fragt was das soll und die Personalien entgegennehmen will schiesst nur ein Name durch seine Erinnerung, Frank! Weiter? Nichts... immer noch keinerlei Erinnerungen. . Wir schreiben das Jahr 2008, das findet er raus als er sich eine Zeitung schnappt, er rennt die Strassen entlang, zwischen den Droschken und einer Strassenbahn, die von einem Pferd gezogen wird, durch in der Hoffnung Gebäude oder Strassenzüge zu erkennen oder vielleicht Menschen zu treffen die ihn kennen. . Auf der Suche nach seiner Identität, seiner Vergangenheit und so auch seiner Zukunft. Nach und nach erkennt er die unglaubliche Realität, denn das Dritte Reich hat überlebt und die NSDAP ist mächtiger denn je! ganz Europa steht unter der Flagge des Hakenkreuzes. . . Erster Satz: . .....Für einen Augenblick nahm er seine Umgebung als Park wahr. . . . Meine Meinung --------------------- Ich muss zugeben, die Rezi fällt mir nicht leicht... Warum? Gute Frage, die Geschichte ist wie der Titel ein Paradoxon. Alles bleibt anders... Na was jetzt? Bleibt es oder ist es anders? Das fragt man sich die ganze Zeit. . Der Schreibstil ist einfach und lässt sich daher fliessend lesen. Leider sind die Protagonisten etwas einfach gestrickt haben nicht viel Tiefe, daher viel es mir schwer mich mit einer Person zu identifizieren. Also das Mitleben fand nicht wirklich statt, es war mehr einfach ein "dabei" sein. Ehrlicherweise muss man sich vor Augen halten das es sich bei dem Buch um ein Erstlingswerk des Autors handelt. . Die Geschichte ansich ist interessant, obwohl sie ihre Schwächen hat. Das ganze spielt im Jahre 2008 doch ist vieles stehengeblieben anderes gar nicht. So gibt es noch Kutschen und die Strassenbahnen die von Pferden gezogen werden, andererseits gibts Handys und Computer? Öhm... ja. Da kam ich manchmal echt nicht mehr mit und hat mich mehr irritiert als was anderes. Ich kam da etwas aus dem Tritt da ich dann zu lange daran rum zu beissen hatte. Die Gedanken sind zwar sicher spannend und interessant, regen auch an mal drüber nach zu denken was man ändern würde oder könnte, wenn... . Aber wer ein Zeitreise-Roman lesen möchte wird enttäuscht sein, auch ist es kein typischer Paralellwelten-Roman, er erinnert mich an die Serie, die Mitte der 90-er lief, vielleicht kennt die noch einer "Sliders - Das Tor in eine fremde Dimension". Es handelt sich eben um eine Alternativwelt und nicht direkt um eine Paralellwelt. . Trotz einigen Schwächen und Widersprüchlichkeiten ist der Debüt-Roman doch lesenswert, den das Thema ist spannend. Wo würden wir heute stehen wenn das Dritte Reich überdauert hätte?

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  • Rezension zu "Alles bleibt anders" von Siegfried Langer

    Alles bleibt anders
    Golondrina

    Golondrina

    19. May 2011 um 11:42

    Huch, wie konnte dieses Buch in meine Bibliothek rutschen? Aufgrund vieler interessanter Rezensionen und einer eigentlich vielversprechenden Handlung: Zeitreisen. Was mir dann unterkommt ist allerdings schlecht geschrieben und schlecht redigiert.

  • Rezension zu "Alles bleibt anders" von Siegfried Langer

    Alles bleibt anders
    Falballa

    Falballa

    29. April 2011 um 11:12

    Um eins vorweg zu sagen: Das ist ein Buch, dass ich nie gekauft hätte, wenn ich es im Laden gesehen hätte. Um so froher bin ich, dass es mir angeboten wurde und ich zugesagt habe. Vielen Dank an dieser Stelle an den Autor Siegfried Langer für die Bereitstellung des Rezensionsexemplars, und auch für das Buch selbst. Ich muss zugeben, als er mir das Buch angeboten hat, habe ich gedacht, das könnte spannend sein. Dann habe ich es hier gehabt und es ewig vor mir her geschoben, weil ich dachte: Diese Nazi-Thema ist ja doch schon ziemlich ausgelutscht und irgendwie naja... aber ich hatte versprochen es zu lesen und bin fertig und begeistert (abgesehen vom Ende). Für einen Debütroman muss ich sagen absolut gelungen und fesselnd, beängstigend und fanatsievoll. Ich hätte bei diesem hässlichen (sorry) Cover nie gedacht, dass eine solche Geschichte dahinter steckt. Das Cover ist absolut hässlich, ich kann es nicht anders beschreiben. Es passt irgendwie nicht zum Titel, und zur GEschichte bedingt und überhaupt.. nicht meins. Der Titel hingegend ist absolut treffend! Ich habe selten ein Buch gehabt, wo der Titel total super passt. Und vor allem: "Alles bleibt anders" - intuitiv beginnt man nachzudenken und überlegt, was der Titel bedeuetet. Und damit hat ein Autor schon mal einiges richtig gemacht. Das Buch beginnt und man ist gleich mittendrin, weiß aber nicht wo. Der Protagonist ist Frank Miller der sich an nichts erinnert und verwirrrt ist und herausfinden muss, wer er selbst ist und wie seine Vergangenheit ist. Ab dem ersten Satz ist man mit dem Protagonisten auf einer Wellenlänge und kann sich super gut in ihn hineinversetzen. Man leidet mit ihm, man bangt mit ihm, man verzweifelt, man weint, man lacht. Vor allem rätselt man und man weiß selbst nicht mehr als Frank Miller. Und gleich merkt man, dass etwas nicht stimmt. Die Zeit ist eine andere, das Leben ist ein anderes - und es ist total befremdlich sich in dieser Welt zurechtzufinden. So ergeht es schließlich auch Frank Miller. Die Geschichte hat bald eine erste Wendung, und ich habe kurzfristig auch den Zusammenhang verloren. Bis endlich alles aufgeklärt wird und einen Sinn macht - zumindest ein bisschen. Das Buch ist nämlich zu keinem Punkt vorhersehbar und baut nach diesem ersten Switch eine Spannung auf, die bis zum letzten Abschnitt nicht abreist. Die Geschichte unglaublich und unwirklich, und das in der wahrsten Bedeutung der Worte. Erstens kann man sich nicht vorstellen, dass 2008 die Nazis die führende Weltmacht sind und alles deutsch ist, andererseits ist es absolut unwahrscheinlich SPOILER das man zwischen Parallelwelten hin und her springen kann, und in der Zeit reisen kann Spoilerende. Ich finde die Geschichte genial konstruiert. Da hat sich jemand wirklich Mühe gegeben und in viel Fleißarbeit an Details gefeilt. Nicht nur die Charaktere werden zu richtigen Persönlichkeiten, auch Umgebungen und Gebäude werden sehr detailiert beschrieben und obwohl es die Dinge nie wirklich gegeben hat, kann man sie sich gut vorstellen. Auch finde ich sehr gut, und gut durchdacht, dass es trotz der anders verlaufenden Geschichte Parallelen zu unserer Welt gibt. Zum Beispiel werden die Terroranschläge auf den World Trade Center eingebaut, allerdings werden Zwillinngstürme in Deutschland angegriffen. Mir ist absolut unklar, wie der Autor zu dieser Geschichte gekommen ist, denn wer denkt an Hitler in 2008? Ich werde ihn danach fragen! Da das Buch eine Sprünge in der Zeit macht, mal vor und zurück, habe ich zwischendurch ein bisschen den Durchblick verloren, aber wahrscheinlich nur, weil ich zeitweilig unaufmerksam bin. Bemängeln würde ich neben dem Cover auf jeden Fall die Gestaltung der Seiten. Sie Seiten sind verhältnismässig breit für ein Taschenbuch und sehr eng beschrieben. Sowohl von Rand bis Rand an den Seiten, als auch von oben bis unten. Sehr eng aneinander geschrieben und hat mich zuerst erschlagen. Ausbaufähig meine ich. Die Geschichte hat viele Wendungen und immer wieder wurde ich überrascht. Man erkennt irgendwann die Gesamtstruktur, aber es geschieht ständig etwas unvorsehbares. UND - ihr wisst ich bein ein Fan von Happy Ends - es gibt kein wirkliches Happy End. Zumindest ist das Ende nicht so, wie ich es mir erhofft hatte. Auch wenn es logisch ist, dass es so kommen muss, aber ich hätte es gerne anders gesehen. Sprachlich ist das Buch gut zu lesen. Es lässt sich flüssig lesen. Es gibt viele Einschübe und zwischendurch auch kurze Sätze, die Langer dazu nutzt, um Details zu beschrieben oder Gedankengänge zu verdeutlichen. Man ist die ganze Zeit in der Lage, Frank Miller und die anderen Charaktere zu verstehen, steht aber hauptsächlich in der gleichen Rolle wie Frank Miller. Besonders bewegt hat mich, dass die Charaktere entscheide müssen, ob sie eine Änderung für sich erzwingen wollen, oder der Menschheit etwas Gutes tun wollen. Alle sind bereit ihr Leben zu geben um für den Rest der Menschen einzustehen und verlieren die Liebe ihres Lebens und ihre besten Freunde. Einige müssen sich eingestehen, dass ihr Lebenswerk scheitert und die Zukunft ungewiss vor ihnen liegt. Mein Fazit: Wer sich für das Thema Nationalsozialismus entfernt interessiert und auf ein spannendes Buch mit unmöglichen Dingen steht, der kann beruhigt zu diesem Buch greifen und wird nicht enttäuscht. Es ist spannend und aufregend und zeigt "Was wäre wenn ... die Nazis in 2008 noch regieren würden.... und was wäre wenn... wir versuchen würden Gott zu spielen". Das Buch ist nicht nur phantastisch, sondern ist auch gut recherchiert und mit Hingebung geschrieben.

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  • Rezension zu "Alles bleibt anders" von Siegfried Langer

    Alles bleibt anders
    dyke

    dyke

    22. April 2011 um 17:21

    Ein intelligenter Alternativ-/Parallelwelt-Roman, der dadurch besticht, dass er sich mehr oder minder auf eine Person konzentriert und deren Wissen. Dadurch entfallen technisches Geblubber und sinnlose Actionen-Szenen. Der Leser hat nicht mehr Wissen als Frank Miller jeweils hat. Warum manches ist, wie es Frank wahrnimmt bleibt der Phantasie des Lesers erblassen.. Was hätte sein können, wenn ...? Die Frage, die solchen Romanen unweigerlich vorausgeht ist im zeitlichen Rahmen des Romans logisch und nachvollziehbar durchdacht. Allein der Stil, (und ich bin keiner, der auf sprachliche Feinheiten besonderen Wert legt) erinnert zu häufig an den eines Schulaufsatzes. Da hätten die in der Danksagung genannten Testleser und die Lektorin ehrlicher mit dem Autor sein können. Nicht desto trotz für alle, die das Thema mögen und keine Pickel kriegen, wenn es schon wieder einmal um das 3. Reich geht, ist der Roman lesenswert. Ich habe das e-book, ein pdf, gelesen und kann es nicht empfehlen. Die Schrift ist so klein, dass das Buch nur um eine Stufe vergrößert lesbar ist und die Bildschirmumbrüche sind häufig sehr verwirrend.

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  • Rezension zu "Alles bleibt anders" von Siegfried Langer

    Alles bleibt anders
    Ein LovelyBooks-Nutzer

    Ein LovelyBooks-Nutzer

    22. October 2010 um 15:38

    Für Frank Miller ist nichts so wie es sein sollte. Er scheint in einer völlig anderen Zeit festzustecken. Aber kann er das eigentlich beurteilen? Er hat sein Gedächtnis verloren und irrt auf den Straßen eines Deutschlands anno 2008 herum. Aber etwas scheint ganz und gar nicht zu stimmen. Warum fahren z.B. noch immer Droschken auf den Straßen? Zwar hat der technische Fortschritt eine mit Strom betriebene Straßenbahn hervorgebracht aber dennoch können sich nur sehr reiche Leute so etwas wie ein Automobil leisten. Wieso hat Deutschland noch immer einen Kaiser? Schien der erste so wie der zweite Weltkrieg hier gar nicht statt gefunden zu haben? Aber die wohl wichtigste Frage ist: Wieso halten ihn alle für tot? Von allen wird er zwar erkannt aber nur wie ein böser Geist aus anderen Zeiten behandelt. Vor allem von seiner ehemaligen Verlobten für die, nach seinem angeblichen Tod, das Leben weiter ging, die geheiratet hat und nun mit einem reichen Arzt zusammenlebt. Sie ehelichte Dieter Wiegand, einen ehemaligen Studienkollegen von Frank. Aber exakt dieser Wiegand ist es der Frank etwas aus der Fassung bringt. Nicht nur das sich der Arzt ihm gegenüber abweisend verhält sonder es scheint als ob Dieter mehr über Frank weiss als jener über sich selbst. Nicht nur Franks Vergangenheit ist Dieter bekannt auch der Grund für seine Amnesie und warum ihn alle für Tod halten. Vor allem aber weiss Dieter ganz genau das Frank ein zweites mal sterben muss noch bevor er die wirkliche Funktion des geheimnisvollen Medaillons, das Frank um seinen Hals trägt, herausfindet. Ich weiß, dass es unfreundlich ist bei einer Buchbesprechung mit der Kritik als erstes zu beginnen, aber leider lässt einen das Buch keine Wahl. Der Text scheint wie ein Baukasten zu sein, der einfach falsch zusammengesetzt wurde. In herkömmlichen SiFi- oder Thrillerwerken gibt es meist eine kurze Einführung von 10-15 Seiten. Diese Einführung ist dazu da, um den Leser im Gedanken ein bisschen auf das Buch einzustimmen und um bei ihm das Bedürfnis zu wecken weiterlesen zu wollen. Es ist dabei legitim noch nichts von der Story zu verraten und den Leser etwas im Dunkeln tappen zu lassen. Bei Siegfried Langers Buch ist es nicht anders. Man bekommt auch hier eine Einführung, man tappt auch hier im Dunkeln und man hat auch nach diesen Seiten das Bedürfnis weiterzulesen. Aber im Fall von Alles bleibt anders dauert diese Einführung gut 70 Seiten. Fast ein ganzes Drittel des Buches irrt nicht nur Frank, sondern auch der Leser im Dunkel der Geschichte umher in Erwartung das auf der Coverrückseite versprochene Germania zu sehen und mit dem Mann ohne Gedächtnis eine Zeit zu entdecken in der der Nationalsozialismus gesiegt hat. Das bekommt man später hin auch zu sehen, aber wie gesagt, es handelt sich hier um einen falsch zusammengesetzten Baukasten. Hier wäre es kein Problem gewesen, die Endsequenz gleich ganz an den Anfang zu stellen. Ein Krüppel und ein junger Mann hinter den feindlichen Linien. Beide werden für Spione gehalten wobei nur der Krüppel Englisch spricht. Als deutsche Spione also völlig ungeeignet. Aber dennoch sind jene hier in England -der Höhle des Löwen anno 1944- um einen ganz bestimmten Mann zu sehen. Eine einfache Einführung, die dem Leser zwar überhaupt noch nichts verrät ihn aber auf die Thematik einstimmt. 5 Seiten lang, fertig. Danach das Jahr 2004, danach 2008 und die Geschichte nimmt von ganz alleine seinen Lauf. Denn, und das sieht man dem Büchlein von außen nicht an, die Geschichte die hier offeriert wird, ist äußerst komplex und ihr hätte ein etwas linearerer Aufbau sehr gut getan. Auf diese Art hebt man sich zwar nicht so sehr vom ganzen Einerlei im SciFi-Regal ab aber das hätte die Geschichte, die Idee, einfach dieser wirklich liebevoll erdachte Storykomplex, mehr als wett gemacht. Wie aus anderen Rezensionen schon ersichtlich ist, handelt es sich hier um einen Roman der das Thema Zeitreisen behandelt. Siegfried Langer geht nun aber nicht einfach her und wirft eine handvoll Charaktere in einen Topf, stülpt dem ganzen den Deckel des Endsieges und vorherrschenden Nationalsozialismus´ über und sagt: “Nun macht mal das ihr hier wieder rauskommt”. Nein, er nähert sich der Thematik eher vom Standpunkt des Entdeckers. Der Weg scheint bei ihm das Ziel zu sein. Der Weg der Endeckung von Dimensionsabweichungen über das anmessen von sich abspaltenden Dimensionen bis hin zur Theorie von zeitlich unabhängigen Sprüngen in andere Dimensionen einschließlich der eigenen. Somit bleibt die “Was wäre wenn…”- Frage etwas im Hintergrund. Natürlich arbeitet man darauf hin in einer dieser dimensionalen Abweichungen eine Antwort darauf zu finden wieso gerade im hier und jetzt der Nationalsozialismus gesiegt hat aber in einer anderen nicht? Was war der Grund für das Ende des Krieges und der Niederlage Deutschlands 1945, und ist es möglich die Zeit auch in jeder gewünschten Dimension dahingehend zu beeinflussen? Dieser Gedanke, einfach in der Zeit zurückreisen um Hitler zu verhindern, ist in diesem Buch ein eher zweitrangiger was man auch daran sieht, dass erst auf den letzten 10 Seiten des Buches wirklich durch die Zeit gereist wird. Dennoch war dies, alles in allem, ein Ansatz der mir sehr gut gefallen hat. Auch die Zweifel am aktiven Verändern der Zeit. Die Reflexion darüber, in wie fern sich eigentlich eine Diktatur, egal welcher Form, von einer Demokratie unterscheidet. Die Aufgabe von Freiheit für ein geregeltes und sicheres Leben oder doch den anderen Weg wählen? Das sind schon kluge Ansätze gewesen von denen ich wirklich gerne mehr gelesen hätte. Generell hätte ich gerne von allem mehr gelesen. Nicht selten schien mir das Buch sehr gedrungen, was nicht nur am überdurchschnittlich kleinen Schriftsatz lag. Lässt sich das Buch am Anfang sehr viel Zeit um mit der Story anzuheben werden einem zum Ende hin die Daten, Fakten und Storywendungen um die Ohren gehauen. Auch wenn das Buch unterm Strich wirklich viele Kanten und Ecken hat so ist es dennoch ein Buch wo ich mir einen zweiten Teil sehr gut vorstellen könnte. Nicht nur um die kleinen Verwirrungen im aktuellen Band etwas gerade zu biegen, sondern vor allem auch weil ich glaube, dass Siegfried Langer hier wirklich mit Einfallsreichtum und geübter Feder etwas aufgeschrieben hat was nicht einfach so wieder in der Versenkung verschwinden sollte. SciFi- Fans sollten sich also nicht abschrecken lassen und dem Buch auf jeden Fall eine Chance geben. Und Herrn Langer kann ich nur den Tipp geben sich in Zukunft einfach mehr zuzutrauen.

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  • Rezension zu "Alles bleibt anders" von Siegfried Langer

    Alles bleibt anders
    Ameise

    Ameise

    20. November 2009 um 22:49

    Ein Mann findet sich plötzlich ohne Gedächtnis auf einem Berliner Bahnhof wieder und hat nicht die geringste Erinnerung, wie er dorthin geraten ist. Nach und nach erfährt er seinen Namen (Frank Miller) und dass er eigentlich drei Jahre zuvor bei einem Unfall ums Leben kam. Es ist eine beschauliche Welt, in der er gelandet ist: sie entspricht vom technischen Standart her ungefähr dem wilhelminischen Zeitalter Anfang des 20. Jahrhunderts - allerdings schreibt man gerade das Jahr 2008! Frank versucht möglichst viel über sein früheres Leben herauszufinden und muss dabei erkennen, dass diese Welt überhaupt nicht die seine ist. In Wirklichkeit stammt er aus einer Realität, in der das nationalsozialistische Deutschland den Krieg gewonnen und mittlerweile (2005) über ganz Europa herrscht. Der geniale Physikprofessor Gothaer und drei seiner Studenten, zu denen auch Frank gehört, wollen das brutale Regime nicht hinnehmen. Der Professor hat herausgefunden, dass es tausende alternative Realitäten gibt, und eine Technik entwickelt, die eine Reise in diese Parallelwelten möglich macht. Gemeinsam reisen sie nach Germania, ehemals Berlin, erbaut nach den Plänen Albert Speers und Adolf Hitlers. Gothaer und seine Studenten wollen die Zeitlinie an der Stelle ändern, die der Auslöser des Endsiegs Deutschlands war. Aber ein Mitglied der kleinen Gruppe spielt ein falsches Spiel... Zuerst war ich ein bisschen irritiert, als ich zum ersten Mal in diesem Buch blätterte: Die Buchstaben waren ein bisschen zu klein, die Zeilen zu lang. Das Buch hätte in einem normalen Format deutlich mehr als 240 Seiten, und die dadurch anfallenden höheren Kosten wollte der Kleinverlag Atlantis offensichtlich vermeiden. Als ich aber erstmal anfing zu lesen, konnte ich es trotz des nicht sehr lesefreundlichen Formats nicht mehr aus den Händen legen. Die Geschichte zog mich sofort in ihren Bann. Scheint die Geschichte am Anfang noch auf eine Suche nach Franks verschwundenen Erinnerungen hinauszulaufen, entwickelt sie sich bald in eine ganz andere Richtung. Nach dem eher ruhigen Einstieg wartet der Roman mit abrupten Szenenwechseln und Zeitsprüngen, jeder Menge Spannung und, soweit ich das beurteilen kann, gut recherchierten historischen Fakten auf. Auch die wissenschaftlichen Erläuterungen des Professors fand ich nicht dröge, sondern ausgesprochen interessant. Und nachdem ich schon gar nicht mehr damit gerechnet hätte, wird das Buch im letzten Drittel sogar noch lustig: Die gebürtigen Germanier, von klein an auf Ordnung und Disziplin getrimmt, landen plötzlich in einem multikulturellen, dreckigen und in ihren Augen völlig chaotischen Berlin - einfach herrlich! Man muss schon gut aufpassen, um den ganzen Realitätswechseln folgen zu können, aber gerade das macht den Reiz der Geschichte aus. Immer wenn man gerade zu wissen glaubt, in welche Richtung sich das Buch entwickeln wird, kommt wieder eine unerwartete Wendung. Den Titel des Buches kann man ruhig wörtlich nehmen: Alles bleibt anders! Eine faszinierende Reise durch ein Europa, wie es hätte sein können - ein starker Debütroman, der mich von Anfang bis Ende gefesselt hat.

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