Siegfried Lenz

 3.9 Sterne bei 1.289 Bewertungen
Autor von Schweigeminute, Deutschstunde und weiteren Büchern.
Siegfried Lenz

Lebenslauf von Siegfried Lenz

Der deutsche Schriftsteller Siegfried Lenz, geboren am 17.03.1926 im ostpreußischen Lyck, gilt als einer der bekanntesten und meistegelesenen deutschsprachigen Autoren der Nachkriegs- und Gegenwartsliteratur. Für seine Bücher wurde er mit vielen wichtigen Preisen geehrt, unter anderem dem Goethepreis der Stadt Frankfurt am Main, dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels und 2009 mit dem Lew-Kopelew-Preis für Frieden und Menschenrechte. Darüber hinaus ist er der Träger zahlreicher Ehrenwürden, u.a. als Ehrendoktor, Ehrenbürger und Ehrensenator. Neben zahlreichen Romanen, Erzählungs- und Essaybänden veröffentlichte Siegfried Lenz anlässlich seines achtzigsten Geburtstags sämtliche Erzählungen in einem Band (Die Erzählungen) sowie die Essaysammlung Selbstversetzung. Zuletzt erschien 2008 die Novelle "Schweigeminute", 2009 das Stück "Die Versuchsperson" und "Landesbühne", sowie "Wasserwelten". Siegfried Lenz verstarb im Oktober 2014 in Hamburg.

Neue Bücher

Der Verlust

Erscheint am 06.05.2019 als Hardcover bei Hoffmann und Campe.

Brot und Spiele

Erscheint am 06.05.2019 als Hardcover bei Hoffmann und Campe.

Alle Bücher von Siegfried Lenz

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Schweigeminute

Schweigeminute

 (292)
Erschienen am 10.03.2016
Deutschstunde

Deutschstunde

 (276)
Erschienen am 11.04.2017
Arnes Nachlaß

Arnes Nachlaß

 (94)
Erschienen am 01.10.2001
So zärtlich war Suleyken

So zärtlich war Suleyken

 (88)
Erschienen am 17.11.2017
Landesbühne

Landesbühne

 (53)
Erschienen am 01.04.2011
Fundbüro

Fundbüro

 (46)
Erschienen am 01.06.2005
Heimatmuseum

Heimatmuseum

 (29)
Erschienen am 01.02.2006
Das Feuerschiff

Das Feuerschiff

 (30)
Erschienen am 05.10.2017

Videos zum Autor

Neue Rezensionen zu Siegfried Lenz

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Rezension zu "Schweigeminute" von Siegfried Lenz

Ein tolles Buch zum Einstieg in die Bücher von Siegfried Lenz
Ein LovelyBooks-Nutzervor 2 Monaten

Stella Petersen war zweifellos eine der beliebtesten Lehrerinnen am Lessing-Gymnasium. Ihre Lebensfreude, ihre Intelligenz und Belesenheit verschafften ihr die Anerkennung und den natürlichen Respekt des Kollegiums wie den ihrer Schüler. Und gewiss führte die Liebe zu ihrem Schüler Christian, die über das ungleiche Paar am Ende der Sommerferien hereinbrach, zu jener Verwirrung der Gefühle deren Intensität und Kraft beide überwältigt. Siegfried Lenz hat eine großartige Novelle geschrieben über die Liebe eines Gymnasiasten zu seiner Englischlehrerin, eine Geschichte über das Erwachsenwerden und das Erwachsensein, eine Geschichte, in der unbeschreibliches Glück neben tief empfundener Trauer steht.

Dieses Buch ist für mich mal wieder der klassische Beweis dafür, dass man Bücher selbst lesen muss, um sich eine objektive Meinung bilden zu können.

 

Zunächst kannte ich das Buch nur vom Hörn-Sagen. Es reizte mich auch bis dahin noch nicht einen Lenz zu lesen (was ich nun gar nicht mehr verstehen kann…). Eine gute Freundin, die die Bücher von Lenz kennt und auch schon gelesen hat, las das Buch und es gefiel ihr aus verschiedenen Gründen gar nicht. Sie ging sogar so weit zu sagen: „Er hätte dieses Buch besser nie geschrieben.“ Unter anderem kam dabei die Diskussion der Altherren-Liebe, die auch hier in diesem Strang anklang, wieder auf. Damit schwand meine Leselust noch mehr.

 

Lenz hat mit dieser Geschichte wirklich eine sehr schöne, poetische, warmherzige und sehr gefühlvolle Novelle geschrieben. Auch die Art der Aufbereitung finde ich sehr gelungen: Der typische Erzähler nimmt eine Gedenkfeier zum Anlass, um über die Beziehung zur Toten Revue passieren zu lassen. Dabei wechselt der Erzähler zunächst zwischen Gegenwart und Vergangenheit immer hin und her. Normalerweise empfinde ich solche Wechsel als störend für den Lesefluss. Doch hier passen sie sehr gut. Man kann sich als Leser sehr gut damit identifizieren: Jeder, der schon mal auf einer Gedenkfeier oder einer Beerdigung war, kennt diese Situation: Vorne werden Trauerreden gehalten und innerlich beginnt man zunehmend eine Art „privaten Gedenkrede“ zu schreiben. Man erinnert sich, was einen mit dem Toten verbindet und was man mit ihm erlebt hat und vor allem, wer er für einen selbst war.

 

Und mithilfe dieser „privaten Gedenkrede“ erfahren wir vom Erzähler, wie er zur Toten steht.

Dabei offenbart uns Lenz eine Beziehung, die man platt, ins Genre „Alt liebt Jung“ ziehen könnte, aber dann würde man diesem Buch nicht gerecht werden. Ich würde sie von diesem Genre trennen. Mehr noch, ich wäre gar nicht auf den Gedanken gekommen, sie damit in Verbindung zu bringen: Nicht nur aus der Tatsache heraus, dass hier eine ältere Frau einen jungen Mann liebt und in dieser Novelle aus der Sicht des Jüngeren berichtet wird und nicht aus der Sicht des älteren Parts.

Die anderen Bücher, die ich aus diesem Bereich kenne: Walser, Marcquèz, Nabokov … erzählen immer aus der Sicht des Älteren. Dabei stehen eher die „fleischigen Begierden, deren Erfüllung, sowie der Wunsch sich dadurch wieder jung zu fühlen bzw. das eigene Altern für kurze Momente zu vergessen oder gar anzuhalten, im Vordergrund.

 

Lenz lässt hauptsächlich im Kopf und vor allem im Herzen lieben. Auch in den Momenten, in denen es zur tatsächlichen körperlichen Liebe kommt, steht diese nicht im Focus des Lesers. Mit einer sehr zarten, poetischen fast schon keuschen Sprache lässt Lenz seinen Protagonisten all das durchleben, was viele Heranwachsenden „durchmachen“, wenn sie zum ersten Mal lieben. All die Zweifel, Hoffnungen, Erwartungen, die man an das Gegenüber knüpft, von dem man nie richtig weiß, wie es zu einem steht, werden hier gewahr. Ich empfinde die Art, wie Lenz dies schreibt als äußerst authentisch. Was mich in diesem Zusammenhang besonders berührt und beeindruckt hat, war die Fähigkeit dieses Autors, der ja nun schon viele Jahre von solchen Erfahrungen entfernt lebt, diese Gefühle, Gedanken und diesen emotionalen Zwiespalt, in dem man sich als Liebender befindet, sprachlich so einzufangen und so wiederzugeben. Keine abgeklärten oder durch Erfahrungen behinderten Beschreibungen oder Seitenhiebe. Nein, er schreibt wirklich so, als würde er zum ersten Mal lieben. Und auch dies stellt für mich einen großen Unterschied zu den anderen „Altherren-Lieben“ dar.

 

Seit langer Zeit kann ich bei einem Buch mal wieder ALLE Zitate von berühmten Lesern, die sich auf dem Buchrücken befinden, unterschreiben.

 

Diesem Buch gebe ich 5 Sterne und rate jedem, der so wie ich noch keinen Zugang zu Lenz gefunden hat, mit diesem Buch zu beginnen.


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Rezension zu "Der Verlust" von Siegfried Lenz

Interessante Charakterstudie über Verlust und Beständigkeit
Wintergrimmvor 4 Monaten

Dann und wann lese ich, sonst überzeugter Anhänger phantastischer Literatur, Romane außerhalb meiner "Komfortzone".

Den Verlust von Lenz habe ich auf einem Bücherflohmarkt für ein paar Cent gekauft, denn der Inhalt hat sofort mein Interesse geweckt und mich über mein eigenes Leben nachsinnen lassen.

Was wäre, wenn ich plötzlich meine Sprache verlöre?

Doch dieses Buch ist viel mehr als eine Schilderung der Hindernisse und Umstellungen, die eine solche Erkrankung mit sich bringt.

Es geht nicht nur um Verluste, sondern viel mehr darum, wie man sie bewältigt. Es geht um die Bereitschaft, seinen Lebensstil zu ändern, um mit geliebten Menschen zusammen zu sein, über seinen Schatten zu springen und Mut zu haben, Risiken einzugehen.

Ich habe das Buch vor Monaten beendet, und denke trotzdem noch sehr viel darüber nach. Ich finde, wenn ein Autor dies bewirken kann, hat er ein Meisterwerk geschaffen.


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Rezension zu "So zärtlich war Suleyken" von Siegfried Lenz

Eine wunderbare Sprache
Neuneuneugierigvor 8 Monaten

... wenn man sich auch zugegebenermaßen erst einmal an die Sprache gewöhnen muss. Alleine hierfür, selbst wenn einem die Geschichten selber nicht so interessieren lohnt es sich. Sehr liebevoll, blumig und phantasievolle Schilderungen, längst vergessener Zeiten, die nicht nur in Masuren spielen hätte können. Die Charaktere sind liebenswürdig oder auch verabscheuungswürdig, auf jeden Fall ziehen sie einen mit in ihren Bann.

Auf jeden Fall lesenswert!

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Gespräche aus der Community

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“Wir lesen Klassiker der Weltliteratur” und beginnen das neue Jahr 2015 mit einer "Deutschstunde" von Siegfried Lenz.

Wikipedia sagt:
Der Roman Deutschstunde von Siegfried Lenz erschien 1968. Lenz bringt in diesem Werk das zentrale Thema der deutschen Nachkriegsliteratur auf den Punkt: Die Verquickung von Schuld und Pflicht in der Zeit des Nationalsozialismus. Die oft gehörte Entschuldigung, man habe ja nur „seine Pflicht getan“, wird hier kritisch durchleuchtet.

Klingt nach schwerer Lektüre - aber so kurz nach Weihnachten müssen wir schließlich gut erholt sein.

Um den Feiertags-"Stress" abklingen zu lassen, beginnen wir dieses Mal mit dem Lesen erst am 6. Januar!

Wie immer zum Schluß unsere Leserunden-Regeln:
1. Beiträge in den Leseabschnitten mit Spoiler-Haken posten.
2. Beiträge in Kategorien posten, wenn man das vergessen hat, kann man es auch nachträglich ändern.
Letzter Beitrag von  Hallorinvor 4 Jahren
Zur Leserunde

Zusätzliche Informationen

Siegfried Lenz wurde am 17. März 1926 in Lyck (Deutschland) geboren.

Community-Statistik

in 1.460 Bibliotheken

auf 94 Wunschlisten

von 39 Lesern aktuell gelesen

von 29 Lesern gefolgt

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