Siegfried Lenz Das Vorbild

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Inhaltsangabe zu „Das Vorbild“ von Siegfried Lenz

›Lebensbilder – Vorbilder‹ heißt ein Kapitel eines neuen Lesebuchs, das drei Sachverständige zusammenstellen und herausgeben sollen. Die drei erfahrenen Pädagogen treffen aufeinander, ausgerüstet mit Vorschlägen und Bekenntnissen, und jeder von ihnen ist überzeugt, das eigene Beispiel durchbringen zu können. Sichtend, wertend, urteilend machen sie sich an eine kaum lösbare Aufgabe.

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  • Das Vorbild

    Das Vorbild

    gst

    09. September 2013 um 11:05

    Was macht ein Vorbild aus? Verhält es sich auf nachahmenswerte Weise? Diese Kriterien untersuchen ein pensionierter Rektor aus Lüneburg, eine Lektorin und Herausgeberin von Lehrbüchern aus Hamburg und ein jüngerer Lehrer aus Diepholz. Sie haben sich im herbstlich trüben Hamburg getroffen, um sich auf eine Geschichte für ein Schullesebuch zu einigen. Man sollte meinen, das Vorgehen könnte auch Schüler interessieren. Doch Siegfried Lenz' großartiger Schreibstil, seine genaue Beobachtungsgabe und Erzählmanier sind für Jugendliche oft 'stinklangweilig'. Vor allem, wenn sie die Lektüre lesen müssen und 'Aktion' erst nach knapp 400 Seiten vorkommt. Für die ältere Generation, die sich in ihre Jugend zurückversetzt fühlt, ist dieser Roman allerdings lesenswert. Vielleicht muss man erst Lebenserfahrung gesammelt haben, um die Schwierigkeit, in der die drei Vorbildsucher stecken, nachvollziehen zu können. Sind sie denn selbst Vorbilder oder glauben sie, Vorbilder zu sein? Valentin Pundt, der erzkonservative Rektor aus Lüneburg, betrauert den Suizid seines Sohnes und sucht vergeblich die Gründe für dessen Aus-dem-Leben-scheiden nach einem gerade erfolgreich absolvierten Staatsexamen. Jan Peter Heller, der fortschrittliche Lehrer aus Diepholz, kommt bei seinen Schülern gut an. Er kennt sich in der Musikszene aus und demonstriert mit Leidenschaft. Im Alltag jedoch scheitert er; seine Frau und seine Tochter sind ihm fremd. Rita Süßfeldt lebt in der Stadt, in der sie sich mit den beiden Lehrern in einer muffigen Pension zum Arbeiten trifft. Sie kümmert sich so rührend um ihren behinderten Bruder, dass der das Weite sucht. Mir gefällt Lenz' Schreibstil, der in den heute als Bestseller herausgegebenen Büchern kaum zu finden ist. 'Das Vorbild' ist ein Buch zum Genießen, keines zum schnellen Durchschmökern. Die Einteilung in 23 Kapitel hilft beim Pausieren und erlaubt jederzeit wieder den Einstieg ' ohne langes Nachlesen, was vorher geschehen ist. Siegfried Lenz selbst soll einmal behauptet haben: 'Ich bekenne, ich brauche Geschichten um die Welt zu verstehen.' Seine Erzählungen beweisen, dass er die Welt so gut versteht, dass er sie auch anderen erläutern kann. Sein Roman 'Das Vorbild' ist auch zig Jahre nach der Erstausgabe noch durchaus lesenswert.

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